Feldversuch im Rhododendrontal

Rhododendren unter Biobedingungen zu pflegen, ist eine besondere Herausforderung. Denn diese Pflanzen werden traditionell in Substrat mit Torf gesetzt; dieser ist sauer und locker und erfüllt so die Ansprüche der Rhododendren. Doch Torf darf unter Biorichtlinien nicht verwendet werden, zum Schutz der Moore, die durch Torfabbau zerstört werden. Nur gibt es im Handel kein geeignetes Ersatzsubtrat.

Für unsere wertvolle Rhododendronsammlung, die schon seit Ende der 1970er in den Merian Gärten steht, haben wir momentan eine zeitlich beschränkte Ausnahmebewilligung zum Einsatz einer begrenzten Menge an Torf. Bedingung ist, dass wir torffreie Substrate testen und über die Ergebnisse berichten.

Bereits seit 2010 untersuchen wir verschiedene torffreie Substrate in Töpfen. Vor vier Jahren konnten wir erstmals ein erfolgversprechendes Substrat direkt im Beet testen, auf 20 Quadratmetern im Rhododendrontal. Im Beet ist es den Gegebenheiten des Ortes ausgesetzt wie Regen, Bewässerung, Temperaturveränderungen und unterschiedlicher Bepflanzung. Das Substrat zeigte gute Ergebnisse: die Rhododendren und die Begleitpflanzen blieben gesund und das Substrat locker und stabil. Nun starten wir einen zweiten Versuch mit demselben Substrat auf grösserer Fläche (ca. 50 Quadratmeter).

Im Versuchsbeet wurde nun alle Erde bis auf den Bodenvlies ausgehoben. Dies hätten wir eh machen müssen, denn das Substrat zersetzt sich mit der Zeit. Dafür mussten auch die Pflanzen entfernt werden. Nur die grossen Rhododendren durften im Beet bleiben. Der Grossteil des Beetes wurde mit neuem Substrat wieder aufgefüllt, ein kleinerer Teil mit dem bisherigen Substrat zum Vergleich. Die Hälfte des neuen Substrats wurde zudem noch mit Mykorrhizapilzen angereichert – winzige Organismen, welche mit den Rhododendren in Austausch leben und sie dadurch stärken.

Nun wird jährlich die Gesundheit der Rhododendren untersucht und kategorisiert. Der Versuch dauert bis 2025.