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Neue Tagverstecke und Wochen-
stubenquartiere für Fledermäuse

Eisige Temperaturen, geschlossene Eingangstore und ein die Gärten umhüllender grauer Schleier – befinden sich die Merian Gärten etwa im Winterschlaf? Auch wenn dies auf den ersten Blick so erscheinen mag, sind die Mitarbeiter*innen weiterhin fleissig ihre Arbeiten am Verrichten und auch der Umbau geht weiter voran. Es gibt aber schon die einen oder anderen wilden Gartenbewohner, die sich zurzeit im Winterschlaf befinden - wie zum Beispiel die Fledermäuse.

Begegnungen mit diesen Flugkünstlern beschränken sich meist auf die sommerliche Jahreshälfte und sind meist nur von kurzer Dauer– um genau zu sein ein paar Flügelschläge. Generell scheinen diese Säugetiere ein heimliches Leben zu führen. Das Nachweisen von Fledermäusen ist nicht einfach, ist aber mit Geräusche-Detektoren, sogenannten BAT-Loggern, und Spurensuche möglich. Wie der GEO-Tag der Natur im Jahr 2017 gezeigt hat, kommen in den Merian Gärten mindestens fünf der 30 in der Schweiz vorkommenden Arten vor: Grosser Abendsegler, Rauhautfledermaus, Weissrandfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus. Vermutlich sind weitere Arten wie Braunes Langohr und Wasserfledermaus anwesend.

Fledermäuse in der Schweiz bewohnen typischerweise Baumhöhlen und Gebäude (unter Ziegeln, hinter Fensterläden und in Dachstöcken). Nachdem man in den Merian Gärten im Jahr 2019 an der Aussenseite von verschiedenen Gebäuden Fledermauskästen angebracht hat, wurden in den vergangenen Wochen weitere Überwinterungsquartiere und Tagverstecke respektive Wochenstubenquartiere für Gebäude-bewohnende Fledermausarten geschaffen. (Wochenstuben sind die Orte, wo die trächtigen Weibchen zusammentreffen, um dort die Jungen zur Welt zu bringen und diese dort auch gemeinsam aufziehen).

Im Keller der Berrischeune wurden Ziegel als Unterschlupf für überwinternde Fledermäuse platziert. Im Dachstock wurden Jutesäcke aufgehängt und Holzkonstruktionen angebracht, welche den Fledermäusen als Tagverstecke respektive Wochenstubenquartiere dienen können. Zudem wurden die Fenster beim Dachstock geöffnet, um einen Zugang für die Fledermäuse zu schaffen. Auch im Milchhüsli wurden Jutesäcke als Tagverstecke respektive Wochenstubenquartiere aufgehängt.

Damit diese neuen Verstecke auch ihren Nutzen erfüllen, muss auf folgendes geachtet werden:

Tagverstecke und Wochenstuben sollten ungestört, eher warm und ohne Zugluft sein. Überwinterungsquartiere sollten frostsicher und feucht sein, damit die Flughäute und Ohren der Fledermäuse nicht austrocknen.

 

Den Fledermäusen ganz nah sein:

Möchten Sie mehr über diese geheimnisvollen Tiere erfahren und ihnen ganz nah kommen, dann ist die Fledermausnacht genau der richtige Anlass. Mehr Informationen zur Fledermausnacht finden sie hier.

Neue Holzkonstruktion im Dachstock der Berrischeune.
Nebst den neuen Holzkonstruktionen dienen auch die Jutesäcke den Fledermäusen als Tagverstecke und Wochenstuben.
Ziegel dienen als Unterschlupf für überwinternde Fledermäuse.
Über die geöffneten Fenster gelangen die Fledermäuse in den Dachstock.