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Pflanze des Monats

Fleischbeere (Sarcococca confusa)

Botaniker haben manchmal keinen Sinn für Poesie, und dann musswieder ein wunderschönes Gewächs unter einem hässlichen Namen leiden: Sarcococca heisst Fleischbeere, und die alternative Benennung Schleimbeere ist auch nicht besser. Ihr Artname confusa (durcheinander, unordentlich, zusammengemischt) spielt zwar nur auf Probleme bei der Bestimmung an, ist aber nicht besonders attraktiv. Doch auch üble Namen haben ihre Vorteile: Weder lassen sie Appetit auf die giftigen Früchte aufkommen noch wecken sie grosse Erwartungen.

Dabei hätte die Fleischbeere diese verdient: Das Laub! Immergrün, gesund, glänzend und dicht. Der Wuchs! Kompakt, üppig, sich langsam ausbreitend. Die Blü… - ach nein, diese kleinen, weisslichen Blüten reissen einen nicht wirklich vom Hocker, jedenfalls nicht bei Minustemperaturen. Immerhin schaffen sie es, im Winter zu blühen. Und an wärmeren Tagen überraschen sie uns mit ihrem wunderbaren Honigduft. Da lohnt sich jede Kniebeuge!

Diese bescheidene Duftpflanze wächst gern im Halbschatten, liebt kalkhaltigen Boden und verträgt im Vorfrühling auch mal einen Schnitt. Eigentlich sollte man sie viel öfter pflanzen, doch es lauern Gefahren: Starken Frost und kalte Winde mag sie nicht. Da die Fleischbeere mit dem Buchs nahe verwandt ist, könnte sie von dessen Zünsler und Pilz befallen werden, scheint aber nicht ganz so anfällig wie dieser zu sein. Somit wird sie uns hoffentlich noch lange die Winter versüssen.

Aufgrund von Kälte und Dunkelheit bleibt die Pflanze des Monats Dezember frisch bis Ende Januar.

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Historische Bilder gesucht

Haben Sie alte Fotos daheim? Wir suchen historische Bilder des Englischen Gartens in den Merian Gärten. 

Für die Pflege unserer denkmalgeschützten Gartenanlage ist es wichtig, so viel wie möglich über den ursprünglichen Zustand zu wissen und die ursprüngliche Idee zu verstehen. Bilder, welche den Landschaftsgarten in der Zeit vor 1980 darstellen, können sehr aufschlussreich sein. Besonders interessant sind Fotos, auf denen Pflanzen zu erkennen sind und wenn bekannt ist, wann das Bild aufgenommen wurde. Es dürfen auch Detailaufnahmen sein, wenn Informationen zum Aufnahmeort vorhanden sind.

Wenn Sie im Besitz solcher Aufnahmen sind, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen. Barbara Wüthrich nimmt Ihre Dokumente gerne entgegen und gibt auch Auskunft:

Barbara Wüthrich, T. +41 61 319 97 80, b.notexisting@nodomain.comwuethrich@meriangaerten.notexisting@nodomain.comch

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Kräftiges Grün

Gut geschützt unter Vlies: In der letzten Oktoberwoche haben Schülerinnen und Schüler im Programm Schule & Landwirtschaft ihre Weizenfelder angesät und die Felder zum Schutz vor Krähen mit einem Vlies abgedeckt. Dank dem lang ersehnten Regen und den warmen Temperaturen sind die Weizenpflänzchen wunderbar gewachsen und nun schon etwa 5 Zentimeter gross – Zeit, das Vlies zu entfernen. Zum Vorschein kommt  das typische kräftige Grün des Weizens, das im Herbst besonders auffällt.

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Videodreh im Mühlemuseum

Das Mühlemuseum in den Merian Gärten ist Drehort für den Berner Mundartmusiker Dänu Extrem. In seinem Musikvideo "Ke Strom" besingt er den Gegentrend zur Technisierung der Umwelt und nutzt die Mühle, die mit Wasserkraft und ohne Strom läuft.

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Blütenspaziergang im November

Der Novemberspaziergang startet beim Eingang St. Jakob und führt quer durch die Gärten. Noch vor dem Tor, zwischen der violetten Aster 'Ezo Murasaki', strecken die ersten Schneeglöckchen (Galanthus elwesii-Hybriden) ihre Köpfchen gen Himmel. Nach Durchschreiten des Tors nehmen Sie die rechte Abzweigung und schlendern zur Clematissammlung. Auch hier gibt es bereits Schneeglöckchen, umspielt von den schon seit Monaten blühenden Sterndolden (Astrantia major in Sorten). Die Attraktion bilden aber momentan zwei Clematis cirrhosa. Solange das Wetter mild bleibt, können sie in voller Pracht bestaunt werden. Mit Temperaturumbruch bekommen sie eine Decke aus Tannästen.

Auch Früchte erfreuen im November das Herz. So zum Beispiel die Mispel (Mespilus germanica), welche Sie bewundern können wenn Sie den kleinen Durchgang Richtung Gewächshäuser nehmen und dann dem schmalen Weg im Hang folgen. Weiter geht es zur Irissammlung, wo in der Verzweigung die Pflanze des Monats (Iris unguicularis) blüht. Nur wenige Schritte weiter an der nächsten Verzweigung zeigt sich dem erhobenen Blick die sehenswerte Frucht des Taschentuchbaums (Davidia involucrata var. vilmoriniana).

Wer Stiefmütterchen mag, kann seinen nächsten Halt beim Rondell vor der Villa Merian machen. Auch in der Rabatte hinter dem Tor blüht es unermüdlich. Hier insbesondere der Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii 'Arendsii'), die Prachkerze (Gaura lindheimeri) und die Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator'), welche nun ihre Farbe von weiss nach blau gewechselt hat. Dahinter die Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica).

Der Pleasure Ground bietet momentan ein ganz besonderes Spektakel. Im Rasen wimmelt es förmlich von verschiedensten Pilzen. Zum Schluss nehmen Sie den Weg zum Rhododendrontal. Immer noch blühen hier mehrere Rhododendron sowie der Kletternde Fingerrauch (Dactylicapnos macrocapnos) und die Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta).

Clematis cirrhosa
Mispel (Mespilus germanica)
Pilze im Pleasure Ground
Kletternder Fingerrauch (Dactylicapnos macrocapnos)
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Mäuselöcher bei Petersilie

Bild der Woche aus dem Kräutergarten: Tiefe Mäuselöcher unter der Petersilie. Nager haben von unten die Wurzeln abgefressen. Die Mäuse bereiten sich auf den Winter vor... 

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EINBAU EINER FLÄCHENDRAINAGE

Stehendes Wasser in den Beeten macht den Pflanzen im Bauerngarten zu schaffen.

Die Drainageleitungen, die vor drei Jahren eingebaut wurden, brachten nicht die erhoffte Verbesserung. Nun wird eine Flächendrainage geschaffen. Dazu werden die Beete komplett ausgehoben, eine 20 Zentimeter dicke Schicht Rundkies eingefüllt, mit Vlies abgedeckt und wieder mit Humus aufgefüllt.

Das Wasser sollte dann, wie in einem Sickerbecken, in die Kiesschicht ablaufen und dort langsam in den Boden versickern. Das Fleece verhindert, dass sie Nässe wieder in die Erdschicht aufsteigt.

Die Arbeit am ersten Abschnitt dauert bis circa Ende November, je nach Witterung länger. Die weiteren Abschnitte folgen in den nächsten Jahren. 

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Die ersten Schneeglöckchen blühen!

Die ersten Schneeglöckchen blühen. Wer den Eingang St. Jakob in die Merian Gärten nimmt, der hat die Möglichkeit, dort die ersten Schneeglöckchen zu entdecken. Meistens sind die herbstlichen Blüten zwischen grösseren Pflanzen verborgen und werden leicht übersehen, dafür wirken sie zauberhaft im Herbstlaub.

Es sind die ersten Schneeglöckchen, spätere Exemplare lösen sich danach ab und die letzten werden Sie hier noch im März finden. Es lohnt sich, ab jetzt Ausschau zu halten!

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Blütenspaziergang im Oktober

Der Oktoberspaziergang steuert drei besonders sehenswerte Standorte an. Die Wege dazwischen haben zwar auch noch ein paar Blüten vorzuweisen, aber die Zeit der üppigen Blumenbouquets ist für dieses Jahr vorbei.

Gestartet wird gleich am ersten besonderen Plätzchen - im Rhododendrontal. Das fantastische Blau der beiden Isodon-Arten: Isodon rubescens und Isodon effusus leuchtet hier momentan aus allen Lücken zwischen den Gehölzen. Ergänzt werden sie durch die weisse Blüte des Herbst-Steinbrechs (Saxifraga serotina 'Maigrün'), die rosa Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) und einige Einzelblüten von nachblühenden Rhododendron.

Der nächste unbedingt sehenswerte Standort ist das Salbei-Beet. Immer noch blühen hier zahlreiche Arten um die Wette, wie zum Beispiel Salvia greggii oder Salvia guaranitica. Dorthin gelangen Sie am schnellsten dem Dych entlang, rechts über die Brücke und weiter am anderen Ufer bis zum Lehmhaus.

Mit dem Fernziel Clematissammlung kann nun zum Beispiel der Weg durch den Alten Bauerngarten genommen werden. Hier blühen nebst Anderem noch eine Kardy und der Buchweizen. Etwas weiter, auf dem Hofplatz Vorder Brüglingen begegnen Ihnen die letzten Kübelpflanzen und am Eck zu den Gewächshäusern blüht die Bergenie 'Herbstblüte'. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie folgen dem Hauptweg Richtung St. Jakob und erfreuen sich an den letzten, den Weg begleitenden Astern und Anemonen, bis Sie dann links abbiegen und zu den Clematis hochgehen. Oder Sie spazieren durch den Nutzpflanzengarten, vorbei am eindrücklichen Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifer) und der etwas zarteren Gossypium thurberi, sowie anschliessend durch den Silberhang mit einem feinen weissen Teppich vom Kriechenden Berg-Bohnenkraut.

Am Ziel angelangt leuchtet Ihnen von weitem die weisse Wolke der Rispenblütigen Waldrebe (Clematis terniflora) entgegen. Untermalt wird sie von verschiedenen Astrantien und von blauem Eisenhut. Hier endet der offizielle Spaziergang. Allerdings laden die jetzt stetig zunehmenden bunten Herbstfarben zu weiteren Entdeckungstouren ein.

Gossypium thurberi
Ananas-Salbei (Salvia elegans 'Scarlet Pineapple')
Buchweizen
Rispenblütige Waldrebe (Clematis terniflora)
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Geschafft!

Geschafft! 74 Quadratmeter, 2380 Pflanzen (davon 500 Tulpen und 150 Narzissen) und rund 60 Stunden Arbeit  - von der Bodenbearbeitung und Pflanzenmischung über die Ausführungsplanung, Vermessung und dem Einpflanzen (vieles machen übrigens die Lehrlinge). Wie jedes Jahr im Herbst ist das Wechselflorbeet vor der Villa neu bestückt worden. 

Bühne frei für das Winterschauspiel.