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Statt Schule: Dyycharbeit!

Dyychwoche Tag 1

Wir sind die Klasse 2H, die 8. Sekundarstufe aus dem Schulhaus St. Alban in Basel. Wir haben uns vor knapp einem Jahr für die Dyychwoche mit einem Film beworben. Mit dem mehrminütigen Film wollten wir, dass man einen Eindruck  von uns und unserer Motivation bekommt. Wir wollten ausdrücken, dass wir diesen Einsatz wirklich machen wollen und haben alles gegeben um einen richtigen Wow-Effekt zu schaffen. Es war ausserdem unser erstes gemeinsames Projekt als Klasse. Obwohl wir uns noch nicht gut kannten ist eine richtige Zusammenarbeit entstanden.  Als wir ein paar Wochen später die Zusage bekamen, haben wir uns echt gefreut.

Diese Woche helfen wir den Dyych zu renovieren, zusammen mit den Fachleuten der Merian Gärten. Wir hoffen viel über den Dyych zu lernen und oft handwerklich Arbeit zu verrichten. Doch natürlich freuen wir uns auch, eine Schulwoche nicht im Schulhaus zu verbringen. Diese Woche wird uns sicherlich auch als Klasse noch mehr zusammenbringen. Wir denken, dass die Woche sehr produktiv wird - aber vor allem wird sie lustig und uns tolle Erinnerungen schenken.

Während der Dyychwoche berichtet die Klasse hier jeden Tag von ihren Erfahrungen. 

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Blütenspaziergang im August

Der Augustspaziergang wird etwas überschattet von der grossen Trockenheit, welche uns seit Wochen in Atem hält. Dank regelmässiger Bewässerung gibt es aber trotzdem einige Blüten zu sehen. Der Spaziergang startet im Hof von Vorder Brüglingen wo bei den Kübelpflanzen immer irgendeine Blume zu entdecken ist. Gehen sie nun über die kleine Holzbrücke und den Hang hoch. Von weitem sticht hier schon die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica) ins Auge. Nehmen Sie einen der Wege über den Irishang wieder nach Unten und gehen Sie Richtung Villa. Vorbei an den speziellen Samenständen des Blasenbaumes (Koelreuteria paniculata), durch das Tor, wo sie von einem unüberhörbaren Summen begrüsst werden. Die Prachtkerzen (Gaura lindheimeri) werden momentan umschwirrt von zahlreichen Bienen. Kombiniert mit Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator') und Weisser Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba) ist diese Rabatte eine helle Schönheit. Eine weitere ansprechende Blütenkombination befindet sich in der Staudenrabatte hinter der Villa mit der Herbstanemone 'Pamina' und der weissen Waldaster (Eurybia divaricata).

Gehen Sie nun zur anderen Seite der Villa und nehmen Sie die beiden Treppen bis zum alten Bauerngarten. Entlang des Kanals leuchten zahlreiche Dahlien in bunten Farben. Weiter geht es über die Holzbrücke hinter den Beeren und dem Dyych entlang bis linkerhand die auffällige Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) auftaucht. Sie trägt an einem Blütenstand gleichzeitig Knospen, Blüten und Beeren. Etwas weiter blühen, nebst den Fuchsien auf der Treppe, einige der winterharten Sorten. Spazieren Sie weiter bis zum Hauptweg dem Sie dann nach Unten folgen. Die Rabatten entlang dieses Weges zieren wieder einige Blütenschönheiten. So zum Beispiel eine Kombination aus Frikarts Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa'), Fetthenne (Sedum 'Red Cauli') und Bergminze. Oder der reichblühende Bergknöterich (Aconogonon 'Johanniswolke). Oder die Komposition in der Wegkreuzung aus Herbstanemone (Anemone hupehensis var. japonica 'Whirlwind'), Federborsten-Gras (Pennisetum alopecuroides 'Hameln') und Verbene (Verbena bonariensis).

An dieser Kreuzung führt der Weg weiter nach Oben zur Clematissammlung. Momentan sind hier viele der ungewöhnlichen Glöckchen-Formen zu sehen. Das Ziel des Spaziergangs sind die Gewächshäuser. Auf der Nordseite zwischen den beiden Glashäusern stehen, etwas verborgen, einige Passionsblumen (Passiflora) in Töpfen. Den Auffälligen Schlusspunkt bilden schliesslich an Schnüren hochgezogene Prunkwinden auf der Südseite.

Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica)
Weisse Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba)
Dahlie (Dahlia 'Purpurkönig')
Herbstanemone (Anemone hupehensis var. japonica 'Whirlwind') und Verbene (Verbena bonariensis)

Dyychwoche 2019: Jetzt bewerben!

Wir suchen die motivierteste Klasse - wer hat Lust, eine Woche lang tatkräftig anzupacken? 

Jedes Jahr restaurieren wir ein weiteres Stück vom historischen Dyych - die traditionellen Uferverbauungen müssen immer wieder erneuert und ergänzt werden. Dabei leistet eine Schulklasse einen grossen Einsatz.

An der frischen Luft und unter fachkundiger Leitung bieten wir eine spannende Projektwoche in den Merian Gärten. Wir versprechen harte Arbeit aber auch viel Spass: Ein Einsatz für einen guten Zweck und ein einmaliges Klassenerlebnis!

Los geht's!

Bitte bewerben Sie sich bis spätestens 19. September 2018.

Das Bewerbungsdossier und alle Informationen gibt's hier:

Dyychwoche 2019
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Giessen, giessen, giessen. Und nochmal giessen.

Alle haben heiss, auch unsere Bäume. Man hört es in den Medien: die lang anhaltende Trockenheit bringt Sträucher und Bäume arg in Stress. Dies ist auch in den Merian Gärten so. Zwar sind die gestalteten Gartenbereiche, die wir immer giessen und zum Teil automatisch bewässern, gut versorgt. Aber in den naturnahen Bereichen, in denen die Pflanzen normalerweise auf sich alleine gestellt sind, sieht man täglich mehr braune Blätter und dürre Äste. Um weniger Wasser zu verbrauchen müssen Bäume ihre Blattmasse reduzieren, im schlimmsten Fall sterben sie ab.

Für unser Gartenteam heisst das: Giessen. Den ganzen Tag, und überall. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir genug Wasser zur Verfügung haben. Die Herausforderung ist aber die Ausrüstung, die nicht für solche Extremsituationen ausreicht. Zurzeit  helfen wir uns mit Feuerwehrschläuchen und besonders leistungsfähigen Regnern, die wir kurzfristig ausleihen oder sonst wie beschaffen konnten. Nicht nur brauchen wir mehrere Hundert Meter lange Schläuche um in die abgelegenen Wiesen und Baumstreifen zu gelangen, sondern es muss auch sehr viel Wasser dahin, damit der Boden genügend durchnässt wird. Bis zu 30 Liter pro Quadratmeter sind dabei nötig. Wir schliessen also die Schläuche direkt an die Hydranten an.  Das sieht zwar im Moment nicht so  schön aus, ist aber effizient!

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Rückblick: Viktorianisches Picknick in den Merian Gärten

Wer am Sonntag, 5. August 2018 in den Merian Gärten war, der durfte sich im Englischen Garten ab einem besonders schönen Bild erfreuen. Frauen, Herren und Kinder kleideten sich im Stile der Belle Epoque und trafen sich im Park zu einem grossen historischen Picknick. Besucherinnen und Besucher setzten sich im Schatten auf ihre Picknickdecken und verköstigten sich mit Früchten, Brot nach viktorianischem Rezept, Käse und Kümmelkuchen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen erschienen sie alle in Anzügen und langen, spitzenbesetzten Kleidern. Breite Hüte, grosse Schirme und Fächer schützten sie vor der Sonne.

Ein paar Impressionen finden Sie auf Tele Basel.

Pflanze des Monats

Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)

Wasser, Wärme, Dünger, und das alles in rauen Mengen – so kann man die Bedürfnisse dieser Pflanze beschreiben. Dazu einen geschützten Standort und je nach Sorte ein stabiles Gestell, um die schweren Früchte tragen zu können. Und dann noch das mühselige Aufpäppeln der Jungpflanzen - lohnt sich das überhaupt?

Es lohnt sich! Der Flaschenkürbis ist eine der ältesten Nutzpflanzen und weltweit in warmen Ländern verbreitet. Er stammt ursprünglich aus Afrika, hat dank seiner schwimmfähigen Früchte vor langer Zeit den Atlantik überquert und wurde in Mittelamerika schon in vorkolumbianischer Zeit angebaut. Auf dem Landweg brachten ihn Menschen vor Jahrtausenden nach Südeuropa, Arabien, Indien bis nach Ostasien und Polynesien. Dabei hat sich aufgrund der vielfältigen Verwendung eine unglaubliche Anzahl Sorten entwickelt. Flaschenkürbisse eignen sich zur Herstellung von vielerlei Gefässen, Geschirr, Musikinstrumenten, Weichteilfutteralen, Löffeln und anderen Dingen des täglichen Gebrauchs. Die jungen, noch unreifen Früchte (botanisch gesehen wären es Beeren…) sind essbar, wenn sie nicht die für Kürbisgewächse typischen Bitterstoffe enthalten. Das gilt übrigens auch für Gurken, Melonen oder Zucchetti: Bittere sind sehr giftig!

Abgesehen davon ist der Flaschenkürbis einfach eine schöne und interessante Pflanze. Er begrünt Klettergerüste, blüht des Nachts weiss und duftend, und seine wohlgeformten Blätter riechen mehr oder weniger angenehm nach Moschus. Doch all dies wird im Spätsommer noch übertroffen von der Schönheit seiner seltsamen Früchte.

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Frisch geschleudert

Grosse Honigernte im Bienenhaus! Heute stand wieder einmal Schleudern auf dem Programm – bereits das dritte Mal dieses Jahr. Die Bienen haben im warmen und feuchten Frühsommer sehr viel Nektar gefunden, den sie in Honig umwandeln konnten.

Wenn wir die Waben aus den Kästen nehmen, muss alles schnell gehen. Und der Raum muss komplett abgeschlossen sein, sonst kommen die Bienen rein. Sie verteidigen recht aggressiv ihren Vorrat. Deshalb kommen die Waben zuerst in eine Kiste mit einem dichten Deckel. Von dort aus geht's zur Schleuder im Nebenraum. Auch hier sind alle Fenster zu. Das ist im Sommer immer sehr heiss, was aber grad den Vorteil hat dass der Honig flüssig bleibt und gut aus den Waben fliesst.

Nach dem Abdeckeln werden die Waben geschleudert (diese Arbeit machen wir noch von Hand!). Aus dem Ausflusshahn kommt dann der Honig raus. Über dem Kessel hängt noch ein Doppelsieb welches die restlichen weggeschleuderten Wachsteilchen auffängt.

Die leeren Waben gehen aus der Schleuder zurück in die Kiste und von dort in das nächste Volk. Bienen machen stabile Bauwerke, die Waben können weiterverwendet werden. Wir spritzen noch Wasser rein (Bienen haben auch Durst! Und mit dem Wasser kühlen sie den Raum). Die Bienen putzen dann die Waben aus, nach wenigen Tagen sind sie wieder piekfein sauber und repariert.

Wir haben ganze 100 Kilogramm Sommerhonig geerntet. Den Honig werden wir in den nächsten Tagen abfüllen und dann nach den Sommerferien am Marktstand verkaufen.

Mehr Bienenhaus Marktstand
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Turmfalkenjunge im Nistkasten

Die Kleinen sind jetzt flügge und verlassen ihr Nest beim Lehmhaus.

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Blütenspaziergang im Juli

Der Julispaziergang führt Sie für einmal nicht zu Taglilie und Clematis. Vielmehr entdecken Sie stachelige Blätter und borstige Blüten, bevölkert von Heerscharen (meist) ebenso stachelbewehrter Insekten.

Der Spaziergang startet gleich neben dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen, bei verschiedenen Kugeldisteln (Echinops) im Asternhügel. Mit ihren runden Köpfchen fallen sie bereits von weitem ins Auge. Etwas weiter Richtung Eingang St. Jakob taucht bereits die nächste stachelige Schönheit auf –  das Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum). Nun müssen Sie eine etwas weitere Strecke zurücklegen. Hinter dem Feuchtbiotop bei der Irissammlung steht nämlich die einheimische Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus). Vielleicht wollen Sie auf dem Weg dorthin doch noch einen Blick auf die Clematis werfen?

Weiter geht's vor der Villa den Hang hoch zu den Schmetterlingsblütlern. In den letzten Jahren wurden diese mit den verschiedensten Mannstreu (auch Edeldisteln) kombiniert. Links im steinigen Teil befinden sich die Verschiedenblättrige Edeldistel (Eryngium variifolium) und die Flachblättrige Edeldistel (Eryngium planum). In der Rabatte etwas weiter oben rechts gibt es die Stinkdistel (Eryngium foetidum), die Anmutige Edeldistel (Eryngium venustum), die Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium), das Yuccablättrige Mannstreu (Eryngium yuccifolium) sowie das Eryngium corniculatum (ohne uns bekanntem deutschen Namen). Natürlich dürfen ebenso die Schmetterlingsblütler etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Nebst dem interessanten Blütenaufbau ziehen auch diese Pflanzen viele Insekten an.

Wenn Sie genug gesehen haben, nehmen Sie bei nächster Gelegenheit den Weg durch den Wald nach unten zum Pleasure Ground und hinter der Villa die Treppe hinunter bis Sie im Arzneipflanzengarten ankommen. Als erstes fällt hier der Blick auf eine weitere Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus). Nicht zu übersehen sind ausserdem die Artischocken (Cynara scolymus) mit ihren riesigen, von Insekten umschwärmten Blüten. Etwas weiter Richtung Lehmhaus steht eine Eselsdistel (Onopordum acanthium). Als letzter kratzbürstiger Zeitgenosse auf diesem Spaziergang zeigt sich bei der Brücke hinter dem Beerengarten eine stattliche Klette (Arctium). Vielleicht wollen Sie nun doch noch die Taglilien besichtigen? Ab hier bestimmen Sie Ihren Weg wieder selber.

Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus)
Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium)
Stinkdistel (Eryngium foetidum)
Artischocke (Cynara scolymus)