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Frisch aufgeblüht

Wer genau hinschaut, entdeckt in der Rabatte vor dem Eingang St. Jakob die ersten Schneeglöckchen. Vorsichtig recken sie ihre Köpfchen zwischen der Aster 'Ezo Murasaki' hervor. Auch am Fusse der Linde hinter dem Eingang, sind erste Blüten zu sehen. Es handelt sich dabei um besonders frühe Typen von Galanthus elwesii.

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Pflanze des Monats

Freiland-Fuchsie (Fuchsia magellanica)

Ja, es gibt sie, die (fast) perfekte Pflanze mit roten Blüten bis zum Frost, welche sich auch gut in der Vase macht. Die zudem wertvollen Honig liefert, nicht zu gross wird und ungiftig ist: Die Freiland-Fuchsie ist eine Bereicherung für fast alle Gärten und kommt mit jedem halbwegs normalen Boden zurecht, wenn es nicht zu trocken ist. Sie wird viel zu selten gepflanzt. Am häufigsten bekommt man 'Gracilis', es gibt aber auch weisse und zweifarbige Sorten.

Die Freiland-Fuchsie stammt von der Südhalbkugel, aus Patagonien. Dass ihre Blüten deshalb nach unten zeigen, ist aber nur ein alter Gärtnerwitz; sie hängen, weil sie in regenreichen Gebieten wachsen. Dort werden sie von Kolibris bestäubt, aber hiesige Bienen und Hummeln erledigen dies genauso gut, wie man an den zahlreichen Beeren erkennen kann. Diese sind essbar, wenn auch etwas fad und kratzend.

Das 'Freiland' im Namen der Fuchsie darf man nicht überall wörtlich nehmen, in kühleren Gegenden braucht sie einen Winterschutz aus trockenem Laub und Tannenzweigen. Im April wird sie zurückgeschnitten und mit etwas Kompost oder Dünger versorgt. Im Sommer wird sie manchmal von grossen Raupen des Mittleren Weinschwärmers befallen. Statt deshalb in Hysterie zu verfallen, sollte man sich daran freuen und den Viechern ein paar Zweige gönnen: Der Schaden hält sich in Grenzen, diese Nachtfalter sind wunderschön - und auch wir schwärmen schliesslich für Wein.

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Frisch aufgeblüht

Ganz besonders in der Morgensonne erstrahlt momentan eine rosa Flauschewolke am Rande der Iriswiese! Das Rosa Haargras (Muhlenbergia capillaris) wurde diesen Frühling frisch ausgepflanzt und zeigt nun das erste Mal seine tollen Blüten. Wir sind begeistert! 

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Bild des Tages

Grosser Dahlienrückschnitt: im Alten Bauergarten sind die Dahlien langsam verblüht. Bevor wir die Rhizome ausgraben um sie im geschützten Keller zu überwintern, haben wir die letzten Blüten abgeschnitten und auf unsere Räumlichkeiten verteilt. Jetzt schmücken sie noch ein paar Tage lang unseren Empfang, Büros, und das Café in der Villa Merian. 

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Erster Palmentransport

Das Team der IWB fuhr mit zwei Lastwagen auf den Hofplatz vor der Berrischeune. Mit dem Kran des einen Fahrzeugs hievten die Logistikspezialisten der IWB die fast zwei Tonnen schwere Pflanze mitsamt Topf auf die Ladefläche des zweiten Lastwagens. Die Pflanze wurde mit Hilfe unseres Gärtners vorsichtig auf die Ladefläche abgelegt, da sie mit einer Höhe von über sechs Metern nur liegend transportiert werden kann. Doch selbst so passte sie nicht ganz auf die Ladefläche!

Damit die Pflanze nicht abknickt wurde sie auf Paletten gestützt und schliesslich mit Spannsets gesichert.  Die Palmwedel wurden mit einem Seil sorgfältig zusammen gebunden, um sie zu schützen und ein Abbrechen zu verhindern. 

Nach kurzem Transportweg steht die kanarische Dattelpalme bereits bei der IWB und ist bis Ende November beim Gartenplatz für IWB Mitarbeiter draussen platziert. Über den Winter kommt sie in einen geheizten Lagerraum ("Bobinenlager") mit viel Platz und Licht und im Frühling dann wieder nach draussen.

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Blütenspaziergang im Oktober

Das herrlich warme Herbstwetter führt dazu, dass noch viele Pflanzen in verschwenderischen Farben blühen, die sie  nach den ersten Frösten meist einbüssen. Einige Sommerblüher warten sogar mit einer zweiten Blüte auf.

Einer dieser "Noch-Blüher" ist die Rose. Der Oktoberspaziergang startet deshalb inmitten der Rosenpracht am Weg zu den Pfingstrosen. Wer sich hier sattgesehen hat, schlendert weiter, vorbei an buntlaubigen Bäumen Richtung Clematissammlung. Hier fallen insbesondere zwei Arten ins Auge: Rehders Waldrebe (Clematis rehderiana) und die Rispenblütige Waldrebe (Clematis terniflora). Dazu die Hagenbutten verschiedener Kletterrosen.

Über den Silberhang mit zarter Silber-Perovskie (Perovskia atriplicifolia) und Kriechendem Bergbohnenkraut (Satureja spicigera) spazieren Sie zum Nutzpflanzengarten. Lassen Sie unterwegs den Blick etwas in die Höhe schweifen, so erspähen Sie zwischen knallgelben Blättern die orangefarbenen Früchte des Papiermaulbeerbaums (Broussonetia papyrifera). Senken Sie anschliessend den Blick, dann entdecken Sie neben dem Gewächshaus die unauffälligen Blüten der Duftblüte (Osmanthus armatus). Jetzt aber auf zum Nutzpflanzengarten! Gleich hinter dem Eingang präsentiert der Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifer) seine über den mächtigen Blättern stehende Blüte. Viel unauffälliger, aber nicht weniger hübsch, ist der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea). Auch viele Langzeitblüher wie die Studentenblume zeigen noch Farbe.

Nun lenken Sie Ihren Schritt zur Irissammlung. Insbesonders in der Morgensonne leuchten die filigranen Blüten zahlreicher Gräser und im Hang die Gelbe Sternbergie (Sternbergia lutea). Weiter geht es, vorbei an der Villa und dem -  inzwischen erblühten - Eisenhut (Aconitum), Richtung Rhododendrontal. Sofort wird Ihnen die fantastische Blütenpracht von Isodon longitubus auffallen. Dieses Blau! Immer wieder leuchtet es zwischen den sich langsam verfärbenden Rhododendron auf. Da werden die Freiland-Fuchsien, der Herbst-Steinbrech (Saxifraga serotina 'Maigrün') und sogar die Krötenlilie (Tricyrtis) beinahe übersehen!

Entweder Sie beenden nun, gesättigt mit Blau, den Spaziergang oder Sie verlängern ihn noch etwas und schlendern dem Dyych entlang bis zum Arzneipflanzengarten. Lassen Sie sich als krönenden Abschluss, von der nach wie vor herrlichen Salbeirabatte und von einigen Pflanzen mit einer Nachblüte, Ihre Sinne verzaubern!

Rehders Waldrebe (Clematis rehderiana)
Silber Perovskie (Perovskia atriplicifolia)
Gräser im Morgenlicht (Muhlenbergia, Panicum, Miscanthus)
Isodon longitubus
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Alle Palmen gerettet

Wer hätte das gedacht! Unser Aufruf im Sommer hat eine riesige Reaktion ausgelöst. Zeitungen und Radio berichteten und rund 50 Personen haben sich gemeldet, um den zu gross gewordenen Dattelpalmen ein neues Zuhause zu geben.

Wir sind sehr froh, dass wir drei Standorte hier in der Region Basel finden konnten. Je eine Palme geht in die Gemeinde Reinach BL, zu den Industriellen Werke Basel IWB und zum Restaurant WERK 8 im Gundeli. Die Bedingungen für die grossen Pflanzen sind hier ideal und die kurzen Transportwege schonen die Pflanzen. An allen neuen Standorten sind die Palmen zudem auch öffentlich zu sehen, sodass sich viele Menschen daran erfreuen können. Wir bereiten jetzt die Transporte vor; die Palmen sollen noch vor dem Winter umziehen.  

Wir bedanken uns bei allen, die sich interessiert haben und bereit waren, den Aufwand eines Transports auf sich zu nehmen. Schön, dass so viele Personen ein grosses Herz für Pflanzen haben!

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Domian ist da!

Am Freitag ist der Schafbock Domian in den Merian Gärten eingetroffen. Seither weilt der 1.5-jährige Bündner Oberländer Zuchtwidder mit unseren Schafen auf der Weide. Hier wird er sechs bis acht Wochen verbringen, um für Nachwuchs zu sorgen und kehrt nach dieser Zeit wieder auf einen Hof im Zürcher Oberland zurück. Domian wurde von den Merian Gärten aufgrund seiner Genetik und seines ruhigen, friedlichen Charakters ausgewählt. Unser kastrierter Schafbock Bernie ist solange mit den jungen Schafen auf einer eigenen Weide.

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Pflanze des Monats Oktober

REINECKIE (Reineckea Carnea)

Dieses Gras wuchs jahrelang unbeachtet in einer dunklen Ecke, bis wir bemerkten, dass es gar keines ist. Die Pflanze heisst Reineckie und ist ziemlich entfernt mit Maiglöckchen verwandt ­­­- gewissermassen eine Cousine fünfzehnten Grades.

Der im Handel verbreitete Name Japanisches Maiglöckchen ist leider irreführend: Dieses Gewächs bietet im Mai kein einziges Glöckchen und ist einfach nur grün. Doch welch ein Grün! Kräftige Blätter stehen dicht an dicht und wachsen noch im tiefen Schatten. Zu viel Sonne und Trockenheit mögen sie nicht, warme Plätze an einem windgeschützten Standort sind ideal.

In den Merian Gärten stehen diese unscheinbaren Schattenhelden seit mindestens 30 Jahren und breiten sich ganz langsam aus. Da blüht nichts.

Auf den ersten Blick jedenfalls nicht. Aber schauen Sie genauer unter die Blätter! Unter dem Grün, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, erscheinen im Oktober zartrosa Blüten dicht über dem Boden. In Katalogen wird oft von Duft berichtet, wir haben bisher jedoch nur ganz leichten Modergeruch feststellen können. Duften können andere Pflanzen besser. Die versteckten Blüten der Reineckie sind hübsch, und Kniebeugen sind gesund.

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Unsere Erlebnisse

Dyychwoche 2019

Nach vier körperlich sehr anstrengenden Tagen fangen unsere Arbeiten langsam an Früchte zu tragen. Wir sind stolz auf was wir bis jetzt erreicht haben und freuen uns darauf die Ergebnisse dieses Projektes bestaunen zu können.

Die Arbeit am Weiher erwies sich anfangs als mühsam, da zuerst die verschiedenen Steine sortiert und die Folie des alten Weihers entfernt werden musste. Den bestehenden Weiher haben wir in schwerer Grabarbeit vergrössert. Die starken Jungs konnten mit Pickeln den Untergrund lösen (was sichtlich Spass machte). Anschliessend wurde das Material mit viel Muskelkraft abtransportiert. Als nächstes wurde die neue Folie in das Fundament unseres neuen Weihers gelegt. Grosse, schwere Steine sollten dabei das Rutschen der Folie verhindern und der kiesige Untergrund Lebensraum für verschiedenen Wasserlebewesen bieten. Mit der Zeit fiel uns der enorme Fortschritt am Weiher auf und die Vorfreude auf die Fertigstellung wuchs stetig. Wenn man bedenkt wie vielen Tieren man dadurch ein Zuhause ermöglicht wird einem sofort warm ums Herz.

Die neuen Akazien-und Birkenholzwände für den Mühledyych wurden bereits am Mittwoch installiert und fertiggestellt. Diese waren nötig, weil der künstliche Fluss die Erde an den Seiten sonst mit- und abtragen würde. Die alten waren bereits lückenhaft und morsch. Eine ordentliche Sanierung war also schon längst überfällig. Die Arbeit verlief reibungslos, unter anderem weil eine hohe Arbeitsmoral und eine gute Teamarbeit vorhanden war. Jene Gruppe ist nun damit beschäftigt eine Wassertrinkstelle für die Schöfli zu bauen. Diese ist so konstruiert, dass die Schafe von der Weide sicher ans Ufer des Mühledyych gelangen können um zu trinken.

Am Mittwoch blieb uns noch ein wenig Zeit für eine Führung durch die Merian Gärten während der uns spannende Aspekte des Themas Biodiversität nähergebracht wurden. So wurde auf die Probleme hingewiesen, die Neophyten und Neozoen verursachen und beschrieben wie mühsam es ist gegen deren Ausbreitung anzukämpfen.

Voraussichtlich werden wir bis am Freitagmittag, also wie im Zeitplan vorgesehen, alle Projekte beendet haben.

Während der Dyychwoche berichtet die Klasse 2WE vom Gymnasium Muttenz hier von ihren Erfahrungen.