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Frisch geschleudert

Grosse Honigernte im Bienenhaus! Heute stand wieder einmal Schleudern auf dem Programm – bereits das dritte Mal dieses Jahr. Die Bienen haben im warmen und feuchten Frühsommer sehr viel Nektar gefunden, den sie in Honig umwandeln konnten.

Wenn wir die Waben aus den Kästen nehmen, muss alles schnell gehen. Und der Raum muss komplett abgeschlossen sein, sonst kommen die Bienen rein. Sie verteidigen recht aggressiv ihren Vorrat. Deshalb kommen die Waben zuerst in eine Kiste mit einem dichten Deckel. Von dort aus geht's zur Schleuder im Nebenraum. Auch hier sind alle Fenster zu. Das ist im Sommer immer sehr heiss, was aber grad den Vorteil hat dass der Honig flüssig bleibt und gut aus den Waben fliesst.

Nach dem Abdeckeln werden die Waben geschleudert (diese Arbeit machen wir noch von Hand!). Aus dem Ausflusshahn kommt dann der Honig raus. Über dem Kessel hängt noch ein Doppelsieb welches die restlichen weggeschleuderten Wachsteilchen auffängt.

Die leeren Waben gehen aus der Schleuder zurück in die Kiste und von dort in das nächste Volk. Bienen machen stabile Bauwerke, die Waben können weiterverwendet werden. Wir spritzen noch Wasser rein (Bienen haben auch Durst! Und mit dem Wasser kühlen sie den Raum). Die Bienen putzen dann die Waben aus, nach wenigen Tagen sind sie wieder piekfein sauber und repariert.

Wir haben ganze 100 Kilogramm Sommerhonig geerntet. Den Honig werden wir in den nächsten Tagen abfüllen und dann nach den Sommerferien am Marktstand verkaufen.

Mehr Bienenhaus Marktstand
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Turmfalkenjunge im Nistkasten

Die Kleinen sind jetzt flügge und verlassen ihr Nest beim Lehmhaus.

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Blütenspaziergang im Juli

Der Julispaziergang führt Sie für einmal nicht zu Taglilie und Clematis. Vielmehr entdecken Sie stachelige Blätter und borstige Blüten, bevölkert von Heerscharen (meist) ebenso stachelbewehrter Insekten.

Der Spaziergang startet gleich neben dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen, bei verschiedenen Kugeldisteln (Echinops) im Asternhügel. Mit ihren runden Köpfchen fallen sie bereits von weitem ins Auge. Etwas weiter Richtung Eingang St. Jakob taucht bereits die nächste stachelige Schönheit auf –  das Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum). Nun müssen Sie eine etwas weitere Strecke zurücklegen. Hinter dem Feuchtbiotop bei der Irissammlung steht nämlich die einheimische Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus). Vielleicht wollen Sie auf dem Weg dorthin doch noch einen Blick auf die Clematis werfen?

Weiter geht's vor der Villa den Hang hoch zu den Schmetterlingsblütlern. In den letzten Jahren wurden diese mit den verschiedensten Mannstreu (auch Edeldisteln) kombiniert. Links im steinigen Teil befinden sich die Verschiedenblättrige Edeldistel (Eryngium variifolium) und die Flachblättrige Edeldistel (Eryngium planum). In der Rabatte etwas weiter oben rechts gibt es die Stinkdistel (Eryngium foetidum), die Anmutige Edeldistel (Eryngium venustum), die Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium), das Yuccablättrige Mannstreu (Eryngium yuccifolium) sowie das Eryngium corniculatum (ohne uns bekanntem deutschen Namen). Natürlich dürfen ebenso die Schmetterlingsblütler etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Nebst dem interessanten Blütenaufbau ziehen auch diese Pflanzen viele Insekten an.

Wenn Sie genug gesehen haben, nehmen Sie bei nächster Gelegenheit den Weg durch den Wald nach unten zum Pleasure Ground und hinter der Villa die Treppe hinunter bis Sie im Arzneipflanzengarten ankommen. Als erstes fällt hier der Blick auf eine weitere Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus). Nicht zu übersehen sind ausserdem die Artischocken (Cynara scolymus) mit ihren riesigen, von Insekten umschwärmten Blüten. Etwas weiter Richtung Lehmhaus steht eine Eselsdistel (Onopordum acanthium). Als letzter kratzbürstiger Zeitgenosse auf diesem Spaziergang zeigt sich bei der Brücke hinter dem Beerengarten eine stattliche Klette (Arctium). Vielleicht wollen Sie nun doch noch die Taglilien besichtigen? Ab hier bestimmen Sie Ihren Weg wieder selber.

Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus)
Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium)
Stinkdistel (Eryngium foetidum)
Artischocke (Cynara scolymus)
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Live aus dem Lehmhaus

Das Regionaljournal in den Merian Gärten! Die Redaktoren verlegten für einen Tag ihren Arbeitsplatz ins Lehmhaus und berichteten im Rahmen ihrer Sommerserie über die Gärten, unsere Arbeit und das Bildunsangebot. 

Ein paar Bilder und die Sendung zum nachhören beim SRF.

Pflanze des Monats

Grauer Bergfenchel (Seseli gummiferum)

Eigentlich ist schon die Schönheit dieses Bergfenchels Grund genug, ihn in die Gärten zu holen. Sein filigranes Blattwerk, die geometrisch aufgebauten Dolden, der Blütenreichtum und die eigenartige Struktur fallen sofort ins Auge. Dazu kommt seine Anspruchslosigkeit: Viel Sonne und gute Drainage. Sand, Lehm, saurer oder kalkhaltiger Boden passen ihm gleichermassen, solange es nicht zu feucht und nährstoffreich ist. Sommerhitze ist kein Problem für ihn, und obwohl er aus warmen Gegenden wie der Ägäis oder der Krim stammt, ist er erstaunlich winterhart, aber nur einmal: Nach der Blüte stirbt er ab, versamt sich aber reichlich.

Als ob all dies nicht genug wäre: Bergfenchel ist (wie alle Doldenblütler) eine Freude für Insekten. Abertausende winziger Blüten wimmeln von Fliegen, Streifenwanzen und Wildbienen, mit etwas Glück tauchen auch Hornissen-Schwebfliegen und Weichkäfer auf oder besser ein. Man könnte stundenlang zusehen… Theoretisch wären die Dolden gute Schnittblumen, aus den Stängeln liesse sich eine Art essbares Gummi herstellen. Aber wer schneidet schon solch eine Pflanze ab!

Im Gegensatz zum trockenen "Bergfenchel" beflügelt die englische  Bezeichnung "Mondkarotte" (Moon Carrot) die Fantasie. Poetische, märchenhafte, vielleicht sogar unheimliche Gedanken entstehen. Das schaffen die wenigsten Pflanzen!

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Gefunden und umgesiedelt

Dieser Nashornkäfer hat Glück gehabt. Er ist wohl als Larve mit Rindenschnitzeln in den Zolli gekommen, nun als Käfer geschlüpft und gleich von den Tierpflegern entdeckt und eingefangen worden. Da er alte Bäume braucht zum überleben, wurde er heute in den Merian Gärten wieder ausgesetzt. 

Übrigens - schon im Winter hatte die Stadtgärtnerei Nashornkäferlarven in Rindenmulch entdeckt und in die Merian Gärten gebracht. Mit etwas Glück gibt es vielleicht schon bald wieder eine kleine Population hier!

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Erfolgreicher Lehrabschluss

Claudia Meyer hat ihre dreijährige Ausbildung in den Merian Gärten erfolgreich abgeschlossen. Die frisch diplomierte Landschaftsgärtnerin EFZ hat sich mit Alexandra Baumeyer unterhalten. 

Claudia, ich gratuliere dir ganz herzlich zum Abschluss als Landschaftsgärtnerin.  Wie waren die letzten Wochen für dich?
Es war eine anstrengende Zeit. Die ersten Prüfungen waren Mitte März, dann ging es im Mai und Juni weiter. Ich musste lange auf die Ergebnisse warten. Seit Freitag weiss ich, dass ich bestanden habe. Morgen an der Abschlussfeier erhalte ich die Noten.

Du warst drei Jahre hier in den Merian Gärten. Was wirst du mitnehmen?
Es war spannend in so vielen verschiedenen Gebieten zu arbeiten und nicht jeden Tag das gleiche zu machen. Man ist mal bei den Rhododendren, mal bei den Stauden, Beeren, mal in jeder Ecke vom Garten. Mir gefällt auch die Ruhe in den Gärten. Ich habe vieles über Gartenunterhalt gelernt - Rasenmähen, Hecken schneiden, Jäten, Giessen, Bepflanzen… Im Bereich Gartenneubau haben wir Plätze, Wege, Mauern und Treppen gebaut. Dazu war ich auch öfters in anderen Gartenbetrieben mitarbeiten.

Wie hast du die Ausbildungszeit erlebt?
Es war eine schöne Zeit. Das erste Lehrjahr war sehr spannend, alles ist neu. Das zweite ist mir am längsten vorgekommen, manches wiederholt sich. Und das dritte geht so schnell vorbei – man hat viele auswärtige Kurse, Prüfungen und dann ist es auch schon vorbei.

Was wünscht du dir für deine berufliche Zukunft?
Ich wünsche mir eine Arbeitsstelle an der ich glücklich sein kann, mit freundlichen Menschen und Aufgaben die mir Freude machen. Sicher werde ich am Anfang auch erstmal Erfahrungen sammeln, man lernt schliesslich jeden Tag neue Sachen.  

Wie geht es jetzt für dich weiter?
Ich habe mich an mehreren Orten beworben, durfte mich auch vorstellen und warte jetzt auf Antworten. Hoffentlich kann ich gleich im August beginnen zu arbeiten.

Dann drücken wir dir ganz fest die Daumen und wünschen dir erstmal schöne, wohlverdiente Ferien.

Top 20 der Hochzeitslocations

Traumhaft heiraten in den Merian Gärten: Die Villa Merian gehört zu den 20 schönsten Hochzeitslocations der Schweiz. So entschieden haben Veranstalter, Besucher und eine Fachjury. Die Villa Merian wurde somit erstmals mit einem Swiss Location Award ausgezeichnet. Nominiert waren mehr als 500 Hotels, Restaurants, Kongress- und Eventlocations aus der ganzen Schweiz.

Zur Website des Swiss Location Award

Bericht in der Tageswoche

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Blütenspaziergang im Juni

Der Junispaziergang startet nahe dem Treffpunkt in Vorder Brüglingen. Hinter der Gehölzgruppe befindet sich eine Staudenrabatte, welche momentan mit interessanten Blüten auftrumpfen kann. Als erstes das Scheibenschötchen (Peltaria alliacea) und die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum 'Album'), dicht gefolgt vom Grauen Strandflieder (Gonilimon incanum). Gerahmt wird das Ganze von einem Sonnenröschen (Helianthemum 'Lawrenson's Pink').

Anschliessend gelangen sie über den Rasen zur kleinen Holzbrücke, an der die Palmlilien (Yucca filamentosa) aufblühen. Dahinter, fast ebenso auffällig, drei verschiedene Arten von Akanthus (Acanthus mollis, A.spinosus,A. hungaricus). Entlang der Irissammlung können Sie viele weitere Blüten bestaunen. So zum Beispiel die vom Zarten Federgras (Nassella tenuissima), von der Junkerlilie (Asphodeline liburnica), von der Fackellilie (Kniphofia ensifolia) sowie von zahlreichen Steppen-Iris (Iris spuria). Im Irishang zeigen sich ausserdem die ersten Taglilien (Hemerocallis).

Folgen Sie nun dem Weg oben am Irishang und gehen Sie weiter durch das schmiedeeiserne Tor, vorbei an den Schmetterlingsblütlern, wo die Fuchsbohnen (Thermopsis) gelb aus der Rabatte ragen. Obwohl die Wiesen grösstenteils verblüht sind, gibt es auf dem Hochplateau noch einzelne zartblühende Stellen mit der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum ssp.latifolium) und der Wander-Bibernelle (Pimpinella peregrina).

Der pure Gegensatz dazu ist das Rhododendrontal. Wer es betritt, hat das Gefühl, in einen Dschungel einzutauchen. Überall ist es üppig grün von Farnen, Funkien und Co. Dazwischen leuchten an manchen Stellen weisse Blüten von verschiedenen Astilben, Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba'), Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) und der letzten Azaleen.

Möchten Sie zum Schluss nochmals in eine vollkommen andere Welt eintauchen? Dann spazieren Sie dem Dych entlang zum Arzneipflanzengarten. Viele Pflanzen blühen dort bei fast schon Südländischem Klima um die Wette und wie das duftet! Bis Mitte Monat steht für Freunde des besonderen Dufterlebnisses zusätzlich die Duftlaube vom Jubiläums-Gartenfest Anfang Juni zur Verfügung. Also, Augen zu, Nase auf und tief inhalieren! Wer dann noch nicht genug hat, kann sich die Brom-, und Himbeeren im Beerengarten anschauen. Viele davon blühen -  und das zum Teil auf ungewohnte Art und Weise. Hier endet der offizielle Spaziergang, aber natürlich gibt es noch viele weitere Parkteile mit blühenden Schönheiten zu entdecken.

Acanthus spinosus
Peltaria alliacea
Himbeere 'Japanische Weinbeere'
Iris spuria 'Farolito'
Rhododendron viscosum
Filipendula ulmaria und Duftlaube
Codonopsis clematidea (zu finden im Asterhügel, nicht auf Spazierroute)
Helianthemum 'Lawrenson's Pink'