Pflanze des Monats

Hundszahn (Erythronium 'Pagoda')

Der Hundszahn, von dem es auch eine seltene einheimische Art gibt, ist eine eher unübliche Zwiebelpflanze für den Halbschatten. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen dieser Gattung ist die Sorte 'Pagoda', eine  Kreuzung zweier amerikanischer Wildarten, relativ anspruchslos und wüchsig.

Die Zwiebeln werden im Herbst gepflanzt. Beim Kauf muss man darauf achten, dass sie frisch sind, weder geschrumpft noch angeschimmelt. Hacken sollte man vermeiden, da sonst die wertvollen Zwiebeln verletzt würden. Den richtigen Standort (Halbschatten, humos, nicht zu trocken) vorausgesetzt, sind sie langlebig und wunderschön.  Sie stehen hier seit fast zwanzig Jahren und scheinen sich wohl zu fühlen.

Der Name "Hundszahn" hat weder mit dem Geruch noch mit der Beisswütigkeit der Pflanze zu tun, sondern mit der Form: Die Zwiebel unserer europäischen Art sieht aus wie der Eckzahn eines Hundes. Die der amerikanischen Arten sind um ein Mehrfaches grösser, der dementsprechende Hund wäre ungefähr drei Meter hoch. Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht, bissiger Hundszahn!" am Gartentor wirkt jedenfalls respekteinflössend.

Pflanze des Monats

Balkan-Windröschen (Anemone blanda)

Über den Balkan, Zypern, Syrien, Türkei oder den Kaukasus liest man meistens im Zusammenhang mit bedrückenden Nachrichten. Dabei geht vergessen, dass diese Namen nicht nur Konflikte bezeichnen, sondern auch für atemberaubende Natur und eine phantastische Pflanzenvielfalt stehen.

Das Balkan-Windröschen zum Beispiel ist in all diesen Gegenden heimisch, fühlt sich aber auch hier sehr wohl. Jedes Jahr im März, wenn die Krokusse allmählich verblühen, öffnet es seine blauvioletten Sterne. Am besten kauft man die kleinen Wurzelknollen im Herbst, am allerbesten viele. Sie sehen aus wie Erdklümpchen und sollten sofort an Ort und Stelle eingegraben werden. Wer sie zuerst im Beet verteilt, um sie etwas zu drapieren und danach zu pflanzen, findet die meisten davon nie wieder. 

In unserem kalkhaltigen, schweren Boden gedeihen die Balkan-Windröschen prächtig, obwohl in manchem Katalog (…log!) bisweilen von "kalkfreiem Standort" gefaselt wird. Sie wachsen nicht nur unter Gehölzen, sondern auch zwischen Stauden und bilden dort durch Selbstaussaat allmählich grössere Bestände. Aber nur, wenn man sie in Ruhe wachsen lässt, denn durch Hacken werden sie zerstört.

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Blütenspaziergang im Februar

Der Februarspaziergang beginnt beim Eingang St. Jakob, vorbei an zahlreichen unbenannten Schneeglöckchen, bis zum Krokus-Teppich rechterhand auf dem Rasen. Nehmen Sie darauf den einmündenden Weg bis kurz vor die Clematissammlung. Im Wegkreuz stehen dort unauffällig blühende Eisenholzbäume (Parrotia) und etwas auffälligere Zaubernüsse (Hamamelis mollis). Schlendern Sie zwischen den Clematis weiter, so erfreuen Sie verschiedene Frühjahrsblüher wie Krokusse oder Lenzrosen.

Biegen Sie nun ab zum Silberhang und danach gleich wieder links, dann schreiten Sie direkt auf eine Frühlings-Kirsche (Prunus subhirtella) zu. Weiter geht es Hügel abwärts zu den Gewächshäusern, auf die gegenüberliegende Seite und in den Nutzpflanzengarten. In der rechten Ecke erblüht gerade der Japanische Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa). Spazieren Sie nun hinter dem Garten durch, vorbei an einer Virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana), zur Irissammlung. Im Steingarten erfreut nach einer kurzen Blühpause erneut die Kretischen Schwertlilie (Iris unguicularis). Im restlichen Irisgarten verteilt können Sie mehrere Schneeglöckchen Arten und Sorten entdecken sowie verschiedene Zwiebeliris (Iris reticulata Hybriden und Iris danfordiae). Auch die ersten Traubenhyazinthen (Muscari) recken ihre Köpfchen.

Die aufblühende Kornelkirsche weist Ihnen den Weg weiter zur Villa Merian. In den schattigen Rabatten rechts des Gebäudes zeigen sich zahlreiche Lenzrosen von ihrer schönsten Seite. Der Spaziergang ist an dieser Stelle beendet. Wer aber nicht genug hat, kann seinen Weg in Richtung Rhododenrontal fortsetzen. Am Ende dieses ebenfalls Schneeglöckchengesäumten Weges erwarten Sie die ersten einzelnen Rhododendronblüten dieses Jahres.

Hamamelis virginiana
Helleborus foetidus
Crocus
Edgeworthia tomentosa
Prunus subhirtella
Helleborus Hybride

GEO-Tag der Natur in den Merian Gärten

Der erste GEO-Tag der Natur in den Merian Gärten fand von Freitag, 16. Juni, 18 Uhr, bis Samstag, 17. Juni, 18 Uhr, statt. Während 24 Stunden gingen über 40 Expertinnen und Experten mit Lupe und Fangnetz bewaffnet auf Artensuche. Sie erkundeten Wald, Dyych und Quellen, Wiesen, Weiden und sogar die Vegetation zwischen den Pflastersteinen. Das Ergebnis? Atemberaubende 1'349 Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Flechten-Arten.

Nach einem unermüdlichen Einsatz am Aktionstag und wochenlanger Nachbestimmungsarbeit durch die einzelnen Expertinnen und Experten liegt nun der Bericht vor. Wir freuen uns über die grosse Artenzahl und die spannenden Ergebnisse: über den Nachweis wohlbekannter Arten und über verschiedene unerwartete Funde!

Zwei Lämmer sind schon da

Am Samstagmorgen, 27. Januar, sind die ersten zwei Lämmer im 2018 in den Merian Gärten auf die Welt gekommen. Unser Schaf Haiti hat zwei schneeweisse Böcke auf die Welt gebracht.

Fünf weitere Schafe sind noch trächtig. Wir erwarten in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Lämmer. Wer genau hinschaut, kann vielleicht bei einer Geburt dabei sein.

Bald kommen die Lämmer

Ab Ende Januar ist es soweit: Wir erwarten von sechs trächtigen Schafen Lämmer.

Die Schafe sind insgesamt fünf Monate trächtig. Meistens verlaufen die Geburten problemlos, es gilt trotzdem, die Tiere jetzt gut zu beobachten und zu betreuen. Die richtige Fütterung ist in den letzten Wochen vor der Geburt und kurz danach besonders wichtig: eine gute Heumischung, Getreidefutter und Mineralsalz.

Üblicherweise haben unsere Schafe Zwillingsgeburten. Nur wenn sie zum ersten Mal lammen, wie Havanna in diesem Jahr, gibt es meistens nur ein Lamm. Wir sind gespannt! Und wer genau hinschaut, kann vielleicht bei einer Geburt dabei sein.

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Pflanzung einer misteltragenden Eiche

Die Firma Iscador AG aus Arlesheim hat den Merian Gärten zum 100-jährigen Jubiläum der Misteltherapie bei Krebs eine Eiche geschenkt. Misteln auf Eichen sind sehr selten und daher etwas Besonderes, denn normalerweise wehren Eichen Misteln ab.

Der 7-jährige Baum ist ca. 1.50 Meter hoch und wurde am 14. Dezember 2017 angeliefert und auf dem Hochplateau neben einer artenreichen Wiese gepflanzt.

Bei der Eiche handelt es sich um eine Stieleiche (Quercus robur). Sie wurde aus einer Eichel, die im Mai 2010 gesät wurde, gezogen. Die Frucht ging aus einer Zufallskreuzung veredelter Eichen, deren Reiser von französischen Misteleichen stammen, hervor.

Die Merian Gärten freuen sich, dass die Eiche auf dem Hochplateau ein neues zuhause gefunden hat.

Ausstellung zum neuen Landschaftskonzept in Vorder Brüglingen

Der Bereich Vorder Brüglingen der Merian Gärten soll umgestaltet werden. Es wurde ein zweistufiger Studienwettbewerb ausgeschrieben. Der Vorschlag von Fontana Landschaftsarchitekten hat sich durchgesetzt und wird nun weiterverfolgt.

2012 wurde in Unter Brüglingen der Anfang gemacht: Mit neuen Nutzgärten, Tiergehegen und dem Lehmhaus, wo heute die Vermittlung zu Hause ist. Nun geht es um die grossen Gartenanlagen in Vorder Brüglingen. Hier richten wir zur Zeit das neue Betriebszentrum in der Berrischeune ein. Im Ökonomiegebäude gegenüber soll ein Tagesrestaurant entstehen. Und insbesondere sollen die Gartenanlagen erneuert werden. Um die verschiedenen Aspekte wie Sammlungspräsentation, Naturschutz, Zugänglichkeit, Erlebbarkeit, Wegführung und Einbindung in die Umgebung in ein sinnvolles und zukunftsweisendes Ganzes einzubetten, braucht es ein Leitkonzept sowie ein Gestaltungskonzept für den zentralen, repräsentativen und funktional bedeutsamen Teilbereich der Merian Gärten.

Alle eingegangenen Arbeiten für den Studienauftrag sind von sehr hoher Qualität. Die Jury hat sich nun entschieden, das Projekt des Teams Fontana zur Weiterbearbeitung zu empfehlen. Wir freuen uns, die Ideen mit dem Team Fontana in den kommenden Jahren umzusetzen.

Ausstellung: 18. – 20. Dezember 2017 von 9.00 - 17.00 Uhr in der Orangerie

Mehr Marktstand
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Blütenspaziergang im Dezember

Um es vorweg zu nehmen, die Blütenfülle hält sich momentan in Grenzen. Wer viele "Blüten" sehen will, sollte seinen Spaziergang kurz nach der Morgendämmerung unternehmen und die Eisblumen bewundern.

Gestartet wird dieses Mal vor dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Gleich gegenüber stehen einige blühende Bergenien (Bergenia 'Herbstblüte' und 'Doppelgänger'). Folgen Sie nun dem Weg Richtung Gewächshäuser, passieren Sie die strukturstarken Samenstände von Sedum 'Herbstfreude'. Hinter den Häusern begrüsst Sie dann ein Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) mit den ersten gelben Blüten.

Nur ein paar Schritte weiter, im Silberhang, gibt es so manches zu entdecken. Da blüht zum Beispiel der Strauch-Gamander (Teucrium fruticans). Des Weiteren erfreuen die Samenstände verschiedener Phlomis sowie unterschiedlichste behaarte Blätter, insbesondere im Raureif. Anschliessend lohnt sich ein Abstecher zu den Clematis, ganz besonders für Liebhaber flauschiger Samenstände. Schliesslich geht es weiter zum Nutzpflanzengarten. Gleich beim Heckendurchgang rechts hat der Japanische Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa) bereits seine speziellen, perlmutfarbenen Blütenknospen entwickelt.

Verlassen Sie nun den Garten wieder am selben Ort und folgen Sie der Hecke Richtung Irissammlung. Auf der kleinen Felsnase rechterhand blühen die ersten Cyclamen (Cyclamen coum). Vorbei an der Gräserkulisse ist das nächste Ziel die Villa Merian, wo der Lorbeerblättrige Schneeball (Viburnum tinus) die ersten Blüten zeigt. Wer nun bereits kalte Finger hat, kann den Spaziergang mit einem warmen Getränk beenden.

Wer noch nicht genug hat, kann den Weg ins Rhododendrontal unter die Füsse nehmen. Diese Pflanzen haben bereits ihre Blütenknospen für nächsten Frühling angesetzt. Fast wie kleine Artischocken in allen Farbnuancen von Rot bis Grün sitzen sie an den Zweigspitzen. Welche Knospen gefallen Ihnen am besten? Merken Sie sich diese und lassen Sie sich im April überraschen, was aus ihnen geworden ist.

Clematis tibetana
Rhododendron 'Jacksonii'
Rhododendron smirnowii
Phlomis russeliana
Bergenia 'Herbstblüte'
Sedum 'Herbstfreude'
Teucrium fruticans
Jasminum nudiflorum

Ein neues Zuhause für die Nashornkäferlarven

Als die Stadtgärtnerei bei Bauarbeiten in der Stadt Basel eine Rindenmulchschicht entfernen musste, befanden sich darin überraschenderweise unzählige Nashornkäferlarven. Diese Art ist selten und geschützt. Daraufhin haben die Merian Gärten entschieden, einen Teil des Rindenmulchmaterials mit den Nashornkäferlarven zu übernehmen und ihnen ein neues Zuhause zu geben. Während mehreren Jahren werden sie nun in den Gärten gelagert, damit sich die Larven darin zu ausgewachsenen Käfern entwickeln können.

Die Nashornkäfer haben ihren Namen vom charakteristischen Horn, das auf der Oberseite ihres Kopfes sitzt. Es ist nur beim Männchen lang und gebogen, das Weibchen trägt an gleicher Stelle nur ein kurzes Horn oder einen Höcker. Die ausgewachsenen Käfermännchen brauchen das Kopfhorn bei Kämpfen um die Weibchen. Die Larven haben Engerling-Gestalt und werden gegen 10 cm lang. Die erwachsenen Käfer werden zwischen 20-40 mm lang.

Bis die Nashornkäferlarven sich zum ausgewachsenen Käfer entwickeln dauert es jedoch mehrere Jahre. Die Larven leben in der Erde und ernähren sich von totem Holz und toten Fasern. Der Käfer hingegen hat nur eine kurze Lebensdauer von zwei bis drei Monaten.

Der neue Standort für die Larven liegt am Mühledyych im Halbschatten direkt beim Brückli, welches das Trockenbiotop mit den Äckern und Weiden verbindet. Dort haben sie Zeit, um sich die nächsten Jahre ungestört zu entwickeln.

Neuer Standort beim Mühledyych
Nashornkäferlarven
Rindenmulchschicht mit Nashornkäferlarven
Nashornkäfer