Pflanze des Monats*

Japanische Aukube (Aucuba japonica 'Variegata')

An sich wäre diese Pflanze ja ganz nett. Ihr immergrünes Laub, ihre kleinen, aber hübschen Blüten und später die roten Beeren… doch der Teufel steckt im Detail. Nur die männlichen Pflanzen blühen auffällig. Die weiblichen Exemplare verstecken ihre Blüten im Laub, doch sie entschädigen uns mit roten Beeren. Aber nur, wenn ein Männchen in der Nähe ist. Eine Ausnahme ist die Sorte 'Rozannie', sie ist zwittrig und bildet deshalb auch ohne Partner rote Beeren aus. Essbar sind diese aber nicht.

Dieser ostasiatische Strauch ist erstaunlich robust und hält selbst in trockenem Schatten aus, wenn man ihm die ersten Jahre ab und zu etwas Wasser spendiert. Im Schutz von Baumkronen ist er einigermassen winterhart und könnte eine Zierde unserer Gärten sein. Könnte…

…doch da gibt es noch die Sorte 'Variegata'. Sie ist die am häufigsten gepflanzte Aukube. Die einen finden ihr fröhlich getupftes Laub wunderschön, andere fühlen sich dabei an Viren, Wanzenbefall und Pestilenz erinnert. Und das zu Recht: Ein Virus ist schuld an den gelben Flecken. Doch Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

 

*Aufgrund von Kälte und Dunkelheit bleibt die Pflanze des Monats Dezember frisch bis Ende Januar.

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Blütenspaziergang im November

Die Blütenpracht für dieses Jahr ist vorbei. Nebst einigen blühenden Einzelkämpfern lädt dieser Spaziergang deshalb dazu ein, andere Schönheiten der Natur zu entdecken. Gestartet wird beim Eingang St. Jakob. In der Rabatte gleich dahinter blüht Aster ageratoides 'Edo Murasaki'. Nehmen Sie nun den Mergelweg in Richtung Clematissammlung. Unterwegs passieren Sie mehrere Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) mit ihren pinkorangen Früchten. In der Sammlung selber erscheint die Macchien-Waldrebe (Clematis cirrhosa) in voller Pracht. Weiter geht's zum Silberhang, wo viele Lavendel ihre letzten Blüten zeigen. Ein paar Schritte weiter, zu Beginn der Irissammlung, ist die Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis) erblüht. Auch sonst gibt es im Steingarten einiges zu entdecken. So zum Beispiel die leuchtenden Beeren der Übelriechenden Schwertlilie (Iris foetidissima) und auf den grossen Steinen wachsen Pilze aus dem Moos. Etwas weiter, im feuchten Bereich, erfreut das Rosa der Sumpfgladiole (Hesperantha coccinea). Vorbei am farbenfrohen Wechselflor-Rondell erreichen Sie den neuen Sitzplatz mit Fuchsien (Fuchsia magellanica) und den roten Beeren der Chinesischen Stechpalme (Ilex cornuta). Gegenüber leuchtet das gelbe Laub der Ginkgo (Ginkgo biloba). Der Weg führt nun geradeaus zum Stammstück der gefällten Blutbuche. Dieses sollten Sie genauer unter die Lupe nehmen, denn es wimmelt hier von Moosen, Flechten und Pilzen. Ausserdem zeigt ein Efeu (Hedera helix) eine wunderschöne Winterfärbung.

Folgen Sie nun dem Zickzack-Weg geradeaus den Hang hoch. Kennen Sie den Gedenkstein für Christoph Merians Schwester? Auch auf ihm befindet sich eine wunderbare Mooslandschaft. Nehmen Sie jetzt den Weg oberhalb des Steins, erreichen  Sie den Jurablick. Weiter geht es runter ins Trockenbiotop vorbei an einem üppig mit Beeren überladenen, Sanddorn (Hippophae rhamnoides) und schliesslich ins Rhododendrontal. Hier ist vieles, was bereits im Oktober geblüht hat, in den letzten Zügen. Auch die Rhododendren und einige Azaleen mit langanhaftenden Blättern bereiten sich auf den Winter vor und beglücken unser Herz mit ihren warmen Winterfarben. 

Iris unguicularis
Iris foetidissima
Moos auf Gedenkstein
Hedera helix
Euonymus fortunei
Aster ageratoides 'Edo Murasaki'
Sumpfgladiole
Ilex cornuta

Erntezeit bei den Schulklassen

Zurzeit läuft der Ofen im Lehmhaus in den Merian Gärten auf Hochbetrieb. Diese Woche wird viel gebacken: Von Muffins über farbige Pommes, Makronen und Nussperlen.

Im Rahmen unseres Vermittlungsprogramms Naturerlebnisse für Kindergärten und Schulklassen nehmen wir im Moment die Herbsternte unter die Lupe. Wir rüsten, schnippeln und verarbeiten, was uns der Garten schenkt und zaubern daraus Leckereien, die wir auch gleich probieren. Entstanden sind violette, orange und gelbe Pommes und Zwetschgenmuffins.

Mit den grösseren Kindern haben wir Makronen und Nussperlen gebacken. Und zwar sind die Eier von Hühnern, die sie während dem Jahr über im Stall beobachtet und gefüttert haben. Die Eier konnten sie dann in ihrem Schulzimmer in einem Brutkasten ausbrüten und bei uns im Lehmhaus zu etwas Süssem verarbeiten.

Pflanze des Monats

Herbst-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii x ?)

Schneeglöckchen im Herbst? Ist der Klimawandel schuld? Fehlgeleiteter Züchterehrgeiz? Oder ist gar die Welt aus den Fugen? Nichts von alldem trifft zu, obwohl wir uns beim letzten Punkt nicht ganz sicher sind - auf die frühe Blüte hat dieser jedenfalls keinen Einfluss. Diese Schneeglöckchen sind Kreuzungen zwischen dem Grossblütigen Schneeglöckchen und anderen, teils herbstblühenden Arten. Nach ein paar kalten Herbsttagen starten die ersten durch, spätere Exemplare lösen sich danach ab, und die letzten werden Sie hier noch im März finden. Danach wirkt ihr graues Laub noch eine Zeitlang sehr attraktiv.

Die herbstlichen Blüten sind oft zwischen grösseren Pflanzen verborgen und werden leicht übersehen, dabei wirken sie zauberhaft zu Herbstlaub und Gräsern. Wir versuchen, einen Kompromiss zu finden zwischen Schneeglöckchen und Astern, denn wenn die kleinen weissen Blüten schon Mitte Oktober erscheinen, müssen wir ihnen etwas Luft verschaffen und andere Pflanzen zurückschneiden.

Mit etwas Glück findet man diese Pflänzchen im Gartencenter, wo sie oft fälschlicherweise unter dem Namen Galanthus nivalis (das "normale" Schneeglöckchen) verkauft werden. Am besten sucht man sich Typen mit breiten, grauen Blättern aus und hofft, dass darunter ein paar herbstblühende sind. Denn es gibt einen gewichtigen Grund, diese zu setzen: Wenn die Schneeglöckchen blühen, ist der Winter vorbei. Und das kann nicht früh genug sein. In diesem Sinne:

Frühling!

Blütenspaziergang im Oktober

An diesen wunderbaren Herbsttagen sollten Sie sich Zeit und Musse nehmen um das Rhododendrontal auf allen Wegen einmal zu durchschreiten. Auf Ihrem Spaziergang werden Sie zahlreichen Schönheiten begegnen. Zum Beispiel verschiedenen Arten von Isodon, dem Kletternden Tränenden Herz (Dactylicapnos macrocapnos), mehreren spätblühenden Funkien (Hosta), dem Oktober-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia 'Rubrifolia')und dem Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections'). Lassen Sie den Blick aber auch mal nach Oben wandern, denn einige Rhododendren zeigen ebenfalls Blüte. Und als Bonus verfärben sich mit jedem Tag die Blätter der Tal-Bewohner stärker.

Natürlich müssen Sie Ihren Spaziergang nicht auf das Rhodododenrontal begrenzen. Die ganzen Gärten erstrahlen momentan in den schönsten Herbstfarben. Blütenfanatischen Personen empfehlen sich als weitere Ziele ein Besuch der vielfältigen Salbei vor dem Arzneipflanzengarten, der winterharten Fuchsien neben der Fuchsientreppe sowie der Herbstastern unterhalb des Pächterhauses.

Herbstlaub
Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections')
Strauchiger Salbei (Salvia leucantha 'Phyllis Fancy')
Salvua guaranatica
Fuchsie (Fuchsia 'Isis')
Smirnows Rhododendron (Rhododendron smirnowii)
Funkie (Hosta)

Pflanze des Monats

Buschnessel, Amethystblume, Harfenstrauch, Trompetenspornblume...
(Isodon effusus)

Erinnern Sie sich noch an den desaströsen Spätfrost im letzten April? An die erfrorenen Austriebe der Rhododendren, an vernichtete Scheinhortensien? Auch die Buschnessel war nur noch ein Häufchen Elend mit totem Laub an schwarzen Stielen. Doch die Zeit heilt Wunden, und wir sind selbst überrascht, wie gut sich die Pflanze seither erholt hat.

Sie stammt aus Japan, ist in Europa noch nicht lange erhältlich und hat deshalb keinen allgemeinen deutschen Namen. Dies hat dazu geführt, dass ihr manche Gärtnereien einen eigenen gegeben haben. Eine kleine Auswahl finden Sie oben. Die wörtliche Übersetzung wäre "Ausgebreiteter Gleichzahn", aber so etwas möchte wohl niemand kaufen. Mit dem botanischen Namen Isodon ist es aber auch nicht besser, da die Pflanze mehrfach umbenannt wurde und deshalb auch als Plectranthus oder Rabdosia zu finden ist. Wenn überhaupt - denn leider ist auch die späte Blüte ziemlich frostempfindlich und macht die Verwendung in vielen Gegenden schwierig.

Hat man das passende Klima, einen halbschattigen, feuchten, humosen Gartenteil und sogar eine Buschnessel ergattert, freut man sich im Oktober über wunderschöne blaue Blüten. Wenn man nicht während des Sommers diese seltsame Brennessel, die dort wuchs, gejätet hat. Ja, wir sprechen aus Erfahrung.

Prächtige Herbstgartenzeit

Die erste Ausgabe von HerbstGartenZeit war ein grosser Erfolg: unter strahlend blauem Septemberhimmel fanden rund 2500 Gartenliebhaber, Sorteninteressierte, Pflanzenfreundinnen und Marktfans den Weg in die Merian Gärten und sorgten für regen Betrieb an den Verkaufständen sowie spannenden Austausch an den Führungen und Expertentischen. Wir bedanken uns bei allen Besuchenden, Marktfahrerinnen und Marktfahrern, Sponsoren und dem Helferteam für diese tollen Tag!

Der Pflanzenmarkt wurde in Kooperation mit ProSpecieRara veranstaltet.
Einen Blick aufs Programm gibt's unter www.herbstgartenzeit.ch

Blütenspaziergang im September

Startpunkt dieses Blütenspaziergangs ist der Aster-Hügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Langsam beginnt sich dieser nämlich mit Farbe zu überziehen. Nehmen sie den kleinen Weg und tauchen sie ein ins Astermeer. Unten angekommen, steht in der Hausecke ein stattlicher Federmohn (Macleaya). Er ist zwar bereits verblüht, aber die Samenstände wirken auch alleine. Nun folgen Sie dem Dychuferweg. Als erstes passieren Sie dabei die winterharten Fuchsien und die Fuchsientreppe. Viele der Pflanzen zeigen eine üppige Blütenpracht. Etwas weiter leuchten die Kerzen der Silberkerze (Actaea cordifolia) gefolgt von den letzten Blüten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und den dekorativen Samenständen des Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia). Gehen Sie nun über die Brücke in den Beerengarten. Zwischen den Beeren befinden sich auch Zierpflanzen, unter anderem ein Beet mit verschiedenen Pro Specie Rara-Astern und ein weiteres mit einer Hybrid-Strandnelke (Armeria maritima 'Ornament'). Am Beginn des Gemüsegartens leuchtet dunkelrote Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor') und dem Kanal entlang erfreuen zahlreiche Dahlien mit ihren Blüten. Ein weiteres Blütenmeer zeigt sich vor dem Tor zum Arzneipflazengarten. Dieses besteht aus verschiedenen Salbei-Arten.

Weiter geht's beim Lehmhaus vorbei in Richtung Rhododendrontal. Nebst einigen Rhododendren mit herbstlichen Nachblüten ist anfangs Tal die wunderschöne Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) am Aufblühen. Sehr schön sind ausserdem die Liriope (Liriope muscari) und der Kletternde Fingerstrauch (Dactylicapnos macrocapnos).

Folgen Sie nun dem Weg nach Oben, unterhalb des Trockenbiotops durch bis zur Villa Merian. Die Staudenrabatten unter den grossen Blutbuchen warten mit einigen dezenten aber sehenswerten Blüten auf. Zum Beispiel von der Weissen Waldaster (Eurybia divaricata) oder der Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Zum Schluss tun Sie doch etwas für Ihre Beweglichkeit und beugen sich nieder, um die zarten Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium 'Album') unterhalb des neuen Sitzplatzes gebührend zu bewundern.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor')
Aster amellus 'Moerheim Gem' und 'Sonia'
Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia) mit Kerzen-Wiesenknöterich (Bistorta amplexicaulis 'Alba')
Liriope (Liriope muscari)
Dahlie (Dahlia 'Gelb-Orange von Menziken')
Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Moor-Salbei (Salvia uliginosa)
Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta)

Dyychwoche 2018

Jetzt bewerben!

Wir suchen die motivierteste Klasse - wer hat Lust, eine Woche lang tatkräftig anzupacken?

Jedes Jahr restaurieren wir ein weiteres Stück vom historischen Dyych - die traditionellen Uferverbauungen müssen immer wieder erneuert und ergänzt werden. Dabei leistet eine Schulklasse einen grossen Einsatz.

An der frischen Luft und unter fachkundiger Leitung bieten wir eine spannende Projektwoche in den Merian Gärten. Wir versprechen harte Arbeit aber auch viel Spass: Ein Einsatz für einen guten Zweck und ein einmaliges Klassenerlebnis!

Los geht's!

Bitte bewerben Sie sich bis spätestens 25. Oktober 2017.

Das Bewerbungsdossier und alle Informationen gibt's hier:

Dyychwoche 2018

Pflanze des Monats

Paprika, Peperoni, Peperoncini, Chili, Cayenne, Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum)

Unter Paprika, Peperoni und Peperoncini kann sich jeder etwas vorstellen, aber leider oft etwas anderes. Paprika ist hier ein Gewürzpulver, die Deutschen verstehen darunter Peperoni, und nicht mal das Geschlecht ist geregelt: der oder die, je nach Gegend. Das Paprika findet sich sicherlich auch irgendwo. Unter Peperoni verstehen unsere Nachbarn Peperoncini, was schon zu Zerwürfnissen beim gemeinsamen Kochen geführt hat. Daneben heissen die scharfen Beeren unter anderem Cayennepfeffer, Chili oder Spanischer Pfeffer. Beeren? Ja, Beeren, botanisch gesehen - wie auch Tomaten, Melonen, Kürbisse und Gurken.

Ursprünglich stammen Peperonipflanzen alle aus Amerika. Man kann sich kaum vorstellen, wie typische Gerichte in Asien, Ungarn oder im Mittelmeergebiet vor dessen Entdeckung zubereitet wurden - ganz ohne Chilis, Pimiento, Paprika oder Cayenne. Ursprünglich verwendete man Ingwer oder Pfeffer, um die gewünschte Schärfe zu erreichen, welche das Schwitzen fördert und somit hilft, tropische Hitze besser zu ertragen.

Aber was nützt die Schärfe den Chilipflanzen? Man vermutet, dass sie den Wirkstoff Capsaicin bilden, um Säugetiere abzuschrecken. Für Vögel hingegen ist das kein Problem, da ihre Geschmacksrezeptoren anders aufgebaut sind und sie die Schärfe gar nicht spüren.