Erntezeit bei den Schulklassen

Zurzeit läuft der Ofen im Lehmhaus in den Merian Gärten auf Hochbetrieb. Diese Woche wird viel gebacken: Von Muffins über farbige Pommes, Makronen und Nussperlen.

Im Rahmen unseres Vermittlungsprogramms Naturerlebnisse für Kindergärten und Schulklassen nehmen wir im Moment die Herbsternte unter die Lupe. Wir rüsten, schnippeln und verarbeiten, was uns der Garten schenkt und zaubern daraus Leckereien, die wir auch gleich probieren. Entstanden sind violette, orange und gelbe Pommes und Zwetschgenmuffins.

Mit den grösseren Kindern haben wir Makronen und Nussperlen gebacken. Und zwar sind die Eier von Hühnern, die sie während dem Jahr über im Stall beobachtet und gefüttert haben. Die Eier konnten sie dann in ihrem Schulzimmer in einem Brutkasten ausbrüten und bei uns im Lehmhaus zu etwas Süssem verarbeiten.

Pflanze des Monats

Herbst-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii x ?)

Schneeglöckchen im Herbst? Ist der Klimawandel schuld? Fehlgeleiteter Züchterehrgeiz? Oder ist gar die Welt aus den Fugen? Nichts von alldem trifft zu, obwohl wir uns beim letzten Punkt nicht ganz sicher sind - auf die frühe Blüte hat dieser jedenfalls keinen Einfluss. Diese Schneeglöckchen sind Kreuzungen zwischen dem Grossblütigen Schneeglöckchen und anderen, teils herbstblühenden Arten. Nach ein paar kalten Herbsttagen starten die ersten durch, spätere Exemplare lösen sich danach ab, und die letzten werden Sie hier noch im März finden. Danach wirkt ihr graues Laub noch eine Zeitlang sehr attraktiv.

Die herbstlichen Blüten sind oft zwischen grösseren Pflanzen verborgen und werden leicht übersehen, dabei wirken sie zauberhaft zu Herbstlaub und Gräsern. Wir versuchen, einen Kompromiss zu finden zwischen Schneeglöckchen und Astern, denn wenn die kleinen weissen Blüten schon Mitte Oktober erscheinen, müssen wir ihnen etwas Luft verschaffen und andere Pflanzen zurückschneiden.

Mit etwas Glück findet man diese Pflänzchen im Gartencenter, wo sie oft fälschlicherweise unter dem Namen Galanthus nivalis (das "normale" Schneeglöckchen) verkauft werden. Am besten sucht man sich Typen mit breiten, grauen Blättern aus und hofft, dass darunter ein paar herbstblühende sind. Denn es gibt einen gewichtigen Grund, diese zu setzen: Wenn die Schneeglöckchen blühen, ist der Winter vorbei. Und das kann nicht früh genug sein. In diesem Sinne:

Frühling!

Blütenspaziergang im Oktober

An diesen wunderbaren Herbsttagen sollten Sie sich Zeit und Musse nehmen um das Rhododendrontal auf allen Wegen einmal zu durchschreiten. Auf Ihrem Spaziergang werden Sie zahlreichen Schönheiten begegnen. Zum Beispiel verschiedenen Arten von Isodon, dem Kletternden Tränenden Herz (Dactylicapnos macrocapnos), mehreren spätblühenden Funkien (Hosta), dem Oktober-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia 'Rubrifolia')und dem Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections'). Lassen Sie den Blick aber auch mal nach Oben wandern, denn einige Rhododendren zeigen ebenfalls Blüte. Und als Bonus verfärben sich mit jedem Tag die Blätter der Tal-Bewohner stärker.

Natürlich müssen Sie Ihren Spaziergang nicht auf das Rhodododenrontal begrenzen. Die ganzen Gärten erstrahlen momentan in den schönsten Herbstfarben. Blütenfanatischen Personen empfehlen sich als weitere Ziele ein Besuch der vielfältigen Salbei vor dem Arzneipflanzengarten, der winterharten Fuchsien neben der Fuchsientreppe sowie der Herbstastern unterhalb des Pächterhauses.

Herbstlaub
Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections')
Strauchiger Salbei (Salvia leucantha 'Phyllis Fancy')
Salvua guaranatica
Fuchsie (Fuchsia 'Isis')
Smirnows Rhododendron (Rhododendron smirnowii)
Funkie (Hosta)

Pflanze des Monats

Buschnessel, Amethystblume, Harfenstrauch, Trompetenspornblume...
(Isodon effusus)

Erinnern Sie sich noch an den desaströsen Spätfrost im letzten April? An die erfrorenen Austriebe der Rhododendren, an vernichtete Scheinhortensien? Auch die Buschnessel war nur noch ein Häufchen Elend mit totem Laub an schwarzen Stielen. Doch die Zeit heilt Wunden, und wir sind selbst überrascht, wie gut sich die Pflanze seither erholt hat.

Sie stammt aus Japan, ist in Europa noch nicht lange erhältlich und hat deshalb keinen allgemeinen deutschen Namen. Dies hat dazu geführt, dass ihr manche Gärtnereien einen eigenen gegeben haben. Eine kleine Auswahl finden Sie oben. Die wörtliche Übersetzung wäre "Ausgebreiteter Gleichzahn", aber so etwas möchte wohl niemand kaufen. Mit dem botanischen Namen Isodon ist es aber auch nicht besser, da die Pflanze mehrfach umbenannt wurde und deshalb auch als Plectranthus oder Rabdosia zu finden ist. Wenn überhaupt - denn leider ist auch die späte Blüte ziemlich frostempfindlich und macht die Verwendung in vielen Gegenden schwierig.

Hat man das passende Klima, einen halbschattigen, feuchten, humosen Gartenteil und sogar eine Buschnessel ergattert, freut man sich im Oktober über wunderschöne blaue Blüten. Wenn man nicht während des Sommers diese seltsame Brennessel, die dort wuchs, gejätet hat. Ja, wir sprechen aus Erfahrung.

Prächtige Herbstgartenzeit

Die erste Ausgabe von HerbstGartenZeit war ein grosser Erfolg: unter strahlend blauem Septemberhimmel fanden rund 2500 Gartenliebhaber, Sorteninteressierte, Pflanzenfreundinnen und Marktfans den Weg in die Merian Gärten und sorgten für regen Betrieb an den Verkaufständen sowie spannenden Austausch an den Führungen und Expertentischen. Wir bedanken uns bei allen Besuchenden, Marktfahrerinnen und Marktfahrern, Sponsoren und dem Helferteam für diese tollen Tag!

Der Pflanzenmarkt wurde in Kooperation mit ProSpecieRara veranstaltet.
Einen Blick aufs Programm gibt's unter www.herbstgartenzeit.ch

Blütenspaziergang im September

Startpunkt dieses Blütenspaziergangs ist der Aster-Hügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Langsam beginnt sich dieser nämlich mit Farbe zu überziehen. Nehmen sie den kleinen Weg und tauchen sie ein ins Astermeer. Unten angekommen, steht in der Hausecke ein stattlicher Federmohn (Macleaya). Er ist zwar bereits verblüht, aber die Samenstände wirken auch alleine. Nun folgen Sie dem Dychuferweg. Als erstes passieren Sie dabei die winterharten Fuchsien und die Fuchsientreppe. Viele der Pflanzen zeigen eine üppige Blütenpracht. Etwas weiter leuchten die Kerzen der Silberkerze (Actaea cordifolia) gefolgt von den letzten Blüten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und den dekorativen Samenständen des Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia). Gehen Sie nun über die Brücke in den Beerengarten. Zwischen den Beeren befinden sich auch Zierpflanzen, unter anderem ein Beet mit verschiedenen Pro Specie Rara-Astern und ein weiteres mit einer Hybrid-Strandnelke (Armeria maritima 'Ornament'). Am Beginn des Gemüsegartens leuchtet dunkelrote Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor') und dem Kanal entlang erfreuen zahlreiche Dahlien mit ihren Blüten. Ein weiteres Blütenmeer zeigt sich vor dem Tor zum Arzneipflazengarten. Dieses besteht aus verschiedenen Salbei-Arten.

Weiter geht's beim Lehmhaus vorbei in Richtung Rhododendrontal. Nebst einigen Rhododendren mit herbstlichen Nachblüten ist anfangs Tal die wunderschöne Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) am Aufblühen. Sehr schön sind ausserdem die Liriope (Liriope muscari) und der Kletternde Fingerstrauch (Dactylicapnos macrocapnos).

Folgen Sie nun dem Weg nach Oben, unterhalb des Trockenbiotops durch bis zur Villa Merian. Die Staudenrabatten unter den grossen Blutbuchen warten mit einigen dezenten aber sehenswerten Blüten auf. Zum Beispiel von der Weissen Waldaster (Eurybia divaricata) oder der Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Zum Schluss tun Sie doch etwas für Ihre Beweglichkeit und beugen sich nieder, um die zarten Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium 'Album') unterhalb des neuen Sitzplatzes gebührend zu bewundern.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor')
Aster amellus 'Moerheim Gem' und 'Sonia'
Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia) mit Kerzen-Wiesenknöterich (Bistorta amplexicaulis 'Alba')
Liriope (Liriope muscari)
Dahlie (Dahlia 'Gelb-Orange von Menziken')
Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Moor-Salbei (Salvia uliginosa)
Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta)

Dyychwoche 2018

Jetzt bewerben!

Wir suchen die motivierteste Klasse - wer hat Lust, eine Woche lang tatkräftig anzupacken?

Jedes Jahr restaurieren wir ein weiteres Stück vom historischen Dyych - die traditionellen Uferverbauungen müssen immer wieder erneuert und ergänzt werden. Dabei leistet eine Schulklasse einen grossen Einsatz.

An der frischen Luft und unter fachkundiger Leitung bieten wir eine spannende Projektwoche in den Merian Gärten. Wir versprechen harte Arbeit aber auch viel Spass: Ein Einsatz für einen guten Zweck und ein einmaliges Klassenerlebnis!

Los geht's!

Bitte bewerben Sie sich bis spätestens 25. Oktober 2017.

Das Bewerbungsdossier und alle Informationen gibt's hier:

Dyychwoche 2018

Pflanze des Monats

Paprika, Peperoni, Peperoncini, Chili, Cayenne, Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum)

Unter Paprika, Peperoni und Peperoncini kann sich jeder etwas vorstellen, aber leider oft etwas anderes. Paprika ist hier ein Gewürzpulver, die Deutschen verstehen darunter Peperoni, und nicht mal das Geschlecht ist geregelt: der oder die, je nach Gegend. Das Paprika findet sich sicherlich auch irgendwo. Unter Peperoni verstehen unsere Nachbarn Peperoncini, was schon zu Zerwürfnissen beim gemeinsamen Kochen geführt hat. Daneben heissen die scharfen Beeren unter anderem Cayennepfeffer, Chili oder Spanischer Pfeffer. Beeren? Ja, Beeren, botanisch gesehen - wie auch Tomaten, Melonen, Kürbisse und Gurken.

Ursprünglich stammen Peperonipflanzen alle aus Amerika. Man kann sich kaum vorstellen, wie typische Gerichte in Asien, Ungarn oder im Mittelmeergebiet vor dessen Entdeckung zubereitet wurden - ganz ohne Chilis, Pimiento, Paprika oder Cayenne. Ursprünglich verwendete man Ingwer oder Pfeffer, um die gewünschte Schärfe zu erreichen, welche das Schwitzen fördert und somit hilft, tropische Hitze besser zu ertragen.

Aber was nützt die Schärfe den Chilipflanzen? Man vermutet, dass sie den Wirkstoff Capsaicin bilden, um Säugetiere abzuschrecken. Für Vögel hingegen ist das kein Problem, da ihre Geschmacksrezeptoren anders aufgebaut sind und sie die Schärfe gar nicht spüren.

Bilder der Woche

Zum ersten Mal auf unserer Wildkamera eingefangen. Ein Reh streift durch die nächtlichen Merian Gärten, so nah an der Kamera vorbei, dass es durch den Blitz ganz aufgehellt ist.

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Blütenspaziergang im August

Startpunkt dieses Spaziergangs ist der Spielplatz. Gleich in der Hecke befindet sich ein Roseneibisch (Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu') in voller Blüte. Wenn Sie nun dem Weg nach Unten folgen, stehen links einige Lampionblumen (Physalis alkekengi var. franchetii) mit ihren auffallenden Früchten. Weiter geht es zum Bauerngarten, wo es zahlreiche blühende Zierstauden und Gemüsepflanzen gibt. So zum Beispiel die Sonnenblume 'Primrose' (Helianthus annuus), ein Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus 'Radiance'), ein Flaschenkürbis (Lagenaria sicenaria 'Kalebasse') und die äusserst wehrhafte Litschi-Tomate. Daneben sind auch die Dahlien wieder bunt erblüht. Nur ein Schritt weiter, im Arzneipflanzengarten, warten die nächsten Schönheiten. Da gibt es bienenumschwirrte Artischocken oder leuchtendroten Blutweiderich (Lythrum salicaria) und, und, und. Die Salbeirabatte ausserhalb der Mauer ist eine weitere Augenweide.

Nun können Sie den Weg dem Dyych entlang nehmen und erreichen so das Rhododendrontal. Nebst einige Funkien (Hosta) blühen hier die Liriope (Liriope muscari), die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), die winterharte Begonie (Begonia grandis ssp. sinensis) und einige Lilien (Lilium). Nehmen Sie den Weg nach Oben und folgen Sie ihm bis zur Villa. Unterwegs passieren Sie im Trockenbiotop einen Sanddorn, der üppig mit Beeren behängt ist. Bei der Villa schmückt sich momentan der neue, etwas erhöhte Sitzplatz mit Freiland-Fuchsien (Fuchsia magellanica 'Gracilis'), Rispenhortensie (Hydrangea paniculata 'Dart's Little Dot') und Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis 'Alba'). In der Rabatte hinter dem Tor blüht eine Weisse Lichtnelke (Silenen latifolia ssp. alba).

Dem Wechselflor-Rondell vorbei folgen sie dem Hangfuss bis zur Irissammlung. Unterwegs treffen sie auf die Schopflilie (Eucomis comosa) und im Feuchtbereich auf weitere Blüten. Am Hang leuchtet pink die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica). Sie ist einer der wenigen Bäume, die im Sommer blühen. Durch das kleine Wäldchen erreichen Sie die Gewächshäuser. Dahinter stehen und hängen Kübelpflanzen unterschiedlichster Art. Viele der Engelstrompeten (Brugmansia) erfreuen zurzeit das Auge. Gegenüber hängen unter Anderem Veronicastrum villosulum und die Bengalische Tagblume (Commelina benghalensis). Auch ein Blick in den Zwischengang der Gewächshäuser zu Passionsblumen und Prunkwinden lohnt sich. Über den Silberhang gelangen sie nun in die Clematissammlung, wo es immer was zu sehen gibt. Zum Schluss können sie dem schattigen Weg zum Eingang St. Jakob folgen. Entweder verlassen Sie hier die Gärten oder sie nehmen noch den Hauptweg und erfreuen sich an den zahlreichen Blütenstauden (z.B. Kerzenknöterich, Ballonblume und Herbstanemone) an seinen Rändern.

Basella alba 'Rubra'
Lilium speciosum (Sorte unbekannt)
Succisa pratensis
Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu'
Litschi-Tomate
Lagerstroemia indica
Passiflora aurantia
Physalis alkekengi var. franchetii
Dahlia 'Zakuro Hime'