Prächtige Herbstgartenzeit

Die erste Ausgabe von HerbstGartenZeit war ein grosser Erfolg: unter strahlend blauem Septemberhimmel fanden rund 2500 Gartenliebhaber, Sorteninteressierte, Pflanzenfreundinnen und Marktfans den Weg in die Merian Gärten und sorgten für regen Betrieb an den Verkaufständen sowie spannenden Austausch an den Führungen und Expertentischen. Wir bedanken uns bei allen Besuchenden, Marktfahrerinnen und Marktfahrern, Sponsoren und dem Helferteam für diese tollen Tag!

Der Pflanzenmarkt wurde in Kooperation mit ProSpecieRara veranstaltet.
Einen Blick aufs Programm gibt's unter www.herbstgartenzeit.ch

Blütenspaziergang im September

Startpunkt dieses Blütenspaziergangs ist der Aster-Hügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Langsam beginnt sich dieser nämlich mit Farbe zu überziehen. Nehmen sie den kleinen Weg und tauchen sie ein ins Astermeer. Unten angekommen, steht in der Hausecke ein stattlicher Federmohn (Macleaya). Er ist zwar bereits verblüht, aber die Samenstände wirken auch alleine. Nun folgen Sie dem Dychuferweg. Als erstes passieren Sie dabei die winterharten Fuchsien und die Fuchsientreppe. Viele der Pflanzen zeigen eine üppige Blütenpracht. Etwas weiter leuchten die Kerzen der Silberkerze (Actaea cordifolia) gefolgt von den letzten Blüten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und den dekorativen Samenständen des Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia). Gehen Sie nun über die Brücke in den Beerengarten. Zwischen den Beeren befinden sich auch Zierpflanzen, unter anderem ein Beet mit verschiedenen Pro Specie Rara-Astern und ein weiteres mit einer Hybrid-Strandnelke (Armeria maritima 'Ornament'). Am Beginn des Gemüsegartens leuchtet dunkelrote Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor') und dem Kanal entlang erfreuen zahlreiche Dahlien mit ihren Blüten. Ein weiteres Blütenmeer zeigt sich vor dem Tor zum Arzneipflazengarten. Dieses besteht aus verschiedenen Salbei-Arten.

Weiter geht's beim Lehmhaus vorbei in Richtung Rhododendrontal. Nebst einigen Rhododendren mit herbstlichen Nachblüten ist anfangs Tal die wunderschöne Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) am Aufblühen. Sehr schön sind ausserdem die Liriope (Liriope muscari) und der Kletternde Fingerstrauch (Dactylicapnos macrocapnos).

Folgen Sie nun dem Weg nach Oben, unterhalb des Trockenbiotops durch bis zur Villa Merian. Die Staudenrabatten unter den grossen Blutbuchen warten mit einigen dezenten aber sehenswerten Blüten auf. Zum Beispiel von der Weissen Waldaster (Eurybia divaricata) oder der Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Zum Schluss tun Sie doch etwas für Ihre Beweglichkeit und beugen sich nieder, um die zarten Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium 'Album') unterhalb des neuen Sitzplatzes gebührend zu bewundern.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor')
Aster amellus 'Moerheim Gem' und 'Sonia'
Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia) mit Kerzen-Wiesenknöterich (Bistorta amplexicaulis 'Alba')
Liriope (Liriope muscari)
Dahlie (Dahlia 'Gelb-Orange von Menziken')
Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Moor-Salbei (Salvia uliginosa)
Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta)

Dyychwoche 2018

Jetzt bewerben!

Wir suchen die motivierteste Klasse - wer hat Lust, eine Woche lang tatkräftig anzupacken?

Jedes Jahr restaurieren wir ein weiteres Stück vom historischen Dyych - die traditionellen Uferverbauungen müssen immer wieder erneuert und ergänzt werden. Dabei leistet eine Schulklasse einen grossen Einsatz.

An der frischen Luft und unter fachkundiger Leitung bieten wir eine spannende Projektwoche in den Merian Gärten. Wir versprechen harte Arbeit aber auch viel Spass: Ein Einsatz für einen guten Zweck und ein einmaliges Klassenerlebnis!

Los geht's!

Bitte bewerben Sie sich bis spätestens 25. Oktober 2017.

Das Bewerbungsdossier und alle Informationen gibt's hier:

Dyychwoche 2018

Pflanze des Monats

Paprika, Peperoni, Peperoncini, Chili, Cayenne, Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum)

Unter Paprika, Peperoni und Peperoncini kann sich jeder etwas vorstellen, aber leider oft etwas anderes. Paprika ist hier ein Gewürzpulver, die Deutschen verstehen darunter Peperoni, und nicht mal das Geschlecht ist geregelt: der oder die, je nach Gegend. Das Paprika findet sich sicherlich auch irgendwo. Unter Peperoni verstehen unsere Nachbarn Peperoncini, was schon zu Zerwürfnissen beim gemeinsamen Kochen geführt hat. Daneben heissen die scharfen Beeren unter anderem Cayennepfeffer, Chili oder Spanischer Pfeffer. Beeren? Ja, Beeren, botanisch gesehen - wie auch Tomaten, Melonen, Kürbisse und Gurken.

Ursprünglich stammen Peperonipflanzen alle aus Amerika. Man kann sich kaum vorstellen, wie typische Gerichte in Asien, Ungarn oder im Mittelmeergebiet vor dessen Entdeckung zubereitet wurden - ganz ohne Chilis, Pimiento, Paprika oder Cayenne. Ursprünglich verwendete man Ingwer oder Pfeffer, um die gewünschte Schärfe zu erreichen, welche das Schwitzen fördert und somit hilft, tropische Hitze besser zu ertragen.

Aber was nützt die Schärfe den Chilipflanzen? Man vermutet, dass sie den Wirkstoff Capsaicin bilden, um Säugetiere abzuschrecken. Für Vögel hingegen ist das kein Problem, da ihre Geschmacksrezeptoren anders aufgebaut sind und sie die Schärfe gar nicht spüren.

Bilder der Woche

Zum ersten Mal auf unserer Wildkamera eingefangen. Ein Reh streift durch die nächtlichen Merian Gärten, so nah an der Kamera vorbei, dass es durch den Blitz ganz aufgehellt ist.

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Blütenspaziergang im August

Startpunkt dieses Spaziergangs ist der Spielplatz. Gleich in der Hecke befindet sich ein Roseneibisch (Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu') in voller Blüte. Wenn Sie nun dem Weg nach Unten folgen, stehen links einige Lampionblumen (Physalis alkekengi var. franchetii) mit ihren auffallenden Früchten. Weiter geht es zum Bauerngarten, wo es zahlreiche blühende Zierstauden und Gemüsepflanzen gibt. So zum Beispiel die Sonnenblume 'Primrose' (Helianthus annuus), ein Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus 'Radiance'), ein Flaschenkürbis (Lagenaria sicenaria 'Kalebasse') und die äusserst wehrhafte Litschi-Tomate. Daneben sind auch die Dahlien wieder bunt erblüht. Nur ein Schritt weiter, im Arzneipflanzengarten, warten die nächsten Schönheiten. Da gibt es bienenumschwirrte Artischocken oder leuchtendroten Blutweiderich (Lythrum salicaria) und, und, und. Die Salbeirabatte ausserhalb der Mauer ist eine weitere Augenweide.

Nun können Sie den Weg dem Dyych entlang nehmen und erreichen so das Rhododendrontal. Nebst einige Funkien (Hosta) blühen hier die Liriope (Liriope muscari), die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), die winterharte Begonie (Begonia grandis ssp. sinensis) und einige Lilien (Lilium). Nehmen Sie den Weg nach Oben und folgen Sie ihm bis zur Villa. Unterwegs passieren Sie im Trockenbiotop einen Sanddorn, der üppig mit Beeren behängt ist. Bei der Villa schmückt sich momentan der neue, etwas erhöhte Sitzplatz mit Freiland-Fuchsien (Fuchsia magellanica 'Gracilis'), Rispenhortensie (Hydrangea paniculata 'Dart's Little Dot') und Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis 'Alba'). In der Rabatte hinter dem Tor blüht eine Weisse Lichtnelke (Silenen latifolia ssp. alba).

Dem Wechselflor-Rondell vorbei folgen sie dem Hangfuss bis zur Irissammlung. Unterwegs treffen sie auf die Schopflilie (Eucomis comosa) und im Feuchtbereich auf weitere Blüten. Am Hang leuchtet pink die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica). Sie ist einer der wenigen Bäume, die im Sommer blühen. Durch das kleine Wäldchen erreichen Sie die Gewächshäuser. Dahinter stehen und hängen Kübelpflanzen unterschiedlichster Art. Viele der Engelstrompeten (Brugmansia) erfreuen zurzeit das Auge. Gegenüber hängen unter Anderem Veronicastrum villosulum und die Bengalische Tagblume (Commelina benghalensis). Auch ein Blick in den Zwischengang der Gewächshäuser zu Passionsblumen und Prunkwinden lohnt sich. Über den Silberhang gelangen sie nun in die Clematissammlung, wo es immer was zu sehen gibt. Zum Schluss können sie dem schattigen Weg zum Eingang St. Jakob folgen. Entweder verlassen Sie hier die Gärten oder sie nehmen noch den Hauptweg und erfreuen sich an den zahlreichen Blütenstauden (z.B. Kerzenknöterich, Ballonblume und Herbstanemone) an seinen Rändern.

Basella alba 'Rubra'
Lilium speciosum (Sorte unbekannt)
Succisa pratensis
Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu'
Litschi-Tomate
Lagerstroemia indica
Passiflora aurantia
Physalis alkekengi var. franchetii
Dahlia 'Zakuro Hime'

Pflanze des Monats

Mondwinde (Ipomoea alba)

Die sich mit ihren raupenbeinähnlichen Zähnchen ans Gitter schmiegenden Ranken der Mondwinde sollte man sich genauer ansehen, ebenso die hübschen Samenkapseln mit ihren langen Kelchspitzen. Und erst die Blüten! Höchstwahrscheinlich sehen Sie hier verschrumpelte, welke Blütenruinen, doch frühmorgens erhascht man einen Blick auf die vergängliche Pracht: Gross, weiss, rund und duftend.

Sie blühen nur nachts, denn diese Blüten sind angepasst an die Bestäubung durch Nachtfalter. Der starke Duft und das im Mondlicht leuchtende Weiss helfen diesen faszinierenden Flattertieren, die Blüten im Dunklen zu finden. Wie Kolibris schweben sie und senken ihre dünnen Rüssel bis an den Grund der langen Blütenröhre, was man mit etwas Glück an späten Sommerabenden beobachten kann.

Und nicht nur dies: Mit etwas Geduld, einem Klappstuhl und kühlen Getränken lässt man sich vor einer Mondwinde nieder und beobachtet die grössten Knospen. Schon spätnachmittags werden sie allmählich dicker, bekommen eine interessante Spiralform… und öffnen sich plötzlich innert Minuten. Die Nachtfalter können kommen.

Blütenspaziergang im Juli

Der Julispaziergang startet in der angenehm schattigen Clematissammlung. In Blüte können Sie hier Clematis hexapetala, C. 'Perle d'Azur', C. 'Minuet', C. pitcheri, C. 'Juuli' und viele mehr bewundern. Ein weiteres Muss in dieser Ecke ist der Silberhang, an welchem zahlreiche Lavendel mit ihrem Duft und der silberblauen Farbe betören. Dazu passend gibt es auch im Nutzpflanzengarten viele blühende und zum Teil auch duftende Schönheiten. Um nur einige zu nennen: Flachs (Linum usitatissimum), Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus), Granatapfelbaum (Punica granatum), Ziest (Stachys officinalis) und Acker-Rittersporn (Consolida regalis). Vom Nutzpflanzengarten her sollten Sie einen kleinen Abstecher zum Wasserbecken mit Blick zur Villa machen. Hier stehen mehrere Kübel mit Korallensträuchern (Erythrina crista-galli).

Nehmen Sie nun den Weg durch das kleine Wäldchen und folgen Sie dem Iris-Hang bis zum zweiten kleinen Pfad der rechts nach Oben führt. Wer diesem folgt, schlendert zu Beginn unter dem Blätterdach eines Blasenbaums (Koelreuteria paniculata) durch. Dieser schmückt sich momentan mit feinen gelben Blüten. Im Hang selber präsentieren zahlreiche Taglilien (Hemerocallis) ihr Farbenspiel so wie eine grosse Gruppe Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea). Oberhalb des Hanges geht es weiter geradeaus dem Weg folgend bis zu den Schmetterlingsblütlern. Etwas versteckt kann hier blühendes Römisches Süssholz (Glycyrrhiza echinata) entdeckt werden, sowie die bei Käfern beliebte Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium) und der skurrile Graue Bergfenchel (Seseli gummiferum).

Wandern Sie weiter auf dem Hochplateau, finden Sie im Trockenbiotop die letzten auffälligen Wiesenblüten. Durch diese Wiese gelangen Sie zur Abzweigung Richtung Rhododendrontal wo die Funkien (Hosta) blühen. Sehr hübsch anzusehen ist ausserdem der Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens'). Wer noch nicht genug hat, kann nun dem Dyych entlang bis zur Orangerie wandern. Der Arzneipflanzengarten wartet mit Blüten in allen Farben und Formen auf und haben Sie sich schon mal darauf geachtet, wie der Flor von verschiedenen Gemüsen aussieht? Hier werden Sie fündig!

Waldrebe (Clematis hexapetala)
Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus)
Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea)
Taglilie (Hemerocallis 'Crestwood Lucy')
Korallenstrauch (Erythrina crista-galli)
Lavendel (Lavandula angustifolia 'Irene Doyle')
Bohne 'Odessa'

Pflanze des Monats

Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Schon vor der Blüte fallen die Blattbasen der wilden Karde ins Auge. Nach Regenfällen sind sie mit Wasser gefüllt und haben schon Vögel oder Wandernde erfrischt, zumindest im alten Griechenland. Dipsa hiess dort Durst. Vom Versuch ist aber abzuraten: Die kleinen Badewannen werden oft von lebenden oder toten Krabbeltieren besetzt.

Viele Pflanzen blühen von unten nach oben auf, einige wenige von oben nach unten. Die Karde startet in der Mitte. Erst erscheint ein Blütengürtel um die etwas breit geratene Taille herum, teilt sich nach ein paar Tagen und wandert auf- und gleichzeitig abwärts. Je weiter die Gürtel auseinander liegen, desto älter sind die Blüten. Hummeln, Bienen und Schwebfliegen besuchen diese gerne und lassen sich dort gut fotografieren.

Nach der Blüte stirbt die ganze Karde ab, die Samenstände sehen aber den Winter durch sehr schön aus, und man sollte sie stehen lassen - auch der Vögel wegen. Und siehe da, im nächsten Jahr tauchen überall stachlige Blattrosetten auf, man freut sich über die neue Kardengeneration. Jahre später stellt man fest, dass der ganze Garten damit überwuchert ist. Die Krabbeltiere freut's…

Rezepte aus dem Lehmhaus

Abkühltipps für den Start in die Sommerferien

Wir sind sicher der Sommer kommt bald zurück und wünschen mit diesen Rezepten für heisse Tage einen guten Start in die Sommerferien.

Blüten-Eiswürfel

In jedes Abteil eines Eiswürfelbehälters eine essbare Blüte geben - wir verwenden z. B. Borretsch, Gänseblümchen, Goldmelisse oder Ringelblumenblütenblättchen. 

Mit Wasser oder Sirup auffüllen

Einige Stunden ins Gefrierfach stellen

Die dekorativen Eiswürfel ins Lieblingsgetränk geben (oder gleich so lutschen!)

Duftend-erfrischendes Fussbad

Ein grosses Becken mit kaltem Wasser füllen

Einige frische Minzeblätter oder Lavendelblüten ins Fussbadwasser geben

Wenn Sie keine Frischpflanzen haben, können Sie auch einige Tropfen ätherisches Öl beigeben

Füsse rein und entspannen…

Vermittlung im Lehmhaus

In unseren Schulprogrammen verarbeiten wir je nach Wetter und Laune was der Kräutergarten grad hergibt. Ab und zu verraten wir hier ein Rezept... Das Team der Vermittlung wünscht erholsame Sommerferien. 

Naturerlebnisse für Schulen Schule & Landwirtschaft