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Eine alte Rotbuche wird gefällt

Eine der grossen Blutbuchen im Englischen Garten war im Sommer 2016 abgestorben. Schon länger hatte ihr ein Pilzbefall zu schaffen gemacht. Nun wurde sie durch Spezialisten gefällt – Stück für Stück. Äste, so dick wie Baumstämme, krachten aus 20 Metern Höhe herab. Am Boden wurden die grossen Stücke zerteilt und abtransportiert. Das Holz welches nicht zu morsch ist, wird weiterverwendet: als Brennholz für den Holzofen, oder als Schnitzelholz zur Energiegewinnung.

Was bleibt, ist der eindrückliche Baumstamm, der liegen bleibt und nun langsam verrottet. Anhand der Jahrringe kann man zählen, wie alt der Baum war: wir schätzen über 200 Jahre! Dies wird zurzeit an einer Probe noch genauer untersucht.

Im Laufe des Monats Februar wird dann der Wurzelstock entfernt und auch ein Teil der Erde ausgetauscht, um Pilzrückstände aus dem Boden zu entfernen. Anschliessend wird eine neue, junge Blutbuche an dieser Stelle gesetzt.

So verändert sich die gewohnte Baumkulisse ein wenig. Doch nicht vergessen: ein Garten lebt und wächst und ist ein Kunstwerk, das sich stetig wandelt.

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Die ersten Lämmer sind da

Unsere jüngsten zwei Muttertiere, Prana und Pinky, haben in den letzten Tagen je ein schwarzes Lamm auf die Welt gebracht. Bis Ende Februar sollten noch weitere Geburten folgen - drei Schafe sind noch trächtig.

Blütenspaziergang im Februar

Infolge des kalten Wetters und des Schnees der letzten Tage gibt es bisher verhältnismässig wenige Blüten zu sehen. Aber die ersten Wagemutigen haben sich nun doch zumindest in die Startposition begeben.
Empfehlenswert ist ein Spaziergang durch das Gebiet der Irissammlung. Hier befinden sich nämlich auch die ersten Sorten der im Aufbau befindlichen Schneeglöckchensammlung. Einige dieser dezenten Schönheiten zeigen erste Blüten. Ebenfalls dort, am unteren Ende des Steingartens, haben sich die ersten Cyclamen-Blüten entrollt. Weitere Cyclamen sehen Sie, wenn Sie sich nun in Richtung Villa aufmachen, in der Rabatte gleich hinter dem Eingangstor. Am selben Ort strecken auch die ersten Helleborus ihre Köpfchen. Jedoch brauchen sie schon noch einige Tage Sonnenschein bis sie sich öffnen.
In der neuen Anpflanzung dahinter stehen mehrere Exemplare von Sarcococca hookeriana. Dieser kleine Strauch beginnt in den nächsten Tagen seinen betörenden Blütenduft zu verströmen.
Beim Zugang zum Café-Sitzplatz zeigen sich die ersten Blüten von Viburnum tinus. Die noch ungeöffneten rosa Knospen und die offenen Weissen ergeben ein kurzweiliges Bild. Unweit davon, in der anschliessenden Rabatte, befindet sich eine weitere Art von Sarcococca (Sarcococca pruniformis). Damit wäre der kurze winterliche Spaziergang bereits beendet und lässt uns auf einen baldigen Frühlingseinbruch hoffen.

Pflanze des Monats

Götterbaum (Ailanthus altissima)

Allein schon der Name Götterbaum tönt nach Verheissung. Seine imposante Erscheinung und die auffallende Blüte waren neben seiner Robustheit der Grund, dass dieser Baum in vielen Städten gepflanzt wurde. Da er sehr schnell wächst, wurde er auch zur Holzgewinnung angepflanzt. Eigentlich ein perfekter Baum, könnte man meinen.

Könnte man… aber inzwischen weiss man es besser. Der aus China stammende Götterbaum hat sich als invasive Art entpuppt. Nicht nur versamt er sich schlimmer als die Karnickel, sondern er bildet auch Wurzelausläufer, durch welche er rasch grosse Bestände bildet, andere Pflanzen verdrängt und kaum auszurotten ist. Die Bekämpfung ist teuer und aufwändig, und man sollte ihn nicht mehr pflanzen.

Wie viele andere schnellwachsende Pioniergehölze werden Götterbäume meistens nicht älter als etwa hundert Jahre, doch es gibt einige deutlich ältere Exemplare. Im lesenswerten Buch «Die Baumriesen der Schweiz» steht, unser Baum sei 1840 gepflanzt worden. Damit wäre er jetzt über hundertsiebzig Jahre alt und damit einer der ältesten Götterbäume Europas. Da er sich hier nicht ausbreiten kann, erfreut er uns hoffentlich noch lange durch seine majestätische Erscheinung.

Pflanze des Monats

Storchschnabel (Geranium 'Tiny Monster')

Der Sortenname «Winziges Monster» sagt es schon: Dieser Storchschnabel ist keine Mimose (das wäre ein grober botanischer Lapsus), sondern ungemein zäh und durchsetzungsstark. Vor Jahren stand er hier in einem normalen Beet mit gutem Boden und gesitteten Nachbarn, die er rücksichtslos überrollte. Aus einem kleinen Pflänzchen wurde innert zweier Jahre eine marodierende, quadratmetergrosse Blütenpracht.

Aufgrund dieser Rüpelhaftigkeit wurde er zu seinesgleichen verbannt - raumgreifenden Pflanzen, zwischen denen normale Beetstauden keine Chance hätten. Mit etwas Starthilfe überlebt er sogar an trockenen, sonnigen Plätzen unter Bäumen und muss sich dort mit anderen Wucherern wie Seifenkraut und Zypressen-Wolfsmilch arrangieren.

'Tiny Monster' ist eine Kreuzung aus dem robusten heimischen Blutroten Storchschnabel, dem er sehr ähnelt, und einer kaukasischen Art, von der er den ausufernden Wuchs geerbt hat. Seine dunkelrosa Blüten erscheinen oft bis in den Dezember hinein. Und sie ähneln unseren Fingern: Mit zunehmender Kälte werden sie leicht bläulich.

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Unter Schutz der Dunkelheit

Biber auf nächtlicher Tour

Angenagte Bäume, abgebissene Äste: dass der Biber aktiv ist, wussten wir.  Jetzt hat er sich auch wieder auf der Wildkamera gezeigt - und zwar nicht nur ein Biber, sondern grad zwei Tiere!

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Frohe Festtage und ein gutes neues Jahr...

...wünschen wir Ihnen aus den frostigen aber meist sonnigen Merian Gärten!

Übrigens: Die Merian Gärten sind auch während den Festtagen geöffnet: täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang.

Und wenn Sie mit etwas Bewegung ins neue Jahr starten möchten, dann verpassen Sie nicht den ersten Gartenrundgang am Sonntag, 1. Januar um 14 Uhr - wie immer öffentlich und kostenlos.

 

Blütenspaziergang im Dezember

Infolge des Wetters ist dieser Dezember bisher sehr blütenarm ausgefallen. Was aber nicht heissen soll, dass es in den Merian Gärten nun langweilig ist. Denn auch mit nur wenigen Blüten gibt es noch viel Schönes zu sehen.

Ein Spaziergang könnte zum Beispiel vom Eingang Dreispitz her zuerst zu den Schmetterlingsblütlern führen. Hier zeigt der Stechginster (Ulex europaeus) dem Wetter trotzend einige zarte Nachblüten. Wenn Sie nun den Weg nach Unten nehmen und danach dem Hang zur Irissammlung folgen, passieren Sie verschiedenste auch im Winter tolle Gräser. Der Nutzpflanzengarten ist das nächste Ziel. Hier befindet sich ein Orientalischer Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa), der zwar noch nicht blüht aber dessen bereits weit entwickelte Blütenknöpfe fast schon wie Blüten aussehen. Ganz in der Nähe zeigt ein Zypergras (Cyperus) seine unauffälligen Blüten. Etwa in der Gartenmitte befindet sich eine Gruppe Steinsamen (Lithospermum officinale) mit Samenständen, die aussehen wie Kieselsteine.
Wer gerne schönen roten Beerenschmuck sieht, kommt neben dem Gewächshaus auf seine Kosten. Hier stehen mehrere Kübel mit Himmelsbambus (Nandina domestica) und zwei Traubendorne (Danae racemosa) zieren die Rabatte.

Auch im Dezember eine wahre Augen- und Nasenweide ist der Silberhang. Viele der Pflanzen dort sind wintergrün und feinduftend oder verfügen über schöne Samenstände. Von hier aus ist der Weg zur Clematissammlung mit ebenfalls immer noch hübschem Samenschmuck nicht mehr weit. Zusätzlich sind da die ersten Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) und in den Wildhecken leuchtende Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) anzutreffen.

Wer noch mehr Blüten sehen möchte, kann die verschiedenen Wechselflorrabatten aufsuchen und sich an Stiefmütterchen und Bellis erfreuen.

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Kompostkur für Bäume

Eine Handvoll Erde steckt voller Leben: Unsichtbar für das Auge tummeln sich winzige Bakterien, Pilze, Einzeller und andere Organismen im Boden. In gesundem Boden halten sich dabei die verschiedenen Lebewesen im Gleichgewicht; schädliche Mikroorganismen können nicht die Überhand gewinnen.

Mit Kompost fördern wir dieses Gleichgewicht und stärken insbesondere die Bäume. Denn der Kompost, der in den letzten Tagen in der Allee und im Englischen Garten ausgebracht wurde, hat einen besonders hohen Holzanteil und damit eine sehr ähnliche Zusammensetzung wie gesunder Waldboden. Bäume, die normalerweise in Wäldern wachsen, profitieren davon. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bäume in Gärten, die mit solchem Kompost behandelt werden, oftmals weniger unter Pilzerkrankungen leiden.

Gleichzeitig wirkt der Kompost als Langzeitdünger.

 

Pflanze des Monats

Chinesische Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica)

Der berühmte Botaniker Linné dachte beim Benennen dieser hübschen Pflanze an seinen Freund Lagerström, der ihm als Direktor der Schwedischen Ostindiengesellschaft viele unbekannte Gewächse aus Asien mitgebracht hatte. Das hat ihr den Namen Lagerstroemia eingebrockt. Auch die deutsche Bezeichnung Kräuselmyrte ist ein Graus, dabei würde so vieles besser zu ihr passen: Frohlunder, Wonnenblume oder Nachbars Sehnsucht.

Rosa Blüten an üppigen Rispen öffnen sich im Spätsommer. Man muss sie aus der Nähe betrachten, um ihre filigrane Schönheit zu würdigen. Wem sie zu pink sind, freut sich auf die rot oder orange leuchtende Herbstfärbung. Das können andere Gehölze zwar auch, doch die glatte, braungraue Rinde der Kräuselmyrte ist einzigartig. Im Herbst schält sie sich ab, darunter kommt eine neue, rosagraue Schicht zum Vorschein.

Vom Namen mal abgesehen gibt es mehrere Gründe, dass die Kräuselmyrte leider nur selten verwendet wird: Sie ist erstens weitgehend unbekannt, sie soll zweitens sauren Boden benötigen (was unsere Prachtexemplare nicht zu wissen scheinen) und sie gilt drittens als nicht winterhart. Doch im Weinbauklima mit viel Sommerhitze ist sie einen Versuch wert. Am besten pflanzt man ein grösseres Exemplar im Frühling an einen vollsonnigen Standort und schützt es in den ersten Wintern mit Tannenreisig. Vielleicht wird Basel dereinst als Kräuselmyrtenstadt am Rheinknie in die Geschichtsbücher eingehen…?

P.s. Aufgrund von Kälte und Dunkelheit hält die Pflanze des Monats Dezember neu bis Ende Januar