Blütenspaziergang im Mai

Der Blütenspaziergang beginnt diesen Monat bei den Gewächshäusern. Einige Kletterpflanzen zeigen hier ihre Blüten. Darunter die Akebie (Akebia quinata) und das Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium). Gegenüber zweitgenannter Pflanze kann nun der schmale Weg über den Hügel genommen werden. Eine kleine Abkürzung über den Rasen führt auf direktestem Weg zur aufblühenden Pfingstrosensammlung. Von da aus ist es nur ein Katzensprung in die Clematissammlung, wo momentan verschiedene Sorten der Clematis montana wunderschön anzusehen sind, so wie die aussergewöhnliche Clematis 'Zorero'. Der Gang über den Silberhang drängt sich von hier aus förmlich auf. Viele Bodendecker zeigen dort ihre unterschiedlichen Blautöne.

Nun stehen Sie wieder bei den Gewächshäusern. Etwas versteckt zwischen den Glashäusern und dem Folienhaus gibt es einen kleinen Zwischengang. In einem Kübel steht dort die hübsche Malva subovata. Als nächstes sollten Sie die Irissammlung besuchen. Der Blühhöhepunkt hat zwar noch nicht ganz begonnen, aber trotzdem gibt es, insbesondere am Hang, schon vieles zu sehen. Über den Hang geht es nun vorbei an blühenden Wiesen, weiter Richtung Hochplateau. Bei den Schmetterlingsblütlern sind zur Zeit Lupinen (Lupinus) und Fuchsbohnen (Thermopsis) eine Augenweide. Ausserdem können Sie an mehreren Orten verschiedene Wildrosen entdecken. Haben Sie schon mal gesehen, dass es mitten durchs Trockenbiotop einen Weg gibt? Ihm könnten Sie nun folgen und weitergehen ins Rhododendrontal. Leider hat der Frost hier einige Schäden hinterlassen, trotzdem zeigen aber mehrere Pflanzen noch ihren Flor. Ungewohnt anzusehen ist zum Beispiel Rhododendron groenlandicum.

Weiter geht's dem Dyych entlang, über die Brücke und hinter dem Lehmhaus vorbei. Unter einer Linde gibt es eine naturnahe Staudenpflanzung mit blühender Euphorbia cyparissias und Geranium 'Tiny Monster'. Als letzte Station auf dem Maispaziergang passieren Sie den Arzneipflanzengarten und betreten den Tierhof. Pflanzennachwuchs gibt es hier zwar keinen, dafür junge Kaninchen und frisch geschlüpfte Küken. Dieser Jö-Effekt lässt auch keinen Pflanzenliebhaber kalt.

Paeonia 'Starlight'
Clematis 'Zorero'
Wildrose
Nepeta x faassenii
Malva subovata
Lupinus

Pflanze des Monats

Japangras (Hakonechloa macra 'Allgold')

Wonnemonat Mai! An Sträuchern, Bäumen, Stängeln, an Wegrändern und Rosenbögen, in Hecken, Sümpfen und sogar in den Blumenbeeten: Alles blüht. Naja, fast alles… ausser dem Japangras. Doch seine Sorte 'Allgold' stiehlt mit ihrem gelbgrün strahlenden Laub vielen Blumen die Schau.

Dieses Waldgras bleibt eher niedrig und lässt sich vielseitig verwenden. Sei es als kontemplative Flächenpflanzung unter Japanischem Ahorn, zwischen Felsen und Funkien, dramatisch mit schwarzlaubigen Stauden kombiniert oder als Wegbegleitung, als Aufheller in dunklen Ecken… der Ideen sind viele. Am besten pflanzt man dieses Gras im Frühling und wählt einen halbschattigen Standort, der im Sommer nicht austrocknet.  

Die Pflege ist einfach: Einfach das braune Laub im Spätwinter zurückschneiden und im Herbst ein paar kleine Zwiebeln oder Knollen von Blaustern, Krokus oder Balkan-Anemone in das Japangras pflanzen, damit dann doch etwas blüht.

Schnee im April

Nicht nur wir, auch die Gärten wurden gestern Morgen vom Schnee überrascht.

Einige Äste von Sträuchern und Pfingstrosen sind unter der Schneelast abgeknickt.

Auch der Frost der letzten Tage hat seine Spuren hinterlassen: frühe Blüten sind erfroren, besonders das Rhododendrontal sieht weniger prachtvoll aus als in anderen Jahren.

Doch wir machen uns keine grossen Sorgen: Die Gärten werden sich von dieser Laune der Natur sicherlich erholen. Die nächsten Knospen gehen auf, sobald die Sonne wieder scheint.

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Iris 'Findelkind' bereits in Blüte!

Viel früher als gewohnt ist die Iris 'Findelkind' aufgeblüht. Wenn das Gelb dieser Iris sie aus den Reihen leuchten lässt wissen wir, dass die Hauptblüte bei den historischen Bartiris etwa 3 Wochen später starten wird. Nur ein Kälteeinbruch könnte dieses Ereignis allenfalls noch etwas nach hinten verschieben.

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Blütenzauber im Rhododendrontal

Besuchen Sie in den nächsten Tagen das Rhododendrontal und erleben Sie es von seiner schönsten Seite. Die Rhododendren und Azaleen verwandeln diesen Gartenteil momentan in ein Feuerwerk aus bunten Blüten und teilweise spannenden Düften.

Aus Rücksicht auf das empfindliche Wurzelwerk der Rhododendren und auf die frisch austreibende Unterpflanzung bitten wir Sie zum Fotografieren auf den Wegen zu bleiben.

Blütenspaziergang im April

Es grünt und blüht überall! Vom Zentrum Vorder Brüglingen geht es zuerst den Hauptweg hinunter in Richtung St. Jakob. Vorbei an Hyazinthen im Rasen und den Staudenrabatten voll mit Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris), Narzissen und vielem mehr. Begleitet werden sie von wunderbar blühenden Sträuchern wie zum Beispiel der Felsenbirne (Amelanchier canadensis). Kurz vor dem Ausgang nehmen Sie links den Weg bis zum Rasen hinter der Pfingstrosensammlung. Hier lohnt sich ein Blick auf den Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua), denn er ist voll mit unauffälligen, aber interessanten Blüten. Ein paar Schritte weiter, in der Clematissammlung, ist die exotisch anmutende Clematis armandii zu bewundern.

Nun geht's weiter zum Silberhang mit blühenden Weidenblättrigen Birnen (Pyrus salicifolia). Vorbei am leuchtend gelben Narzissenhang bis zur Irissammlung. Wer möchte, kann den kleinen Weg durch das Wäldchen nehmen. Dort verstecken sich einige Dreiblätter (Trillium), so wie das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides). Im Gebiet der Irissammlung überquillt es bereits vor interessanten Blüten. Im Steingarten sind dies zum Beispiel Alpen-Aurikel (Primula auricula), Iris unguicularis und Iris magnifica; entlang des unteren Weges Iris graeberiana und Iris tuberosa sowie verschiedene Primeln im Feuchtbereich.

Vorbei am bunten Wechselflor-Rondell geht es jetzt zu den Rabatten um die Villa Merian. Auch hier blüht es überall, wenn auch etwas weniger auffällig, denn die Farbgebung hier changiert zwischen Grüntönen, Weiss und gelblich. Dafür erfreuen viele der Pflanzen die Nase mit ihren Düften. So zum Beispiel Burkwoods Schneeball (Viburnum x burkwoodii) oder Burkwoods Duftblüte (Osmanthus x burkwoodii). Ohne nennenswerten Duft aber in ungewohnten Farben und Formen zeigen sich zahlreiche Busch-Windröschen- Sorten und auch die Breitblättrige Traubenhyazinthe (Muscari latifolium). Genau hinschauen lohnt sich!

Das absolute Muss als Abschluss dieses Spaziergangs ist natürlich das Rhododendron-Tal, in welchem bereits viele Rhododendren blühen und auch die Azaleen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ergänzt werden sie mit zahlreichen Staudenschönheiten. Wenn Sie sich den Weg dorthin aber noch etwas verlängern möchten, wählen sie rechts von der Villa den Weg nach Oben und flanieren an den Schmetterlingsblütlern Richtung Hochplateau vorbei. Insbesondere der Judasbaum (Cercis canadensis) bietet Ihnen dort einen schönen Anblick.

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
Iris tuberosa
Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia)
Breitblättrige Traubenhyazinthe (Muscari latifolium)
Gelbes Windröschen (Anemone Ranunculoides)

Pflanze des Monats

Japanischer Glanz-Schildfarn (POLYSTICHUM POLYBLEPHARUM)

Aus den feuchtschattigen Wäldern Ostasiens stammt dieser auffallend schöne Farn und passt sehr gut zu anderen Schätzen von dort wie zum Beispiel Rhododendren, Wachsglocken oder Hosta. Mit seinen glänzenden Wedeln und seiner majestätischen Gestalt ist er einer der attraktivsten winterharten Farne.

Der Japanische Glanz-Schildfarn benötigt ein paar Jahre, um zu voller Schönheit zu erblühen - wobei: Farne blühen nie. Wenn doch mal einer blüht, ist es kein Farn, wie man zum Beispiel am farnblättrigen Lerchensporn ein paar Schritte weiter sehen kann, den fast jeder für einen Farn hält, aber ich schweife ab. Item…

Dieser Prachtsfarn liebt einen nicht zu trockenen, humosen Platz zwischen Gehölzen, wo sein früher Austrieb etwas vor Spätfrösten geschützt ist. Und den muss man gesehen haben. Wie sich die in Goldschuppenflitter gekleideten Wedel entrollen, strukturgewaltig sich erheben aus schnödem Waldboden… aber ich schweife schon ieder ab. Geniessen Sie einfach den Anblick und ignorieren Sie diesen Text.

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Krötenschutz

Jetzt im Frühling erwachen Erdkröten, Grasfrösche und Molche aus ihrer Winterruhe im Gehölz. Sie wandern zum Weiher um sich dort fortzupflanzen. Unterwegs müssen sie die Strasse überqueren, was oftmals tödlich enden kann.

Um sie zu schützen hilft ein einfacher Zaun, wie nun einer in Vorder Brüglingen installiert ist. Denn Kröten können nicht klettern. Also wandern sie dem Zaun entlang nach der Suche nach einem Umweg und fallen dabei in die eingegrabenen Eimer. Von dort werden sie jeden Morgen eingesammelt und über die Strasse getragen.

Für die Merian Gärten ist dies nicht nur eine Schutzmassnahme, sondern auch eine gute Gelegenheit um Daten zu sammeln. Welche Arten leben hier, wie gross sind die Populationen? Diese Informationen helfen uns, unsere einheimischen Amphibien langfristig zu schützen.

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Die Merian Gärten bei ICOM und BGCI

Als botanischer Gärten legen die Merian Gärten viel Wert auf professionelle Grundlagen und ein gutes, internationales Netzwerk.

Mit der Mitgliedschaft bei Botanic Gartens Conservation International BGCI sind wir im grössten Dachverband der botanischen Gärten aufgenommen worden. BGCI fördert den Wissensaustausch unter seinen Mitgliedern – das sind über 800 botanischen Gärten in 118 Ländern – und koordiniert und unterstützt Aktivitäten im Bereich Naturschutz und Bildung. Mehr zu BGCI: www.bgci.org

Der International Council of Museums ICOM wurde 1946 in Zusammenarbeit mit der UNESCO gegründet mit dem Ziel, die Interessen von Museen weltweit zu unterstützen. Auch botanische Gärten zählen zu den Museen, denn sie beherbergen wissenschaftlich betreute Sammlungen. ICOM definiert die professionellen Standards und ethische Grundsätze nach denen Museen, botanische Gärten und Zoos weltweit arbeiten. Mehr zu ICOM: www.icom.museum

Letztes Jahr waren die Merian Gärten bereits vom Bund als wissenschaftliche Einrichtung anerkannt worden. Damit wird der Austausch von CITES-geschützten Pflanzen ermöglicht.

 

Blütenspaziergang im März

Nun ist die erste Blütenfülle endlich da! Der Märzspaziergang beginnt beim Eingang Rhododendrontal von wo aus gleich der Weg rechterhand gewählt wird. Wer ihm durch die Rhododendren folgt kommt zuerst am Grossblättrigen Milzkraut (Chrysosplenium macrophyllum) und danach bereits an den ersten blühenden Rhododendren vorbei. Nun gehen Sie dem Dyych entlang, vorbei an der Villa und nehmen dann ab dem Platz vor dem Villentor den etwas ver-borgenen Weg rechts nach Unten. Etwas weiter vorne blüht entlang des Wassers die Pestwurz (Petasites hybridus). Wählen Sie weiter den Dyychufer-Weg, erreichen Sie an seinem Ende den Farbhügel mit unterschiedlichen Zwiebelpflanzen in Blüte.

Weiter geht es nun in Richtung Ausgang St. Jakob. In der Staudenrabatte rechterhand zeigen sich verschiedene Lenzrosen (Helleborus) von ihrer schönsten Seite. Auch einige Schneeglöckchen (Galanthus), Krokusse (Crocus) und Märzenbecher (Leucojum) begleiten Sie immer noch mit ihrer Blüte. Kurz vor dem Ausgang kann dem Weg links nach Oben bis zur Clematissammlung gefolgt werden. Hier blüht nämlich die Macchien-Waldrebe (Clematis cirrhosa). Nehmen Sie nun die kleine Abzweigung zum Silberhang. Das kleine Mandelbäumchen am Hang wird seine Pracht in den nächsten Tagen entfalten.
Wenn Sie hinter den Gewächshäusern durchgehen landen Sie in der Irissammlung, welche momentan vor Zwiebelpflanzen überquillt. Insbesondere verschiedene Zwiebeliris (Iris danfordiae, Iris reticulata) fallen auf. Auch gibt es nach wie vor schöne Schneeglöckchen-Sorten zu sehen. So zum Beispiel im Beet auf dem Rasen Galanthus nivalis 'Viridapice' mit grünen Blütenblättern.

Das letzte Wegstück führt jetzt zurück zur Villa. Vorbei an der wunderschönen Kornelkirsche (Cornus mas) und den Rabatten mit Scheinhasel (Corylopsis pauciflora), Lenzrosen (Helleborus) und Zyklamen (Cyclamen coum). Beim neuen Sitzplatz kann abschliessend die Schweifähre (Stachyurus praecox) besichtigt werden.