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Pflanze des Monats Februar

Duft-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii)

Wenn es an einem sonnigen, milden Wintertag plötzlich duftet, steht oft ein unscheinbarer Strauch in der Nähe: Die Duft-Heckenkirsche. Elegant ist sie wahrhaftig nicht. Langweiliges Laub kaschiert im Sommer den eher sperrigen Wuchs und - in wintermilden Gegenden - leider oft auch die eher kleinen Blüten. Zudem benötigt sie viel Platz. Man kauft ein zierliches Pflänzchen, setzt es ins Beet und ärgert sich fünf Jahre später über das drei Meter breite Gestrüpp, welches fast alle Nachbarpflanzen verdrängt hat. Mit etwas Glück leben diese noch, verschüchtert und völlig überwuchert.

Immerhin lässt sich über diese Heckenkirsche auch Positives schreiben: Sie ist anspruchslos, wächst in fast jedem Boden, muss kaum geschnitten werden und kommt mit Sonne und Halbschatten zurecht. Man sollte nur darauf achten, sie dort zu pflanzen, wo man im Winter öfter vorbeikommt, zum Beispiel am Hauseingang oder neben der Terrasse.

Denn dann merkt man, warum sie trotz ihres sperrigen Wesens in vielen Gärten steht: An milden Wintertagen öffnen sich die kleinen, crèmefarbenen Blüten und verströmen bei Sonne ihren wunderbaren Duft. Ein paar Zweige in der Vase wecken selbst in kalten Winterseelen die Hoffnung auf Frühling, Wärme und Glück.

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Feldversuch im Rhododendrontal

Rhododendren unter Biobedingungen zu pflegen, ist eine besondere Herausforderung. Denn diese Pflanzen werden traditionell in Substrat mit Torf gesetzt; dieser ist sauer und locker und erfüllt so die Ansprüche der Rhododendren. Doch Torf darf unter Biorichtlinien nicht verwendet werden, zum Schutz der Moore, die durch Torfabbau zerstört werden. Nur gibt es im Handel kein geeignetes Ersatzsubtrat.

Für unsere wertvolle Rhododendronsammlung, die schon seit Ende der 1970er in den Merian Gärten steht, haben wir momentan eine zeitlich beschränkte Ausnahmebewilligung zum Einsatz einer begrenzten Menge an Torf. Bedingung ist, dass wir torffreie Substrate testen und über die Ergebnisse berichten.

Bereits seit 2010 untersuchen wir verschiedene torffreie Substrate in Töpfen. Vor vier Jahren konnten wir erstmals ein erfolgversprechendes Substrat direkt im Beet testen, auf 20 Quadratmetern im Rhododendrontal. Im Beet ist es den Gegebenheiten des Ortes ausgesetzt wie Regen, Bewässerung, Temperaturveränderungen und unterschiedlicher Bepflanzung. Das Substrat zeigte gute Ergebnisse: die Rhododendren und die Begleitpflanzen blieben gesund und das Substrat locker und stabil. Nun starten wir einen zweiten Versuch mit demselben Substrat auf grösserer Fläche (ca. 50 Quadratmeter).

Im Versuchsbeet wurde nun alle Erde bis auf den Bodenvlies ausgehoben. Dies hätten wir eh machen müssen, denn das Substrat zersetzt sich mit der Zeit. Dafür mussten auch die Pflanzen entfernt werden. Nur die grossen Rhododendren durften im Beet bleiben. Der Grossteil des Beetes wurde mit neuem Substrat wieder aufgefüllt, ein kleinerer Teil mit dem bisherigen Substrat zum Vergleich. Die Hälfte des neuen Substrats wurde zudem noch mit Mykorrhizapilzen angereichert – winzige Organismen, welche mit den Rhododendren in Austausch leben und sie dadurch stärken.

Nun wird jährlich die Gesundheit der Rhododendren untersucht und kategorisiert. Der Versuch dauert bis 2025.

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Pflanzenwelt im Kunsthaus

Unsere Vorbereitungen zur Vernissage im Kunsthaus Baselland laufen auf Hochtouren. Die Merian Gärten kooperieren erstmals mit dem Kunsthaus Baselland und laden diesen Donnerstag gemeinsam zur Eröffnung von Marlene McCartys Ausstellung "Into the Weeds" (24.1.-19.4.2020). Die amerikanisch-schweizerische Künstlerin untersucht in ihren grossformatigen Zeichnungen, die sie mit Grafit und Kugelschreiber anfertigt, brisante gesellschaftliche Themen und bringt die lebende Pflanzenwelt in den Ausstellungsraum. Wir freuen uns auf Ihren Besuch am kommenden Donnerstag 23. Januar ab 18:30 Uhr im Kunsthaus Baselland.

Detaillierte Informationen zur Ausstellung und Rahmenprogramm finden Sie hier.  

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Neulich auf der Wildcamera

Auch der Buntspecht macht mit beim derzeitigen Internet-Trend und postet ein Selfie mit dem Kommentar "Feeling cute, might delete later...idk". #FeelingCute

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Die Queen kommt!

Wenn die Queen auf Besuch kommt, werfen sich alle in Schale. Die Requisiten unserer Schauspielerinnen und Schauspieler stehen bereit für die Hauptprobe zum Theaterstück "The Queen's Visit", das diesen Freitag 17. Januar im Rahmen der Museumsnacht Basel aufgeführt wird. Kommen Sie mit auf eine nächtliche Zeitreise. Szenische Rundgänge ab 18 Uhr zu jeder vollen und halben Stunde. Detaillierte Infos finden Sie hier.

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Frisch aufgeblüht

Ein kleiner, etwas verborgener Pfad verbindet die Gewächshäuser mit dem Weg zur Pfingstrosensammlung. Wer ihm folgt, wird mit einem unerwarteten Anblick belohnt. Üppig behangen mit zahlreichen gelben Schmetterlingsblüten präsentiert sich der Europäische Stechginster (Ulex europaeus). Seine "offizielle" Blütezeit wäre eigentlich im April und Mai. Wenn es ihm an seinem Standort gefällt, macht er aber ab Herbst eine Nachblüte, die bis in den Winter hinein reichen kann. Unser Exemplar scheint besonders glücklich zu sein, denn normalerweise fällt die zweite Blüte etwas dezenter aus, was man bei ihm wahrlich nicht behaupten kann…

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Ein zweites Mal Freude

Herzlichen Dank an alle, die mit viel Liebe unseren Weihnachtsbaum geschmückt haben. Ob Engel mit persönlichen Wünschen, verzierte Kugeln, handgemalte (Kinder-)Botschaften oder aufwendig gestaltete Sterne aus Holz und Moos - viele Menschen haben etwas ganz Besonderes mitgebracht und für einen üppig behangenen Baum gesorgt. 

Nun macht der Baumschmuck ein zweites Mal Freude. Bis Freitag, 10. Januar, darf sich jeder einen abgehängten Schmuck aussuchen, der ihm/ihr gefällt - auch, wenn man selber nichts in den Baum gehängt hat. 

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Frohe Festtage

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und viele erholsame Spaziergänge, klare Ausblicke und warmes Licht.

Schauen Sie während den Feiertagen einmal in den Merian Gärten vorbei! Unsere Tipps: 

Unseren Weihnachtsbaum mit einem persönlichen Mitbringsel schmücken Mehr...

Am vierten Adventssonntag mit Glühwein anstossen - Sonntag 22. Dezember von 16 bis 19 Uhr, vor der Villa Merian Zum Kalender...

Beim Gartenrundgang (öffentliche Führung) am Sonntag, 5. Januar um 14 Uhr Geschichten lauschen Zum Kalender...

 

Übrigens: Die Villa Merian macht Weihnachtsferien und bleibt von Montag, 23. Dezember bis Freitag, 10. Januar geschlossen. Ab Samstag, 11. Januar bedienen wir Sie wieder täglich von 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. 

Die Merian Gärten sind durchgehend täglich geöffnet, von 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

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Frisch aus dem Schatten getreten

Das Rhododendrontal hält Winterschlaf: Die Azaleen haben ihr Blätterkleid verloren und das Laub der Stauden ist dürr geworden. Plötzlich dominieren die wintergrünen Farne das Bild. Nebst den eher üblichen Arten gibt es auch einige seltenere Schönheiten zu sehen. So zum Beispiel der Ilexblättrige Mondsichelfarn (Polystichum falcatum var. fortunei), der Asiatische Karottenfarn (Onychium japonicum) (Bild) oder der Spinnwebenfarn (Arachniodes standishii).

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Bild des Tages

Wir haben einen frischen, sehr steilen Höhleneingang im Nordgarten entdeckt. Die Wildcamera verrät uns, wer darin wohnt: ein Dachs!