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Pflanze des Monats Oktober

Reineckie, Metzgerpalme (Reineckea carnea )

Dieses Gras wuchs jahrelang unbeachtet in einer dunklen Ecke, bis wir bemerkten, dass es gar keines ist. Die Pflanze heisst Reineckie und ist entfernt mit Maiglöckchen verwandt – gewissermassen eine Cousine fünfzehnten Grades.

Der im Handel verbreitete Name Japanisches Maiglöckchen ist leider irreführend: Dieses Gewächs blüht weder im Mai noch hat es Glöckchen. Es ist einfach nur grün. Doch welch ein Grün! Kräftige Blätter stehen dicht an dicht und wachsen noch im tiefen Schatten. Ein warmer, windgeschützter Standort ist ideal, bei uns wächst diese Pflanze seit einem Vierteljahrhundert völlig problemlos. Ach, wenn sie auch noch blühen würde…

Und blühen tut sie. Jetzt, im Oktober. Tief unterm Laub versteckt versprühen zartrosa Blütenähren ihren Charme. Nur eins bekommen sie nicht ganz hin: In Katalogen wird oft von zartem Duft berichtet, wir haben bisher jedoch nur ganz leichten Modergeruch feststellen können. Irgendwas ist immer.

Standort: im Rhodotal, Eingang Neue Welt

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Der Blitz schlug ein!

Mit einem gewaltigen Knall schlug am Sonntagmorgen ein Blitz in einen grossen Baum neben der Villa ein.

Durch den Blitzeinschlag barst der mächtige Stamm des Ginkgo-Baumes entzwei. Was für ein Schicksalsschlag! 150 Jahre waren in Millisekunden dahin.

Holzsplitter und armdicke Äste lagen auf dem Vorplatz der Villa. Die Krone blieb dank den letzten ganzen Fasern knapp am Stamm. Schnell wurde das Gelände grossräumig abgesperrt und wir bangten, dass ein Windstoss den labilen Baum in Richtung Villa zu Fall bringen würde.

Mit einer Sonntags-Sondergenehmigung kam ein tonnenschwerer Fäll-Krahn vorbei und entschärfte die Situation. Innerhalb einer Stunde lag der Baum zerstückelt am Boden. Bis zum Fuss war der Baumstamm gespalten – was für eine Naturgewalt! 

Blitz-Schadens-Bilanz: ein alter Baum mit viel Geschichte, von herunterfallenden Ästen beschädigte Sonnenschirme und Tische und ein Stromausfall in der Villa. Da hatten wir nochmals Glück im Unglück.

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Abschluss der Dyychwoche 2021

Mittlerweile neigt sich die Dyychwoche 2021 dem Ende zu. Heute ist bereits Freitag - Zeit zurückzublicken:

Unsere Vorstellung der Dyychwoche war es ein paar abwechslungsreiche und kurzweilige Tage in der Natur zu verbringen. Diese Erwartungen haben sich erfüllt.

Wir haben uns untereinander und mit den Leuten der Meriangärten gut verstanden, was das Arbeiten sehr erleichterte und für eine gute Stimmung sorgte.

In dieser Woche gelang es uns alle wichtigen geplanten Arbeiten fertigzustellen. So konnten wir die Uferverbauung erneuern und unsere selbstgebauten Faschinen in den Dyych verankern. Ziel dieser Faschinen ist es die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers zu verlangsamen und es in die Mitte des Gewässers zu leiten. Wir haben auch einen mit Algen verschmutzten Teich gesäubert, damit er als Lebensraum für Tiere wie Frösche und Insekten dienen kann. Direkt neben dem Teich konnten wir eine Wieselburg errichten, damit die Wiesel einen sicheren Platz haben, um ihre Jungtiere aufzuziehen.

Das Highlight der Woche war die Sichtung eines Eisvogel, der gleich über unseren Köpfen hinwegflitzte - wow! Der Eisvogel kommt in ganz Europa vereinzelt vor, jedoch sticht er in der Schweiz mit seinem türkis-orangenen Federkleid unter allen einheimischen Vogelarten besonders hervor.

 

Über die Dyychwoche
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Los geht's! Start in die Dyychwoche 2021

Wir sind die Klasse 2h aus dem Sekundarschulhaus St. Alban und werden im Verlauf der Woche verschiedene Arbeiten ausführen, um den Mühle- und den St. Albandyych zu unterhalten:

Uferverbauungen, sogenannte Faschinen müssen ersetzt und Bretterwände erneuert werden. Zudem erhalten die Wiesel eine neue «Wieselburg» und die Amphibien ein Feuchtbiotop.

Die Woche startete wolkenverhangen, aber glücklicherweise verspricht das Wetter im Verlauf der Woche wärmer und trockener zu werden! Die Arbeit war gleich von Beginn an streng und wir kamen heftig ins Schwitzen.

Umso mehr freuten wir uns auf das leckere Essen: Flammenkuchen als Apéro und Älplermagronen als Hauptspeise. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Der Dyych lebt! Wir konnten unter anderem Fische und Signalkrebse beobachten. Es gelang uns sogar einen Signalkrebs zu von Hand zu fangen und seine roten Scheeren zu bestaunen – eindrücklich!

Wir sind gespannt, was uns die weitere Woche bringen wird.

 

Über die Dyychwoche
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Neuanpflanzung und mehr Ferienfeeling

In Vorder Brüglingen, zurzeit noch abgeschirmt hinter dem Bauzaun, entsteht eine neue Akzentpflanzung. Hier wird bald ein Eintauchen in eine exotische Mischung aus Hartlaubgewächsen, Blattschmuckstauden und eine an die Garrigue anlehnende Vegetationswelt möglich sein. Ein speziell durchlässiges und wärmespeicherndes Substrat stellt sicher, dass sich die mediterranen Pflanzen hier wohlfühlen. Mit viel Fachwissen sind unsere Gärtnerinnen und Gärtner momentan dabei, jede Pflanze an ihren zusagenden Standort zu verteilen und anschliessend einzupflanzen.

Mehr zum Umbau
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Bild des Tages

Sanfte Begegnung mit einer Blindschleiche... Beim Mähen aus dem Gras gerettet, haben wir sie unversehrt ins Dornendickicht am Wiesenrand entlassen um gemütlich weiter das zu tun, was Blindschleichen den ganzen Tag so tun. 

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Pflanze des Monats September

BLAUE PASSIONSBLUME (Passiflora caerulea)

Aus südamerikanischen Gefilden stammt die Blaue Passionsblume, eine markante Schönheit mit exotischem Aussehen. Oft fristet sie ihr tristes Leben in zu kleinen Töpfen auf Balkons und winters in trockener Heizungsluft. Dabei ist sie erstaunlich winterhart, wenn sie einen warmen Platz und etwas Schutz bekommt. Unser tolles Exemplar hat schon einige Jahre draussen verbracht und zeigt jetzt, was in ihm steckt. Die Blaue Passionsblume kann mehrere Meter hoch wachsen, blüht vom Sommer bis in den Herbst und ist beim Boden nicht wählerisch, solange die Drainage stimmt.

Alles an ihr ist pure Schönheit: Das gefingerte Laub! Die Rankenspiralen! Der grazile Wuchs! Die eigenartige Blüte! Die Früchte… nun ja. Schön und essbar mögen sie sein, schmecken aber nicht besonders gut. Trotzdem werden sie von unbekannten Nachttieren – wir vermuten Waldmäuse – gefressen, denn morgens liegen sie zerfleddert am Boden. Also die Früchte, nicht die Nachttiere.

Ihren Namen bekam die Passionsblume wegen ihrer Blütenorgane, die das Leiden Christi symbolisieren sollen: Die drei Griffel mit den markanten Narben stehen für die Nägel am Kreuz, die Staubblätter für die fünf Wunden, und der Strahlenkranz stellt die Dornenkrone dar. Dabei stammt diese Pflanze aus Südamerika und existierte schon Jahrtausende vor der Ankunft christlicher Seefahrt. Wie sie wohl damals geheissen hat?

Standort: im Gemüsegarten

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Die Weisse Heideschnecke macht Sommerpause

Hitze und Trockenheit sind der grosse Feind jeder Schnecke. Doch die Weisse Heideschnecke Xerolenta obvia (auch Östliche Heideschnecke genannt) lebt genau da, wo es in den Merian Gärten im Sommer am heissesten wird. Im Trockenbiotop und in den Wiesen auf dem Hochplateau kann man zurzeit ihre Kletterkünste bewundern. Wenn die Sonne den Boden aufheizt, fliehen sie nämlich in die Höhe. Die Schnecken kriechen trockene Pflanzenstengel hoch, verschliessen die Öffnung von ihrem Haus und überdauern Wochenlang ohne Nahrung – bis die kühleren Herbsttage beginnen.

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Wertvolle Post aus den USA

Butterfly Blue, Dalila, Indiana Night oder Celestial Snow heissen die Neuen. Sorgfältig in Holzwolle eingepackt sind rund 90 Rhizome von historischen Irissorten nach mehrwöchiger Reise aus den USA eingetroffen.

Unsere Sammlung hat in den letzten Jahrzehnten einige Verluste erlitten. Es kommt immer mal wieder vor, dass einzelne Pflanzen eingehen und so sind nicht mehr alle Sorten vorhanden, die einmal Teil der ursprünglichen Sammlung von Helene von Stein-Zeppelin waren. Wir sind nun dabei, diese Sorten zu ergänzen. Doch einfacher gesagt als getan, denn es handelt sich um wirklich seltene Sorten die man nicht einfach im Laden kaufen kann. Viele der Sorten gibt es nicht einmal in ganz Europa!

So kommt unsere Zusammenarbeit mit der Historic Iris Preservation Society (HIPS) in den USA ins Spiel. Diese meldete unsere Sorten-Wunschliste an die Irisfreunde in ihrem Netzwerk. Daraufhin schickte jeder, der in seinem privaten Garten eine dieser Sorten pflegt, ein Rhizom davon auf Reisen. Und wir erhielten die Meldung, dass sich alle freuen, dass die seltenen Sorten einen weiteren Standort erhalten, um ihr Fortbestehen zu sichern.

Und so eine Reise in die Schweiz ist kompliziert, denn die Einfuhrbestimmungen sind streng. Die Rhizome mussten gewaschen und alle Erde entfernt werden. Ein Pflanzeninspektor prüfte, dass die Pflanzen keine Krankheitsanzeichen haben und stellte ein Pflanzengesundheitszeugnis aus.  Mit diesem durften die Pflanzen dann das Land verlassen. Bei der Ankunft am Flughafen kontrollierte dann der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst noch einmal Rhizome und Papiere und gab das wertvolle Paket zur Einfuhr frei. 

Nach mehreren Wochen unterwegs sind die Rhizome nun wohlbehalten, wenn auch ein bisschen trocken, bei uns angekommen. Nach kurzem Aufenthalt im Wasserbad wurden sie bereits mit neuen Etiketten versehen und eingepflanzt.

Weiterer Austausch ist geplant in den nächsten Jahren: unsere Sammlung ist noch nicht vollständig und auch die Mitglieder der HIPS können es kaum erwarten, einige Sorten von uns zu bekommen.

Mehr über die Irissammlung