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Baustelle im Bauerngarten

Sumpf statt Gemüse… Zurzeit brummt der Bagger im Bauerngarten. Wir setzten nämlich die im letzten Winter begonnenen Arbeiten fort und bauen eine Drainage ein.

Dazu heben wir die Beete komplett aus. Anschliessend füllen wir eine 20 Zentimeter dicke Schicht Rundkies ein, decken diese mit Vlies ab und füllen die Beete wieder mit Humus auf. Das Wasser sollte dann, wie in einem Sickerbecken, in die Kiesschicht ablaufen und dort langsam in den Boden versickern. Das Vlies verhindert, dass die Nässe zurück in die Erdschicht aufsteigt.

Gemüse hat gar nicht gerne nasse Füsse. In den letzten Jahren machte stehendes Wasser den Pflanzen im Bauerngarten zu schaffen. Das sollte nun besser werden. In der Abschnitt, der letzten Winter bearbeitet wurde, wuchs das Gemüse diesen Sommer deutlich kräftiger und auch die Erde blieb schön locker.

Bis Weihnachten sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Beete wieder hergestellt. Im neuen Jahr werden wir dann noch die Wege erneuern. Im nächsten Winter folgt dann der nächste Abschnitt.

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Reinigung der Nistkästen

Da ein Mangel an Baumhöhlen besteht, fehlen für viele Höhlenbrüter geeignete Nistplätze. Deshalb platzieren wir in den Merian Gärten an Baumstämmen Nistkästen für möglichst viele Vogelarten. Heute wurde die jährliche Reinigung von rund 40 Nistkästen durchgeführt. Dabei kamen vielzählige Vogelnester zum Vorschein, manche davon bildeten die Vögel mithilfe von Schafwolle oder Hanfpalmenmaterial aus den Gärten. In den meisten Nistkästen befanden sich Nester von Kohl- und Blaumeisen. In ein paar Nistkästen richteten sich gar Wespenkolonien und Mäuse ihr Nest ein, in wenigen Nistkästen waren nur Spinnen vorzufinden oder sie waren ganz leer. Für die Reinigung benötigt es Arbeitshandschuhe zum Schutz vor Vogelflöhen, wenn die Kastenklappe geöffnet und die Nester herausgeholt und entsorgt werden. Die jährliche Reinigung ist notwendig, um Parasiten zu beseitigen und so mögliche Krankheiten vorzubeugen.

Seit neustem übernehmen wir auch die Pflege der Nistkästen für Mauersegler und Mehlschwalben. Diese wurden seit 1975 durch den Natur- und Vogelschutzverein Münchenstein und durch seinen ehemaligen Präsidenten Werner Gysin betreut. Er selber hatte sich damals dafür eingesetzt, wegfallende Nistmöglichkeiten (weil z.B. offene Dächer verschlossen wurden) durch künstliche Nisthilfen zu ersetzen. Mit Erfolg: die Mehlschwalbenkolonie ist heute eine der grössten der Nordwestschweiz.

Die Übernahme der Pflege durch die Merian Gärten ist wichtig für das Bestehen der Vogelkolonie. Wir beobachten den Bestand, und reinigen sowie reparieren die Nisthilfen periodisch im Winterhalbjahr während die Vögel 8000 Kilometer entfernt im südlichen Afrika sind.

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Pflanze der Monate Dezember und Januar

Tilia platyphyllos

Linden… was könnte man alles darüber schreiben! Von Tanzlinden, Gerichtslinden, von Schnitzereien, Symbolik und unzähligen Gasthöfen zur Linde. In vielen Gegenden wurden sie mitten im Dorf gepflanzt. Da sie in der Natur gar nicht so häufig vorkommen, zeigen einzelne Linden im Flachland oft ehemalige Dörfer oder Gehöfte an.

Manche Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden. Verglichen mit diesen Baumdenkmälern ist die grosse Linde in Brüglingen mit ihren nicht mal 200 Jahren noch ein Jungspund. Vermutlich wurde sie etwa 1835 gepflanzt, als das Hofgut Vorder Brüglingen von Christoph und Margaretha Merian erbaut wurde. Immerhin ist sie damit älter als die Elisabethenkirche, Drämmli und Mustermesse.  

Die zunehmende Hitze setzt unserer Linde zu. Bei Trockenheit wird sie bewässert, und die Baumpfleger kümmern sich um ihre Gesundheit und Stabilität. Meisen, Baumläufer, Lindwürmer, Feuerwanzen und wir alle hoffen, dass diese Linde noch lange mit ihrem zarten Austrieb, dem sommerkühlen Schatten und ihrer mächtigen Gestalt diesen Ort beschützt.  

*Aufgrund von Kälte und Dunkelheit bleibt die Pflanze des Monats Dezember frisch bis Ende Januar.

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Chinaschilf-Mulch für den Asternhügel

Nicht alle Staudenpflanzungen bieten über den Winter dekorative Strukturen. Der Asternhügel zum Beispiel ist nach dem Abblühen eher unansehnlich. Auch wollen wir dort früh genug Platz machen für die zahlreichen Zwiebelpflanzen, welche bereits zeitig im Frühjahr zu blühen beginnen. Ideal für Boden und Natur wäre in diesem Fall, die dürren Astern kleinzuschneiden und als Mulch vor Ort liegen zu lassen. Was den Vorteil hat, gleichzeitig den Unkrautwuchs einzudämmen. Da wir die letzten beiden Jahre vermehrt mit Mehltau zu kämpfen hatten, wollen wir aber das befallene Pflanzenmaterial nicht weiterverwenden. Deshalb testeten wir im vergangenen Jahr als Ersatz einen Mulch aus Chinaschilf-Häcksel und waren so zufrieden damit, dass wir dieses Jahr ebenfalls darauf zurückgreifen. Das Material erfüllt seinen Zweck, ist gut auszubringen und sieht auch optisch ansprechend aus.

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WEIHNACHTSBAUM WIRD EINGERICHTET

Heute haben wir wieder den grossen Weihnachtsbaum in den Merian Gärten aufgestellt. Vor der Villa Merian steht auch dieses Jahr ein sechs Meter hoher Tannenbaum, der geschmückt werden will. Die Grunddekoration mit Weihnachtskugeln und Materialien aus den Merian Gärten wie Waldreben-Girlande, Tannenzweige und Äpfel haben wir bereits aufgehängt. Nun kommen Sie zum Zug.

Vom 1. Advent bis Weihnachten dürfen unsere Besucherinnen und Besucher eigenen Baumschmuck mitbringen, um sich selbst und anderen eine Freude zu machen. Schnur und Draht stehen bereit, jeder darf seine Dekoration selber aufhängen. Machen Sie mit! 

Mehr Infos
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Frisch aufgeblüht

Ein Besuch der Clematissammlung lohnt sich momentan insbesondere wegen der schönen Samenstände. Wer aber etwas sucht, wird dazwischen auch Blüten entdecken. Nämlich die der Balearischen Waldrebe (Clematis cirrhosa). Obwohl sie in der Schweiz als nicht winterhart gilt, gefällt es ihr hier in Basel gut. Zum Schutz vor der Wintersonne wird die Pflanze aber, in einigen Tagen, etwas mit Tannästen abgedeckt. Bei günstiger Witterung werden die Blüten trotzdem den ganzen Winter über zu sehen sein.

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Noch einmal Rasenmähen

Während andere schon langsam an den Adventskranz denken, sind wir immer noch am Rasenmähen! Hoffentlich zum letzten mal in diesem Jahr, denn man muss sich schon ganz schön warm einpacken. Doch so lange die Durchschnittstemperaturen bei 6 bis 8 Grad liegen, wächst der Rasen und muss gepflegt werden. Ein niedriger Rasen ist besser durchlüftet. So entstehen weniger (Pilz-)krankheiten und das Gras kann im Frühling wieder gesund und kräftig wachsen. 

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Neue (alte) Iris für die Enzyklopädie

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und in den Gärten wird es ruhiger. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern haben Gartenbegeisterte nun Zeit sich mehr theoretischen Dingen zuzuwenden. Die HIPS (Historic Iris Preservation Society), eine Untergruppe der American Iris Society, zum Beispiel, hat sich vorgenommen ihre Iris Enzyklopädie zu erweitern. Mit viel Fachwissen und Begeisterung helfen zahlreiche Irisangefressene aus aller Welt dabei, auf dieser Internetseite möglichst alle Iris-Sorten die es gibt (und je gab) aufzulisten und zu beschreiben. Bisher wurden insbesondere registrierte Züchtungen aufgenommen, denn diese werden bei der Registrierung mit Kurzbeschrieben in einer Checklist veröffentlicht.

Nun sollen auch Iris aufgenommen werden, welche nie offiziell registriert wurden. Eine Züchterin solcher Sorten war Helen von Stein-Zeppelin. Zwölf ihrer Züchtungen stehen in unserer Irissammlung – vielleicht der einzige Ort wo sie noch vorhanden sind. Als Mitglied der HIPS und fleissige Nutzer der Enzyklopädie unterstützen wir dieses Projekt mit Rat und Tat. In diesem Fall zum Beispiel mit Bildern und Originalbeschrieben ebenjener Zeppelin-Sorten.

Iris 'Little Valse' (Zeppelin 1948)
Iris 'Ravel' (Zeppelin 1950)
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Frisch aufgeblüht

Wer genau hinschaut, entdeckt in der Rabatte vor dem Eingang St. Jakob die ersten Schneeglöckchen. Vorsichtig recken sie ihre Köpfchen zwischen der Aster 'Ezo Murasaki' hervor. Auch am Fusse der Linde hinter dem Eingang, sind erste Blüten zu sehen. Es handelt sich dabei um besonders frühe Typen von Galanthus elwesii.

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Pflanze des Monats

Freiland-Fuchsie (Fuchsia magellanica)

Ja, es gibt sie, die (fast) perfekte Pflanze mit roten Blüten bis zum Frost, welche sich auch gut in der Vase macht. Die zudem wertvollen Honig liefert, nicht zu gross wird und ungiftig ist: Die Freiland-Fuchsie ist eine Bereicherung für fast alle Gärten und kommt mit jedem halbwegs normalen Boden zurecht, wenn es nicht zu trocken ist. Sie wird viel zu selten gepflanzt. Am häufigsten bekommt man 'Gracilis', es gibt aber auch weisse und zweifarbige Sorten.

Die Freiland-Fuchsie stammt von der Südhalbkugel, aus Patagonien. Dass ihre Blüten deshalb nach unten zeigen, ist aber nur ein alter Gärtnerwitz; sie hängen, weil sie in regenreichen Gebieten wachsen. Dort werden sie von Kolibris bestäubt, aber hiesige Bienen und Hummeln erledigen dies genauso gut, wie man an den zahlreichen Beeren erkennen kann. Diese sind essbar, wenn auch etwas fad und kratzend.

Das 'Freiland' im Namen der Fuchsie darf man nicht überall wörtlich nehmen, in kühleren Gegenden braucht sie einen Winterschutz aus trockenem Laub und Tannenzweigen. Im April wird sie zurückgeschnitten und mit etwas Kompost oder Dünger versorgt. Im Sommer wird sie manchmal von grossen Raupen des Mittleren Weinschwärmers befallen. Statt deshalb in Hysterie zu verfallen, sollte man sich daran freuen und den Viechern ein paar Zweige gönnen: Der Schaden hält sich in Grenzen, diese Nachtfalter sind wunderschön - und auch wir schwärmen schliesslich für Wein.