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AUF WIEDERSEHN DAHLIEN, HALLO VERGISSMEINNICHT

Letzte Woche hat das Gärtner-Team den Wechselflor auf die kommenden Monate vorbereitet. Hierfür wurden am Mühlidych beim Bauerngarten ca. 60 Dahlien aus der Sammlung von ProSpecie Rara zuerst auf Kniehöhe zurückgeschnitten um einen bessern Griff zu schaffen. Die Knollen wurden daraufhin vorsichtig mit der Grabgabel ausgehoben und die noch an der Knolle haftende Erde leicht abgeklopft. Anschliessend bekamen die Dahlien ihren zweiten Rückschnitt – dieses Mal handbreit. Weil die Knollen nächstes Jahr am Knollenhals wieder austreiben gilt es, diese Zone beim Knollenhals während dem Ausgraben und Rückschnitt vorsichtig zu behandeln und nicht abzubrechen. Die Knollen werden über den Winter im frostfreien Keller, wo es nicht zu feucht und auch nicht zu trocken ist, gelagert. Während dem Winter, wird das Gärtner-Team einen prüfenden Blick auf die Dahlien-Knollen in dem Keller werfen und verfaulte Stellen wegschneiden und auf Mäusefrass kontrollieren.

Damit die Fläche am Mühlidych beim Bauerngarten auch über den Winter hübsch aussieht, wurde ein Winter-Frühlingsflor kreiert, welcher mit rund 430 Pflanzen von sieben verschiedenen überwinternden Arten und Sorten bestückt ist. Damit diese noch von der Wärme profitieren und gut anwachsen können hat wurden die Dahlien schon jetzt, vor dem Frost ausgegraben.

Vom gelblichen Glanz der Zitronengelben Narzissen und dem Goldgelben Goldlack bis hin zum rosafarbigen Feuerwerk der Rosa Vergissmeinnicht - man kann sich schon jetzt auf das Wechselspiel der Farben freuen.

Beim Wechselflor werden die Knollen für den Frühlingsflor eingepflanzt
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Pflanze des Monats

EICHENBLÄTTRIGE HORTENSIE (Hydrangea quercifolia)

Die Eichenblatt-Hortensie besitzt einen eher zurückhaltenden Charme. Ihr markant gelapptes Laub färbt sich im Herbst rot und bleibt oft lange bestehen, die cremefarbenen Blüten sind hübsch, aber nicht sehr auffällig. Sie braucht keinen Schnitt und wird mit den Jahren immer schöner.

Hydrangea kommt aus dem Griechischen, gerüchteweise soll er «Wassersäuferin» bedeuten, weil Hortensien gerne feucht stehen. Das scheint plausibel, ist aber falsch: der Name bezeichnet ein Wassergefäss und bezieht sich auf die Form der Frucht. Die Botaniker hatten damals oft nur gepresste Pflanzenteile und keine Informationen über die Ansprüche der Pflanzen zur Verfügung.

Der ehemalige Name Hortensia stammt vom Botaniker Philibert Commerson, welcher die Gattung nach einer Dame namens Hortense benannt hat. Leider ist nicht bekannt, wer genau gemeint war. Zur Auswahl stehen: Hortense Barré, die eigentlich Jeanne Barret hiess und in männlicher Verkleidung auf einer Expedition als sein Diener mitfuhr, Hortense Lepaute (diese hiess jedoch Nicole-Reine), Hortense, Tochter von Kaiserin Josephine, die aber leider erst einige Jahre später zur Welt kam, und (am wahrscheinlichsten) Hortense de Nassau, die wirklich Hortense hiess und mit Commerson an derselben Expedition beteiligt war. Aber immerhin ist der Artname schnell erklärt: «Quercifolia» heisst auf lateinisch «eichenblättrig».

Standort: Bei der Villa Merian finden Sie unsere Pflanze des Monats November.

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DAS WANDELNDE BILD DER BÄUME

Das Erscheinungsbild der Merian Gärten wird nebst den Sammlungen und Sortimenten auch durch die rund 900 Bäume stark geprägt. Auch wenn es in der Momentaufnahme nicht direkt ersichtlich ist, ein Baum befindet sich stetig im Wandel: Der Baumstamm gewinnt an Umfang, das äussere Gerüst aus bestehenden Ästen wird durch die Bildung von neuen Ästen erweitert, Blätter werden gebildet und im Herbst als Laub wieder fallen gelassen. Die Bäume müssen aber auch schädliche Pilze und andere Krankheiten abwehren und den äusseren Gegebenheiten, wie einem starken Sturm oder Trockenheit, Stand halten. Die Zeit nagt dann zum Teil an den Bäumen und kann zu Instabilität vom Baumgerüst führen.   

Um die Gefahr von abbrechenden Ästen oder gar umstürzenden Bäumen zu vermeiden, werden die Bäume regelmässig von Baumpflegern auf deren Gesundheitszustand und Stabilität geprüft.

Die Baumpfleger haben bei den letzten Untersuchen festgestellt, dass eine Blutbuche, einzelne Pappeln und Eschen-Ahorn, von deren Stabilität her bedenklich sind. Daher wurden im Verlauf der vergangenen Woche, mehrere Sicherheitsfällungen durchgeführt.

Die Blutbuche wird im Sinne der Gartendenkmalpflege, wieder durch einen Baum derselben Art ersetzt. 

 

Eine Pappel wird mit einem grossen Spezialgerät stückweise abgetragen.
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Neulich auf der Wildkamera

Wo sich Fuchs und Hase — aber nein! Wo sich Biber und Waldkauz zum Mitternachtsschwumm treffen... 

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Feuerwehreinsatz im Lehmhaus

Glück im Unglück! Wegen starker Rauchentwicklung im Lehmhaus musste am Samstagabend die Feuerwehr alarmiert werden. Schnell zeigte sich, dass im Bereich des Holzbackofens in der Lehmhausküche unbemerkt ein Brandherd entstanden war. Um diesen zu lokalisieren, probierten die Einsatzleute zuerst von der Küche her einen Zugang zu schaffen. Doch durch die starke Rauchentwicklung im Hohlraum hinter und über dem Ofen war es nicht möglich zu erkennen, wo der Brand schwelte. Schliesslich musste die Fassade hinter dem Ofen aufgebrochen werden.  Erst als ein Teil der Stampflehmwand entfernt wurde, konnte der Brand gelöscht werden. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Die Ursache wird untersucht; dann beginnen die Aufräumarbeiten.

Information für Lehrpersonen: Unsere aktuellen Schulkurse finden statt! Die Lehmhausküche kann zurzeit nicht benutzt werden, aber wir können mit den Kursen ausweichen.
Der Kurs "Holzofenbrot & Getreidemühle" kann diese Saison nicht gebucht werden. 

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12 neue "Gärtchen" fürs Lehmhaus

Heute bekam das Lehmhaus neue Hingucker: Insgesamt hat das Gärtner-Team 12 Töpfe in verschiedenen Grössen und Formen bepflanzt. Das Gärtner-Team hat für jeden Topf einen idealen Platz ausgesucht und die Töpfe dann mit Erde befüllt. Die bereits im Vorfeld ausgewählten Pflanzen wurden auf die Töpfe aufgeteilt und vorplatziert. Ein letzter prüfender Blick vom Gärtner-Team wird gefolgt vom Ausgraben der ersten Löcher mit der Gartenschaufel. Sowohl Setzlinge wie auch Zwiebeln werden vom Gärtner-Team in die Löcher eingepflanzt und von Hand mit Erde bedeckt. Zum Abschluss erhalten die Pflanzen ihren ersten Wasserguss in ihrem neuen Zuhause.

Die Pflanzen in jedem Topf wurden nach bestimmten Kriterien ausgewählt und aufeinander abgestimmt. Übers ganze Jahr hin, kann man sich nun in jedem Topf an etwas Farbigem und z.T. Blühendem erfreuen. Nebst dem schönen Erscheinungsbild, werden manche der Pflanzen zukünftig auch bei den Angeboten für Schulklassen direkt eingesetzt.

neue Töpfe beim Lehmhaus
neue Töpfe vor dem Lehmhaus
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Neue Winteröffnungszeiten der Villa Merian

Die Villa Merian Café & Restaurant hat seit heute bis Ende März 2021 neue Winteröffnungszeiten. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Von Mittwoch bis Sonntag empfangen wir Sie gerne weiterhin ab 9 bis 18 Uhr. 

Für Gruppen von mindestens 10 Personen öffnen wir auf Voranmeldung auch am Montag und Dienstag.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Frisch aufgeblüht

farbenprächtige Fuchsienblühte

Die kühle Herbsluft umhüllt einen und an der Inneseite vom Kelchblatt der Fuchsia magellanica ‘Arauco’ hängt noch ein Wassertropfen vom Morgentau. Erfreuen Sie sich beim nächsten Herbstspaziergang im Rododendrontal an diesen speziellen, farbenprächtigen Blüten. 

Diese Fuchsie kommt ursprünglich aus Chile (Arauco). Bei der Namensgebung scheint es noch Unklarheiten zu geben. So findet man auch die Variante Fuchsia magellanica var. arauco oder die Kombi aus beidem Fuchsia magellanica var. ‘Arauco’

 

 

 

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Rodung der Kirschlorbeerhecken

Die Rodungsarbeiten im Bereich zwischen den Gewächshäusern und dem Ökonomiegebäude gehen gut voran. Zurzeit werden die Kirschlorbeerhecken entfernt. Auch hierfür kommt der Bagger zum Einsatz. Beim Ausreissen der Kirschlorbeer achtet das Gärtner-Team darauf, mit den Baggerzähnen nicht die Wurzeln von den umliegenden Eichenbäumen zu verletzten. 

Weil aus den Kirschlorbeer-Wurzeln rasch wieder ein neuer Trieb wachsen kann, ist es wichtig möglichst alle Wurzeln im Erdreich zu entfernen. Im nächsten Frühling überprüft das Gärtner-Team dann, ob sie alle Wurzeln erfolgreich entfernt haben, oder ob doch noch einzelne Sprosse gewachsen sind.   

Der Kirschlorbeer hat seinen Ursprung in Südwestasien und gilt in der Schweiz als invasiver Neophyt. Dies bedeutet, dass die Pflanze nicht einheimisch ist und Schäden im ökologischem, sozialem und ökonomischen Bereich verursachen kann. Auf der «Schwarzen Liste» von InfoFlora sind alle invasive Neophyten aufgelistet welche solche Schäden verursachen können. Nebst dem Kirschlorbeer befinden sich noch weitere 57 Pflanzen auf dieser «Schwarzen Liste». Es gibt aber auch invasive Neophyten die zwar noch keine Schäden verursachen aber das Potential dazu haben. Diese Pflanzen sind auf der sogenannten «Watch List» und müssen überwacht werden.

Mehr zum Umbau Vorder Brüglingen
Das Labyrinth ist nun entfernt und die Rodungen gehen voran
Der Bagger entfernt die Kirschlorbeerbäume
Das Pflanzenmaterial wird abtransportiert
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Pflanze des Monats

Namenlose Aster (Symphyotrichum anonymum ‘Genpoolsalat’)

Haben Sie schon erlebt, dass Sie einen Pflanzennamen wissen wollten und kein Etikett gefunden haben? Das kann diverse Gründe haben: Manche Pflanzen wachsen schneller, als wir Gärtnerinnen und Gärtner rennen können. Liebenswerte Zeitgenossen verteilen die Schilder gerne kreativ im Garten; wir haben diese schon zu Lande, zu Wasser und im Gestrüpp wiedergefunden. Oder eine Pflanze steht mehrfach im Beet, ist aber nur einmal etikettiert.

Am Farbhügel kommen alle drei Varianten vor, aber der häufigste Grund für vergebliches Suchen sind namenlose Herbstastern. 2003 wurden hier diverse Sorten gepflanzt. Ein paar davon stehen noch hier, und mit etwas Glück findet man ihr Namensschild irgendwo im Dickicht. Seither säen sie sich aus, bastardisieren quer durch die Beete und verschwinden inzwischen in der Masse ihrer Nachkommen. Diese unterscheiden sich von den Eltern, sie weisen eher verwaschene Farben und kleine Blüten auf. Und jede Pflanze ist anders als die anderen.

In den ersten Jahren wurden langweilige oder stark wuchernde Sämlinge entfernt, andere umgepflanzt und einige sogar vermehrt. Inzwischen ist es eine individuelle Mischung, die sich jedes Jahr verändert. Einen Namen haben diese Astern natürlich nicht, und man kann sie nirgends kaufen. Doch wenn Sie Herbstastern in verschiedenen Farben, Wuchshöhen und Blütenformen in Ihren Garten setzen und die Sämlinge nicht jäten, haben Sie schon in wenigen Jahren Ihre ganz individuelle, wenn auch namenlose Überraschungsasternwolke.

Standort: Wenn Sie den Eingang St. Jakob nehmen, befindet sich auf der linken Seite am Farbhügel unsere Pflanze des Monats Oktober.