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Grosse Auszeichnung für die Merian Gärten

Die Merian Gärten sind mit dem Europäischen Gartenpreis 2019/2020 in der Kategorie "Gartenkulturelles Erbe in Europa" für ihre besonderen Leistungen im Bereich Bildung und Vermittlung mit dem zweiten Preis ausgezeichnet worden. An der Preisverleihung in Jüchen bei Düsseldorf (DE) wurden am Freitagabend die schönsten Gärten in ganz Europa prämiert.

Hier geht es zur Medienmitteilung
 

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Wir jäten auf dem Dach!

Auf den Flachdächern von Hühnerstall, Bienenhaus und Topflager wachsen verschiedene Sedum-Arten. Nebst Sedum ‑ die dicke Blätter haben, in denen sie Wasser speichern und so auf sehr trockenen und heissen Böden oder eben Dächern leben können ‑ siedeln sich allmählich auch andere Arten wie Schnittlauch, Oregano und Leinkraut an, die an einem exponierten Standort wie auf dem Dach überleben können.

Auch für Insekten und Spinnen wie etwa die Wespenspinne bieten die Dächer einen Lebensraum. Zweimal jährlich jäten unsere Gärtnerinnen und Gärtner kleine Bäume und Löwenzahn aus. Diese Pflanzen mit sehr tiefen Wurzeln könnten gar die Dachfolie durchwurzeln. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Wasserabläufe kontrolliert.

Gärtner beim Jäten auf dem Flachdach des Hühnerstalls
Wespenspinne
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Pflanze des Monats

DUNKELLAUBIGE SEPTEMBER-SILBERKERZE (Actaea simplex 'Atropurpurea')

Eigentlich wäre diese September-Silberkerze ein Muss für jeden Garten: Im Frühling hält sie sich vornehm zurück und überlässt ihren Platz Krokussen, Tulpen oder Schneeglöckchen; auch den sommerblühenden Pflanzen stiehlt sie nicht die Schau, sondern sorgt mit ihrem dunklen Laub für dezente Begleitung. Doch im September, wenn die meisten Stauden sichtlich erschöpft sind von der Mühe des Sommers, öffnen sich ihre weissen Blüten. Wenn der Wind günstig steht, streicht ihr Duft über den ganzen Platz.

Eigentlich. Doch diese Silberkerze hat Ansprüche, welche im heissen, trockenen Basel etwas schwierig zu erfüllen sind: Einen kühlen Platz im Halbschatten hätte sie gern, und dazu humus-reichen, feuchten Boden, bitteschön. Und nicht zu viel Konkurrenz durch grosse Bäume... Ohne regelmässiges Giessen wären unsere Pflanzen schon im ersten Sommer vertrocknet.

Und dann ist da noch das Namensdurcheinander: Zuerst hiess die Silberkerze Actaea, vor über hundert Jahren wurde sie in Cimicifuga umbenannt. Seit 20 Jahren ist man wieder bei Actaea angelangt, was aber viele Gärtnereien nicht wissen. Und die Art erst! Mal heisst sie Actaea ramosa (was es gar nicht gibt) oder racemosa (was eine ganz andere Art aus Amerika ist). Aber all das ist letztendlich egal - Hauptsache, es geht wieder los mit dem Tanz der weissen Würste!

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Blütenspaziergang im August

Die Temperaturen sind etwas kühler geworden. Damit können wir für den August einen ausgiebigeren Blütenrundgang wagen. Start ist beim Foliengewächshaus, wo eine Setchuan-Brombeere (Rubus setchuenensis) und eine Rattanrebe (Berchemia racemosa) blühen. Nun betreten Sie den Nutzpflanzengarten. Insbesondere im Bereich der Färberpflanzen erfreut momentan eine bunte Farbenpracht. Verlassen Sie den Garten dann Richtung Irissammlung, wo im Hang verschiedene Kräuselmyrten (Lagerstroemia) blühen. Weiter geht es den Weg hoch zum Hochplateau und geradeaus bis zu den Schmetterlingsblütlern. Nebst einigen anderen Pflanzen fällt hier speziell der Himalaya-Indigostrauch (Indigofera heterantha) ins Auge.

Spazieren Sie nun weiter bis zum Trockenbiotop und gehen dann runter ins Rhododendrontal. Hier stehen mehrere Pflanzen in Blüte, so zum Beispiel eine Lilie (Lilium speciosum 'Rubrum'), die letzten Funkien (Hosta), der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) und die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Dem Dyych entlang und über die Brücke geht es als nächstes zum Salbeibeet vor dem Arzneipflanzengarten. In bunten Farben blühen hier mehrere Salbei-Arten. Auch im Arzneipflanzengarten und im angrenzenden Bauerngarten gibt es einiges zu sehen. Von der Gewöhnlichen Nachtkerze (Oenothera biennis), über den Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und die Sonnenblume (Helianthus annuus) bis zur Aufreihung von verschiedenen alten Dahlien-Sorten.

Weiter dem Dyych entlang Richtung Norden kommen Sie, unterhalb des Brunnens, vorbei an drei Sorten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und gelangen schliesslich zum Asternhügel, wo bereits einige frühe Astern am Erblühen sind. In der Rabatte entlang des Weges zum St.-Jakob-Eingang schliesslich, fällt das leuchtende Blau der Ballonblume (Platycodon grandiflorus) auf. Auch einige Astern und Herbstanemonen zeigen, dass es bereits Spätsommer ist. Mit ihnen findet der Augustspaziergang seinen Abschluss.

Dahlia
Himalaya-Indigostrauch (Indigofera heterantha)
Funkie (Hosta 'Lancifolia')
Schirmaster (Doellingeria umbellata)
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DREI RIESIGE PALMEN SUCHEN EIN ZUHAUSE

Wir verschenken drei riesige kanarische Dattelpalmen. Sie sind so gross geworden, dass sie nicht mehr im Gewächshaus überwintern können – sie passen nicht durch die Tür! Damit die frostempfindlichen Pflanzen im Winter nicht eingehen, suchen wir für sie ein neues Zuhause.

Die Palmen sind 60 bis 70 Jahre alt und etwa sechs Meter hoch. Es handelt sich um kanarische Dattelpalmen, Phoenix canariensis, welche aus dem Mittelmeerraum stammen und somit keine Temperaturen unter Minus 10°C vertragen. Sie stehen schon ihr ganzes Leben in den Merian Gärten. Nun sind sie so gross geworden, dass sie im Winter nicht mehr ins Gewächshaus passen.

Es wäre schade, wenn sie diesen Winter erfrieren müssten. Wir geben sie gratis ab – sie würden sich gut machen in einem grossen, hellen Treppenhaus, in einem Schwimmbad, in einer grosszügigen Eingangshalle, in einem Restaurant... Die Pflanzen müssten vor Winterbeginn abgeholt werden. Unser Expertenteam hilft mit Beratung für einen guten Standort und gibt Pflegetipps.

Interessiert? Bitte melden Sich sich bei uns!
Telefon 061 319 97 80 oder info@meriangaerten.notexisting@nodomain.comch

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Pflanze des Monats

Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris)

Vor etwa 450 Jahren hatte Jean Nicot, ein französischer Gesandter in Lissabon, Wunderdinge über die Heilwirkungen einer exotischen Pflanze gehört. Er war überzeugt, dass dieses Kraut Geschwüre und andere Gebresten heilen könne, schickte es begeistert nach Frankreich und setzte sich für dessen Verwendung ein. Nie hätte er sich träumen lassen, dass später ausgerechnet ein starkes Gift seinen Namen tragen würde: Nikotin, der Hauptwirkstoff der von ihm gelobten Tabakpflanze.

Eine der schönsten Arten ist der Wald-Tabak. Er wächst gerne im Halbschatten in fruchtbarem Boden und ist leider nicht winterhart. Seine hellen Blüten duften nachts, was charakteristisch ist für Nachtschwärmerpflanzen. Für die meisten Insekten ist die Blütenröhre viel zu lang, doch Windenschwärmer mit ihrem langen Rüssel können den Nektar erreichen.

Einen Mondgarten könnte man anlegen! Mit Wald-Tabak, hellen Petunien, Mondwinde, Sternjasmin, Weisser Lichtnelke und anderen duftenden hellen Nachtblühern. Und eines Abends, mit etwas Glück, gibt es dann ein Stelldichein von zwei- und sechsbeinigen Nachtschwärmern.

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Erfrischung für Bäume und Sträucher

Schon lange hat es nicht mehr richtig geregnet. Deshalb haben wir diese Woche entschieden, grossflächig zu giessen –  viele Sträucher zeigen Anzeichen für Trockenstress. Seit Montag bewässern wir nun alle Bäume und Sträucher, um zu verhindern, dass die Gehölze absterben.

Mit dem Material, welches wir letztes Jahr angeschafft haben können wir sehr effizient giessen. Die Schläuche lassen sich zusammensetzen und reichen damit bis 300 Meter weit. Wir beziehen dabei Wasser direkt aus den Feuerwehrhydranten in den Gärten, diese haben für die Abrechnungen einen speziellen Zähler. Mit den grossen Schlauchrollen und den Feuerwehrschläuchen bringen wir grosse Mengen Wasser auf einmal aus: pro Stunde 15 bis 20 Kubikmeter, das sind etwa 20'000 Liter - pro Stunde! Mit den kleinen Regnern, die normalerweise im Einsatz sind, würde es den ganzen Tag dauern, gleich viel Wasser auszubringen.

Beim Giessen ist die Technik wichtig, damit das Wasser gut verteilt wird und der Boden möglichst viel aufnehmen kann und nicht zu viel Wasser ungenutzt versickert. Wir schaffen es nur auf diese Art, alle Gehölze in den Gärten innerhalb nützlicher Frist zu bewässern. Dennoch dauert es eine ganze Woche, bis alles gegossen ist.

Eine grosse Herausforderung besteht darin, den richtigen Zeitpunkt zu finden um mit dem Giessen anzufangen. Wenn die Situation mit dem Wasserhaushalt im Boden schon sehr prekär ist, kann es sein, dass wir zu spät sind bis alle Abschnitte beregnet sind. Letztes Jahr haben mehrere Bäume ihr ganzes Laub verloren. Das hoffen wir dieses Jahr verhindern zu können.

Dieses Wochenende soll es gewittern – mal sehen, wie viel es wirklich regnet und ob wir nächste Woche das Bewässern wieder einstellen können.

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Heuernte

Ein Bild wie in den Ferien! Wir ernten das Heu auf unseren Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen. Mit einem gestaffelten Schnitt haben wir seit Juni bereits rund 450 Kleinballen à 20 Kilogramm gepresst. Das Heu brauchen wir als Wintervorrat für unsere Schafe und Kaninchen. Wenn wir wie dieses Jahr mehr ernten können als wir selber brauchen, verkaufen wir das Heu an den Zolli und die Lange Erlen. Da unsre Wiesen naturbelassen sind, ist das Heu eher mager und wird von vielen Wildtieren gut vertragen. 

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Blütenspaziergang im Juli

Beim Julispaziergang nehmen wir uns diesmal nur einen kleinen Teil des Gartens vor um uns insbesonders den Clematis widmen. Ausgangspunkt der kleinen Runde ist der Silberhang hinter den Gewächshäusern. Nehmen Sie den Weg mitten durch den blühenden Lavendel und lassen Sie sich zur Einstimmung vom Duft und dem Summen zahlreicher Insekten betören. Kurz darauf tauchen Sie ein in das zauberhafte Reich der Clematis. Als erstes fällt der Blick auf die üppig hellblaue Clematis 'Perle d'Azur' und gleich daneben C. 'Rouge Cardinal', kombiniert mit C. versicolor. Ein paar Schritte weiter auf der rechten Wegseite umspielen sich eine Auswahl an unterschiedlichen Waldreben-Blüten.

Am Rande der Sammlung links des Weges können Sie sich an der Blütenfülle der C. viticella erfreuen und danach durch den Clematis-Tunnel wandern. Wieder im Hellen erblicken Sie die niedere, leicht duftende, C. 'Hendersonii' neben einer weiteren C. versicolor. Nun erreichen Sie ein kleines Plätzchen. Vor Ihnen leicht rechts ist eine C. pitcheri, kombiniert mit einer C. 'Mrs. Cholmondeley'. Im Hintergrund davon leuchtet die riesige weisse Blüte mit rosa Rand von C. 'Fond Memories'. Daneben die hellblaue C. 'Vanessa' mit der rosa-weissen C. 'Minuet' und noch ein Gestell weiter gibt es eine C. viorna mit ihren fast schon kitschigen Glöckchen. Durchschreiten Sie die beiden Gerüste, so stehen rechts einige staudig wachsende Waldreben, eingerahmt von verschiedenen Sterndolden (Astrantia), die auch viele andere der Clematis-Rabatten ausschmücken.

Als nächstes fällt eine weitere C. 'Minuet' ins Auge. Wer davor rechts abbiegt, kann die ungewöhnlichen, weisslichen Blüten der C. 'Kaiu' sehen und als Kontrast dazu die sehr dunkle C. 'Romantika'. Nun können Sie am  Klassiker C. 'Etoile Violet' vorbei, zurück auf den Weg, wo zahlreiche weitere Waldreben blühen. Besonders erwähnenswert sind hier C. campaniflora mit den zarten hellblauen Blümchen sowie als Gegenpart die leuchtend pinke C. 'Princess Diana', umspielt von der rosa C. 'Comtesse de Bouchard'.

Jetzt aber genug der Clematis! Um die kleine Runde abzuschliessen, wählen Sie den Weg nach unten Richtung Eingang St. Jakob. In der Rabatte an der Kreuzung umsummen Insekten die Elfenbeindistel (Eryngium giganteum) und gegenüber, auf der anderen "Strassenseite" zeigt eine Taglilie (Hemerocallis 'Dark Eyed Magic') ihre auffällige Blüte. Wer übrigens mehr Taglilien sehen möchte, sollte später noch einen Abstecher zum Irishang unternehmen. Zuerst passieren sie aber den Schwerährigen Felberich (Lysimachia barystachys) neben dem Bergknöterich (Aconogonon 'Johanniswolke') und gegenüber den Strandflieder (Limonium platyphyllum und Goniolimon tataricum) sowie eine frühe Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa'). Schliesslich erreichen Sie den Hofplatz. Der üppig blühende Bauerngarten links neben dem Pächterhaus bildet den fulminanten Abschluss dieses Hochsommerspaziergangs.

Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia)
Glockenblütige Waldrebe (Clematis campaniflora)
Taglilie (Hemerocallis 'Dark Eyed Magic')
Frikarts Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa') und Strandflieder (Goniolomon tataricum)
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Pflanze des Monats

Scheinhortensie (Deinanthe 'Blue Wonder')

Das Negative zu allererst: Diese Pflanze ist durstig. Immer. Einmal zu trocken heisst oft: Wieder ein Jahr lang warten auf perfekte Blüten, wieder verschrumpeltes Laub. Und wehe, ein Spätfrost erwischt den Austrieb! Vorletztes Jahr etwa war diese Pflanze nur ein Schatten ihrer selbst. Doch dieses Jahr ist alles perfekt: Weder Frost noch Trockenheit haben ihr ein Blättchen gekrümmt.

Scheinhortensien blühen, anders als die meisten Schattenstauden, im Hochsommer, was sie besonders wertvoll macht. 'Blue Wonder' ist eine Kreuzung der beiden ostasiatischen Arten Deinanthe caerulea und D. bifida, welche ebenfalls hier im Rhododendrontal zu finden sind. Beide wachsen noch langsamer und bleiben tendenziell kleiner, doch alle werden im Alter wunderschön.

Sie benötigen viel Zeit für ihre Entwicklung.  Anfangs schwach und blühfaul, rappeln sie sich erst nach Jahren auf und wachsen zu beeindruckender Schönheit heran. Unsere älteste Scheinhortensie wächst hier seit fünfzehn Jahren. Leider findet man die Pflanzen nur selten im Handel ("Mickrig! Blüht nicht! Zu teuer!"). Hat man eine ergattert und ihren Ansprüchen Genüge getan, wird man jahrzehntelang Freude an dieser eigenartigen Pflanze haben - wenn sie sich dann endlich, endlich aufgerafft hat.