Blütenspaziergang im August

Die Temperaturen sind etwas kühler geworden. Damit können wir für den August einen ausgiebigeren Blütenrundgang wagen. Start ist beim Foliengewächshaus, wo eine Setchuan-Brombeere (Rubus setchuenensis) und eine Rattanrebe (Berchemia racemosa) blühen. Nun betreten Sie den Nutzpflanzengarten. Insbesondere im Bereich der Färberpflanzen erfreut momentan eine bunte Farbenpracht. Verlassen Sie den Garten dann Richtung Irissammlung, wo im Hang verschiedene Kräuselmyrten (Lagerstroemia) blühen. Weiter geht es den Weg hoch zum Hochplateau und geradeaus bis zu den Schmetterlingsblütlern. Nebst einigen anderen Pflanzen fällt hier speziell der Himalaya-Indigostrauch (Indigofera heterantha) ins Auge.

Spazieren Sie nun weiter bis zum Trockenbiotop und gehen dann runter ins Rhododendrontal. Hier stehen mehrere Pflanzen in Blüte, so zum Beispiel eine Lilie (Lilium speciosum 'Rubrum'), die letzten Funkien (Hosta), der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) und die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Dem Dyych entlang und über die Brücke geht es als nächstes zum Salbeibeet vor dem Arzneipflanzengarten. In bunten Farben blühen hier mehrere Salbei-Arten. Auch im Arzneipflanzengarten und im angrenzenden Bauerngarten gibt es einiges zu sehen. Von der Gewöhnlichen Nachtkerze (Oenothera biennis), über den Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und die Sonnenblume (Helianthus annuus) bis zur Aufreihung von verschiedenen alten Dahlien-Sorten.

Weiter dem Dyych entlang Richtung Norden kommen Sie, unterhalb des Brunnens, vorbei an drei Sorten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und gelangen schliesslich zum Asternhügel, wo bereits einige frühe Astern am Erblühen sind. In der Rabatte entlang des Weges zum St.-Jakob-Eingang schliesslich, fällt das leuchtende Blau der Ballonblume (Platycodon grandiflorus) auf. Auch einige Astern und Herbstanemonen zeigen, dass es bereits Spätsommer ist. Mit ihnen findet der Augustspaziergang seinen Abschluss.

Dahlia
Himalaya-Indigostrauch (Indigofera heterantha)
Funkie (Hosta 'Lancifolia')
Schirmaster (Doellingeria umbellata)

Blütenspaziergang im Juli

Beim Julispaziergang nehmen wir uns diesmal nur einen kleinen Teil des Gartens vor um uns insbesonders den Clematis widmen. Ausgangspunkt der kleinen Runde ist der Silberhang hinter den Gewächshäusern. Nehmen Sie den Weg mitten durch den blühenden Lavendel und lassen Sie sich zur Einstimmung vom Duft und dem Summen zahlreicher Insekten betören. Kurz darauf tauchen Sie ein in das zauberhafte Reich der Clematis. Als erstes fällt der Blick auf die üppig hellblaue Clematis 'Perle d'Azur' und gleich daneben C. 'Rouge Cardinal', kombiniert mit C. versicolor. Ein paar Schritte weiter auf der rechten Wegseite umspielen sich eine Auswahl an unterschiedlichen Waldreben-Blüten.

Am Rande der Sammlung links des Weges können Sie sich an der Blütenfülle der C. viticella erfreuen und danach durch den Clematis-Tunnel wandern. Wieder im Hellen erblicken Sie die niedere, leicht duftende, C. 'Hendersonii' neben einer weiteren C. versicolor. Nun erreichen Sie ein kleines Plätzchen. Vor Ihnen leicht rechts ist eine C. pitcheri, kombiniert mit einer C. 'Mrs. Cholmondeley'. Im Hintergrund davon leuchtet die riesige weisse Blüte mit rosa Rand von C. 'Fond Memories'. Daneben die hellblaue C. 'Vanessa' mit der rosa-weissen C. 'Minuet' und noch ein Gestell weiter gibt es eine C. viorna mit ihren fast schon kitschigen Glöckchen. Durchschreiten Sie die beiden Gerüste, so stehen rechts einige staudig wachsende Waldreben, eingerahmt von verschiedenen Sterndolden (Astrantia), die auch viele andere der Clematis-Rabatten ausschmücken.

Als nächstes fällt eine weitere C. 'Minuet' ins Auge. Wer davor rechts abbiegt, kann die ungewöhnlichen, weisslichen Blüten der C. 'Kaiu' sehen und als Kontrast dazu die sehr dunkle C. 'Romantika'. Nun können Sie am  Klassiker C. 'Etoile Violet' vorbei, zurück auf den Weg, wo zahlreiche weitere Waldreben blühen. Besonders erwähnenswert sind hier C. campaniflora mit den zarten hellblauen Blümchen sowie als Gegenpart die leuchtend pinke C. 'Princess Diana', umspielt von der rosa C. 'Comtesse de Bouchard'.

Jetzt aber genug der Clematis! Um die kleine Runde abzuschliessen, wählen Sie den Weg nach unten Richtung Eingang St. Jakob. In der Rabatte an der Kreuzung umsummen Insekten die Elfenbeindistel (Eryngium giganteum) und gegenüber, auf der anderen "Strassenseite" zeigt eine Taglilie (Hemerocallis 'Dark Eyed Magic') ihre auffällige Blüte. Wer übrigens mehr Taglilien sehen möchte, sollte später noch einen Abstecher zum Irishang unternehmen. Zuerst passieren sie aber den Schwerährigen Felberich (Lysimachia barystachys) neben dem Bergknöterich (Aconogonon 'Johanniswolke') und gegenüber den Strandflieder (Limonium platyphyllum und Goniolimon tataricum) sowie eine frühe Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa'). Schliesslich erreichen Sie den Hofplatz. Der üppig blühende Bauerngarten links neben dem Pächterhaus bildet den fulminanten Abschluss dieses Hochsommerspaziergangs.

Ganzblättrige Waldrebe (Clematis integrifolia)
Glockenblütige Waldrebe (Clematis campaniflora)
Taglilie (Hemerocallis 'Dark Eyed Magic')
Frikarts Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa') und Strandflieder (Goniolomon tataricum)

Der Duft von Ferien

Der Lavendel im Silberhang beginnt zu blühen. Dort, wo die Morgensonne die Blüten erwärmt, duftet es bereits wie am Mittelmeer... 

Finalist für den Europäischen Gartenpreis 2019/2020

Die Merian Gärten sind unter den drei Finalisten für den Europäischen Gartenpreis 2019/2020 in der Kategorie "Gartenkulturelles Erbe in Europa". Die beiden anderen Finalisten sind Die Gärten der Welt (Berlin, Deutschland) und die Royal Horticultural Society (Grossbritannien).

Der Europäische Gartenpreis wird seit 2010 jährlich vergeben und zeichnet besonders schöne Gärten mit hoher Qualität der Gartenanlagen und innovativen Konzepten aus. In der Kategorie "Gartenkulturelles Erbe in Europa" liegt der Schwerpunkt dieses Jahr auf dem Thema Vermittlung und Bildungsangebote.

In den Merian Gärten besuchen jährlich über 3000 Kinder einen Kurs an der frischen Luft. An Kursen und Führungen wird Garteninteressierten botanisches und hortikulturelles Wissen vermittelt.

Vergeben wird der Europäische Gartenpreis vom European Garden Heritage Network EGHN, in dem 14 europäische Länder vertreten sind, zusammen mit der Stiftung Schloss Dyck. Die Gewinner werden an der Preisverleihung am 6. September 2019 bekanntgegeben.

Die Merian Gärten sind ein botanischer Garten am Stadtrand von Basel. Mit ihren einzigartigen Sammlungen von Zierpflanzensorten sind sie international anerkannt. Die Merian Gärten sind eine Institution der Christoph Merian Stiftung. Sie sind das grösste operative Engagement der CMS.

Hier geht es zur Medienmitteilung
 

Blütenspaziergang im Juni

Der Juni ist bekanntlich ein blühfreudiger Monat. So finden Sie momentan auch in den Merian Gärten zahlreiche Blüten, egal wo der Weg Sie hinführt. Was für den Juni jedoch eher untypisch ist, sind blühende Gehölze. Deshalb sollen sie in diesem Spaziergang besonders thematisiert werden. Start ist im Rhododendrontal, denn hier blühen tatsächlich noch ein paar Sträucher. Beim erhöhten Sitzplatz Rhododendron pemakoense, gleich beim Eingang eine Weisse Duft-Azalee (Rhododendron arborescens x viscosum) und ein paar Schritte weiter ein Berglorbeer (Kalmia latifolia). Folgen Sie nun kurz dem Dyych und nehmen dann den Weg links nach Oben. Gehen Sie in Richtung Villa, unter den Blutbuchen durch, so erreichen Sie linkerhand eine aufblühende Strauchkastanie (Aesculus parviflora). Weiter führt der Weg zum leicht erhöhten Sommersitzplatz. Hier blühen gleich mehrere Gehölze: Blumenhartriegel (Cornus kousa ssp. chinensis 'China Girl' und Cornus kousa 'Milky Way'), Eichenblättrige Hortensien (Hydrangea quercifolia 'Sike's Dwarf') und Pfeifensträucher (Philadelphus 'Belle Etoile').

Als nächstes geht es zum Irishang, wo mehrere Cistrosen (Cistus laurifolius) blühen. Dann nehmen Sie den Weg zum Nutzpflanzengarten und führen Ihre Schritte auf den Platz vor den Gewächshäusern. Zwei Wahnsinns-Kletterrosen werden Ihnen gleich ins Auge fallen: Rosa wichuraiana x crimson 'Evangeline' und Rosa 'Bobby James'. Links davon leuchtet sonnengelb der Binsenginster (Spartium junceum). Entlang des Folienhauses gibt es momentan zahlreiche verholzende Kletterpflanzen in Blüte. Zum Beispiel die Seidenrebe (Periploca graeca), die Kiwi (Actinidia arguta 'Issai') und das Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum 'Serotina').

Über den Silberhang erreichen Sie die Clematissammlung, wo es ebenfalls immer etwas zu entdecken gibt. Nebst einigen Clematis im Moment auch viele Kletterrosen. Durch die Pfingstrosensammlung und vorbei an üppigen Rosen gelangen Sie schliesslich auf den Hofplatz Vorder Brüglingen mit mehreren stattlichen Linden. Unter deren unauffälligen, aber fantastisch duftenden Blütenpracht können Sie nun den Spaziergang ausklingen lassen.

Blumenhartriegel (Cornus kousa ssp. chinensis 'China Girl')
Cistrose (Cistus laurifolius)
Seidenrebe (Periploca graeca)
Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum 'Serotina')

Pünktlich zu Pfingsten

Pünktlich wie eine Uhr sind nun, auf das Pfingstwochenende hin, die meisten Pfingstrosen der Lactiflora-Gruppe aufgeblüht. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Staudenpaeonien-Sorten, welche aus der Art Paeonia lactiflora entstanden sind. In Hausgärten sind sie am meisten anzutreffen, da Lactiflora-Pfingstrosen in der Regel pflegeleicht und robust sind. 

Das Warten hat ein Ende!

Endlich ist es soweit!

Die Eisheiligen sind vorbei und das Wetter hat sich in den letzten Tagen von der iris-freundlicheren Seite gezeigt. Nun erfreuen die rund 1500 grösstenteils historischen Sorten der hohen Bartiris endlich wieder mit ihrer Blütenpracht.

Wer das Spektakel nicht verpassen will sollte bis nach dem Auffahrtswochenende die Merian Gärten besuchen. Die Hauptblüte dauert je nach Wetter nur rund zwei Wochen. 

Dicke Knospen

Kühles Wetter und wenig Sonne: die Iris haben sich ein wenig Zeit gelassen. Doch man sieht deutlich, dass in den nächsten Tagen einige Blüten aufgehen werden. Wir denken dass es bereits Ende Woche richtig üppig in der Irissammlung blühen wird.

Also: fürs Wochenende einen Besuch in den Merian Gärten vormerken! 

Unser Tipp: 
Wer mehr wissen möchte über die Irissammlung und ihren Hintergrund, dem empfehlen wir unser öffentliche Montagsführung: 

Montag 13. Mai, 20. Mai und 27. Mai, 18-19 Uhr. Faszination Iris
Seit 50 Jahren ein Highlight: 1500 historische Bartiris in voller Blüte. Erfahren
Sie, wie Helen von Stein-Zeppelin ihre Irissammlung während des Krieges
rettete, warum sie diese den Merian Gärten schenkte und was die Sammlung
heute einzigartig macht. Mit Exkursionsleiterin Claudia Di Feliciantonio
Start beim Treffpunkt Vorder Brüglingen

Blütenspaziergang im Mai

Willkommen zum Maispaziergang der bei der Pfingstrosensammlung startet. Hier blühen momentan die Strauchpfingstrosen sowie einige Pfingstrosen-Arten. Auch die Rosenhecke beginnt ihre Knospen zu öffnen. Ein paar Schritte weiter, auf dem Blumenrasen bei den Clematis, macht der Milchstern (Ornithogalum umbellatum) seinem Namen alle Ehre. Auch einige der Clematis zeigen erste Farben, so zum Beispiel solche aus der Montana-Gruppe oder Clematis alpina. Nun nehmen Sie den Weg über den Silberhang. Das erste Mal so richtig üppig blüht der Flieder 'Hever' (Buddleja x pikei 'Hever') und gleich daneben ein Brandkraut (Phlomis bourgaei).

Als nächstes lenken Sie ihre Schritte hinter die Gewächshäuser. Eine gelb leuchtende Ampelpflanze springt dort sofort ins Auge: Es handelt sich dabei um eine Sorte der Nachtkerze (Oenothera 'African Sun'). Im Nutzpflanzengarten angekommen lohnen der Sauerdorn (Berberis vulgaris), die Einbeere (Paris quadrifolia) und die Jakobsleiter (Polemonium caeruleum) eine nähere Betrachtung.

Bei den Iris sind die ersten hohen Bartiris aufgeblüt. Infolge des kalten Wetters verzögert sich aber die Hauptblüte noch etwas. Dafür gibt es mehrere mittelhohe Bartiris im Hang sowie einige Iris-Wildarten zu bewundern. Dazu Schönheiten wie die Camassie (Camassia quamash) oder die Junkerlilie (Asphodeline lutea).

Gehen Sie nun weiter zur Villa. Beim neuen Sommersitzplatz erfreut die Kombination von Gekerbter Deutzie (Deutzia crenata 'Nikko'), Ruprechtskraut (Geranium robertianum 'Album') und Schneeball (Viburnum opulus 'Roseum'). Auch in den folgenden Rabatten gibt es dezente Blütenfreuden wie das Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum) zu sehen.

Folgen Sie dem Weg bis zum Wald und nehmen Sie einen der Zickzack-Wege nach Oben. Dort wenden Sie sich dann zurück in Richtung Vorder Brüglingen. Eine Option wäre, zuerst einen Umweg über das immer noch schöne Rhododendrontal zu unternehmen. Bei den Schmetterlingsblütlern findet dann der nächste Blütenhalt statt. Österreichischer Geissklee (Cytisus austriacus), Schuppige Petterie (Petteria ramentacea) oder Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus) und vieles mehr erfreuen den Betrachter. Wer den Spaziergang fortsetzte möchte, kann nun an der Villa vorbei zum Dych hinunter gehen. Folgen Sie diesem bis zum Asternhügel, so durchschreiten Sie die zauberhafte Kombination von Wilder Mondviole (Lunaria rediviva), Bärlauch (Allium ursinum) und austreibendem Farn um dann zu einer Gruppe der Kriechenden Gämswurz (Doronicum pardalianches) zu gelangen. Zu guter Letzt geniessen Sie den Rückweg zum Eingang St. Jakob in Begleitung einer lieblichen Rabatte.

Pfingstrose (Paeonia 'Claire de Lune')
Einbeere (Paris quadrifolia)
Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)
Wilde Mondviole (Lunaria rediviva)

Eine Erfahrung fürs Leben

Ein grosser Tag im Programm "Schule & Landwirtschaft". Zum ersten Mal zogen sich die Kinder der Klasse Wasgenring 3a einen echten Imkeranzug über, öffneten die Türen von ihrem eigenen Bienenvolk und staunten, wie die Bienen auf ihren Armen landeten. 

Nicht nur für die Klasse ist das ein ganz neues Erlebnis, auch für uns. Denn das Modul "Honigbienen" wird zum ersten Mal durchgeführt und steckt noch mitten in der Pilotphase.  Das Modul besteht aus fünf Halbtagsbesuchen, die Schulklasse ist bereits zum dritten Mal da. Doch nach den Vorbereitungsarbeiten im Winter ist es nun endlich Zeit, direkt mit den Bienen zu arbeiten. Die Kinder durften das Jungvolk, welches die Imkerin Sabine Richli speziell für sie herangezogen hat, in der Obstanlage platzieren. Hier sammeln die Bienen nun fleissig Nektar und die  Schülerinnen und Schüler dürfen vor den Sommerferien Honig ernten.

Dank Geschenken, die unsere Besucherinnen und Besucher über die Wunschliste gemacht haben und der Unterstützung vom Freundesverein, konnte das nötige Material für dieses neue Modul im Rahmen von "Schule & Landwirtschaft" angeschafft werden. Wie zum Beispiel 25 Imkeranzüge in Kindergrösse oder die Kästen für die Jungvölker.

 

Schule & Landwirtschaft Bienenhaus

Das Findelkind blüht

Nicht mehr lang bis zur Hauptblüte! Wenn die Sorte "Findelkind" blüht, dauert es noch rund zwei Wochen. Dann steht die ganze Irissammlung mit ihren 1500 Bartirissorten in voller Blüte. Ein Spektakel was Sie sich nicht entgehen lassen sollten! Bei warmem Wetter oder viel Regen dauert die Hauptblüte nur zwei Wochen, bei kühler Luft etwas länger. 

Irissammlung

Die Azaleen erblühen

Bereits seit einigen Tagen zeigen sich viele der unauffälligeren Rhododendren von ihrer schönsten Seite. Nun wird es aber richtig bunt! Mit schrillen Farben und zum Teil schrägen Düften erblühen tagtäglich mehr Azaleen und bringen das Rhododendrontal zum Leuchten. Dicht gefolgt von vielen, immergrünen Rhododendren mit grossen Blüten in oftmals etwas zarteren Farben.

Lassen Sie sich verzaubern!

Blütenspaziergang im April

Der Aprilspaziergang startet vor dem Tor zur Villa Merian. Finden Sie die blühende Hanfpalme? Gleich hinter dem Tor geht es dann so richtig los. Verschiedene Schneebälle (Viburnum) machen hier ihrem Namen alle Ehre, dazu die Cyclamineus-Narzisse 'Toto' und das weisse Gedenkemein (Omphalodes verna 'Alba'). Auch Burkwoods Duftblüte (Osmanthus x burkwoodii) erfreut gerade Auge und Nase. Überhaupt duftet es herrlich in dieser Ecke. Untermalt wird die Stimmung noch von mehreren Sorten des Busch-Windröschens (Anemone nemorosa). In der Rabatte auf der gegenüberliegenden Wegseite steht eine ansehnliche Gruppe des Hundszahns (Erythronium 'Pagoda'). Und nur ein paar Schritte weiter blüht in der Wiese ein Meer der Dichter-Narzissen (Narcissus poeticus).

Folgen Sie nun dem Weg gerade aus, bis er nach Unten, ins Rhododendrontal führt. Täglich erblühen hier jetzt einige weitere Rhododendren. Aber auch im "Unterholz" gibt es einiges zu sehen. Zum Beispiel die Elfenblume (Epimedium 'Enchantress'), das Ahornblatt (Mukdenia rossii) oder die Finger-Zahnwurz (Cardamine pentaphyllos).

Dem Dych entlang geht es weiter über die Brücke, vorbei an blühenden Hainbuchen (Carpinus betulus) zum Arzneipflanzengarten. Sofort ins Auge fallen hier mehrere Gruppen der Gewöhnlichen Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und in den Beeten im Übergang zum Beerengarten blühen die ersten Erdbeeren. Nehmen Sie darauf die nächste Brücke und folgen Sie weiter dem Dych. Der Weg wird hier von der relativ unauffälligen Blüte der Hänge-Segge (Carex pendula) begleitet. Beim Asternhügel sollte unbedingt ein grösserer Halt einberechnet werden, denn hier blühen zahlreiche Tulpen und Narzissen. Speziell erwähnenswert sind ausserdem das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides 'Prinz Eugen') und in der Wildhecke nebenan die Traubenkirsche (Prunus padus).

Zum Schluss, sollten Sie unbedingt noch die Clematissammlung besuchen. Hier blüht zwar noch wenig, aber die Ausnahme - Armands Waldrebe (Clematis armandii)- ist allemal ein Besuch wert. Auf dem Rückweg könnten Sie dann über den Silberhang flanieren und sich an den Frühlingssternen (Tristagma uniflorum 'Wisley Blue') und Kugelblumen (Globularia in Arten) erfreuen.

Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
Rhododendron (Rhododendron hemitrichotum x ?)
Armands Waldrebe (Clematis armandii)
Wald-Tulpe (Tulipa sylvestris)

Mit Glitzer und Regenbogen

Die Spuren verdichten sich. In letzter Zeit wurde vermehrt ein Glitzern in der Luft gesehen. Auf der Schafweide finden sich morgens eingedrückte Flächen im Gras. Und nun auch noch das: die Wildkamera löste mehrmals aus, doch auf dem Bild lassen sich bloss ein Schimmern und Wellen auf der Wasseroberfläche erkennen. Wir sind uns sicher – das kann nur ein Einhorn sein!

Über die Lebensweise von Einhörnern ist nicht viel bekannt. Ihr natürlicher Lebensraum ist das Unterholz, mit Vorliebe in der Nähe von Wasserfällen. Doch Einhörner breiten sich in den letzten Jahren stark aus und dringen auch in städtisches Gebiet vor. Bekannt ist, dass sie über Regenbogen laufen können. Da sie diese selber ausbilden, können sie sich fast überall hin bewegen. Dies würde auch erklären, wie das Einhorn vom Dreispitz in die Merian Gärten gelangen konnte.

Auf dem Bild lassen sich die Reste vom Regenbogen erkennen, bei Nacht und in Schwarzweiss natürlich nicht ganz einfach zu sehen. Doch auf Anfrage konnte uns der Verein Pro Unicornis dies bestätigen: es handelt sich um den ersten Nachweis eines Einhorns in den Merian Gärten. In Abstimmung mit der Biodiversitätsstrategie werden wir nun prüfen, mit welchen Massnahmen wir diese besonderen Lebewesen hier fördern könnten. Ob sich das gesichtete Exemplar hier niederlässt oder bloss auf der Durchreise ist, wird sich zeigen.

Blütenspaziergang im März

Start des Märzspaziergangs ist beim St. Jakob-Eingang. Gehen Sie, begleitet von einigen Niesswurzen, den mäandrierenden Weg hoch. Am Asternhügel leuchten bereits viele Narzissen sowie der Lerchensporn (Corydalis solida). Beim Hof angekommen, wählen Sie den Weg rechts vor dem Ökonomiegebäude. Dann weiter zwischen den Hecken hindurch bis zum Hangfuss. In der nächsten Wegverzweigung Richtung Irissammlung blüht die Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis) zwar seit dem Spätherbst, aber noch nie so üppig wie jetzt. Im Irishang erfreuen die Kombination von verschiedenen Zwiebeliris (Iris reticulata) und Traubenhyazinthe (Muscari) und auf der anderen Wegseite die Zwerg-Kaiserkrone (Fritillaria raddeana).

Bereits von weitem sichtbar, steht die grosse Kornelkirsche (Cornus mas) vor der Villa Merian in voller Blütenpracht. Aber auch daneben erfreuen mehrere Pflanzen das Auge. Insbesondere die Schweifähre (Stachyurus praecox) und zwei Arten der Scheinhasel (Corylopsis pauciflora, C. spicata), untermalt von verschiedenen Zwiebelpflanzen und bereits aufblühenden Bodendeckern. Folgen Sie nun dem Dych in Richtung Rhododendrontal. Haben Sie schon einmal gesehen, wie die Eibe (Taxus baccata) blüht? Kurz vor dem "Tal" können Sie momentan ein solches Exemplar bestaunen. Ein paar Meter weiter dem linken Weg folgend, blühen die ersten beiden Azaleen (Rhododendron dauricum) und gleich gegenüber dem Ausgang der Farnblättrige Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia).

Falls Sie noch Lust auf mehr haben, gehen sie dem Dych entlang zurück, nehmen die Brücke, passieren das Lehmhaus und durchqueren den Arzneipflanzengarten. Hinter dem Beerengarten säumen mehrere Kätzchen behangene Weiden (Salix) den Mühledych. Auf der anderen Seite der Brücke die besonders erwähnenswerte Schwarzblühende Weide (Salix melanostachys) welche zusammen mit den Blüten der Pestwurz (Petasites hybridus) fast schon ein bizarres Bild abgibt. Zum Schluss gehen Sie wieder hoch auf den Hauptweg und flanieren entlang des Anemonengeschmückten (Anemone blanda) Rasens zurück zur Villa.

Zwiebeliris (Iris reticulata-Hybride)
Schweifähre (Stachyurus praecox), Hintergrund: Chinesische Stechplame (Ilex cornuta)
Eibe (Taxus baccata)
Weide (Salix)

Für Detailverliebte

Momentan blühen viele Schneeglöckchen. Kleine weisse Teppiche zieren die Gehölzgürtel rund um den Pleasure Ground im Englischen Garten und die Beete bei der Villa Merian, das Ufer des Mühledyychs und den Asternhügel in Vorder Brüglingen. Diese Pflanzen stammen aus einer Ladung Schneeglöckchenzwiebeln, welche vor einigen Jahren vom Zoll beschlagnahmt wurden weil die nötigen Papiere zur Einfuhr fehlten. Fast 100'000 Zwiebeln wurden daraufhin in den Merian Gärten ausgepflanzt. Es handelt sich dabei vor allem um Galanthus elwesii und G. nivalis, welche sich im Laufe der Zeit vermischt und hybridisiert haben. Wer sich die Zeit nimmt, die einzelnen Glöckchen genau anzuschauen wird überrascht sein, was es für schöne Hybriden darunter hat!  

In den Gärten verteilt befinden sich auch Sorten aus unserer eigentlichen Schneeglöckchensammlung, zum Beispiel im Inselbeet bei der Irissammlung. Diese Sortensammlung befindet sich im Aufbau. Im Moment sind nur rund sechs blühende Sorten zu sehen. Die restlichen sind zurzeit entweder nicht blühend (frisch ausgepflanzt und müssen erst zu Kräften kommen, deshalb bilden sie dieses Jahr nur Laub aus) oder warten auf ihre Nachbestimmung ausserhalb des Publikumsbereiches.

Wer die Schneeglöckchen jetzt noch bewundern möchte, sollte sich beeilen! Noch halten sie der Sonne stand. Bisher sind nur die frühesten Sorten schon verblüht, doch wenn das warme Wetter so weiter macht, dauert es nicht mehr lange bis alle Schneeglöckchen von anderen Frühlingsblühern abgelöst werden.

Blütenspaziergang im Februar

Der Februar-Spaziergang beginnt bei der Villa Merian. In den Rabatten finden sich bereits etliche Frühlingsblüher. So zum Beispiel verschiedene Nieswurze (Helleborus orientalis-Hybriden), verwilderte Schneeglöckchen (Galanthus) und ein Teppich voller Frühlings-Alpenveilchen (Cyclamen). Um den Sommersitzplatz herum blühen mehrere Fleischbeeren (Sarcococca x confusa).

Wenn Sie nun dem Mergelweg zur Irissammlung folgen, begegnen Ihnen verschiedene Schneeglöckchen. Auf der inselartigen Rabatte im Rasen zum Beispiel die Sorten 'Viridapice', 'S. Arnott' und 'Atkinsii', aber auch einige weitere Arten und Sorten.

Über die Holzbrücke geht es dann zum Asternhügel in Vorder Brüglingen. Von den Astern ist in dieser Jahreszeit natürlich nichts zu sehen. Dafür leuchtet der Hügel gelb von Winterlingen (Eranthis hyemalis). Als Gegenstück dazu ist der Rasen auf der gegenüberliegenden Wegseite voll mit verschiedenen Krokussen. Und wenn Sie den Weg Richtung Pfingstrosen, Clematis und schliesslich zum Silberhang wählen, begegnet Ihnen dieser Frühlingsbote - nebst anderen bereits erwähnten - immer wieder in den unterschiedlichsten Ausführungen. Wer nun noch nicht genug hat, kann den Hauptweg entlang zurück zur Villa flanieren, denn auch dieser wird von zarten Krokussen flankiert. Der Frühling ist im Anmarsch!

Nieswurz (Helleborus orientalis-Hybride)
Alpenveilchen (Cyclamen)
Winterling (Eranthis hyemalis)

Die Merian Gärten zu Gast an der MuBa

Letzte Handgriffe für den Aufbau: Am Freitag, 8. und Samstag, 9. Februar sind wir mit den Merian Gärten mit einem Stand an der Muba vertreten. Die Muba findet dieses Jahr zum letzten Mal statt und der Eintritt ist für alle Besucherinnen und Besucher gratis.

Unter dem Motto "Hol dir dein Gartenerlebnis" überraschen wir unsere Besucherinnen und Besucher mit einer Pflanzenwelt, Boxen zum Tasten, Riechen, Hören und Sehen und einem Glücksrad. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! 

Sie finden uns am Stand B015 in der Halle 2.0 (Halle mit der grossen Uhr)

Blütenspaziergang im Januar

Der Januarspaziergang startet auf dem Hofplatz Vorder Brüglingen. In einigen Kübeln versuchen Stiefmütterchen und Gänseblümchen der Winterkälte zu trotzen. Wenn Sie nun den Durchgang zur Pfingstrosensammlung nehmen, wird dieser zwar nicht von Blüten gesäumt, dafür aber von den flauschigen Samenständen der Clematis kombiniert mit Hagenbutten. Folgen Sie dem Weg in Richtung Clematissammlung. Die Gehölzgruppe am Wegkreuz vor der Sammlung besteht aus verschiedenen Pflanzen, welche in der kalten Jahreszeit blühen. Momentan ist gerade die Zaubernuss (Hamamelis mollis) sehenswert. In der Sammlung selber blühen, mittlerweile unter der Abdeckung mit Tannästen, immer noch mehrere Sorten der Balearischen-Waldrebe (Clematis cirrhosa). Fast auffälliger sind zurzeit aber die Schneeglöckchen und die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) darunter.

Nehmen Sie jetzt den Weg über den Silberhang zur Irissammlung. Rechts beim Steingarten blühen da die ersten Zyklamen (Cyclamen coum). Weiter geht es zur Villa, vorbei an der weiterhin blühenden Winterblüte (Chimonanthus praecox), wo in der Rabatte hinter dem Tor bereits eine Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)aufgeblüht ist. Ausserdem gibt es weitere Zyklamen zu sehen. Nutzen Sie auch die Gelegenheit, sich ihre wunderschönen Blätter mal etwas genauer anzusehen.

Ein paar Schritte weiter, in der Rabatte auf der linken Seite, erfreut das Vorfrühlings-Geissblatt (Lonicera x purpusii) mit den ersten, zaghaften Blüten. Bald schon wird uns der Duft von vielen weiteren betören.

Zaubernuss (Hamamelis mollis)
Balearische-Waldrebe (Clematis cirrhosa 'Freckles')
Duftende Nieswurz (Helleborus odorus)

Danke! Für einen prächtigen Weihnachtsbaum

Schön, dass so viele Menschen Freude daran hatten, den Weihnachtsbaum vor der Villa gemeinsam zu dekorieren, und etwas gebastelt, gemalt, genäht, gebacken oder liebevoll ausgesucht und mitgebracht haben. Es sind persönliche Einzelstücke dabei, Werke von Kindern sowie künstlerische Kreationen. Es gab Besucherinnen und Besucher, die regelmässig kamen um zu schauen, ob es Neues zu entdecken gibt, es wurden Selfies gemacht und die Medien berichteten. Danke, dass Sie mitgemacht haben und den Weihnachtsbaum in ein wunderbares Geschenk verwandelt haben!

Heute wird der Baum abgebaut. Der Baumschmuck bereitet nun ein zweites Mal Freude: Wer mag darf sich diese Woche ein Stück auslesen und mit heim nehmen.

Frohe Festtage

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und viele erholsame Spaziergänge, klare Ausblicke und warmes Licht.

Schauen Sie während den Feiertagen einmal in den Merian Gärten vorbei! Unsere Tipps: 

Weihnachtsbaum vor der Villa Merian mit einem persönlichen Mitbringsel schmücken Mehr...

Am Dritten Adventssonntag mit Glühwein anstossen - Sonntag 23. Dezember von 16 bis 19 Uhr, Villa Merian Zum Kalender...

Beim Gartenrundgang (öffentliche Führung) am Sonntag, 6. Januar um 14 Uhr Geschichten lauschen Zum Kalender...

Mit den Tipps vom neusten (Blüten)Spaziergang individuell durch die Gärten schlendern Mehr...

 

Übrigens: Die Villa Merian macht Weihnachtsferien und bleibt von Montag, 24. Dezember bis Freitag, 4. Januar geschlossen. Ab Samstag, 5. Januar bedienen wir Sie wieder täglich von 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. 

Die Merian Gärten sind durchgehend täglich geöffnet, von 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

Blütenspaziergang im Dezember

Da es vor wenigen Tagen zum ersten richtigen Frosteinbruch gekommen ist, sind die Blüten nicht gerade zahlreich gesät. Deshalb soll sich der Spaziergang diesmal einem anderen Thema widmen: Den wintergrünen Pflanzen. Denn hier gibt es einige Exemplare worauf sich ein Extrablick lohnt.

Wer zahlreiche Wintergrüne auf kleinem Raum bestaunen will, ist im Rhododendrontal an der richtigen Adresse. Beginnend beim Eingang den Weg rechterhand nehmend, können Sie nach der Kurve schon so einiges entdecken. So zum Beispiel die Henne mit Küken (Tolmiea menziesii), welche so heisst, weil aus der Blattspreite junge Blätter wachsen können. Gegenüber steht die gekräuselte Form des Hirschzungenfarns (Aspelenium scolopendrium 'Cirspum'). Im ersten kleinen Verbindungsweg finden sich weitere Farne wie der Tsushima-Schildfarn (Polystichum tsus-simense) oder der Farnblättrige Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia), welcher zwar kein richtiger Farn ist, aber ähnlich aussieht.

Beim nächsten Verbindungsweg steht gleich bei der Einmündung der Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens'). Nebst seinem schwarzen Laub hat er auch Beeren vorzuweisen. Ein paar Schritte weiter folgen dann weitere Farne, wie die seltsam wachsende Sorte 'Cristatum' der Hirschzunge (Asplenium scolopendrium) oder der Borstige Schildfarn (Polystichum setiferum 'Proliferum'). Dort, wo der kleinere Weg am anderen Ende wieder in den Grösseren übergeht, steht eine Gruppe der Geschwänzten Haselwurz (Asarum caudatum).

Nun können Sie dem Weg zurück zum Eingang folgen, vorbei an Rippenfarn (Blechnum spicant) und Asiatischem Karottenfarn (Onychium japonicum). Wer jetzt noch Lust hat, kann über das Hochplateau zur Villa weitergehen. Einige der einheimischen Gehölze tragen noch Beeren, im Pleasure Ground blühen die Haselsträucher und neben der Villa der Lorbeerblättrige Schneeball (Viburnum tinus). Ausserdem begegnen Ihnen weitere Blüten im Irishang bei der Winterblüte (Chimonanthus praecox) und noch immer bei der Bergenia 'Herbstblüte'  auf dem Hofplatz in Vorder Brüglingen.

Henne mit Küken (Tolmiea menziesii)
Haselstrauch (Corylus avellana)
Winterblüte (Chimonanthus praecox)
Bergenie (Bergenia 'Herbstblüte')

Advent, Advent

Es glitzert bunt an unserem Weihnachtsbaum: ein blauer Stern, ein Schneemann, eine goldene Eichel, eine Kreation aus Moos und viele weitere Schmuckstücke hängen bereits am Baum. Machen Sie auch mit! Noch bis zum 24.Dezember sind unsere Besucherinnen und Besucher aufgerufen, mit einer Kleinigkeit den Weihnachtsbaum vor der Villa zu schmücken.

Mehr Infos

Historische Bilder gesucht

Haben Sie alte Fotos daheim? Wir suchen historische Bilder des Englischen Gartens in den Merian Gärten. 

Für die Pflege unserer denkmalgeschützten Gartenanlage ist es wichtig, so viel wie möglich über den ursprünglichen Zustand zu wissen und die ursprüngliche Idee zu verstehen. Bilder, welche den Landschaftsgarten in der Zeit vor 1980 darstellen, können sehr aufschlussreich sein. Besonders interessant sind Fotos, auf denen Pflanzen zu erkennen sind und wenn bekannt ist, wann das Bild aufgenommen wurde. Es dürfen auch Detailaufnahmen sein, wenn Informationen zum Aufnahmeort vorhanden sind.

Wenn Sie im Besitz solcher Aufnahmen sind, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen. Barbara Wüthrich nimmt Ihre Dokumente gerne entgegen und gibt auch Auskunft:

Barbara Wüthrich, T. +41 61 319 97 80, b.notexisting@nodomain.comwuethrich@meriangaerten.notexisting@nodomain.comch

Blütenspaziergang im November

Der Novemberspaziergang startet beim Eingang St. Jakob und führt quer durch die Gärten. Noch vor dem Tor, zwischen der violetten Aster 'Ezo Murasaki', strecken die ersten Schneeglöckchen (Galanthus elwesii-Hybriden) ihre Köpfchen gen Himmel. Nach Durchschreiten des Tors nehmen Sie die rechte Abzweigung und schlendern zur Clematissammlung. Auch hier gibt es bereits Schneeglöckchen, umspielt von den schon seit Monaten blühenden Sterndolden (Astrantia major in Sorten). Die Attraktion bilden aber momentan zwei Clematis cirrhosa. Solange das Wetter mild bleibt, können sie in voller Pracht bestaunt werden. Mit Temperaturumbruch bekommen sie eine Decke aus Tannästen.

Auch Früchte erfreuen im November das Herz. So zum Beispiel die Mispel (Mespilus germanica), welche Sie bewundern können wenn Sie den kleinen Durchgang Richtung Gewächshäuser nehmen und dann dem schmalen Weg im Hang folgen. Weiter geht es zur Irissammlung, wo in der Verzweigung die Pflanze des Monats (Iris unguicularis) blüht. Nur wenige Schritte weiter an der nächsten Verzweigung zeigt sich dem erhobenen Blick die sehenswerte Frucht des Taschentuchbaums (Davidia involucrata var. vilmoriniana).

Wer Stiefmütterchen mag, kann seinen nächsten Halt beim Rondell vor der Villa Merian machen. Auch in der Rabatte hinter dem Tor blüht es unermüdlich. Hier insbesondere der Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii 'Arendsii'), die Prachkerze (Gaura lindheimeri) und die Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator'), welche nun ihre Farbe von weiss nach blau gewechselt hat. Dahinter die Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica).

Der Pleasure Ground bietet momentan ein ganz besonderes Spektakel. Im Rasen wimmelt es förmlich von verschiedensten Pilzen. Zum Schluss nehmen Sie den Weg zum Rhododendrontal. Immer noch blühen hier mehrere Rhododendron sowie der Kletternde Fingerrauch (Dactylicapnos macrocapnos) und die Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta).

Clematis cirrhosa
Mispel (Mespilus germanica)
Pilze im Pleasure Ground
Kletternder Fingerrauch (Dactylicapnos macrocapnos)

Mäuselöcher bei Petersilie

Bild der Woche aus dem Kräutergarten: Tiefe Mäuselöcher unter der Petersilie. Nager haben von unten die Wurzeln abgefressen. Die Mäuse bereiten sich auf den Winter vor... 

Die ersten Schneeglöckchen blühen!

Die ersten Schneeglöckchen blühen. Wer den Eingang St. Jakob in die Merian Gärten nimmt, der hat die Möglichkeit, dort die ersten Schneeglöckchen zu entdecken. Meistens sind die herbstlichen Blüten zwischen grösseren Pflanzen verborgen und werden leicht übersehen, dafür wirken sie zauberhaft im Herbstlaub.

Es sind die ersten Schneeglöckchen, spätere Exemplare lösen sich danach ab und die letzten werden Sie hier noch im März finden. Es lohnt sich, ab jetzt Ausschau zu halten!

Blütenspaziergang im Oktober

Der Oktoberspaziergang steuert drei besonders sehenswerte Standorte an. Die Wege dazwischen haben zwar auch noch ein paar Blüten vorzuweisen, aber die Zeit der üppigen Blumenbouquets ist für dieses Jahr vorbei.

Gestartet wird gleich am ersten besonderen Plätzchen - im Rhododendrontal. Das fantastische Blau der beiden Isodon-Arten: Isodon rubescens und Isodon effusus leuchtet hier momentan aus allen Lücken zwischen den Gehölzen. Ergänzt werden sie durch die weisse Blüte des Herbst-Steinbrechs (Saxifraga serotina 'Maigrün'), die rosa Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) und einige Einzelblüten von nachblühenden Rhododendron.

Der nächste unbedingt sehenswerte Standort ist das Salbei-Beet. Immer noch blühen hier zahlreiche Arten um die Wette, wie zum Beispiel Salvia greggii oder Salvia guaranitica. Dorthin gelangen Sie am schnellsten dem Dych entlang, rechts über die Brücke und weiter am anderen Ufer bis zum Lehmhaus.

Mit dem Fernziel Clematissammlung kann nun zum Beispiel der Weg durch den Alten Bauerngarten genommen werden. Hier blühen nebst Anderem noch eine Kardy und der Buchweizen. Etwas weiter, auf dem Hofplatz Vorder Brüglingen begegnen Ihnen die letzten Kübelpflanzen und am Eck zu den Gewächshäusern blüht die Bergenie 'Herbstblüte'. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie folgen dem Hauptweg Richtung St. Jakob und erfreuen sich an den letzten, den Weg begleitenden Astern und Anemonen, bis Sie dann links abbiegen und zu den Clematis hochgehen. Oder Sie spazieren durch den Nutzpflanzengarten, vorbei am eindrücklichen Reispapierbaum (Tetrapanax papyrifer) und der etwas zarteren Gossypium thurberi, sowie anschliessend durch den Silberhang mit einem feinen weissen Teppich vom Kriechenden Berg-Bohnenkraut.

Am Ziel angelangt leuchtet Ihnen von weitem die weisse Wolke der Rispenblütigen Waldrebe (Clematis terniflora) entgegen. Untermalt wird sie von verschiedenen Astrantien und von blauem Eisenhut. Hier endet der offizielle Spaziergang. Allerdings laden die jetzt stetig zunehmenden bunten Herbstfarben zu weiteren Entdeckungstouren ein.

Gossypium thurberi
Ananas-Salbei (Salvia elegans 'Scarlet Pineapple')
Buchweizen
Rispenblütige Waldrebe (Clematis terniflora)

Geschafft!

Geschafft! 74 Quadratmeter, 2380 Pflanzen (davon 500 Tulpen und 150 Narzissen) und rund 60 Stunden Arbeit  - von der Bodenbearbeitung und Pflanzenmischung über die Ausführungsplanung, Vermessung und dem Einpflanzen (vieles machen übrigens die Lehrlinge). Wie jedes Jahr im Herbst ist das Wechselflorbeet vor der Villa neu bestückt worden. 

Bühne frei für das Winterschauspiel.

Platz für neue Farben

Der Sommerflor macht dem Herbst Platz. In der Woche vom 15. Oktober wird das Wechseflorbeet neu angepflanzt. Die neuen Pflanzen stehen schon bereit...

Blütenspaziergang im September

Der Septemberspaziergang startet beim Eingang Neue Welt. Zwischen einzelnen, in herbstlicher Nachblüte stehenden Rhododendren, blühen wieder viele nicht alltägliche Pflanzen. So zum Beispiel die beiden winterharten Begonien (Begonia grandis ssp. sinensis und Begonia grandis 'Alba'), die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), der Teufelsabbiss (Succisa pratensis), die Liriope (Liriope muscari) und die Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta).

Folgen Sie nun dem Dych bis zur Brücke und überqueren Sie diese um dann Richtung Lehmhaus zu spazieren. Gehen Sie daran vorbei bis zur Ummauerung des Arzneipflanzengartens. Dort leuchten verschiedene Salbei in bunten Farben um die Wette. Wer dann durchs Tor hinter die Mauer tritt, erlebt gleich nochmals ein farbenfrohes Bild. Einerseits von den bunten Rabatten mit exotischen Arzneipflanzen vor der Orangerie, andererseits von den Gemüse- und Zierpflanzen aus dem PSR-Sortiment. Besonders schön anzusehen ist in einigen Rabatten die Kombination von beidem.

Weiter geht's durch den Beerengarten, über die Brücke und dem Kanal entlang in nördlicher Richtung. Vorbei an den weissen Blüten der Silberkerze (Actaea cordifolia) erreichen Sie die Fuchsientreppe. Ergreifen Sie diese letzte Gelegenheit, um sich vor dem Einwintern ab Anfang Oktober, nochmals an den Fuchsien-Blüten zu laben. Umspielt werden diese von stattlichen Efeupflanzen, welche von hunderten Bienen umschwirrt werden. Zum Schluss empfiehlt sich ein Besuch des Asternhügels neben dem Pächterhaus. Täglich öffnen sich immer mehr der zahlreichen Korbblüten, bis die Symphonie in Rot- bis Blautönen etwa anfangs Oktober ihren Höhepunkt erreicht haben wird.

Winterharte Begonie (Begonia grandis ssp. sinensis)
Smirnows Rhododendron (Rhododendron smirnowii)
Fuchsie (Fuchsia 'Bon Accord')
Efeu (Hedera helix)

Kleine Reise durch die Merian Gärten

Ein junger Hobbyfilmer hat diesen Film anlässlich eines privaten Sonntagsspaziergangs gedreht und uns zugestellt. Schwelgen Sie noch einmal in Erinnerung an den Frühling bevor der Herbst nun langsam einsetzt.

Ein Film von Creative Mind

Zweiter Frühling?

Auf dem Hochplateau oberhalb vom Englischen Garten hat durch das Bewässern die hinterste Rosskastanie neu ausgeschlagen und blüht jetzt.

Dieses Phänomen mag zwar überraschen, ist aber nichts Ungewöhnliches. Rosskastanien reagieren so, wenn das Blattsterben sehr stark ist, wie dieses Jahr bei extremer Trockenheit oder bei starkem Miniermottenbefall. Dies stresst die Bäume und bringt ihren Stoffwechsel durcheinander. Knospen, die eigentlich erst im nächsten Frühling austreiben sollten, werden aktiviert. Die Bäume bilden dann im Herbst erneut Blätter und Blüten.

Wenn das in geringem Ausmass geschieht, ist es für den Baum nicht problematisch. Eine starke Blühaktivität kann die Bäume aber schwächen, weil die austreibenden Knospen im folgenden Frühling fehlen. Zudem können die jetzt gebildeten Triebe möglicherweise vor dem Winter nicht mehr verholzen und sterben bei Frost ab. Was das für unseren Baum für nächsten Frühling bedeutet, können wir momentan nicht genau sagen. Der Austrieb an neuen Blättern und Blüten ist bei ihm aber nicht massiv, von daher kann es gut sein, dass es ihm auch nächsten Frühling gut gehen wird. Die unerwartete Blütenpracht wird noch eine Weile zu bestaunen sein.

Blütenspaziergang im August

Der Augustspaziergang wird etwas überschattet von der grossen Trockenheit, welche uns seit Wochen in Atem hält. Dank regelmässiger Bewässerung gibt es aber trotzdem einige Blüten zu sehen. Der Spaziergang startet im Hof von Vorder Brüglingen wo bei den Kübelpflanzen immer irgendeine Blume zu entdecken ist. Gehen sie nun über die kleine Holzbrücke und den Hang hoch. Von weitem sticht hier schon die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica) ins Auge. Nehmen Sie einen der Wege über den Irishang wieder nach Unten und gehen Sie Richtung Villa. Vorbei an den speziellen Samenständen des Blasenbaumes (Koelreuteria paniculata), durch das Tor, wo sie von einem unüberhörbaren Summen begrüsst werden. Die Prachtkerzen (Gaura lindheimeri) werden momentan umschwirrt von zahlreichen Bienen. Kombiniert mit Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator') und Weisser Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba) ist diese Rabatte eine helle Schönheit. Eine weitere ansprechende Blütenkombination befindet sich in der Staudenrabatte hinter der Villa mit der Herbstanemone 'Pamina' und der weissen Waldaster (Eurybia divaricata).

Gehen Sie nun zur anderen Seite der Villa und nehmen Sie die beiden Treppen bis zum alten Bauerngarten. Entlang des Kanals leuchten zahlreiche Dahlien in bunten Farben. Weiter geht es über die Holzbrücke hinter den Beeren und dem Dyych entlang bis linkerhand die auffällige Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) auftaucht. Sie trägt an einem Blütenstand gleichzeitig Knospen, Blüten und Beeren. Etwas weiter blühen, nebst den Fuchsien auf der Treppe, einige der winterharten Sorten. Spazieren Sie weiter bis zum Hauptweg dem Sie dann nach Unten folgen. Die Rabatten entlang dieses Weges zieren wieder einige Blütenschönheiten. So zum Beispiel eine Kombination aus Frikarts Aster (Aster x frikartii 'Wunder von Stäfa'), Fetthenne (Sedum 'Red Cauli') und Bergminze. Oder der reichblühende Bergknöterich (Aconogonon 'Johanniswolke). Oder die Komposition in der Wegkreuzung aus Herbstanemone (Anemone hupehensis var. japonica 'Whirlwind'), Federborsten-Gras (Pennisetum alopecuroides 'Hameln') und Verbene (Verbena bonariensis).

An dieser Kreuzung führt der Weg weiter nach Oben zur Clematissammlung. Momentan sind hier viele der ungewöhnlichen Glöckchen-Formen zu sehen. Das Ziel des Spaziergangs sind die Gewächshäuser. Auf der Nordseite zwischen den beiden Glashäusern stehen, etwas verborgen, einige Passionsblumen (Passiflora) in Töpfen. Den Auffälligen Schlusspunkt bilden schliesslich an Schnüren hochgezogene Prunkwinden auf der Südseite.

Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica)
Weisse Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba)
Dahlie (Dahlia 'Purpurkönig')
Herbstanemone (Anemone hupehensis var. japonica 'Whirlwind') und Verbene (Verbena bonariensis)

Rückblick: Viktorianisches Picknick in den Merian Gärten

Wer am Sonntag, 5. August 2018 in den Merian Gärten war, der durfte sich im Englischen Garten ab einem besonders schönen Bild erfreuen. Frauen, Herren und Kinder kleideten sich im Stile der Belle Epoque und trafen sich im Park zu einem grossen historischen Picknick. Besucherinnen und Besucher setzten sich im Schatten auf ihre Picknickdecken und verköstigten sich mit Früchten, Brot nach viktorianischem Rezept, Käse und Kümmelkuchen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen erschienen sie alle in Anzügen und langen, spitzenbesetzten Kleidern. Breite Hüte, grosse Schirme und Fächer schützten sie vor der Sonne.

Ein paar Impressionen finden Sie auf Tele Basel.

Blütenspaziergang im Juli

Der Julispaziergang führt Sie für einmal nicht zu Taglilie und Clematis. Vielmehr entdecken Sie stachelige Blätter und borstige Blüten, bevölkert von Heerscharen (meist) ebenso stachelbewehrter Insekten.

Der Spaziergang startet gleich neben dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen, bei verschiedenen Kugeldisteln (Echinops) im Asternhügel. Mit ihren runden Köpfchen fallen sie bereits von weitem ins Auge. Etwas weiter Richtung Eingang St. Jakob taucht bereits die nächste stachelige Schönheit auf –  das Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum). Nun müssen Sie eine etwas weitere Strecke zurücklegen. Hinter dem Feuchtbiotop bei der Irissammlung steht nämlich die einheimische Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus). Vielleicht wollen Sie auf dem Weg dorthin doch noch einen Blick auf die Clematis werfen?

Weiter geht's vor der Villa den Hang hoch zu den Schmetterlingsblütlern. In den letzten Jahren wurden diese mit den verschiedensten Mannstreu (auch Edeldisteln) kombiniert. Links im steinigen Teil befinden sich die Verschiedenblättrige Edeldistel (Eryngium variifolium) und die Flachblättrige Edeldistel (Eryngium planum). In der Rabatte etwas weiter oben rechts gibt es die Stinkdistel (Eryngium foetidum), die Anmutige Edeldistel (Eryngium venustum), die Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium), das Yuccablättrige Mannstreu (Eryngium yuccifolium) sowie das Eryngium corniculatum (ohne uns bekanntem deutschen Namen). Natürlich dürfen ebenso die Schmetterlingsblütler etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Nebst dem interessanten Blütenaufbau ziehen auch diese Pflanzen viele Insekten an.

Wenn Sie genug gesehen haben, nehmen Sie bei nächster Gelegenheit den Weg durch den Wald nach unten zum Pleasure Ground und hinter der Villa die Treppe hinunter bis Sie im Arzneipflanzengarten ankommen. Als erstes fällt hier der Blick auf eine weitere Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus). Nicht zu übersehen sind ausserdem die Artischocken (Cynara scolymus) mit ihren riesigen, von Insekten umschwärmten Blüten. Etwas weiter Richtung Lehmhaus steht eine Eselsdistel (Onopordum acanthium). Als letzter kratzbürstiger Zeitgenosse auf diesem Spaziergang zeigt sich bei der Brücke hinter dem Beerengarten eine stattliche Klette (Arctium). Vielleicht wollen Sie nun doch noch die Taglilien besichtigen? Ab hier bestimmen Sie Ihren Weg wieder selber.

Geschlitztblättrige Karde (Dipsacus laciniatus)
Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium)
Stinkdistel (Eryngium foetidum)
Artischocke (Cynara scolymus)

Top 20 der Hochzeitslocations

Traumhaft heiraten in den Merian Gärten: Die Villa Merian gehört zu den 20 schönsten Hochzeitslocations der Schweiz. So entschieden haben Veranstalter, Besucher und eine Fachjury. Die Villa Merian wurde somit erstmals mit einem Swiss Location Award ausgezeichnet. Nominiert waren mehr als 500 Hotels, Restaurants, Kongress- und Eventlocations aus der ganzen Schweiz.

Zur Website des Swiss Location Award

Bericht in der Tageswoche

Blütenspaziergang im Juni

Der Junispaziergang startet nahe dem Treffpunkt in Vorder Brüglingen. Hinter der Gehölzgruppe befindet sich eine Staudenrabatte, welche momentan mit interessanten Blüten auftrumpfen kann. Als erstes das Scheibenschötchen (Peltaria alliacea) und die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum 'Album'), dicht gefolgt vom Grauen Strandflieder (Gonilimon incanum). Gerahmt wird das Ganze von einem Sonnenröschen (Helianthemum 'Lawrenson's Pink').

Anschliessend gelangen sie über den Rasen zur kleinen Holzbrücke, an der die Palmlilien (Yucca filamentosa) aufblühen. Dahinter, fast ebenso auffällig, drei verschiedene Arten von Akanthus (Acanthus mollis, A.spinosus,A. hungaricus). Entlang der Irissammlung können Sie viele weitere Blüten bestaunen. So zum Beispiel die vom Zarten Federgras (Nassella tenuissima), von der Junkerlilie (Asphodeline liburnica), von der Fackellilie (Kniphofia ensifolia) sowie von zahlreichen Steppen-Iris (Iris spuria). Im Irishang zeigen sich ausserdem die ersten Taglilien (Hemerocallis).

Folgen Sie nun dem Weg oben am Irishang und gehen Sie weiter durch das schmiedeeiserne Tor, vorbei an den Schmetterlingsblütlern, wo die Fuchsbohnen (Thermopsis) gelb aus der Rabatte ragen. Obwohl die Wiesen grösstenteils verblüht sind, gibt es auf dem Hochplateau noch einzelne zartblühende Stellen mit der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum ssp.latifolium) und der Wander-Bibernelle (Pimpinella peregrina).

Der pure Gegensatz dazu ist das Rhododendrontal. Wer es betritt, hat das Gefühl, in einen Dschungel einzutauchen. Überall ist es üppig grün von Farnen, Funkien und Co. Dazwischen leuchten an manchen Stellen weisse Blüten von verschiedenen Astilben, Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba'), Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) und der letzten Azaleen.

Möchten Sie zum Schluss nochmals in eine vollkommen andere Welt eintauchen? Dann spazieren Sie dem Dych entlang zum Arzneipflanzengarten. Viele Pflanzen blühen dort bei fast schon Südländischem Klima um die Wette und wie das duftet! Bis Mitte Monat steht für Freunde des besonderen Dufterlebnisses zusätzlich die Duftlaube vom Jubiläums-Gartenfest Anfang Juni zur Verfügung. Also, Augen zu, Nase auf und tief inhalieren! Wer dann noch nicht genug hat, kann sich die Brom-, und Himbeeren im Beerengarten anschauen. Viele davon blühen -  und das zum Teil auf ungewohnte Art und Weise. Hier endet der offizielle Spaziergang, aber natürlich gibt es noch viele weitere Parkteile mit blühenden Schönheiten zu entdecken.

Acanthus spinosus
Peltaria alliacea
Himbeere 'Japanische Weinbeere'
Iris spuria 'Farolito'
Rhododendron viscosum
Filipendula ulmaria und Duftlaube
Codonopsis clematidea (zu finden im Asterhügel, nicht auf Spazierroute)
Helianthemum 'Lawrenson's Pink'

Gartenfest zum 50. Geburtstag

Danke, dass Sie mit uns gefeiert haben!

Es war grandios! Tausende Gartenfreundinnen und Gartenfreunde fanden unter strahlend blauem Himmel den Weg in die Merian Gärten und sorgten für regen Betrieb an den diversen Installationen, an den Marktständen und auf den Hängematten. Danke, dass Sie mit uns gefeiert haben!

Schenken Sie uns was von unserer Wunschliste

So war das Programm

Blütenmeer auf der Iriswiese

Es ist wieder soweit! Rund 1500 Sorten der hohen und mittleren Bartiris blühen um die Wette und verwandeln die Rasenfläche in ein Blütenmeer. Bei schönem Wetter dauert diese Hauptblütezeit etwa 2 Wochen. Bei kühler Witterung könnte sie sich auch um ein paar Tage verlängern.

In Gärtnerkreisen ist mit Bartiris normalerweise keine Art gemeint, sondern Kulturformen (Sorten) welche aus verschiedenen Arten mit Bart entstanden sind. Die zahlreichen historischen Iris-Sorten auf dem Feld sind eingeteilt nach Züchtungsjahr, Farben und deren Abstammung von Wildarten. So kann gut die Entwicklung der Züchtungen im Laufe der Zeit studiert werden.

Blütenspaziergang im Mai

Momentan herrscht in den Gärten der helle Blütenwahnsinn! Das Rhododendrontal ist so üppig bunt wie schon lange nicht mehr. Man könnte fast meinen, es müsste den letztjährigen Frost-Flop kompensieren. Ausserdem hat sich die Blütezeit wegen des kalten Frühfrühlings etwas verzögert. In Vorder Brüglingen erblühen das Irisfeld, die Pfingstrosen und viele Clematis montana-Typen. Nicht zu vergessen die zahlreichen Blütensträucher und vieles mehr.

Nun macht es aber keinen Sinn, einen Blütenspaziergang in diese Gefilde vorzuschlagen. Ihre Schritte werden Sie automatisch dahin tragen. Viel mehr möchten wir Sie, wenn Sie denn schon da sind, darauf hinweisen, was es im Blütenmeer der Sammlungen zu sehen gibt, wenn Sie den Blick einmal etwas von der offensichtlichen Pracht abwenden.

Beginnen wir also bei den Pfingstrosen (auf dem Weg dahin sollten Sie unbedingt noch die Staudenrabatte am Hauptweg vom Eingang St. Jakob her passieren). Die Blütenpracht der Paeonien wird umspielt von Vielblütigen Rosen (Rosa multiflora), Weissdorn (Crataegus monogyna) und verschiedenen Akelei (Aquilegia).

Nur ein paar Meter weiter, in der Clematissammlung, gibt es weitere Farbtypen von Akelei zu sehen. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, stammen beide Pflanzenarten aus derselben Familie (Ranunculaceae). An einigen Stellen ragen die sattblauen Blüten des Kriechenden Günsels (Ajuga reptans) zu Füssen der Kletterer empor. Einen anderen Günsel können Sie am Übergang zum Silberhang sehen, hierbei handelt es sich um den Genfer Günsel (Ajuga genevensis). Vor dem Gang zur Irissammlung, sollten Sie hier unbedingt eine weitere unauffällige Lippenblüte beachten: Die des Strauch-Gamanders (Teucrium fruticans). Von weitem ist diese nämlich kaum vom Laub zu unterscheiden.

Die Irissammlung wird nun täglich bunter. Am Wochenende sollte dann das Farbenmeer komplett sein. Nebst den historischen Sorten auf dem Feld blühen in der Umgebung auch zahlreiche Iris-Arten. Im Hang gibt es Weiteres zu sehen. Zum Beispiel eine Junkerlilie (Asphodeline lutea), ein Affodill (Asphodelus albus), verschiedene Zistrosen (Cistus) und die ersten, etwas unauffälligeren, Taglilien-Arten (Hemerocallis). Im Steingarten blüht eine Orangenblume (Choisya 'Aztec Pearl') und im Feuchtteil eine Grossfrüchtige Binsenlilie (Sisyrinchium macrocarpum).

Zum Schluss führt uns der Weg ins Rhododendrontal. Unter der Blütenpracht der Rhododendren und insbesondere Azaleen verbergen sich einige etwas zurückhaltendere Schätze. Wie etwa verschiedene Salomonssiegel (Polygonatum), die unter Blättern verborgene Blüte der Geschwänzten Haselwurz (Asarum caudatum), die gelbe Saruma (Saruma henryi) und die Blüte des Maiapfels (Sinopodophyllum hexandrum) zusammen mit seinem wundervollen Laub. Auch wenn es schwer fällt. Senken Sie also den Blick und machen Sie sich auf die Suche. Es lohnt sich!

Paeonia delavayi
Clematis montana 'Broughton Star'
Ajuga reptans
Teucrium fruticans
Sisyrinchium macrocarpum
Luftaufnahme vom Rhododendrontal
Asarum caudatum
Saruma henryi

Das 'Findelkind' blüht

Diese Bartiris-Sorte zeigt sein gelbes Leuchten jeweils etwa zwei Wochen vor dem grossen Blütenmeer auf dem Irisfeld.

Etwa um Auffahrt herum werden also voraussichtlich die rund 1500 Sorten Iris um die Wette blühen. Verpassen Sie das Spektakel nicht! Bei warmem Wetter oder viel Regen dauert die Hauptblüte nur zwei Wochen, bei kühler Luft etwas länger.

Rhododendrontal in Blüte

Blühender Höhepunkt im Zauberwald! Das Rhododendrontal blüht wieder und jeder Tag wartet mit neuen Farben auf.

Die Rhododendronsammlung beherbergt eine vielfältige Auswahl an robusten Arten, Hybriden und Sorten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem naturnahen Habitus sowie speziellem Laub und wird ergänzt durch ungewohnte Dufterlebnisse.

Die Kombination von zum Teil stattlichen Rhododendron und Azaleen mit einer Unterpflanzung aus schattenliebenden Stauden, verzaubert das Rhododendrontal während der Blütezeit in einen Märchenwald.

 

Blütenspaziergang im April

Der Spaziergang beginnt unterhalb des Spielplatzes, wo das Immergrün (Vinca minor) blüht. Folgen Sie dem Weg nach unten, vorbei an weissblühenden Schwarzdorn-Sträuchern (Prunus spinosa), über die Brücke in den Arzneipflanzengarten. Wer möchte, kann einen kurzen Blick auf die Kaninchen werfen. Einige Jungtiere entdecken momentan das Gehege. Im Arzneipflanzengarten blüht derweil direkt beim Tor eine Zahnwurz.

Gehen Sie nun am Lehmhaus vorbei und dem Busch-Windröschen-bewachsenen Ufer entlang Richtung Rhododendrontal. Hier blühen bereits einige prächtige Rhododendron wie eine Campanulatum-Hybride, R. 'Jacksonii' oder R. oreodoxa var. shensiense. Weiter geht's dem Weg neben dem Ausgang nach oben folgend, unter dem Bienenhaus vorbei und links des Pleasure Grounds zu den Staudenrabatten bei der Villa. Zahlreiche Geophyten erfreuen hier das Auge. Zum Beispiel die Engelstränen-Narzisse (Narcissus triandrus 'Thalia') oder das Zwillingsblatt (Jeffersonia diphylla). Dazu ist die Frühlings-Platterbse am Aufblühen. Am Villenvorplatz schliesslich kontrastiert das Gelb der Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) mit dem Blau des Blausterns (Scilla siberica).

Die nächsten Blütenfreuden erwarten Sie links am Wegesrand der Irissammlung: Zahlreiche Narzissen in der Wiese gefolgt von Traubenhyazinthen im Irishang. Rechterhand gibt es eine grosse Fläche mit Knotenblumen (Leucojum aestivum). Etwas weiter, vor den Gewächshäusern, zeigt eine Magnolie (Magnolia x kewensis 'Wada's Memory') ihre weissen Sterne. Spazieren sie nun zum Silberhang, wo das Mandelbäumchen (Prunus dulcis 'Rosella') auf der einen Seite und die Zierkirsche (Prunus serrulata 'Takasago') auf der anderen rosa blühen. Auch hier gibt es einige Geophyten wie Tristagma uniflorum 'Wisley Blue' oder die Garten-Hyazinthe (Hyacinthus orientalis). Wer noch nicht genug davon hat, kann zum Schluss den Weg vom Eingang St. Jakob zu den Gebäuden von Vorder Brüglingen nehmen und sich an Anemonen, Schachbrettblumen und weiteren Hyazinthen laben.

Anemone nemorosa
Rhododendron oreodoxa var. shensiense
Corylopsis pauciflora
Magnolia x kewensis 'Wada's Memory'
Prunus spinosa
Fritillaria meleagris
Tristagma uniflorum 'Wisley Blue'
Jeffersonia diphylla

Blütenspaziergang im Februar

Der Februarspaziergang beginnt beim Eingang St. Jakob, vorbei an zahlreichen unbenannten Schneeglöckchen, bis zum Krokus-Teppich rechterhand auf dem Rasen. Nehmen Sie darauf den einmündenden Weg bis kurz vor die Clematissammlung. Im Wegkreuz stehen dort unauffällig blühende Eisenholzbäume (Parrotia) und etwas auffälligere Zaubernüsse (Hamamelis mollis). Schlendern Sie zwischen den Clematis weiter, so erfreuen Sie verschiedene Frühjahrsblüher wie Krokusse oder Lenzrosen.

Biegen Sie nun ab zum Silberhang und danach gleich wieder links, dann schreiten Sie direkt auf eine Frühlings-Kirsche (Prunus subhirtella) zu. Weiter geht es Hügel abwärts zu den Gewächshäusern, auf die gegenüberliegende Seite und in den Nutzpflanzengarten. In der rechten Ecke erblüht gerade der Japanische Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa). Spazieren Sie nun hinter dem Garten durch, vorbei an einer Virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana), zur Irissammlung. Im Steingarten erfreut nach einer kurzen Blühpause erneut die Kretischen Schwertlilie (Iris unguicularis). Im restlichen Irisgarten verteilt können Sie mehrere Schneeglöckchen Arten und Sorten entdecken sowie verschiedene Zwiebeliris (Iris reticulata Hybriden und Iris danfordiae). Auch die ersten Traubenhyazinthen (Muscari) recken ihre Köpfchen.

Die aufblühende Kornelkirsche weist Ihnen den Weg weiter zur Villa Merian. In den schattigen Rabatten rechts des Gebäudes zeigen sich zahlreiche Lenzrosen von ihrer schönsten Seite. Der Spaziergang ist an dieser Stelle beendet. Wer aber nicht genug hat, kann seinen Weg in Richtung Rhododenrontal fortsetzen. Am Ende dieses ebenfalls Schneeglöckchengesäumten Weges erwarten Sie die ersten einzelnen Rhododendronblüten dieses Jahres.

Hamamelis virginiana
Helleborus foetidus
Crocus
Edgeworthia tomentosa
Prunus subhirtella
Helleborus Hybride

Pflanzung einer misteltragenden Eiche

Die Firma Iscador AG aus Arlesheim hat den Merian Gärten zum 100-jährigen Jubiläum der Misteltherapie bei Krebs eine Eiche geschenkt. Misteln auf Eichen sind sehr selten und daher etwas Besonderes, denn normalerweise wehren Eichen Misteln ab.

Der 7-jährige Baum ist ca. 1.50 Meter hoch und wurde am 14. Dezember 2017 angeliefert und auf dem Hochplateau neben einer artenreichen Wiese gepflanzt.

Bei der Eiche handelt es sich um eine Stieleiche (Quercus robur). Sie wurde aus einer Eichel, die im Mai 2010 gesät wurde, gezogen. Die Frucht ging aus einer Zufallskreuzung veredelter Eichen, deren Reiser von französischen Misteleichen stammen, hervor.

Die Merian Gärten freuen sich, dass die Eiche auf dem Hochplateau ein neues zuhause gefunden hat.

Blütenspaziergang im Dezember

Um es vorweg zu nehmen, die Blütenfülle hält sich momentan in Grenzen. Wer viele "Blüten" sehen will, sollte seinen Spaziergang kurz nach der Morgendämmerung unternehmen und die Eisblumen bewundern.

Gestartet wird dieses Mal vor dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Gleich gegenüber stehen einige blühende Bergenien (Bergenia 'Herbstblüte' und 'Doppelgänger'). Folgen Sie nun dem Weg Richtung Gewächshäuser, passieren Sie die strukturstarken Samenstände von Sedum 'Herbstfreude'. Hinter den Häusern begrüsst Sie dann ein Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) mit den ersten gelben Blüten.

Nur ein paar Schritte weiter, im Silberhang, gibt es so manches zu entdecken. Da blüht zum Beispiel der Strauch-Gamander (Teucrium fruticans). Des Weiteren erfreuen die Samenstände verschiedener Phlomis sowie unterschiedlichste behaarte Blätter, insbesondere im Raureif. Anschliessend lohnt sich ein Abstecher zu den Clematis, ganz besonders für Liebhaber flauschiger Samenstände. Schliesslich geht es weiter zum Nutzpflanzengarten. Gleich beim Heckendurchgang rechts hat der Japanische Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa) bereits seine speziellen, perlmutfarbenen Blütenknospen entwickelt.

Verlassen Sie nun den Garten wieder am selben Ort und folgen Sie der Hecke Richtung Irissammlung. Auf der kleinen Felsnase rechterhand blühen die ersten Cyclamen (Cyclamen coum). Vorbei an der Gräserkulisse ist das nächste Ziel die Villa Merian, wo der Lorbeerblättrige Schneeball (Viburnum tinus) die ersten Blüten zeigt. Wer nun bereits kalte Finger hat, kann den Spaziergang mit einem warmen Getränk beenden.

Wer noch nicht genug hat, kann den Weg ins Rhododendrontal unter die Füsse nehmen. Diese Pflanzen haben bereits ihre Blütenknospen für nächsten Frühling angesetzt. Fast wie kleine Artischocken in allen Farbnuancen von Rot bis Grün sitzen sie an den Zweigspitzen. Welche Knospen gefallen Ihnen am besten? Merken Sie sich diese und lassen Sie sich im April überraschen, was aus ihnen geworden ist.

Clematis tibetana
Rhododendron 'Jacksonii'
Rhododendron smirnowii
Phlomis russeliana
Bergenia 'Herbstblüte'
Sedum 'Herbstfreude'
Teucrium fruticans
Jasminum nudiflorum

Blütenspaziergang im November

Die Blütenpracht für dieses Jahr ist vorbei. Nebst einigen blühenden Einzelkämpfern lädt dieser Spaziergang deshalb dazu ein, andere Schönheiten der Natur zu entdecken. Gestartet wird beim Eingang St. Jakob. In der Rabatte gleich dahinter blüht Aster ageratoides 'Edo Murasaki'. Nehmen Sie nun den Mergelweg in Richtung Clematissammlung. Unterwegs passieren Sie mehrere Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) mit ihren pinkorangen Früchten. In der Sammlung selber erscheint die Macchien-Waldrebe (Clematis cirrhosa) in voller Pracht. Weiter geht's zum Silberhang, wo viele Lavendel ihre letzten Blüten zeigen. Ein paar Schritte weiter, zu Beginn der Irissammlung, ist die Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis) erblüht. Auch sonst gibt es im Steingarten einiges zu entdecken. So zum Beispiel die leuchtenden Beeren der Übelriechenden Schwertlilie (Iris foetidissima) und auf den grossen Steinen wachsen Pilze aus dem Moos. Etwas weiter, im feuchten Bereich, erfreut das Rosa der Sumpfgladiole (Hesperantha coccinea). Vorbei am farbenfrohen Wechselflor-Rondell erreichen Sie den neuen Sitzplatz mit Fuchsien (Fuchsia magellanica) und den roten Beeren der Chinesischen Stechpalme (Ilex cornuta). Gegenüber leuchtet das gelbe Laub der Ginkgo (Ginkgo biloba). Der Weg führt nun geradeaus zum Stammstück der gefällten Blutbuche. Dieses sollten Sie genauer unter die Lupe nehmen, denn es wimmelt hier von Moosen, Flechten und Pilzen. Ausserdem zeigt ein Efeu (Hedera helix) eine wunderschöne Winterfärbung.

Folgen Sie nun dem Zickzack-Weg geradeaus den Hang hoch. Kennen Sie den Gedenkstein für Christoph Merians Schwester? Auch auf ihm befindet sich eine wunderbare Mooslandschaft. Nehmen Sie jetzt den Weg oberhalb des Steins, erreichen  Sie den Jurablick. Weiter geht es runter ins Trockenbiotop vorbei an einem üppig mit Beeren überladenen, Sanddorn (Hippophae rhamnoides) und schliesslich ins Rhododendrontal. Hier ist vieles, was bereits im Oktober geblüht hat, in den letzten Zügen. Auch die Rhododendren und einige Azaleen mit langanhaftenden Blättern bereiten sich auf den Winter vor und beglücken unser Herz mit ihren warmen Winterfarben. 

Iris unguicularis
Iris foetidissima
Moos auf Gedenkstein
Hedera helix
Euonymus fortunei
Aster ageratoides 'Edo Murasaki'
Sumpfgladiole
Ilex cornuta

Blütenspaziergang im Oktober

An diesen wunderbaren Herbsttagen sollten Sie sich Zeit und Musse nehmen um das Rhododendrontal auf allen Wegen einmal zu durchschreiten. Auf Ihrem Spaziergang werden Sie zahlreichen Schönheiten begegnen. Zum Beispiel verschiedenen Arten von Isodon, dem Kletternden Tränenden Herz (Dactylicapnos macrocapnos), mehreren spätblühenden Funkien (Hosta), dem Oktober-Steinbrech (Saxifraga cortusifolia 'Rubrifolia')und dem Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections'). Lassen Sie den Blick aber auch mal nach Oben wandern, denn einige Rhododendren zeigen ebenfalls Blüte. Und als Bonus verfärben sich mit jedem Tag die Blätter der Tal-Bewohner stärker.

Natürlich müssen Sie Ihren Spaziergang nicht auf das Rhodododenrontal begrenzen. Die ganzen Gärten erstrahlen momentan in den schönsten Herbstfarben. Blütenfanatischen Personen empfehlen sich als weitere Ziele ein Besuch der vielfältigen Salbei vor dem Arzneipflanzengarten, der winterharten Fuchsien neben der Fuchsientreppe sowie der Herbstastern unterhalb des Pächterhauses.

Herbstlaub
Herbst-Steinbrech (Saxifraga fortunei 'Cheap Confections')
Strauchiger Salbei (Salvia leucantha 'Phyllis Fancy')
Salvua guaranatica
Fuchsie (Fuchsia 'Isis')
Smirnows Rhododendron (Rhododendron smirnowii)
Funkie (Hosta)

Prächtige Herbstgartenzeit

Die erste Ausgabe von HerbstGartenZeit war ein grosser Erfolg: unter strahlend blauem Septemberhimmel fanden rund 2500 Gartenliebhaber, Sorteninteressierte, Pflanzenfreundinnen und Marktfans den Weg in die Merian Gärten und sorgten für regen Betrieb an den Verkaufständen sowie spannenden Austausch an den Führungen und Expertentischen. Wir bedanken uns bei allen Besuchenden, Marktfahrerinnen und Marktfahrern, Sponsoren und dem Helferteam für diese tollen Tag!

Der Pflanzenmarkt wurde in Kooperation mit ProSpecieRara veranstaltet.
Einen Blick aufs Programm gibt's unter www.herbstgartenzeit.ch

Blütenspaziergang im September

Startpunkt dieses Blütenspaziergangs ist der Aster-Hügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Langsam beginnt sich dieser nämlich mit Farbe zu überziehen. Nehmen sie den kleinen Weg und tauchen sie ein ins Astermeer. Unten angekommen, steht in der Hausecke ein stattlicher Federmohn (Macleaya). Er ist zwar bereits verblüht, aber die Samenstände wirken auch alleine. Nun folgen Sie dem Dychuferweg. Als erstes passieren Sie dabei die winterharten Fuchsien und die Fuchsientreppe. Viele der Pflanzen zeigen eine üppige Blütenpracht. Etwas weiter leuchten die Kerzen der Silberkerze (Actaea cordifolia) gefolgt von den letzten Blüten des Kerzen-Wiesenknöterichs (Bistorta) und den dekorativen Samenständen des Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia). Gehen Sie nun über die Brücke in den Beerengarten. Zwischen den Beeren befinden sich auch Zierpflanzen, unter anderem ein Beet mit verschiedenen Pro Specie Rara-Astern und ein weiteres mit einer Hybrid-Strandnelke (Armeria maritima 'Ornament'). Am Beginn des Gemüsegartens leuchtet dunkelrote Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor') und dem Kanal entlang erfreuen zahlreiche Dahlien mit ihren Blüten. Ein weiteres Blütenmeer zeigt sich vor dem Tor zum Arzneipflazengarten. Dieses besteht aus verschiedenen Salbei-Arten.

Weiter geht's beim Lehmhaus vorbei in Richtung Rhododendrontal. Nebst einigen Rhododendren mit herbstlichen Nachblüten ist anfangs Tal die wunderschöne Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta) am Aufblühen. Sehr schön sind ausserdem die Liriope (Liriope muscari) und der Kletternde Fingerstrauch (Dactylicapnos macrocapnos).

Folgen Sie nun dem Weg nach Oben, unterhalb des Trockenbiotops durch bis zur Villa Merian. Die Staudenrabatten unter den grossen Blutbuchen warten mit einigen dezenten aber sehenswerten Blüten auf. Zum Beispiel von der Weissen Waldaster (Eurybia divaricata) oder der Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Zum Schluss tun Sie doch etwas für Ihre Beweglichkeit und beugen sich nieder, um die zarten Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium 'Album') unterhalb des neuen Sitzplatzes gebührend zu bewundern.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus 'König Theodor')
Aster amellus 'Moerheim Gem' und 'Sonia'
Goldbaldrian (Patrinia scabiosifolia) mit Kerzen-Wiesenknöterich (Bistorta amplexicaulis 'Alba')
Liriope (Liriope muscari)
Dahlie (Dahlia 'Gelb-Orange von Menziken')
Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Moor-Salbei (Salvia uliginosa)
Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta)

Blütenspaziergang im August

Startpunkt dieses Spaziergangs ist der Spielplatz. Gleich in der Hecke befindet sich ein Roseneibisch (Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu') in voller Blüte. Wenn Sie nun dem Weg nach Unten folgen, stehen links einige Lampionblumen (Physalis alkekengi var. franchetii) mit ihren auffallenden Früchten. Weiter geht es zum Bauerngarten, wo es zahlreiche blühende Zierstauden und Gemüsepflanzen gibt. So zum Beispiel die Sonnenblume 'Primrose' (Helianthus annuus), ein Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus 'Radiance'), ein Flaschenkürbis (Lagenaria sicenaria 'Kalebasse') und die äusserst wehrhafte Litschi-Tomate. Daneben sind auch die Dahlien wieder bunt erblüht. Nur ein Schritt weiter, im Arzneipflanzengarten, warten die nächsten Schönheiten. Da gibt es bienenumschwirrte Artischocken oder leuchtendroten Blutweiderich (Lythrum salicaria) und, und, und. Die Salbeirabatte ausserhalb der Mauer ist eine weitere Augenweide.

Nun können Sie den Weg dem Dyych entlang nehmen und erreichen so das Rhododendrontal. Nebst einige Funkien (Hosta) blühen hier die Liriope (Liriope muscari), die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), die winterharte Begonie (Begonia grandis ssp. sinensis) und einige Lilien (Lilium). Nehmen Sie den Weg nach Oben und folgen Sie ihm bis zur Villa. Unterwegs passieren Sie im Trockenbiotop einen Sanddorn, der üppig mit Beeren behängt ist. Bei der Villa schmückt sich momentan der neue, etwas erhöhte Sitzplatz mit Freiland-Fuchsien (Fuchsia magellanica 'Gracilis'), Rispenhortensie (Hydrangea paniculata 'Dart's Little Dot') und Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis 'Alba'). In der Rabatte hinter dem Tor blüht eine Weisse Lichtnelke (Silenen latifolia ssp. alba).

Dem Wechselflor-Rondell vorbei folgen sie dem Hangfuss bis zur Irissammlung. Unterwegs treffen sie auf die Schopflilie (Eucomis comosa) und im Feuchtbereich auf weitere Blüten. Am Hang leuchtet pink die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica). Sie ist einer der wenigen Bäume, die im Sommer blühen. Durch das kleine Wäldchen erreichen Sie die Gewächshäuser. Dahinter stehen und hängen Kübelpflanzen unterschiedlichster Art. Viele der Engelstrompeten (Brugmansia) erfreuen zurzeit das Auge. Gegenüber hängen unter Anderem Veronicastrum villosulum und die Bengalische Tagblume (Commelina benghalensis). Auch ein Blick in den Zwischengang der Gewächshäuser zu Passionsblumen und Prunkwinden lohnt sich. Über den Silberhang gelangen sie nun in die Clematissammlung, wo es immer was zu sehen gibt. Zum Schluss können sie dem schattigen Weg zum Eingang St. Jakob folgen. Entweder verlassen Sie hier die Gärten oder sie nehmen noch den Hauptweg und erfreuen sich an den zahlreichen Blütenstauden (z.B. Kerzenknöterich, Ballonblume und Herbstanemone) an seinen Rändern.

Basella alba 'Rubra'
Lilium speciosum (Sorte unbekannt)
Succisa pratensis
Hibiscus syriacus 'Oiseau Bleu'
Litschi-Tomate
Lagerstroemia indica
Passiflora aurantia
Physalis alkekengi var. franchetii
Dahlia 'Zakuro Hime'

Blütenspaziergang im Juli

Der Julispaziergang startet in der angenehm schattigen Clematissammlung. In Blüte können Sie hier Clematis hexapetala, C. 'Perle d'Azur', C. 'Minuet', C. pitcheri, C. 'Juuli' und viele mehr bewundern. Ein weiteres Muss in dieser Ecke ist der Silberhang, an welchem zahlreiche Lavendel mit ihrem Duft und der silberblauen Farbe betören. Dazu passend gibt es auch im Nutzpflanzengarten viele blühende und zum Teil auch duftende Schönheiten. Um nur einige zu nennen: Flachs (Linum usitatissimum), Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus), Granatapfelbaum (Punica granatum), Ziest (Stachys officinalis) und Acker-Rittersporn (Consolida regalis). Vom Nutzpflanzengarten her sollten Sie einen kleinen Abstecher zum Wasserbecken mit Blick zur Villa machen. Hier stehen mehrere Kübel mit Korallensträuchern (Erythrina crista-galli).

Nehmen Sie nun den Weg durch das kleine Wäldchen und folgen Sie dem Iris-Hang bis zum zweiten kleinen Pfad der rechts nach Oben führt. Wer diesem folgt, schlendert zu Beginn unter dem Blätterdach eines Blasenbaums (Koelreuteria paniculata) durch. Dieser schmückt sich momentan mit feinen gelben Blüten. Im Hang selber präsentieren zahlreiche Taglilien (Hemerocallis) ihr Farbenspiel so wie eine grosse Gruppe Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea). Oberhalb des Hanges geht es weiter geradeaus dem Weg folgend bis zu den Schmetterlingsblütlern. Etwas versteckt kann hier blühendes Römisches Süssholz (Glycyrrhiza echinata) entdeckt werden, sowie die bei Käfern beliebte Bromelienblättrige Edeldistel (Eryngium bromeliifolium) und der skurrile Graue Bergfenchel (Seseli gummiferum).

Wandern Sie weiter auf dem Hochplateau, finden Sie im Trockenbiotop die letzten auffälligen Wiesenblüten. Durch diese Wiese gelangen Sie zur Abzweigung Richtung Rhododendrontal wo die Funkien (Hosta) blühen. Sehr hübsch anzusehen ist ausserdem der Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens'). Wer noch nicht genug hat, kann nun dem Dyych entlang bis zur Orangerie wandern. Der Arzneipflanzengarten wartet mit Blüten in allen Farben und Formen auf und haben Sie sich schon mal darauf geachtet, wie der Flor von verschiedenen Gemüsen aussieht? Hier werden Sie fündig!

Waldrebe (Clematis hexapetala)
Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus)
Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea)
Taglilie (Hemerocallis 'Crestwood Lucy')
Korallenstrauch (Erythrina crista-galli)
Lavendel (Lavandula angustifolia 'Irene Doyle')
Bohne 'Odessa'

Blütenspaziergang im Juni

Der Junispaziergang beginnt im Hof zwischen Pächterhaus und Berrischeune. Da stehen einige grosse Lindenbäume in voller Blüte und erfreuen insbesondere die Nase. Als erstes nehmen Sie nun den Weg Richtung Eingang St. Jakob. Die begleitende Rabatte ist momentan voll mit den unterschiedlichsten Storchschnabel-Blüten. So z.B. Geranium 'Patricia', G. 'Ivan' und G. sanguineum 'Album'. Dazwischen erfreuen ausserdem die Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) und Hubrichts Blaustern (Amsonia hubrichtii) das Auge. Kurz vor dem Eingang geht es links aufwärts zur Pfingstrosensammlung wo immer noch einige Exemplare prächtig anzusehen sind. Hier und auch bei der nächsten Station, der Clematissammlung, blühen jetzt ausserdem die Rosen. Von den Clematis selber zeigen sich momentan zum Beispiel C. integrifolia, C. recta und C. 'Lasurstern' von ihrer Schokoladenseite.

Über den kleinen Weg durch die Strauchhecke erreichen Sie den Silberhang, wo speziell die verschiedenen Brandkräuter (Phlomis) ins Auge fallen. Weiter blühen die Kugelblume (Globularia punctata), die Italienische Moltkie (Moltkia suffruticosa) und der Schmalblättrige Sommerflieder (Buddleja alternifolia). Unter bunten Ampelpflanzen durch, gelangen sie nun in den Nutzpflanzengarten mit zahlreichen Blüten (z.B. Schwarzkümmel (Nigella sativa) oder Färbermeister (Asperula tinctoria)). Weiter geht's zur Irissammlung wo unter Anderem Iris spuria in zahlreichen Variationen blüht.

Die letzte Station dieses Spaziergangs befindet sich im alten Bauerngarten. Sie erreichen ihn über die Treppe beim PSR-Hauptsitz. Dort gibt es einerseits einige Rosen aus dem Sortiment von PSR, andererseits blühen viele Arzneipflanzen. Auf einem der Sitzbänke haben Sie die Möglichkeit den Spaziergang mit einer Pause im Blütenrausch zu beenden. Oder Sie machen auf eigene Faust weiter, denn es gibt in den restliche Gärten viele weitere Blüten zu sehen.

Rosa 'Maria Lisa'
Paeonia 'La Perle'
Papaver somniferum
Iris spuria Hybride
Buddleja alternifolia
Geranium 'Ivan'
Nigella sativa

Botanische Schatzsuche durch die Schweiz

Flower Walks App

Wer sich beim Wandern am liebsten auch mit Blumen, Gräsern und Bäumen beschäftigt, für den ist die brandneue App "Flower Walks" genau das richtige. feldbotanik.ch und Pro Natura Aargau lancieren die Kombination aus Wanderführer und Pflanzenbestimmungsbuch.

Die kostenlose und zweisprachige App beschreibt über 40 Streifzüge durch die schönsten Landschaften der Schweiz – mit dabei natürlich auch die Merian Gärten.

Nebst Wegbeschreibung und Anreise bietet die App umfangreiche Informationen zur Flora: Sie weist auf botanische Besonderheiten am Wegrand hin und liefert spannende Hintergrundinformationen, sei es zur Namensgebung, faszinierende Bestäubungstricks oder der medizinischen Verwendung der jeweiligen Pflanzenart. Darüber hinaus werden Fachinformationen wie Blühzeitpunkt, Gefährdung und Schutzstatus in der Schweiz angegeben. Dank der Bildergalerie zu den einzelnen Pflanzenarten ist das Erkennen der Pflanzen vor Ort ein Kinderspiel.

Los geht's!

Die App steht im iTunes Store sowie im Google Play Store zur Verfügung.

Alle Infos sind auch auf der Website www.flowerwalks.ch abrufbar.

Irisspektakel

Endlich ist es wieder soweit: 1500 Bartiris öffnen ihre Blüten. Noch trocknen die letzten Regentropfen auf den Blütenblättern und einige Knospen sind noch zu. Doch die Sonne in den nächsten Tagen verspricht eine wunderbare Hochblüte.

Dieses Jahr hat der späte Frost manche Pflanzen in bizarren Formen wachsen lassen. Einige Blütenstände sind krumm, andere weniger hoch als normal. Das tut dem Blütenmeer aber keinen Abbruch. Bereits jetzt leuchtet das Feld in allen Farben des Regenbogens.

Wer das Spektakel nicht verpassen will sollte bis Auffahrt die Merian Gärten besuchen. Die Hauptblüte dauert je nach Wetter nur rund zwei Wochen. 

Lesen Sie mehr über die Irissammlung, ihrer Geschichte und ihre Bedeutung: zur Irissammlung.

Führung in der Irissammlung

Faszination Iris
Montag, 29. Mai, 18 - 19 Uhr

Die Sammlung und ihre historische Sorten haben spannende Geschichten zu erzählen. Staunen Sie über das Blütenmeer und erfahren Sie, was die Sammlung so wertvoll macht. Mit Claudia Di Feliciantonio.

Blütenspaziergang im Mai

Der Blütenspaziergang beginnt diesen Monat bei den Gewächshäusern. Einige Kletterpflanzen zeigen hier ihre Blüten. Darunter die Akebie (Akebia quinata) und das Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium). Gegenüber zweitgenannter Pflanze kann nun der schmale Weg über den Hügel genommen werden. Eine kleine Abkürzung über den Rasen führt auf direktestem Weg zur aufblühenden Pfingstrosensammlung. Von da aus ist es nur ein Katzensprung in die Clematissammlung, wo momentan verschiedene Sorten der Clematis montana wunderschön anzusehen sind, so wie die aussergewöhnliche Clematis 'Zorero'. Der Gang über den Silberhang drängt sich von hier aus förmlich auf. Viele Bodendecker zeigen dort ihre unterschiedlichen Blautöne.

Nun stehen Sie wieder bei den Gewächshäusern. Etwas versteckt zwischen den Glashäusern und dem Folienhaus gibt es einen kleinen Zwischengang. In einem Kübel steht dort die hübsche Malva subovata. Als nächstes sollten Sie die Irissammlung besuchen. Der Blühhöhepunkt hat zwar noch nicht ganz begonnen, aber trotzdem gibt es, insbesondere am Hang, schon vieles zu sehen. Über den Hang geht es nun vorbei an blühenden Wiesen, weiter Richtung Hochplateau. Bei den Schmetterlingsblütlern sind zur Zeit Lupinen (Lupinus) und Fuchsbohnen (Thermopsis) eine Augenweide. Ausserdem können Sie an mehreren Orten verschiedene Wildrosen entdecken. Haben Sie schon mal gesehen, dass es mitten durchs Trockenbiotop einen Weg gibt? Ihm könnten Sie nun folgen und weitergehen ins Rhododendrontal. Leider hat der Frost hier einige Schäden hinterlassen, trotzdem zeigen aber mehrere Pflanzen noch ihren Flor. Ungewohnt anzusehen ist zum Beispiel Rhododendron groenlandicum.

Weiter geht's dem Dyych entlang, über die Brücke und hinter dem Lehmhaus vorbei. Unter einer Linde gibt es eine naturnahe Staudenpflanzung mit blühender Euphorbia cyparissias und Geranium 'Tiny Monster'. Als letzte Station auf dem Maispaziergang passieren Sie den Arzneipflanzengarten und betreten den Tierhof. Pflanzennachwuchs gibt es hier zwar keinen, dafür junge Kaninchen und frisch geschlüpfte Küken. Dieser Jö-Effekt lässt auch keinen Pflanzenliebhaber kalt.

Paeonia 'Starlight'
Clematis 'Zorero'
Wildrose
Nepeta x faassenii
Malva subovata
Lupinus

Iris 'Findelkind' bereits in Blüte!

Viel früher als gewohnt ist die Iris 'Findelkind' aufgeblüht. Wenn das Gelb dieser Iris sie aus den Reihen leuchten lässt wissen wir, dass die Hauptblüte bei den historischen Bartiris etwa 3 Wochen später starten wird. Nur ein Kälteeinbruch könnte dieses Ereignis allenfalls noch etwas nach hinten verschieben.

Blütenzauber im Rhododendrontal

Besuchen Sie in den nächsten Tagen das Rhododendrontal und erleben Sie es von seiner schönsten Seite. Die Rhododendren und Azaleen verwandeln diesen Gartenteil momentan in ein Feuerwerk aus bunten Blüten und teilweise spannenden Düften.

Aus Rücksicht auf das empfindliche Wurzelwerk der Rhododendren und auf die frisch austreibende Unterpflanzung bitten wir Sie zum Fotografieren auf den Wegen zu bleiben.

Blütenspaziergang im April

Es grünt und blüht überall! Vom Zentrum Vorder Brüglingen geht es zuerst den Hauptweg hinunter in Richtung St. Jakob. Vorbei an Hyazinthen im Rasen und den Staudenrabatten voll mit Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris), Narzissen und vielem mehr. Begleitet werden sie von wunderbar blühenden Sträuchern wie zum Beispiel der Felsenbirne (Amelanchier canadensis). Kurz vor dem Ausgang nehmen Sie links den Weg bis zum Rasen hinter der Pfingstrosensammlung. Hier lohnt sich ein Blick auf den Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua), denn er ist voll mit unauffälligen, aber interessanten Blüten. Ein paar Schritte weiter, in der Clematissammlung, ist die exotisch anmutende Clematis armandii zu bewundern.

Nun geht's weiter zum Silberhang mit blühenden Weidenblättrigen Birnen (Pyrus salicifolia). Vorbei am leuchtend gelben Narzissenhang bis zur Irissammlung. Wer möchte, kann den kleinen Weg durch das Wäldchen nehmen. Dort verstecken sich einige Dreiblätter (Trillium), so wie das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides). Im Gebiet der Irissammlung überquillt es bereits vor interessanten Blüten. Im Steingarten sind dies zum Beispiel Alpen-Aurikel (Primula auricula), Iris unguicularis und Iris magnifica; entlang des unteren Weges Iris graeberiana und Iris tuberosa sowie verschiedene Primeln im Feuchtbereich.

Vorbei am bunten Wechselflor-Rondell geht es jetzt zu den Rabatten um die Villa Merian. Auch hier blüht es überall, wenn auch etwas weniger auffällig, denn die Farbgebung hier changiert zwischen Grüntönen, Weiss und gelblich. Dafür erfreuen viele der Pflanzen die Nase mit ihren Düften. So zum Beispiel Burkwoods Schneeball (Viburnum x burkwoodii) oder Burkwoods Duftblüte (Osmanthus x burkwoodii). Ohne nennenswerten Duft aber in ungewohnten Farben und Formen zeigen sich zahlreiche Busch-Windröschen- Sorten und auch die Breitblättrige Traubenhyazinthe (Muscari latifolium). Genau hinschauen lohnt sich!

Das absolute Muss als Abschluss dieses Spaziergangs ist natürlich das Rhododendron-Tal, in welchem bereits viele Rhododendren blühen und auch die Azaleen nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ergänzt werden sie mit zahlreichen Staudenschönheiten. Wenn Sie sich den Weg dorthin aber noch etwas verlängern möchten, wählen sie rechts von der Villa den Weg nach Oben und flanieren an den Schmetterlingsblütlern Richtung Hochplateau vorbei. Insbesondere der Judasbaum (Cercis canadensis) bietet Ihnen dort einen schönen Anblick.

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
Iris tuberosa
Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia)
Breitblättrige Traubenhyazinthe (Muscari latifolium)
Gelbes Windröschen (Anemone Ranunculoides)

Blütenspaziergang im März

Nun ist die erste Blütenfülle endlich da! Der Märzspaziergang beginnt beim Eingang Rhododendrontal von wo aus gleich der Weg rechterhand gewählt wird. Wer ihm durch die Rhododendren folgt kommt zuerst am Grossblättrigen Milzkraut (Chrysosplenium macrophyllum) und danach bereits an den ersten blühenden Rhododendren vorbei. Nun gehen Sie dem Dyych entlang, vorbei an der Villa und nehmen dann ab dem Platz vor dem Villentor den etwas ver-borgenen Weg rechts nach Unten. Etwas weiter vorne blüht entlang des Wassers die Pestwurz (Petasites hybridus). Wählen Sie weiter den Dyychufer-Weg, erreichen Sie an seinem Ende den Farbhügel mit unterschiedlichen Zwiebelpflanzen in Blüte.

Weiter geht es nun in Richtung Ausgang St. Jakob. In der Staudenrabatte rechterhand zeigen sich verschiedene Lenzrosen (Helleborus) von ihrer schönsten Seite. Auch einige Schneeglöckchen (Galanthus), Krokusse (Crocus) und Märzenbecher (Leucojum) begleiten Sie immer noch mit ihrer Blüte. Kurz vor dem Ausgang kann dem Weg links nach Oben bis zur Clematissammlung gefolgt werden. Hier blüht nämlich die Macchien-Waldrebe (Clematis cirrhosa). Nehmen Sie nun die kleine Abzweigung zum Silberhang. Das kleine Mandelbäumchen am Hang wird seine Pracht in den nächsten Tagen entfalten.
Wenn Sie hinter den Gewächshäusern durchgehen landen Sie in der Irissammlung, welche momentan vor Zwiebelpflanzen überquillt. Insbesondere verschiedene Zwiebeliris (Iris danfordiae, Iris reticulata) fallen auf. Auch gibt es nach wie vor schöne Schneeglöckchen-Sorten zu sehen. So zum Beispiel im Beet auf dem Rasen Galanthus nivalis 'Viridapice' mit grünen Blütenblättern.

Das letzte Wegstück führt jetzt zurück zur Villa. Vorbei an der wunderschönen Kornelkirsche (Cornus mas) und den Rabatten mit Scheinhasel (Corylopsis pauciflora), Lenzrosen (Helleborus) und Zyklamen (Cyclamen coum). Beim neuen Sitzplatz kann abschliessend die Schweifähre (Stachyurus praecox) besichtigt werden.

 

Blütenspaziergang im Februar

Infolge des kalten Wetters und des Schnees der letzten Tage gibt es bisher verhältnismässig wenige Blüten zu sehen. Aber die ersten Wagemutigen haben sich nun doch zumindest in die Startposition begeben.
Empfehlenswert ist ein Spaziergang durch das Gebiet der Irissammlung. Hier befinden sich nämlich auch die ersten Sorten der im Aufbau befindlichen Schneeglöckchensammlung. Einige dieser dezenten Schönheiten zeigen erste Blüten. Ebenfalls dort, am unteren Ende des Steingartens, haben sich die ersten Cyclamen-Blüten entrollt. Weitere Cyclamen sehen Sie, wenn Sie sich nun in Richtung Villa aufmachen, in der Rabatte gleich hinter dem Eingangstor. Am selben Ort strecken auch die ersten Helleborus ihre Köpfchen. Jedoch brauchen sie schon noch einige Tage Sonnenschein bis sie sich öffnen.
In der neuen Anpflanzung dahinter stehen mehrere Exemplare von Sarcococca hookeriana. Dieser kleine Strauch beginnt in den nächsten Tagen seinen betörenden Blütenduft zu verströmen.
Beim Zugang zum Café-Sitzplatz zeigen sich die ersten Blüten von Viburnum tinus. Die noch ungeöffneten rosa Knospen und die offenen Weissen ergeben ein kurzweiliges Bild. Unweit davon, in der anschliessenden Rabatte, befindet sich eine weitere Art von Sarcococca (Sarcococca pruniformis). Damit wäre der kurze winterliche Spaziergang bereits beendet und lässt uns auf einen baldigen Frühlingseinbruch hoffen.

Blütenspaziergang im Dezember

Infolge des Wetters ist dieser Dezember bisher sehr blütenarm ausgefallen. Was aber nicht heissen soll, dass es in den Merian Gärten nun langweilig ist. Denn auch mit nur wenigen Blüten gibt es noch viel Schönes zu sehen.

Ein Spaziergang könnte zum Beispiel vom Eingang Dreispitz her zuerst zu den Schmetterlingsblütlern führen. Hier zeigt der Stechginster (Ulex europaeus) dem Wetter trotzend einige zarte Nachblüten. Wenn Sie nun den Weg nach Unten nehmen und danach dem Hang zur Irissammlung folgen, passieren Sie verschiedenste auch im Winter tolle Gräser. Der Nutzpflanzengarten ist das nächste Ziel. Hier befindet sich ein Orientalischer Papierstrauch (Edgeworthia tomentosa), der zwar noch nicht blüht aber dessen bereits weit entwickelte Blütenknöpfe fast schon wie Blüten aussehen. Ganz in der Nähe zeigt ein Zypergras (Cyperus) seine unauffälligen Blüten. Etwa in der Gartenmitte befindet sich eine Gruppe Steinsamen (Lithospermum officinale) mit Samenständen, die aussehen wie Kieselsteine.
Wer gerne schönen roten Beerenschmuck sieht, kommt neben dem Gewächshaus auf seine Kosten. Hier stehen mehrere Kübel mit Himmelsbambus (Nandina domestica) und zwei Traubendorne (Danae racemosa) zieren die Rabatte.

Auch im Dezember eine wahre Augen- und Nasenweide ist der Silberhang. Viele der Pflanzen dort sind wintergrün und feinduftend oder verfügen über schöne Samenstände. Von hier aus ist der Weg zur Clematissammlung mit ebenfalls immer noch hübschem Samenschmuck nicht mehr weit. Zusätzlich sind da die ersten Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) und in den Wildhecken leuchtende Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) anzutreffen.

Wer noch mehr Blüten sehen möchte, kann die verschiedenen Wechselflorrabatten aufsuchen und sich an Stiefmütterchen und Bellis erfreuen.

NEUER "ALTER" SITZPLATZ IM RHODODENDRONTAL

Vielleicht haben Sie bereits beobachtet, wie im Rhododendrontal Stufe für Stufe eine wunderschöne Trockenmauer aus rotem Sandstein entstanden ist. Der seit längerem abgesperrte Sitzplatz mit prächtigem Blick über die Baumkronen der Rhododendren musste wegen Abrutschgefahr komplett erneuert werden. Nun ist er wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Übrigens: Bei den Steinen der Mauer handelt es sich um den in Basel bei alten Gebäuden anzutreffenden Degerfelder Buntsandstein. Er stammt von einem Mauerabbruch.

Blütenspaziergang im November

Der Novemberspaziergang startet vor dem Pächterhaus in Vorder Brüglingen. Auf der linken Seite des Gebäudes blühen weiterhin zahlreiche winterharte Fuchsien um die Wette. Weiter geht's den Hauptweg abwärts, vorbei an den letzten Asternblüten. Etwa in der Mitte dieses Weges taucht links eine Rabatte auf, in der blühende Knöteriche (Persicaria) zu sehen sind. Diese Pflanze ist ein Dauerblüher vom Sommer bis zum ersten grossen Frost. Ein weiterer Dauerblüher finden Sie nur wenige Meter weiter in der Rabatte rechts: Den Storchschnabel Rozanne (Geranium 'Rozanne'). Das Blau dieser Blüte ist im Herbst besonders schön!

Wer mag, kann sich nun in Richtung der Clematissammlung wenden. Nebst den wundervollen Herbstfarben überall, entdecken Sie im Wegkreuz unterhalb der Sammlung eine Zaubernuss (Hamamelis virginiana), übersäht mit feinen, gelben Blütenblättchen. Bei den Clematis kann, wer gut schaut, noch bei mehreren Pflanzen einzelne Nachblüten finden. Weniger versteckt, aber mindestens so attraktiv sind die vielen flauschigen Samenstände. Etwas im Hintergrund der Sammlung leuchtet blau ein Eisenhut (Aconitum carmichaelii 'Arendsii').

Die nächsten Blütenfreuden finden Sie in der Irissammlung. Zum Beispiel die gelbe Sternbergie (Sternbergia lutea), den Safran-Krokus (Crocus sativus), die Mittagsblume (Delosperma cooperi) oder einige Nachblüten bei den Taglilien. Folgen Sie nun dem Weg über den Hang nach oben, so können sie bis zum Rätzblick spazieren. Vom Abend bis zum Morgen duftet hier die fast nicht sichtbare Blüte der Ölweide (Elaeagnus x ebbingei). Über das Hochplateau erreichen sie nun das Rhododendrontal. Viele der Oktoberblüten sind hier nach wie vor sehenswert. Einiges ist sogar noch üppiger geworden. So zum Beispiel Isodon effusus oder der Rhododendron smirnowii. Frisch dazu gekommen sind die orangen Beeren der Übelriechenden Schwertlilie (Iris foetidissima).

Folgen Sie nun dem Dyych, unter bunten Buchen und Linden, zur Villa Merian. Der Anblick der knallgelben Ginkgo-Bäumen wärmt wohl jedem das Herz! Und falls Ihnen das noch nicht genug Wärme ist, empfehlen wir Ihnen jetzt ein heisses Getränk im Café Merian.

Der violette Wahnsinn

Der Herbst beglückt uns mit sonnigen Tagen und einer Fülle an späten Blüten. Das unbestrittene Highlight ist momentan der passend bezeichnete Farbhügel. Denn jetzt blühen die Herbstastern. Wer durch die schmalen Wege streift, wähnt sich in einer scheinbar endlosen violetten Wolke. Wenn unser Natel solche Schnappschüsse einfängt, stellen Sie sich vor, wie verzaubernd es in Wirklichkeit wirkt!

Der Farbhügel findet sich in Vorder Brüglingen, unterhalb vom Pächterhaus. Sie können es nicht verpassen.

Und wenn Sie schon da sind werfen Sie auch einen Blick auf die Fuchsien: Bevor wir die Kübelpflanzen ins Gewächshaus räumen, geben die Fuchsien noch einmal alles und blühen in einer atemberaubenden Üppigkeit.

 

Blütenspaziergang im Oktober

Der Oktoberspaziergang beginnt am Eingang ins Rhododendrontal. Noch ausserhalb des Eingangs sehen Sie eine Rabatte mit Grasartigem Laub. Diese Pflanze nennt sich Reineckie (Reineckea carnea) und wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie kleine rosa Blüten zwischen den Blättern. Nehmen Sie nun den Weg nach rechts, so passieren Sie zuerst einen Herbst-Steinbrech (Saxifraga serotina 'Maigrün'), dann zwei unterschiedliche Isodon (Isodon) und einen blühenden Rhododendron (Rhododendron smirnowii) und zum Schluss die herrliche Krötenlilie (Tricyrtis formosana x hirta).

Via Dyychufer, über die Brücke und am Lehmhaus vorbei gelangen Sie nun zur Salbei-Rabatte. Diese Blütenpracht lässt sich kaum verfehlen! Bis zum ersten grösseren Frost kann das Spektakel noch genossen werden. Wer Blütenduft mag, sollte danach im Arzneipflanzengarten das Japanische Geissblatt (Lonicera japonica) aufsuchen. Der herrliche Duft entfaltet sich besonders intensiv am Abend. Nun wird der Dyych überquert und der Weg nach Oben genommen. Auf Höhe des Brunnens stehen mehrere alte Efeu-Pflanzen (Hedera helix)und locken mit ihren unauffälligen Blüten zahlreiche Insekten an. Oben angekommen, gehen Sie am Spielplatz vorbei und hinter der Irissammlung über den Rasen. In der geschwungenen Rabatte blüht die Zephirblume (Zephyranthes candida). Wenn Sie dann dem Mergelweg nach rechts folgen leuchten am Wegesrand Gelbe Sternbergien (Sternbergia lutea) und zahlreiche filigrane Gräserblüten.

Wer mag, kann sich als nächstes zur Clematissammlung begeben. Bei den dort blühenden Pflanzen dominieren momentan die Farben Weiss und Gelb. Folgen Sie dem Weg hinter der Sammlung durch, so können Sie Ihr Auge zur Abwechslung auch mal an Beeren erfreuen. Besonders schön ist im Moment der Weissdorn (Crataegus monogyna). Etwas weiter, in der Einmündung zum Hauptweg befindet sich eine herbstliche Rabatte mit Gräsern und Blütenstauden. Zum Schluss kann nun dem Hauptweg gefolgt werden, vorbei an einem selber ausgelesenen Astern-Zufallssämling, dem die Staudengärtnerin den Namen Symphyotrichum 'Mü' gegeben hat, bis zum krönenden Abschluss des Spaziergangs am Asternhügel.

 

Salbei (Salvia urica)
Rhododendron (Rhododendron smirnowii)
Aster (Symphyotrichum 'Mü')
Efeu (Hedera helix)
Weissdorn (Crataegus monogyna)

DER VIOLETTE WAHNSINN

Der Herbst beglückt uns mit sonnigen Tagen und einer Fülle an späten Blüten. Das unbestrittene Highlight ist momentan der passend bezeichnete Farbhügel. Denn jetzt blühen die Herbstastern. Wer durch die schmalen Wege streift, wähnt sich in einer scheinbar endlosen violetten Wolke. Wenn unser Natel solche Schnappschüsse einfängt, stellen Sie sich vor, wie verzaubernd es in Wirklichkeit wirkt!

Der Farbhügel findet sich in Vorder Brüglingen, unterhalb vom Pächterhaus. Sie können es nicht verpassen.

Und wenn Sie schon da sind werfen Sie auch einen Blick auf die Fuchsien: Bevor wir die Kübelpflanzen ins Gewächshaus räumen, geben die Fuchsien noch einmal alles und blühen in einer atemberaubenden Üppigkeit.

Pflanze des Monats

Japan-Aster (Aster ageratoides 'Ezo Murasaki')

Die späten Blüten dieser hübschen Aster sind relativ frostresistent und erscheinen bis in den Spätherbst. Sie wechseln von hellem zu dunklem Purpurblau. In Japan heisst dieser traditionell verwendete Farbton Edo Murasaki (Tokyo-Purpur). Wahrscheinlich bezieht sich der Name dieser Aster auf diese Farbe und wäre somit falsch geschrieben. Zur allgemeinen Verwirrung trägt eine ähnliche Pflanze bei, eine Schönaster (Kalimeris) 'Edo Murasaki'. Sie blüht in derselben Farbe, aber schon im Frühsommer.

Leider ist 'Ezo Murasaki' noch selten zu bekommen. Sie ist sehr gesund und durchsetzungsfähig. Mit ihren Ausläufern neigt sie zum Wuchern, ist aber längst nicht so raumgreifend wie die be-rüchtigte Sorte 'Asran'. Unter lockeren Gehölzen, im Halbschatten oder auch an etwas trocke-neren Stellen im Garten lässt sie sich gut verwenden. Durch die späte Blüte ist sie wertvoll für Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten. Auch in der Vase macht sie eine gute Figur - ein richtiger Tausendsassa!

'Ezo Murasaki' wird von fast allen geliebt, aber nicht von unseren Herbst-Schneeglöckchen. Denn diese zeigen sich hier oft schon Ende Oktober und gehen unter der Asternblütenfülle fast verloren.

Blütenspaziergang im September

Der Septemberspaziergang beginnt bei der kleinen Brücke neben der Irissammlung. Bereits von weitem sind die riesigen Blütenstände des Pampasgras (Cortaderia selloana) zu sehen. Gleich gegenüber wächst in Töpfen die Knoblauchs-Kaplilie (Tulbaghia violacea). Gehen Sie nun über die Brücke und nehmen Sie die Abzweigung nach links. In der Feuchtzone linkerhand blühen Rosen-Eibisch (Hibiscus lasiocarpos) und Blut-Weiderich (Lythrum salicaria) um die Wette.

Weiter führt der Weg zum Vorplatz der Villa Merian. Die Rabatte unmittelbar hinter dem Tor ist momentan eine Augenweide aus Steinquendel (Calamintha nepeta 'Triumphator'), Japanischem Blutgras (Imperata cylindrica 'Rubra') und Prachtkerze (Gaura lindheimeri in Sorten). Wer etwas genauer hinschaut, kann ausserdem die weissen Blüten der Neapolitanischen Zyklame (Cyclamen hederifolium 'Album') entdecken. Auch die Staudenrabatten auf der anderen Villenseite haben einiges zu bieten. So gibt es spätblühende Funkien (Hosta), verschiedene Herbstanemonen (Anemone) und ein Blütenmeer der weissen Waldaster (Eurybia divaricata).

Gehen Sie nun am Café vorbei und folgen Sie der Treppe hinunter in den alten Bauerngarten. Nebst den weiterhin blühenden Dahlien zeigen sich am Bogen über der mittleren Bank die wun-derbaren Blüten einer Passionsblume (Passiflora) sowie darunter die immer wieder reizvollen Blüten der Rose 'Anne Frank'.
Am Lehmhaus vorbei nehmen Sie den Weg dem Dych entlang und gelangen so ins Rhododendrontal. Am Eingang empfängt sie die Krötenlilie (Tricyrtis Hybride). Nehmen Sie den linken Weg, dabei passieren Sie das unauffällig blühende Japangras (Hakonechloa macra 'All Gold') sowie den Teufelsabbiss (Succisa pratensis). Beim kleinen Vorplatz des Eingangs blühen ausserdem zwei Sorten Lilien (Lilium).

Wer möchte, kehrt nun auf dem Weg via Trockenbiotop und Schmetterlingsblütler (hier blüht der Hymalaya-Indigostrauch (Indigofera heterantha)) zum Irishang zurück, wo die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica) zaghaft aufblüht. Weiter geht's zum Silberhang, wo es einen besonderen Flieder (Buddleja x pikei 'Hever') zu bewundern gibt und von da aus lohnt sich ein Abstecher zur Clematissammlung, in welcher es immer irgendwo blüht. Heute zum Beispiel besonders schön Clematis 'Anita'. Lassen Sie sich als Abschluss dieses spätsommerlichen Spaziergangs im Zwischengang der beiden Glashäuser von einigen Blütenkleinoden wie Gerrardanthus macrorhizus und Ipomoea transvaalensis verzaubern.

 

Neaoplitanische Zyklame (Cyclamen hederifolium 'Alba')
Weisse Waldaster (Eurybia divaricata)
Flieder (Buddleja x pikei 'Hever')
Gerrardanthus macrorhizus
Rosen-Eibisch (Hibiscus lasiocarpos) vor Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)

Pflanze des Monats

Japan-Begonie (Begonia grandis 'Alba')

In Ostasiens schattigen Wäldern ist diese Begonie zuhause. Dort wächst sie an feuchten Hängen und in Schluchten, sogar an Strassenböschungen kommt sie zurecht. Unter einer Laubdecke ist sie hier gut winterhart, Dennoch: Jeden Frühling wartet man auf den Austrieb, der aber erst kommt, nachdem die Pflanze ("Jetzt ist sie endgültig hinüber, ganz sicher!") für tot erklärt wurde. Das kann durchaus erst Anfang Juni sein.

Aber dann: Allein das asymmetrische Laub! Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne zeigen die rot geaderten Blätter ihre ganze Schönheit und sind ein dankbares Fotomotiv. Im August erscheinen dann die interessant geformten Blüten mit ihren allerliebsten gelben Bommeln und viel zu vielen Adjektiven.

Sogar der herbstliche Zerfall ist sehenswert. Durch die gelbe Laubfärbung treten die roten Blattadern und Stängel besser hervor. Beim genauen Hinsehen entdeckt man in den Blattachseln kleine Knöllchen. Diese sterben nicht wie die übrigen oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost ab. Im Frühling entstehen aus ihnen neue Begonien - aber erst, nachdem man die Hoffnung aufgegeben hat.

 

Blütenspaziergang im August

Der Augustspaziergang beginnt auf dem Hofplatz Vorder Brüglingen. Nehmen Sie zuerst den Hauptweg Richtung Ausgang St. Jakob. Gleich am Ende des Hofplatzes fallen rechter Hand die vielen bienenumsummten Kugeldisteln (Echinops) auf. Etwas weiter unten treffen Sie auf Ballonblumen, eine dunkle Fetthenne (Sedum 'Red Cauli'), eine Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator') und linkerhand auf verschiedene Knöteriche.

Folgen Sie nun links dem Weg zur Clematissammlung, in der immer noch viele Pflanzen blühen (siehe auch Julispaziergang) und über den Silberhang zu den Gewächshäusern. Zwischen den Häusern gibt es einen Art Korridor in dem sich viele Schlingpflanzen in Kübeln befinden. Schöne Blüten zeigen momentan Prunkwinden (Ipomoea quamoclit, I. x multifida), Bomarie (Bomarea hirtella) und Passionsblume (Passiflora citrina). Weitere einjährige Kletterer lassen sich vor den Gewächshäusern sehen. So die Prunkwinden Ipomoea lobata und Ipomoea alba und eine Pfeifenblume (Aristolochia littoralis). Auch einige weitere blühende Kübelpflanzen stehen rund um das Gewächshaus.

Weiter führt der Spaziergang ins Rhododendrontal. Wenn Sie hier den Weg über das Hochplateau wählen, stehen im Trockenbiotop unterhalb des Bienenhauses eine grosse Anzahl wilder Möhren. Diese Pflanze wächst zwar überall, aber es lohnt sich trotzdem, sie einmal etwas genauer anzusehen. Haben Sie bemerkt wie schön sich die Blüte entfaltet? Und haben Sie die einzelne schwarze Blüte in der Mitte der Dolde entdeckt?
Zwischen den Rhododendren blühen die Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora), die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), einige Freilandfuchsien (Fuchsia), der kletternde Fingerrauch (Dactylicapnos macrocapnos) und die ersten Blüten der Krötenlilie (Tricyrtis Hybride).

Wer sich gerne zurück zum Ausgangspunkt begibt, kann auf dem Rückweg am herrlichen Salbeibeet vorbei durch den Arzneipflanzengarten in den alten Bauerngarten flanieren. Begleitet von üppig blühendem Wechselflor, Kürbisblüten, Duft-Geranien und bunten Dahlien geht es dann wieder nach oben auf den Hofplatz.

Kugeldisteln (Echinops Hybriden)
Bomarie (Bomarea hirtella)
Wilde Möhre (Daucus carota)
Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora 'Prichards Variety')
Duft-Geranie (Pelargonium x citrosum 'Prince Of Oranges')

GESCHICHTEN AUS DER STADT: AUSBRUCH

Präsentiert vom Verein der Flaneure

Es ist Gartenjahr. Höchste Zeit, um an der Stadtgrenze zu flanieren! Wir brechen aus, flüchten ab ins Grün der Merian Gärten. Esther Becker hat einen wunderbar schrägen Text eigens für diesen Ort geschrieben. Folgen Sie den skurrilen Figuren durchs Dickicht und lernen sie dieses Kleinod neu kennen. Doch was macht die Autorin, wenn ihre Figuren meutern? Sie schreibt ihr ganz eigenes Ende...

Première

Heute, 25. August 2016, 19 Uhr

​Weitere Vorstellungen

Freitag, 26., Samstag, 27. & Sonntag, 28. August sowie am Donnerstag, 1., Freitag, 2. und Samstag, 3. September, jeweils 19 Uhr

​Besammlung

um 18:30 Uhr beim Treffpunkt Lehmhaus, Merian Gärten Basel

​Reservation

info@vereinderflaneure.notexisting@nodomain.comch. Die Platzzahl ist beschränkt.

​Ticketkategorien

Voyeur CHF 20 / Charmeur CHF 30 / Flaneur CHF 40 / Connaisseur CHF 50

​Wir empfehlen dem Wetter angepasste Kleidung und bequemes Schuhwerk. Die Vorstellung findet bei jeder Witterung statt und ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet.

Präsentiert von:

Der Verein der Flaneure www.vereinderflaneure.ch

Im Pokemon Fieber

Auch in den Merian Gärten werden fleissig Pokémon gejagt; zwischen Beeten und Bäumen sind zahlreiche PokéStops versteckt!

Aber wussten Sie, dass es hier auch ganz seltene Exemplare gibt? Kanin-Chen, Bartgü-Kel, Obalendaschafu oder Sweitsahuna tauchen auf dem Brüglingerhof auf. In den Wiesen erscheinen Kolwai-Sling, Hoisrek und manchmal auch die schwarzviolette Holzbin. Im Rhododendrontal fliegen Kolma-Isen. Mit etwas Glück findet man Eichörn-Chen oder sogar Mizekaze, ein weisses Prachtspokémon.

Zum Einfangen dieser gesuchten Pokémons brauchen Sie nicht mal die App. Schalten sie eine Kamera ein. Wenn Sie das gesuchte Wesen im Sucher sehen, drücken Sie auf den Auslöser, und - zack! - haben Sie es im Kasten.

Pflanze des Monats

Dorniger Nachtschatten (Solanum pyracanthos)

Dieser aparte Strauch ist einer der Unfreundlichsten. Er ist giftig, doch damit nicht genug: Sein botanischer Name bedeutet feuerdorniger Nachtschatten, man nennt ihn aber auch Teufelsdorn oder Stachelschweintomate. Die flammend orangen Stacheln (nein, keine Dornen - trotz des Namens) sitzen auf und unter den graugrünen Blättern, am Kelch und auch sonst fast überall. Sie sind sehr attraktiv, solange man sie nicht berühren muss.

Da seine Heimat in den westlichen Inseln des indischen Ozeans liegt, ist der dornige Nachtschatten bei uns nicht winterhart und trotz seiner martialischen Erscheinung ein eher zimperliches Gewächs. Frost verträgt er gar nicht, hätte gern viel Wasser und - bitteschön - auch eine gute Portion Dünger. Er benötigt ein sonnig warmes Plätzchen im Sommer und ein helles, frostfreies Winterquartier, sonst wird das nix.

Und das ist gut so, in wärmeren Gefilden zeigt er nämlich sein wahres Gesicht. Er wird zwei Meter hoch und noch breiter. Und er produziert Tausende von übel bestachelten Keimlingen, welche in kurzer Zeit ganze Gärten übernehmen und auch mit viel Geduld, Ausdauer und blutenden Fingern kaum zu entfernen sind.

AUS BAUM WIRD BANK

Erinnern Sie sich an die spektakuläre Heli-Aktion im Februar?

Aus einem der Bäume – einer Robinie - ist nun eine Sitzbank geworden. Ein wahres Unikat! Sie steht bei der Linde vor dem Lehmhaus.

Blütenspaziergang im Juli

Die Highlights im Juli sind die Clematis, die zahlreichen Lavendel und die Taglilien. Der Spaziergang führt deshalb auch zuerst in die Clematissammlung. Auf dem Weg dahin, befindet sich die Rabatte mit den üppigen Bodendeckerrosen, sowie das Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis), welches die Blütezeit in der Pfingstrosensammlung verlängert. In der Clematissammlung blühen unter Anderem C. orientalis, C. crispa, C. viorna, C. stans, C. texensis, C. recta 'Purpurea', zahlreiche Clematis aus der viticella-Gruppe sowie aus der jackmanii-Gruppe und C. integrifolia in Sorten.

Weiter geht's direkt zum Lavendelübersäten Silberhang. Was auf den ersten Blick einfach wie ein Lavendelfeld aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als verschiedenste Sorten von Lavandula angustifolia. Nehmen Sie sich also ruhig Zeit, wandeln Sie im Lavendelduft und Insektengesumme.

Vorbei an einigen Engelstrompeten (Datura) erreichen Sie schon bald den Irishang, der für einmal nicht von Iris dominiert wird, sondern von den nicht minder bunten Taglilien (Hemerocallis). Sorten wie 'Breathless Beauty', 'Golden Chimes' und 'Kings Cloak' sprechen für sich… Ergänzt werden die Taglilien von einigen Zierlaucharten (Allium) und dem Gestreiften Grasschwertel (Sisyrinchium striatum).

Weiter könnte der Spaziergang noch zu den Kübelpflanzen führen. Viele davon stehen in Blüte. Insbesondere auch viele Wildarten der Fuchsie. Und wer noch länger unterwegs sein möchte, kann sich zum Beispiel den Funkienblüten (Hosta) widmen. Diese finden Sie hinter der Villa Merian, sowie in grosser Zahl im Rhododendrontal.

Braunblütige Waldrebe (Clematis viorna)
Orientalische Waldrebe (Clematis orientalis)
Pyrenäen-Lavendel (Lavandula angustifolia ssp. pyrenaica)
Engelstrompete (Datura Hybride)
Taglilie (Hemerocallis 'Carey Quinn')

Pflanze des Monats

Moorabbiss (Succisella inflexa)

Der südosteuropäische Cousin der Skabiosen heisst Moorabbiss. In der Natur kommt er in Gräben, Mooren und Feuchtwiesen vor, bewährt sich aber auch im Garten an nicht allzu trockenen Stellen. Durch seinen Ausbreitungsdrang kann er kleinere Stauden überrollen, lässt sich aber gut unter Kontrolle halten. Er behauptet sich auch in schlechtem Boden und hat sich hier als vollkommen schneckenresistent erwiesen.

Nicht sehr auffällig, aber von überraschender Schönheit sind die Blüten: Weisse oder hellblaue Köpfe schweben auf filigranen Stängeln. Dazwischen schweben begeisterte Schwebfliegen, Bienen und Hummeln, die hinwiederum uns begeistern. Die Blütezeit dauert von Juli bis in den Herbst, und für die Vase ist er auch geeignet. Warum dieser Tausendsassa so selten gepflanzt wird, ist ein Rätsel.

Vielleicht liegt es ja am eigenartigen Namen. Trotz der vielen Doppelbuchstaben hat es aber damit seine Richtigkeit. Im nassen Boden faulen die Rhizome manchmal von unten her ab und sehen dann wie abgebissen aus.

Blütenspaziergang im Juni

Der Juni ist bekanntlich ein sehr blühfreudiger Monat. Sie können also Ihre Schritte überallhin lenken und werden sicherlich etwas Schönes entdecken.
Wenn Sie auch gerne im Blütenduft schwelgen, dann sollten Sie mit Ihrem Rundgang beim Hofplatz etwas in Richtung St. Jakob beginnen. Dort, wo ein von Rosensträuchern (Rosa multiflora) gesäumter Weg vom Hauptweg abgeht. Dieser Duft! Er kommt insbesondere von den Rosen, aber auch vom Pfeifenstrauch (Philadelphus). Daneben steht ein schöner Hartriegel (Cornus kousa var. chinensis).

Weiter geht's dem Weg entlang zur Pfingstrosensammlung. Hier sind viele Exemplare am Blühen und duften. Ein kleiner Umweg unterwegs könnte noch zu mehreren Prachtvollen Amsonien (Amsonia illustris) entlang dem Hauptweg St. Jakob führen. Diese Stauden blühen dieses Jahr das erste Mal richtig intensiv.
Von der Pfingstrosensammlung ist die Clematissammlung nur ein Katzensprung entfernt. Die immer wieder wundervolle Kombination aus blühenden Rosen und Clematis lassen jedes Herz höher schlagen.
Über den Silberhang mit leuchtendem Phlomis und zartlila Hängeflieder (Buddleja alternifolia) gelangen Sie in die Irissammlung. Noch wenige Tage ist diese das Highlight der Blütenfülle im Park. Nebst den historischen hohen Bartiris sind auch viele Wildarten, sowie einige Zwiebelpflanzen sehenswert.

Um die vielen Iriseindrücke etwas zu verdauen, können Sie als Abschluss einen kleinen Spaziergang den Hang hinauf und via Raetzblick zu den Schmetterlingsblütlern unternehmen. Sofort fallen dort die Lupinen (Lupinus Russel-Hybriden) ins Auge. Daneben erfreuen u.a. Färberhülse (Baptisia australis) und Blasenstrauch (Colutea media).

 

Pfingstrose (Paeonia 'Mme E. Debatene')
Prachtvolle Amsonie (Amsonia illustris)
Hängeflieder (Buddleja alternifolia)
Iris (Iris milesii)
Lupinen (Lupinus Russel-Hybriden)

Pflanze des Monats

Kletterrose 'Albéric Barbier' (Rosa 'Albéric Barbier')

Anfangs des letzten Jahrhunderts wurden die begehrten Kletterrosen der französischen Züchterfamilie Barbier bis nach Amerika verschickt. Neuartige Kreuzungen zwischen ostasiatischen Wildrosen und Teehybriden vereinten das schöne Laub, den starken Wuchs und die Gesundheit der einen mit den grossen, farbigen Blüten der anderen. Das Ergebnis waren robuste, stark-wüchsige und ausserordentlich schöne Kletterrosen. Die Gärtnerei war bis zum ersten Weltkrieg sehr erfolgreich, doch während der folgenden Wirren wurden Rosen eher unwichtig, und die Firma versank im Weltgeschehen.

Eine der ersten (und besten) dieser damals neuen Sorten ist 'Albéric Barbier', die im Jahr 1900 in den Handel kam. Die Hauptblüte ist Anfang Juni, gefolgt von einigen Blütenschüben während des Sommers. Ihre Triebe sind fast stachellos, was bei ihrem kräftigen Wuchs ein Segen ist: Sie kann bis zu sieben Meter hoch klettern, wenn man sie lässt. Mit dem Zwerg Alberich (bekannt aus Nibelungensage und dem Münster-Tatort) hat sie gar nichts zu tun - Albéric Barbier war der Vater des Firmengründers.

Obwohl sie recht krankheitsresistent und auch sonst ziemlich robust ist, ist sie nicht überall winterhart. In den kalten Januarnächten 2012 ist unsere Pflanze komplett zurückgefroren. Erst im Laufe des darauffolgenden Sommers zeigten sich zaghafte Triebe, und jetzt ist sie schöner denn je. Das ist nicht schlecht für eine alte Dame, die das gesamte 20. Jahrhundert erlebt hat.

 

Blütenmeer in der Irissammlung

Nun ist es endlich soweit! Nach einer kleinen Verzögerung wegen des kalten Wetters fehlen nur noch ein paar Sonnenstrahlen um das Iris-Feld in einer Farbenexplosion aufgehen zu lassen - spätestens am Wochenende sollte nun die ganze Sammlung in voller Blüte stehen.

Der Blüh-Höhepunkt unserer Sammlung historischer hoher Bartiris dauert nur etwa zwei Wochen und ist wegen der grossen Anzahl Sorten (ca. 1500) auf kleinem Raum ein einmaliges Erlebniss. Nutzen Sie also die Gelegenheit und planen Sie in den nächsten Tagen einen Besuch.

Am Montag findet ausserdem die letzte der drei öffentlichen Führungen in der Iris-Sammlung statt. Mit Sammlungsbetreuerin Barbara Wüthrich.

Montagsführung: Faszination Iris.
Montag, 23. Mai, 18-19 Uhr

Start beim Treffpunkt Vorder Brüglingen. Es ist keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Führung findet bei jedem Wetter draussen statt. Bitte achten Sie auf geeignete Kleidung und Schuhe für unebenen Naturboden

 

Pflanze des Monats

Krainer Tollkraut (Scopolia carniorica)

Aus Südosteuropas Wäldern stammt dieses hübsche Gewächs. Schon im April überrascht es mit seinen bräunlichen Glöckchen, es gibt aber auch gelbliche Formen. Ende Mai, wenn andere Stauden noch mit dem Austrieb beschäftigt sind, zieht sich das Tollkraut schon wieder zurück und welkt. Deshalb kombiniert man es am besten mit spät austreibenden Pflanzen, welche im Sommer die kahlen Stellen kaschieren.

Benannt wurde Scopolia nach Giovanni Antonio Scopoli, einem österreichischen Arzt und Naturforscher des 18. Jahrhunderts. Sein Leben lang begeisterte er sich für die Natur, oft auf Kosten seiner beruflichen Tätigkeiten als Werkarzt und Professor. Vorgesetzte und Kollegen beschwerten sich an höchster Stelle darüber, dass "sich Scopoli acht, vierzehn Tage, auch drei Wochen von hier entfernt, um der botanic zu obliegen und der insecten zu colligiren". (Dieser Genitiv… hach!)

Das Tollkraut ist sehr giftig, vergleichbar mit Stechapfel und Tollkirsche. Die Wirkung umfasst Pupillenerweiterung, Gesichtsrötung, Mundtrockenheit, Erbrechen, Krämpfe und bisweilen Tod durch Atemlähmung. Trotzdem fand es früher als Betäubungsmittel und in Hexensalben Verwendung. Ein tolles Kraut, fürwahr!

 

Heute Frisch aufgegangen

Das 'Findelkind' blüht! Diese Bartiris-Sorte beginnt jeweils zwei Wochen vor den anderen zu blühen und verrät uns: die grosse Blüte der Irissammlung steht an.

Schon bald wird sich die ganze Iris-Wiese in ein buntes Blütenmeer verwandeln. Dann blühen alle 1500 Sorten gleichzeitig und faszinieren in (fast) allen Farben des Regenbogens. Wir rechnen also mit dem Blühhöhepunkt am Pfingstwochenende. Verpassen Sie das Spektakel nicht! Bei warmen Wetter oder viel Regen dauert die Hauptblüte nur zwei Wochen, bei kühler Luft etwas länger.

Farbenexplosion im Rhodendrontal

Jetzt ist die Zeit der Rhododendren. Das verwunschene Tal am Fuss des Englischen Gartens verwandelt sich in einen Märchenwald. Ein Besuch lohnt sich fast täglich – denn jeden Tag gehen neue Blüten in unglaublichen Farben auf. Gerade blühen die Japanischen Azaleen in leuchtendem Pink. Lassen Sie sich verzaubern!

Bei aller Begeisterung: bitte bleiben Sie auf den Wegen! Denn: In den Beeten liegen die empfindlichen Wurzeln der Pflanzen direkt unter der Oberfläche, auch wenn man davon nichts sieht. Jeder Schritt neben den Weg kann verheerend sein.

FARBENEXPLOSION IM RHODODENDRONTAL

Jetzt ist die Zeit der Rhododendren. Das verwunschene Tal am Fuss des Englischen Gartens verwandelt sich in einen Märchenwald. Ein Besuch lohnt sich fast täglich – denn jeden Tag gehen neue Blüten in unglaublichen Farben auf. Gerade blühen die Japanischen Azaleen in leuchtendem Pink. Lassen Sie sich verzaubern!

Bei aller Begeisterung: bitte bleiben Sie auf den Wegen! Denn: In den Beeten liegen die empfindlichen Wurzeln der Pflanzen direkt unter der Oberfläche, auch wenn man davon nichts sieht. Jeder Schritt neben den Weg kann verheerend sein.

Blütenspaziergang im April

Für den Blütenspaziergang im April sollten Sie sich am besten Zeit nehmen und durch die ganze Anlage der Merian Gärten spazieren. In jeder Ecke treffen Sie zurzeit auf  verschiedenste Narzissen und andere Zwiebelpflanzen, sowie auf die ersten blühenden Gehölze (z.B. Prunus spinosa, Prunus sargentii, Ribes sanguineum, Carpinus betulus). Trotzdem gibt es einige besonders schöne Plätze die Sie auf keinen Fall verpassen sollten:

  • In der Clematissammlung ist gerade Clematis armandii am Aufblühen.
  • In der Irissammlung blühen unter Anderem eine Grossartige Schwertlilie (Iris magnifica), die Palisaden-Wolfsmilch (Euphoribia characias), Fritillarien (Fritillaria verticillata)und die Kugel-Primel (Primula denticulata)
  • Bei der Villa gibt es einige Sorten des Busch-Windröschens (Anemone nemorosa), die Duftblüte (Osmanthus x burkwoodii) und auch der Hundszahn (Erythronium 'Pagoda') beginnt damit die ersten Blüten zu öffnen.
  • Im Rhododendrontal wird langsam auf den Blühhöhepunkt hingearbeitet. Momentan sind bereits einige schöne Rhododendren in Rosa- und Rottönen am Blühen. Die Hauptblüte wird in 1-2 Wochen erwartet.
  • Im alten Bauerngarten beim Brüglingerhof erfreuen viele alte Sorten verschiedener Zwiebelpflanzen das Auge und auch die ersten Johannis- und Stachelbeeren zeigen ihre unauffälligen Blüten.

Natürlich gibt es noch vieles Zauberhaftes zu entdecken, aber das würde den Platz auf dieser Seite definitiv sprengen.

Waldrebe (Clematis armandii)
Magnolie (Magnolia x kewensis 'Wada's Memory') neben dem Gewächshaus
Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias)
Busch-Windröschen (Anemone blande 'Edgar')
Duftblüte (Osmanthus x burkwoodii)

Pflanze des Monats

Rundblättriger Rhododendron (Rhododendron orbiculare)

 Der rundblättrige Rhododendron ist einer der schönsten: Seine glatten Blätter und der runde Wuchs sind das ganze Jahr über attraktiv. Im Frühling bilden seine glockigen Blüten das knallrosa Tüpfelchen auf dem i, später entfaltet der frische Laubaustrieb seinen besonderen Reiz.

Seine Heimat liegt in den Bergen von Szetschuan. In 2000 bis 4000 Metern Höhe kommt er vor, an felsigen Hängen und in Nadelholzwäldern. Er liebt kühle Sommer und milde Winter, was unserem alten, über fünfzigjährigen Strauch leider zum Verhängnis wurde: Durch Pilzbefall geschwächt, erfror er im kalten Winter 2012. Da dies schon länger absehbar war, haben wir diese Pflanze schon vor zwölf Jahren ausgesät.

Die etwa tausend Rhododendronarten, deren Unterschiede oft nur aus winzigen Härchen, Schuppen oder Drüsen an den Blütenorganen bestehen, sind oft schwierig zu bestimmen; man benötigt dazu Lupen, Bestimmungsbücher und viel Geduld. Die unübersehbare Zahl von Hybriden macht dies nicht einfacher. Doch der rundblättrige Rhododendron sticht mit seiner unverwechselbaren Erscheinung wohltuend aus diesem Durcheinander heraus und sorgt für gute Laune bei angehenden Botanikern.

WINTERSTIMMUNG IM MÄRZ

The Merian Garden I

 

I still visit the Merian Garden

Cloth armed against the cold

The ice white paths crunch

Boot treaded feet try to hold

 

Distant horizons shapeless

Mist covered hills disappear

Walking garden appears lifeless

The air is soundless to the ear

 

Sunshine low on the horizon

Shrubs are been bathed warm

Against a dark leafless background

In the golden light of dawn

 

Natures grasses colour painted

Venetian cool mint lagoon green

The winter cold has tainted

Something unnatural about this scene

 

Theo J. Koning

 

Theo J. Koning ist ein Künstler aus Perth/Fremantle in Australien, der von Juli bis Dezember 2015 über Atelier Mondial einen sechsmonatigen Austausch in Basel machte. Er produzierte aus "found objects" – Hölzer, die er auf dem Areal gefunden hatte – unzählige Skulpturen. Dazu schrieb er viele Gedichte.

Mehr Infos über Theo J. Koning und seine Projekte auf seiner Website.

Blütenspaziergang im März

Die hartnäckig kühlen Temperaturen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass sich seit letztem Monat in Sachen Blüten nicht sehr viel verändert hat. Die Pflanzen haben ihren Vorsprung also wieder verloren.

Trotzdem Gibt es das eine oder andere zu sehen. Der Blütenspaziergang beginnt im Rhododendrontal. Vom Eingang her empfiehlt sich momentan besonders der Weg rechterhand. Schauen Sie sich auf der Höhe der Bank gut die Rabatte auf der anderen Weg-Seite an. Hier blüht unauffällig ein Grossblättriges Scheinschaumkraut (thlaspi macrophyllum). Etwas weiter vorne treffen Sie auf frühblühende Azaleen (R. dauricum, R. pentaphyllum).

Nehmen Sie nun den anderen Weg zurück zum Tor. Gleich vis à vis des Eingangs blühen Farn-Lerchensporne (Corydalis cheilanthifolia).
Erklimmen Sie den steilen Weg nach Oben, kommen Sie bald nochmals an einem Meer verschieden blühender Lerchensporne vorbei. Weiter geht's geradeaus in den Schatten grosser Eiben. Deren Blüten sind zwar nicht auffällig, aber von Nahem betrachtet auch mal interessant. Als nächstes gibt es einen grossen Fleck Sternhyazinthen (Chionodoxa) auf dem Rasen und danach die vielen zauberhaften Nieswurze (Helleborus orientalis-Hybriden).
Gehen Sie an der Villa vorbei, finden Sie mehrere Scheinhasel (Corylopsis pauciflora, C. spicata) kurz vor dem Aufblühen.

Nächste Station ist das Feuchtbiotop der Irissammlung, wo auffällig einige Zwerg-Kaiserkronen (Fritillaria raddeana) blühen. Ein fast unsichtbares Kleinod befindet sich im Steingarten der Irissammlung, nämlich die Iris winogradowii.
Auf dem kleinen Weg oberhalb der Gewächshäuser treffen Sie eine Mirabelle, sowie ein prächtiges Mandelbäumchen.
Die letzte Station sei der Farbhügel voller Narzissen. Für gute Augen sind dazwischen ausserdem spezielle Züchtungen von Scharbockskräutern (Ranunculus) zu entdecken.

Scheinhasel (Corylopsis spicata)
Lerchensporn (Corydalis)
Eibe (Taxus baccata)
Nieswurz (Helleborus orientalis-Hybride)
Mandelbaum (Prunus dulcis)

Winterstimmung im März

The Merian Garden I

I still visit the Merian Garden
Cloth armed against the cold
The ice white paths crunch
Boot treaded feet try to hold

Distant horizons shapeless
Mist covered hills disappear
Walking garden appears lifeless
The air is soundless to the ear

Sunshine low on the horizon
Shrubs are been bathed warm
Against a dark leafless background
In the golden light of dawn

Natures grasses colour painted
Venetian cool mint lagoon green
The winter cold has tainted
Something unnatural about this scene

Theo J. Koning

 

Pflanze des Monats

Bärlauch (Allium ursinum)

Komm, lieber März, und mache die Wälder wihieder grün!
Sehr frei nach Overbeck/Mozart

An schattigen, eher feuchten Waldhängen spriesst er jetzt wieder, der lang ersehnte Bärlauch. Innerhalb einiger Tage bedeckt er grosse Flächen, auch an schattigen Stellen im Garten. Wo er sich wohlfühlt, vermehrt er sich heftig, wenn man ihn versamen lässt. Seine weissen Blütensterne sind essbar und eignen sich gut als würzige Dekoration. Ende Mai ist die ganze Pracht schon wieder verschwunden.

Grün ist die Hoffnung. Zum Beispiel auf Bärlauchpesto, Bärlauchpasta, Bärlauchsalat… Am besten schmecken die Blätter kleingeschnitten und frisch. Dieses Wildgemüse erfreut Herz, Geschmacksknospen und diverse innere Organe. Seine Heilwirkungen sollen vielfältig und segensreich sein, seine Ähnlichkeit zu giftigen Pflanzen ist es leider auch.

Nach dem Genuss verleiht uns Bärlauch einen gewissen Frühlingshauch, welcher zu Platz im Gedränge verhilft. Ob er dadurch vor grippalen Infekten schützt, ist nicht erwiesen.

 

KUNST? NATURSCHUTZ!

Diese alte Rosskastanie hatte das Ende ihres langen Lebens erreicht. Anstatt den ganzen Baum zu entfernen, wurde der Stamm als wertvolles «Totholz» stehen gelassen.

Totholz ist für viele Lebewesen wichtig. Ameisen und Wildbienen finden hier Wohnraum, viele Insektenlarven ernähren sich von Totholz. Spechte und andere Vögel fressen wiederum die Insekten und bauen hier Bruthöhlen. Diese Höhlen werden später von anderen Tieren als Nistplatz genutzt - zum Beispiel von Waldkauz, Fledermaus oder Eichhörnchen.

Viele Tiere und Pflanzen, die auf Totholz angewiesen sind, sind vom Aussterben bedroht, denn abgestorbene Bäume werden aus Wäldern und Parks meist entfernt.

Die Rosskastanie in der Allee sieht denn auch auf ersten Blick etwas ungewohnt aus - dafür freuen wir uns über mehr Natur im Garten.

MÄRZBLÜHER SIND SCHON OFFEN

Kaum ist Februar, öffnen dank der milden Wintertemperaturen die ersten Märzblüher ihre Blüten. Im Garten wurden bereits rund zehn verfrüht blühende Arten gesichtet, wie etwa die Macchien-Waldrebe (Clematis cirrhosa) in der Clematissammlung, oder der Dahurische Rhododendron (Rhododendron dauricum) im Rhododendrontal. Der Märzenbecher (Leucojum vernum) ziert lieblich Wegrand und Wiesen, und vor der Villa übersähen goldgelbe Blüten die grosse Kornelkirsche (Cornus mas).

Was unser Auge erfreut wird vom Gärtnerteam sehr aufmerksam beobachtet. So wird die kälteempfindliche Macchien-Waldrebe mit Tannästen bedeckt um sie vor kühlen Temperaturen zu schützten. Ihre Blüten, wie auch die Blüten der anderen Märzblüher, würden einen Kälteeinbruch eher nicht überstehen und abfrieren.

Wir freuen uns über die bunte Blütenpracht und können einen Spaziergang durch die Merian Gärten sehr empfehlen.

Blütenspaziergang im Februar

Dieser Februarspaziergang führt Sie auf die Spuren des Monats März! Beginnen Sie damit doch gleich beim Eingang St. Jakob. In der wegbegleitenden Rabatte zeigen sich einige wunderbare Exemplare von Nieswurz. Unter anderem Heleborus x sternii und H. orientalis 'White Spottet Lady'. Über den Weg rechterhand gelangen Sie weiter in die Clematis-Sammlung, wo zwei Clematis cirrhosa üppig hinter ihrer Abdeckung aus Tannästen hervorblühen. Darunter sind bereits einige Lungenkräuter (Pulmonaria) in Blüte. Weitere dieser Pflanzen entdecken Sie im Silberhang, von wo aus Sie sich zum Irishang mit den ersten Zwiebeliris (Iris reticulata, Iris danfordiae) begeben können. Auf der "Inselrabatte" im Rasen zeigen sich zudem einige Schneeglöckchensorten von ihrer schönsten Seite.

Folgen Sie nun dem Asphaltweg mit Krokus- und Strahlenanemonen-Begleitung Richtung Villa. Bereits von weitem leuchtet einem das zarte Gelb der grossen Kornelkirsche (Cornus mas) entgegen. Hinter dem Tor geht es dann weiter mit zahlreichen Nieswurzen und grossen Zwiebelflächen im Pleasureground. Zum Schluss können Sie unterhalb des Bienenhauses vorbei gehen, hinunter ins Rhododendrontal, wo neben dem Bach bereits ein Rhododendron (R. dauricum) in Blüte steht.

Waldrebe (Clematis cirrhosa)
Zwiebeliris (Iris reticulata Hybride)
Strahlenanemone (Anemone blanda)
Nieswurz (Helleborus Hybride (mit Biene!))
Rhododendron (Rhododendron dauricum)

Pflanze des Monats

Japanische Nusseibe, Stinkeibe (Torreya nucifera)

In ihrer japanischen Heimat sind die Nusseiben stolze Bäume und werden über zwanzig Meter hoch, doch in Europa sehen sie leider oft so aus wie unser Exemplar: Strauchig, stammlos, strubbelig. Das liegt an der Vermehrungsart. Nimmt man Stecklinge von den wenigen aufrecht wachsenden Gipfeltrieben, wird daraus ein richtiger Baum. Stecklinge aus den viel häufigeren und leicht erreichbaren Seitentrieben hingegen ergeben Pflanzen, die nicht mehr aufrecht wachsen und keinen Stamm bilden.

Das Holz der Nusseibe ist dank des langsamen Wachstums extrem hart und gleichmässig. In Japan heisst es Kaya, ist sehr teuer und wird für die kostbarsten Go-Spielbretter verwendet. Aufgrund früheren Raubbaus stehen alte Nusseiben unter Schutz und dürfen nur noch gefällt werden, wenn sie abgestorben sind.

Hätten sie diese Nusseibe für eine Eibe gehalten? Wir auch! Jahrzehntelang hat sie niemand beachtet, bis uns vor einigen Jahren ein Baumspezialist auf diese Besonderheit aufmerksam machte. Im Gegensatz zu Eiben produziert sie Nüsse, ihre stechenden Nadeln duften würzig. Der andere Name dieses Baums, Stinkeibe, ist eine üble Verleumdung!

Blütenspaziergang im Januar

Entsprechend dem Wetter soll der Januarspaziergang eher kurz gehalten werden. Begonnen wird in der Nähe der Clematissammlung wo die Zaubernuss (Hamamelis mollis) ihre Blüten entfaltet hat.

Die nächsten Schönheiten sind bei der Irissammlung zu bewundern. Wählen sie doch mal einen indirekten Weg dorthin und gehen zum Beispiel durch den Nutzpflanzengarten oder nehmen Sie hinter dem Silberhang den schmalen Weg zwischen den Nutzgehölzen durch. Die nach wie vor blühende Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis) wird nun mit dem Alpenveilchen (Cyclamen coum) ergänzt. Im Irishang blühen ausserdem zwei Exemplare der Chinesischen Winterblüte (Chimonanthus praecox).

Gehen Sie nun weiter zur Villa Merian, denn dort erfreuen bereits einige Nieswurze (Helleborus) und die ersten Winterlinge (Eranthis hyemalis) das Auge.
Der Januar trumpft zwar nicht gerade mit einer riesigen Blütenpracht auf, aber beachten Sie dafür doch einmal die immergrünen Pflanzen. Da es bisher noch kaum Frost gegeben hat, sehen diese so schön wie selten in dieser Jahreszeit aus. Sie finden sie überall im Park. Insbesondere auch im Rhododendrontal, falls Sie den Spaziergang noch etwas verlängern möchten.

Nieswurz (Helleborus bocconei)

Blütenspaziergang im Dezember

Die Zeit der grossen Blütenpracht ist nun endgültig vorbei. Und doch gibt es noch das eine oder andere Aussergewöhnliche zu sehen. Denn wegen dem verhältnismässig warmen Wetter sind einige Pflanzen etwas verwirrt.

Deshalb führt unser Blütenspaziergang heute zuerst in die Nähe der Clematis-Sammlung zu den Eisenholzbäumen (Parrotia persica). Diese stehen bereits in voller, eher unauffälliger Blüte. Normalerweise wäre das erst im Januar/Februar der Fall. Folgen Sie nun dem Weg in Richtung Gewächshäuser, stehen oben am Silberhang zwei Winterkirschen (Prunus subhirtella 'Autumnalis'), die bereits sehr üppig blühen und eine Berg-Kirsche (Prunus sargentii) mit einigen Blüten. Deren Blütezeit wäre eigentlich im April.

Weiter geht’s an den Gewächshäusern vorbei zur Irissammlung. Gleich an der rechten Ecke, wenn Sie zwischen den Bäumen heraustreten, blüht die Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis) neben einigen Schlüsselblumen (Primula veris). Die Schlüsselblume ist normalerweise ein typischer Frühlingsblüher!
Nun können Sie die Villa ansteuern. Aber bevor Sie ein wohlverdientes warmes Getränk zu sich nehmen, erfreuen Sie sich doch noch an der Blüte des immer wieder prächtigen Lorbeerblättrigen Schneeballs (Viburnum tinus).

 

Eisenholzbaum (Parotia persica 'Vanessa')
Schlüsselblume (Primula veris)
Berg-Kirsche (Prunus sargentii)
Winterkirsche (Prunus subhirtella 'Autumnalis')
Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis)

Pflanze des Monats

Schwarzer Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Nigrescens')

Schwärzer geht's nicht! Der schwarze Schlangenbart ist die dunkelste Pflanze in den Merian Gärten. Ursprünglich stammt er aus südjapanischen Wäldern und hat unauffällig grünes Laub. Die schwarze Form tauchte erst Ende der Fünfzigerjahre in England auf.

 Der schwarze Schlangenbart mag Sommerwärme, Halbschatten, leicht sauren Boden und einen geschützten Standort. Er ist pflegeleicht und wird über die Jahrzehnte immer schöner. Man kann ihn mit gelben, roten oder graublauen Pflanzen kombinieren, mit weissem Kies oder hellen Felsen, als Schachbrett mit Trittplatten oder als düstere Beeteinfassung. Das Laub fühlt sich wie Leder an. Im Schnee wirkt er wie schwarze Spinnen und begeistert sogar Menschen, denen Pflanzen zu grün, zu blättrig, zu weich und überhaupt zu pflanzlich sind.

Der Name Schlangenbart stellt ein grosses Rätsel dar. Es mag ja sein, dass einzelne Schlangen einen leichten Flaum am Kopf haben, ein Goatie oder ein Menjou-Bärtchen, doch niemals einen solch üppigen Bewuchs wie diese tolle Pflanze. Sind japanische Schlangen womöglich stärker behaart?

Blütenspaziergang im November

Die wunderschöne Herbstfärbung in diesem Jahr übertönt fast die oft etwas zurückhaltenden Blüten, die es noch zu sehen gibt. Dieser Blütenspaziergang soll Sie zu ihnen führen.

Er beginnt auf dem Hofplatz von Vorder Brüglingen bei der Astilbenrabatte. Dort leuchten die Blüten einer besonders späten Bergenie (Bergenia 'Herbstblüte'). Gleich gegenüber, links neben dem Pächterhaus, befindet sich eine Rabatte voll mit winterharten Fuchsien. Nun nehmen Sie den Weg nach Unten, vorbei an den letzten Blüten im Farbhügel. In der Rabatte rechts des Weges finden Sie einige schöne Astern (Aster und Symphyotrichum), die noch in voller Blüte stehen. Besonders prächtig ist ein Zufallssämling dem wir den Namen 'Mü' gegeben haben.
Wenden sie sich nach links und nehmen sie den kleinen Weg vorbei an einer Rabatte mit flauschigen Gräser-Samenständen. Gehen sie nach oben, unter den letzten bunten Blättern des Amberbaums und der Eisenholzbäume durch und in die Clematissammlung. Etwas im Hintergrund versteckt erwartet Sie dort ein weisses Blütenmeer der Rispenblütigen Waldrebe (Clematis terniflora). Nun folgen sie dem Weg zwischen dem Gehölzsaum durch in den Silberhang mit den letzten Lavendelblüten. Nehmen sie den Weg hinter den Gewächshäusern durch zur Irissammlung. Auf der Südseite der "Insel-Rabatte" in der Rasenfläche sollten sie genau hinschauen. Dann können Sie die feinen Blüten einer Zephirblume (Zephyranthes candida) entdecken. Zum Schluss des Spaziergangs haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können den etwas längeren aber lohnenden Weg ins Rhododendrontal auf sich nehmen. Nebst einer fantastischen Herbstfärbung haben einige Rhododendren eine sogenannte Vorblüte. Das heisst, ein paar der nächstjährigen Blüten haben sich bereits dieses Jahr geöffnet.
Die zweite Möglichkeit ist, dass sie den Ausgang St. Jakob nehmen und sich als Abschluss in der Rabatte hinter dem Tor die ersten Schneeglöckchen anschauen.

 

Zephirblume (Zephyranthes candida)
Aster (Symphyotrichum 'Mü')
Verschiedene winterharte Fuchsien
Rispenblütige Waldrebe (Clematis terniflora)
Bergenie (Bergenia 'Herbstblüte')

Pflanze des Monats

Taschentuchbaum (Davidia involucrata)

Im Mai ist dieser Baum mit seinen weissen Blüten, die wie Taschentücher aussehen, leicht zu erkennen. Er bildet eine gleichmässige Krone und ist einfach schön, nicht zu gross und deshalb ideal für den Hausgarten, wenn er in gutem Boden mit genügend Feuchtigkeit steht.

Seine Entdeckung und Einführung in Europa bietet Stoff für einen Roman: Unabhängig voneinander entdecken ein Franzose und ein Brite diesen Baum an verschiedenen Orten. Beide senden getrocknete Pflanzenteile nach Europa, die dort für Furore sorgen. Um Samen des legendären Baums zu ernten, wird E.H. Wilson, ein junger Gärtner ohne Reiseerfahrung, von England über den Atlantik, mit dem Zug quer durch Amerika, über den Pazifik und auf dem Landweg nach China geschickt. Dort lebt ein englischer Botaniker, der weiss, wo ein Taschentuchbaum wächst. Die Pest wütet in Hongkong, kein Dolmetscher ist zu haben. Trotzdem findet der 23-jährige den Botaniker, von dem er eine ungenaue Skizze bekommt. Diese führt ihn schliesslich nach einer weiteren Reise zum frisch gefällten Baum - nach 21000 vergeblichen Kilometern. Frustriert entdeckt er stattdessen die Kiwipflanze. Taschentuchbäume findet er aber später doch noch und schickt davon viele Früchte nach Europa.

Und überhaupt, diese Früchte! Ihre Schönheit nimmt man viel zu selten wahr. Ihre Form erinnert ein wenig an Walnüsse, doch essen kann man sie nicht. An unserem Baum geschah übrigens vor Jahren ein Mysterium: Während einiger Wochen schimmerten seine Früchte golden und silbern. Ob es ein wundersamer Pilzbefall war, ein botanischer Vandale oder ein kunstsinniges Eichhörnchen… wer weiss?

Blütenspaziergang im Oktober

Der Oktoberspaziergang beginnt hinter den Gewächshäusern und dem Nutzpflanzengarten sogleich mit einem echten Hingucker. In der Böschung stehen nämlich zwei fruchtende Papiermaulbeerbäume (Broussonetia papyrifera). Ihre Früchte erinnern an orange, flauschige kleine Bälle. Hinter den Gewächshäusern überraschen viele in Blüte stehende Engelstrompeten (Brugmansia in Sorten), eine Korallenpflanze (Jatropha integerrima) und Jasmin (Jasminum elongatum).

Entlang des Weges zum zentralen Hofplatz leuchten gelbe Sternbergien (Sternbergia lutea) um die Wette und an der Seite des Museums für Pferdestärken sind die feinen Blüten einiger Wildfuchsien zu sehen. Mit Fuchsien geht es gleich weiter; nämlich über die Fuchsientreppe zwischen den zahlreichen, üppig blühenden Fuchsien-Sorten zum Dych hinunter.

Folgt man dem Dych, wird der alte Bauerngarten erreicht. Im Gemüseteil leuchten schon von weitem verschiedenste riesige Sonnenblumen und hinter einer Sitzbank erfreut die Rose 'Anne Frank' das Auge.
Im Arzneipflanzengarten blühen unter Anderem verschiedene Blumenrohre (Canna), eine Prachtnelke (Dianthus superbus), das Sibirische Herzgespann (Leonurus sibiricus), eine Staudenlobelie (Lobelia siphilitica) und eine üppige Gruppe von Nachtkerzen (Oenothera biennis). Als krönender Abschluss des Spaziergangs präsentiert sich das Salbei-Beet an der Mauer im Hof des Brüglingerhofs von seiner schönsten Seite.

 

Salbei (Salvia involucrata)
Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera)
Fuchsie (Fuchsia 'Minirose')
Prachtnelke (Dianthus superbus)
Engelstrompete (Brugmansia Hybride)

Pflanze des Monats


Topinambur (Helianthus tuberosus)

Kochen, backen, frittieren – alles ist möglich bei der Topinambur. Auch im Anbau ist sie unkompliziert. Einmal eingewachsen, ist sie kaum noch zu entfernen. Wer glaubt, alle Knollen geerntet zu haben, wundert sich im Frühling über ein volles Beet.

Topinambur stammt aus Nord- und Mittelamerika, wo er von vielen Indianerstämmen verwendet und auch gehandelt wurde. Er ist eine der missbenanntesten Pflanzen überhaupt. Nicht mal das Geschlecht ist klar. Es gibt den und die Topinambur. Beides ist korrekt, hat aber mit den zwittrigen Blüten nichts zu tun. Je nach Gegend heisst sie Erdbirne, Erdapfel, Ewigkeitskartoffel oder Jerusalem-Artischocke. Mit Äpfeln, Birnen und Kartoffeln hat er gar nichts, mit Artischocken immerhin die Familie gemeinsam und vielleicht den Geschmack, was aber Ansichtssache ist. Das "Jerusalem" im Namen kommt von seinem italienischen Namen "girasole articiocco", Artischocken-Sonnenblume. Girasole tönt im englischen Sprachraum wie Jerusalem, da kann so etwas leicht passieren. Aber immerhin sind wir auf der richtigen Spur: Es ist eine Sonnenblume!

Und das seltsame Wort Topinambur? Ein paar Knollen wurden von französischen Auswanderern in Kanada, welche dank ihnen eine Hungersnot überlebt hatten, um 1612 nach Paris geschickt. Zufällig war etwa zur selben Zeit eine Delegation der mit Frankreich verbündeten Tupinambá aus Brasilien dort zu Besuch. "Brasil, Canada… tant pis, c'est tous l'Amérique!" dachte man und benannte das neue Gemüse kurzerhand nach diesem Volk, welches noch nie davon gehört hatte.

Artenreiche Wiesen in den Merian Gärten

Masterstudentin Célia Stutz hat den Sommer über in den Trockenwiesen der Merian Gärten die Artenvielfalt untersucht. Sie hatte dafür Untersuchungsflächen abgesteckt, wie wir im Juni informierten. Nun ist die Studie abgeschlossen und die Ergebnisse liegen vor.

Das Hauptziel war, ein Inventar der Pflanzenarten zu erstellen – also zu dokumentieren, welche Pflanzenarten vorkommen und wo diese wachsen. Célia Stutz konnte 106 Arten bestimmen: dabei waren 18 verschiedene Gräser, häufige Pflanzen wie Wilde Möhren (Daucus carota), Klatschnelken (Silene vulgaris) und Bunte Kronwicke (Securigera varia) aber auch einige seltenere Arten wie die Wander-Bibernelle (Pimpinella peregrina), die aus dem Mittelmeeerraum stammt.

Über die Artenzusammensetzung konnte Célia Stutz die Wiesen in verschiedene Typen kategorisieren und ihren Zustand bewerten. Insgesamt schneiden die Wiesen in den Merian Gärten relativ gut ab. Diesen Wiesen sind sehr artenreich, dennoch fehlen einige typische Arten wie Wiesenbocksbart (Tragopogon pratensis) und Golddistel (Carlina vulgaris). Ausserdem wächst an manchen Stellen zu viel Moos. Auch kommen in den Wiesen invasive Neophyten wie Armenische Brombeere (Rubus armeniacus) und Einjähriges Berufskraut (Erigeron annuus) vor, die sich stark ausbreiten und so einheimische Pflanzenarten verdrängen können.

Auch die Beobachtung von Schmetterlingen lässt eine Aussage über den Zustand der Wiesen zu. Célia Stutz konnte im Trockenbiotop den seltenen Himmelblauen Bläuling (Polyommatus bellargus) und das Gemeine Widderchen (Zygaena filipendulae) feststellen. Beide sind typisch für Trockenwiesen und ihre Anwesenheit ist ein sehr gutes Zeichen.

Die Erkenntnisse aus der Studie fliessen in den bestehenden Pflegeplan der Merian Gärten ein und helfen uns, die Pflege der geschützten Wiesen in den Gärten zu optimieren.

Was sind Trockenwiesen?

Bundesamt für Umwelt BAFU: Verordnung über den Schutz der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung

Blütenspaziergang im September

In diesem Monat führt der Blütenspaziergang vom Nutzpflanzengarten zum Rhododendrontal.

Auf dem Weg zum Nutzpflanzengarten lohnt sich ein Blick hinter das Ökonomiegebäude. Hier stehen viele Kübelpflanzen in Blüte. So zum Beispiel der Stachel-Nachtschatten (Solanum rostratum) und verschiedene Schönmalven (Abutilon Hyriden). Im Nutzpflanzengarten gibt es dann viele Spätsommerblüten zu sehen. Die Sonnenblumen sind dieses Jahr aussergewöhnlich hoch geworden. Ein schönes Granatapfel-Exemplar (Punica granatum) macht mit leuchtenden Blüten auf sich aufmerksam. Fast nebenan können die wunderbaren Blüten der Karkade (Hibiscus sabdariffa) bewundert werden.
Vom Nutzpflanzengarten geht es an den Kletterpflanzen vorbei, wo verschiedene Prunkwinden (Ipomoea) und ein Flammenschlinger (Senecio confusus) die Kokosschnüre am Gewächshaus erobert haben.

Hinter dem Garten durch, geht es weiter den Weg oberhalb des Irishangs entlang. Gleich mehrere Kräuselmyrthen (Lagerstroemia indica) leuchten hier ihr Rosa in den Himmel. Der Weg führt weiter bis an das alte Tor und Richtung Hochplateau. Einige Schritte später fällt der Blick auf eine üppige aber feine Blütenfülle in rosa und lila. Verschiedene Buschklee (Lesbedeza), sowie ein Indigostrauch (Indigofera heterantha) sind dafür verantwortlich.

Über das Hochplateau erreicht der Spaziergänger/ die Spaziergängerin schliesslich das Rhododendron-Tal. Einen üppigen Empfang bereiten mehrere Lilien-Sorten vor einem Rhododendron mit blauer Nachblüte (Rhododendron russatum-Hybride). Fast exotisch wirken die Blüten zweier Begonien (B. grandis ssp. chinensis, B. grandis ssp. Evansiana 'Alba') sowie die Traubenlilie (Liriope muscari). Wer etwas genauer hinschaut findet auch die Elfengleichen Blüten von der Scheinanemone (Anemonopsis macrophylla) und das fast reine Blau des Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea). Als krönenden Abschluss am Übergang zwischen Rhododendron-Tal und Dychuferweg präsentiert sich die immer wieder fantastische Krötenlilie (Tricyrtis Hybride).

Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica)
Granatapfel (Punica granatum 'Legrellei')
Prunkwinde (Ipomoea hederacea)
Begonie (Begonia grandis ssp. chinensis)
Krötenlilie (Tricyrtis Hybride)

Pflanze des Monats


Afghanische Feige (Ficu Johannis SSP Afghanistica)

Die Berge Afghanistans sind nicht gerade für ihr mildes Klima bekannt. Trotzdem wächst dort die Afghanische Feige in Felsspalten, zwischen Steinen und an kargen Berghängen bis in die Höhe von 2200 Metern über dem Meer. Sie trotzt Wintertemperaturen unter -30 Grad und sommerlicher Trockenheit. Ihre Früchte sind nur kirschgross, sollen aber süss und köstlich schmecken, wenn es welche gibt…

 …denn ganz so einfach ist das nicht mit der Feigenbefruchtung. Details möchten wir ihnen ersparen. Wären Feigen auf Facebook, hiesse ihr Beziehungsstatus "It's complicated". Zwei Typen von Feigen sind involviert: Eine mit sowohl männlichen als auch sterilen weiblichen Blüten sowie eine mit nur fruchtbaren weiblichen Blüten. Erschwerend hinzu kommt eine Gallwespenart, welche die fast verschlossenen Feigenblüten bestäubt und darin stirbt. Aber es gibt auch selbstfruchtbare Feigensorten, welche auch hier, wo die Gallwespe nicht vorkommt, Früchte bilden. Diese sind gallwespenfrei und somit auch für Veganer geeignet.

Über die Afghanische Feige finden sich leider nur spärliche und widersprüchliche Informationen. Verkaufsbetriebe preisen die Selbstfruchtbarkeit und den üppigen Fruchtbehang, doch ihre Besitzer rätseln in Internetforen, ob und wann sie wohl Feigen ernten werden. Die Art ist oft unklar, da viele Pflanzen unter falschem Namen gehandelt werden. Dieses Exemplar hier soll schon gefruchtet haben, aber eben… genaueres weiss man nicht. Doch ganz abgesehen von kulinarischen Beweggründen ist diese Feigenart mit ihrem attraktiven Laub eine besondere Pflanze für karge, heisse und trockene Stellen.

Blütenspaziergang im August

Im Monat August beginnt der Blütenspaziergang im Rhododendrontal. Gleich gegenüber dem Eingang zeigen verschiedene Lilien ihre Blütenpracht. Etwas weiter dem Dych entlang steht auf der linken Weg Seite das stattliche Exemplar einer blühenden Wachsglocke (Kirengeshoma palmata). Vor dem Verlassen des Rhododendron-Tals empfiehlt sich noch ein kurzer Blick zurück. Am rechten Weg können zwar keine Blüten, aber die reptilienartig gemusterten Blattstiele einer Eidechsenwurz (Sauromatum venosum) bewundert werden.

Weiter geht's ohne Blüten, aber dafür mit Vögeln und Libellen dem Dych entlang, über die Brücke, am Lehmhaus vorbei zum Salbeibeet an der Mauer des Arzneipflanzengartens. Viele der Salbei-Arten sind noch am Blühen. So zum Beispiel Gamander-Salbei (Salvia chamaedryoides) oder Salvia greggii x serpyllifolia. Im Arzneipflanzengarten zeigen sich, jedes Jahr noch üppiger, die blauen Blüten des Mönchspfeffers (Vitex agnus-castus). Ausserdem besonders sehenswert: Bischofskraut (Ammi visnaga), Tiger-Lilie (Lilium tigrinum-Hybriden), Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica), Wiesen-Alant (Inula britannica), Feinbehaarte Tigerglocke (Codonopsis pilosula), Aromatischer Wasserdost (Ageratina aromatica), Pylzows Rittersporn (Delphinium pilzowii) und die Chinesische Schlangenhaargurke (Trichosanthes kirilowii). Vor der Orangerie stehen in Kübeln verschiedene Duftpelargonien, die aber auch schön zum Anschauen sind.
Auf der anderen Seite des kleinen Kanals trumpfen bereits viele Dahlien mit ihren leuchtenden Farben auf.

Der Spaziergang führt nun weiter dem Dych entlang, bis zu den winterharten Fuchsien, bei denen fast alle Exemplare am Blühen sind.
Wer Lust hat, kann dann weiter zur Clematis Sammlung gehen. Dort zeigen sich zahlreiche dezente Glöckchen zum Beispiel von Clematis 'Rooguchi', C. viorna, C. 'Hanna', C. pitcheri, C. 'Mary Rose' (etwas weniger dezent…).
Als duftender und immer wieder gefälliger Abschluss sollte noch der Silberhang mit Silber-Perowskien (Perovskia atriplicifolia) und kleinblütiger Bergminze (Calamintha nepeta 'Triumphator') voller Bienen und anderen Insekten besucht werden.

 

Dahlie (Dahlia 'Wittem')
Schlangenhaargurke (Trichosanthes kirilowii)
Tiger-Lilie (Lilium tigrinum-Hybriden)
Waldrebe (Clematis 'Hanna')
Silber-Perowskie (Perovskia atriplicifolia)

Pflanze des Monats

Giftbeere (Nicandra physalodes)

Diese hübsche Pflanze hätte wirklich einen anderen Namen verdient! Blaues Feierabendglöckchen vielleicht, oder Sommersurprisli. Schwarzkelch wäre auch passend, doch der Name Giftbeere tut ihr Unrecht, da die vielbeschworene Giftwirkung nur schwach vorhanden ist. Sie wird ziemlich marktschreierisch als Weisse-Fliege-Ade-Pflanze gehandelt und soll diesen Schädling je nach Anpreisung töten, vertreiben oder von anderen Pflanzen weglocken. Erfahrungen bestätigen nur, dass man nichts auf solche Werbeaussagen geben sollte.

Dabei gibt es viele Gründe, diese einjährige Schönheit in den Garten zu lassen. Allein die blauen Glöckchen! Vormittags sucht man diese leider vergebens. Wir wissen das seit etlichen vergeblichen Versuchen, sie zeitig zu fotografieren. Die sich nach unten neigenden Knospen entpuppten sich gegen Mittag als verwelkende Reste. Die neuen zeigen erst nach oben, senken sich nachmittags in die Waagerechte und blühen nur für einige Stunden. Doch die dunklen Kelche sind lange attraktiv und verleihen der Giftbeere das gewisse Etwas.

Giftbeeren tauchen manchmal als Überraschung in den Beeten auf. Die Samen überleben jahrelang im Boden und kommen oft mit Kompost oder Pflanzen in den Garten. Lässt man sie versamen, wird man sich noch Jahre später an blauen Feierabendglöckchen in den Beeten freuen.

Pflanze des Monats

Centifolia-Gallica-Rose (Rosa 'Robert Le Diable')

 Als Staudenliebhaber könnte man momentan still verzweifeln, gäbe es nicht Julihelden wie die Taglilien. Die Frühsommerblumen lehnen sich erschöpft zurück und kümmern sich nur noch um den Samenansatz, während Astern und andere Herbstblüher noch mit Wachsen beschäftigt sind. Taglilien jedoch raffen sich zu einem Sommerfeuerwerk in den Farben Rot, Gelb, Orange, Rosa, Melonig, Bräunlich oder sogar Grünlich auf. Die einzelnen Blüten werden nur einen Tag alt, aber da sich jeden Morgen Neue öffnen, kann die Blütezeit bis zu fünf Wochen dauern.

Der Name dieser hübschen Sorte mutet seltsam an. Siloam Springs ist ein amerikanisches Städtchen und war die Heimat der begnadeten, leider verstorbenen Taglilienzüchterin Pauline Henry. Sie hat sich dort wahrscheinlich recht wohlgefühlt: 474 ihrer Züchtungen beginnen ihren Namen mit Siloam. Doodlebugs sind Asseln. Der Zusammenhang erschliesst sich nicht ganz, aber mit etwas sehr viel Fantasie erinnert die dunkle Blütenmitte an ein fröhliches Asseltreffen.

Taglilienblüten gelten als essbar, einige Sorten werden seit Jahrtausenden in Ostasien verwendet. Doch aufgepasst: Viele Taglilienarten sind leicht giftig, das gilt auch für die daraus gezüchteten Sorten. Sie können geradezu epischen Durchfall verursachen, wie wir aus eigener, leidvoller Erfahrung zu berichten wissen.

 

Blütenspaziergang im Juni

Ein Blütenspaziergang durch die Merian Gärten steht momentan besonders im Zeichen der Rose. Beginnend auf dem Hof von Vorder Brüglingen zieht bereits eine Gruppe von Rosa multiflora den Blick auf sich. Daneben ausserdem ein Falscher Jasmin (Philadelphus coronarius) und ein Japanischer Blumen-Hartriegel (Cornus kousa). Zwischen den Rosensträuchern durch folgt zuerst ein Bereich mit Bodendecker-Rosen. Als nächstes kommt die Pfingstrosensammlung, in der nach wie vor viele Staudenpfingstrosen blühen.

Etwas weiter, in der Clematissammlung, blühen Clematis integrifolia 'Arabella', Clematis mandshurica, einige Clematis montana-Sorten und mehrere grossblumige Clematis. Begleitet werden sie von wunderschönen Kletterrosen. Unter anderem Rosa 'Albertine', Rosa 'Lykkefund' und Rosa 'Elfenreigen'. Im Rasen steht ein kleines Grüppchen Sternkugel-Lauch (Allium christophii).

Der kleine Weg über den wunderbaren Silberhang mit verschiedenen blühenden Brandkräutern (Phlomis) führt vorbei an Hängesommerfliedern (Buddleja alternifolia). Weiter geht's zwischen Gewächshäusern und Lagerschuppen hindurch in Richtung Irissammlung. Rechter Hand etwas nach oben geschaut stehen einige schmucke Strauchrosen. Ein paar Schritte weiter blüht gerade der Perrückenstrauch (Cotinus coggygria). Obwohl insbesondere die Samenstände auffällig sind, empfiehlt es sich, diese Blüten etwas genauer zu beachten.
In der Irissammlung soll das Augenmerk für einmal nicht auf die noch blühenden historischen Bartiris gerichtet werden, sondern auf die Zistrosen (Cistus) im Hang. Der warme und trockene Standort ist für diese Pflanzen ideal.

Soll der Spaziergang noch etwas ausgedehnt werden? Dann geht es weiter zu den Schmetterlingsblütlern auf dem Hochplateau. Hier blühen unter Anderem die Klebrige Robinie (Robinia viscosa), die Färberhülse (Baptisia australis) und der Bastard-Blasenstrauch (Colutea x media). Eine tolle einsame Rose (Rosa glauca) steht am Wegesrand gegenüber des Trockenbiotops.
Ein kleiner Abstecher ins Rhododendrontal beendet den Blütenspaziergang. Hier zeigen sich die sehr speziellen Blütenknospen und Blüten des Berglorbeers (Kalmia latifolia) und einige dezente weisse Blüten von unterschiedlichen Stauden.
Wer aus dem Spaziergang einen Rundgang machen will, kann noch bei der Salbeirabatte und dem Arzneipflanzengarten vorbei schauen und dann via Dychufer und Fuchsientreppe auf den Hof zurückkehren.

Bereifte Rose (Rosa glauca)
Pfingstrose (Paeonia 'Sarah Bernhardt')
Mandschurische Waldrebe (Clematis mandshurica)
Hänge-Sommerflieder (Buddleja alternifolia)
Berglorbeer (Kalmia latifolia)

Pflanze des Monats

Centifolia-Gallica-Rose (Rosa 'Robert Le Diable')

Die Ursprünge dieser Rose liegen im Dunkeln. Sie stammt vermutlich aus Holland oder Belgien und gehört eigentlich zu den Zentifolien, aber auch ein bisschen zu den Gallica-Rosen. 1850 tauchte sie in einem Rosenkatalog auf, aber vielleicht auch schon 1837… Niemand weiss, wer sie gezüchtet hat, ob sie ein zufälliger Sämling war oder das Ergebnis jahrzehntelangen Bemühens um die beste Rosensorte.

Diese Rose wurde nach einer ganz grossen Oper benannt, welche 1831 in Paris uraufgeführt wurde: Robert le Diable. Darin geht es um teuflische Zeugung, Intrigen, Liebe, Ritterturniere und ein zombieartiges Friedhofsballett toter Nonnen, natürlich mit Happy End. Die Titelfigur basiert auf einem legendären normannischen Ritter, einem Fiesling sondergleichen. Den möchten Sie nicht näher kennenlernen. Wirklich nicht.

Als Rose dagegen ist ' Robert le Diable' bescheiden und sehr charmant. Die unbeschreibliche Blütenfarbe changiert irgendwo zwischen Purpur, Kirschrot, Grauviolett und bläulichem Scharlach, jede Blüte ist anders. Und der Duft! Sie ist eine der gesündesten Rosen und sehr robust. Seit Jahrzehnten gedeiht sie hier ohne Pflanzenschutz, eine Zeitlang wurde sie sogar regelmässig abgemäht. Eine himmlische Pflanze, könnte man meinen… Doch ihre Ausläufer und Stacheln zeigen, dass der Teufel dabei seine Hand im Spiel hatte.

Pfingstrosen machen glücklich

Die Pfingstrosen blühen und erfreuen Auge und Nase gleichermassen. Die Strauchpfingstrosen beeindrucken mit riesigen Blüten, und die Wildarten bezaubern mit unglaublichen Farben, die Stauden machen langsam ihre dicken Knospen auf... Der Blühhöhepunkt wird an Auffahrt erwartet - gleichzeitig wie in der Irissammlung. Verpassen Sie das doppelte Spektakel nicht!

Wettblühen in den Meriangärten

Angefangen in der Staudenrabatte beim Eingang St. Jakob, in welcher sich zurückhaltende Schönheiten wie das Tränende Herz (Dicentra spectabilis), die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) oder die dunkellaubige Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris 'Raven Swing') präsentieren.

Weniger zurückhaltend, aber nicht weniger schön zeigen sich die ersten Pfingstrosenblüten. Umgeben sind sie von blühenden Wildhecken. Gleich dahinter können die ersten Clematisblüten bestaunt werden. Es handelt sich vor allem um Sorten von Clematis montana und Clematis alpina.

Weiter geht’s über den Silberhang mit der hübschen blauen Kugelblume (Globularia punctata), vorbei an einer blühenden Bitterorange (Poncirus trofoliata) durch das kleine Wäldchen in Richtung Irissammlung. Im Wäldchen muss besonders gut geschaut werden um eine kleine Rarität zu entdecken: eine Waldlilie (Trillium sessile). In der Irissammlung sind bereits zahlreiche Iris aus der Barbata-Nana-Gruppe am Blühen. Ausserdem einige Wildarten, wie zum Beispiel Iris sambucina.

Weiter könnte der Weg auf das Hochplateau führen. Aus der Familie der Schmetterlingsblütler leuchten mehrere Pflanzen um die Wette. Am auffälligsten ist der malerische Judasbaum (Cercis siliquastrum). Dahinter stehen der Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus), die Schuppige Peterie (Peteria ramentacea) und einiges mehr.

Durch das immer noch blühende Rhododendrontal geht es zurück zur Villa Merian, vorbei an weiteren Staudenrabatten. Neben dem Vorplatz ist auch noch ein Blumenhartriegel (Cornus florida) zu bewundern.

Zum Schluss soll auf eine tolle Kübelpflanze aufmerksam gemacht werden: An der Südwand des Ökonomiegebäudes stehen zwei Arten vom Natternkopf (Echium webbii und Echium wildpretti) mit ihren Wahnsinns Blütenständen. Nicht verpassen!

Judasbaum (Cercis siliquastrum)
Bitterorange (Poncirus trifoliata)
Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus)
Waldlilie (Trillium sessile)
Natternkopf (Echium Wildpretti)

Blütenspaziergang im Mai

Der aktuelle Blütenspaziergang sollte insbesondere ins und durchs Rhododendrontal führen. Denn hier zeigen zahlreiche Rhododendren und Azaleen ihre knallig bunten Blüten. Nebenan gibt es auch einige nahe Verwandte (z.B. Enkianthus campanulatus) zu sehen, die zwar weniger prachtvoll, aber nicht weniger speziell blühen.

Wer mehr sehen möchte, kann sich in Richtung Trockenbiotop wenden und, vorbei an vielen einheimischen Blütensträuchern, ganz nach Oben zu den Schmetterlingsblütlern bummeln. Hier steht so einiges in Blüte: Der Gemeine Judasbaum (Cercis siliquastrum), darunter der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), die Fuchsbohne (Thermopsis Hybriden), die Petterie (Petteria ramentacea), der Purpur-Zwergginster (Chamaecytisus purpureus) und viele weitere Pflanzen.

Nun sollten Sie Ihre Schritte in Richtung Irissammlung lenken. Bis zur Hochblüte wird es zwar noch etwa zwei Wochen dauern. Trotzdem gibt es bereits viel Sehenswetes. So stehen im Irishang und im Steingarten zahlreiche Iris der barbata-nana und barbata-media Gruppen in den verrücktesten Farben. Auch einige Wildarten sind gerade am Blühen. So zum Beispiel Iris albicans, Iris pallida var. alba oder Iris lutescens. Dazwischen finden Sie ausserdem weitere interessante Pflanzen.

Als Abschluss lohnt sich ein Blick auf die Pfingstrosen. Die ersten Exemplare (Paeonia 'Early Scout', P. emodi 'Early Windflower', P. 'Starlight) haben ihre Blüten vor kurzem geöffnet. Weitere werden in den nächsten Tagen folgen.

 

Zwergiris (Iris barbata-nana 'Firestorm')
Prachtglocke (Enkianthus campanulatus)
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Gemeiner Judasbaum (Cercis siliquastrum)
Pfingstrose (Paeonia 'Early Scout')

Pflanze des Monats

Akelei (Aquilegia vulgaris)

Das alte Brüglinger Sprichwort "Eine Akelei im Garten ist besser als die Geranie auf dem Balkon" bewahrheitet sich jeden Mai von neuem. Wo noch vor kurzem kaum etwas zu sehen war, entfalten jetzt die Akeleien ihr prächtiges Laub und verdecken damit die welkenden Reste der frühen Zwiebelpflanzen. Und erst die Blüten! Wie fünf Vögel, welche die Köpfe zusammenstecken, sehen sie aus. In manchen Gegenden heisst die Akelei deshalb Tauberl oder Fünf Vögerl zsamm. In St. Gallen nennt man sie auch Schlotterhose, was entweder auf seltsame Beinkleider oder rege Phantasie der dortigen Bevölkerung schliessen lässt.

Die Akelei war im Mittelalter eine beliebte Gartenpflanze und wurde auch in der Symbolik verwendet. Sie steht einerseits für die Dreifaltigkeit, den heiligen Geist, Maria, Bescheidenheit und Demut, andererseits für Liebeskraft, Unbeständigkeit und verlassene Liebhaber. Sie war Bestandteil von Liebestränken und wird so manche Romanze im Keim erstickt haben, da sie giftig ist und Erbrechen, Durchfall, Herzbeschwerden und Benommenheit verursacht.

Akeleien werden nur wenige Jahre alt, versamen sich aber zuverlässig. Im Handel gibt es gefüllte, einfache, kurz- oder langspornige Sorten in vielen Farben. Sie wachsen problemlos in Sonne und im Halbschatten und wirken am schönsten, wenn man sie nach der Blüte bis zum Boden zurückschneidet. Das Laub treibt danach schnell wieder aus. Nur die besten Pflanzen lässt man versamen. Man kann sie nach Höhe, Farbe oder Blütenform selektieren und sich so mit den Jahren eine Auswahl nach eigenen Vorlieben züchten

FELDVERSUCH ZUR ARTEN-VIELFALT IN DEN WIESEN

In den Merian Gärten finden sich verschiedene Wiesentypen. Einige sind besonders artenreich und bieten seltenen Pflanzen und Insekten einen Lebensraum. Sie sind im "Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung" aufgeführt und geniessen besonderen Schutz.

Die Merian Gärten pflegen diese Wiesen sorgfältig und engagieren sich dafür, dass die Vielfalt an Pflanzen- und Insektenarten in diesen Flächen auch erhalten bleibt. Dafür müssen die Wiesen jährlich ein- bis dreimal gemäht werden, denn sonst würden Sträucher und Bäume aufkommen und die Wiese würde verwalden. Es besteht auch eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Kanton Basellandschaft und den Merian Gärten, in der die fachgerechte Pflege festgehalten ist.

Der Zeitpunkt, zu dem gemäht wird, beeinflusst langfristig die Zusammensetzung der Pflanzenarten in der Wiese. Ein früher Schnitt kann die Anzahl Blumen fördern und Gräser und Moos zurückdrängen, ein später Schnitt unterstützt das Vorkommen von Gräsern. Das Zusammenspiel ist aber sehr komplex und für jede Wiese ein wenig anders – je nachdem wie viel Sonneneinstrahlung sie erhält, ob der Boden eher trocken oder feucht ist, und ob "Inseln" stehen bleiben in denen Samen reifen und sich Insekten zurückziehen können.

Im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Strasbourg untersucht nun Célia Stutz die Wiesen in den Merian Gärten. Sie möchte wissen, wie sich die Wiesen charakterisieren lassen, welche Pflanzenarten hier vorkommen, und wie sich der Zeitpunkt des Mähens auf die Pflanzenzusammensetzung auswirkt. Dafür hat sie in den Merian Gärten sieben 100 Quadratmeter grosse Untersuchungsflächen ausgesteckt, die sie im Laufe der Sommermonate untersucht. Immer zwei benachbarte Flächen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemäht, eine dritte Kontrollfläche wird gar nicht gemäht. Célia Stutz ermittelt jeweils vor und nach dem Mähen welche Pflanzenarten vorkommen, und vergleicht die Ergebnisse mit der Kontrollfläche. So kann sie feststellen welcher Mähzeitpunkt für welche Wiese optimal ist. Die Ergebnisse werden in den Pflegeplan der Merian Gärten einfliessen.

INTERESSANTE LINKS

Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung Bundesamt für Umwelt BAFU (PDF)

Klassifikation von Rasen und Wiesen, Info flora

Die Faszination des Unauffälligen

Wer genau hinschaut kann nebst den ersten Rhododendron-Blüten auch viele unauffälligere Schönheiten entdecken.

Unter den Rhododendren blühen beispielsweise Farnblättriger Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia), Grossblättriges Hellerkraut (Thlaspi macrophyllum) und Wunder-Lauch (Allium paradoxum). Zwar keine Blüte, aber ein wunderschöner Blattaustrieb zeigt der Japanische Glanz-Schildfarn (Polystichum polyblepharum)

Beim weiterspazieren ist auf dem Hochplatteau ein weiterer bemerkenswerter Blattaustrieb zu sehen. Aus Bündeln bronzefarbener männlicher Blüten spriessen die bläulichen Blättchen vom Sanddorn (Hippophae rhamnoides). Etwas weiter werden die Blüten des Schneeballblättrigen Ahorns von Bienen und Hummeln umschwärmt. Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) leuchtet in den Wiesen. Apropos Primel:

Im Feuchtbiotop der Irissammlung gibt es Kugel-Primeln (Primula denticulata) in verschiedenen Farben zu bewundern. Beim Steingarten der Selbigen blühen die kleinen aber feinen Reifrock-Narzissen (Narcissus bulbocodium) und die gelbgrüne Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias). Im kleinen Wäldchen dahinter stehen die filigranen Blütenstände der Hainsimse (Luzula sylvatica).

Zum Schluss lohnt sich ein kleiner Abstecher in die Pfingstrosen-Sammlung. Die ist zwar noch nicht am Blühen, aber der Blattaustrieb der verschiedenen Arten lässt sich durchaus sehen.

Schneeballblättriger Ahorn (Acer opalus)
Reifrock-Narzisse (Narcissus bulbocodium)
Blattaustrieb und männliche Blüte von Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
Echte Schlüsselblume (Primula veris)
Hainsimse (Luzula sylvatica)

Pflanze des Monats

Fingerblättrige Akebie (Akebia quinata)

Mit ihren filigranen Trieben ist die Akebie eine der schönsten Kletterpflanzen, robust und ungestüm. Forsch überwuchert sie Rankgerüste, Zäune und auch mal eine Nachbarpflanze, lässt sich aber durch Schnittmassnahmen gut bändigen. Sie ist winterhart und wächst in jedem nicht zu trockenen Gartenboden.

Wie gezeichnet wirken die Ranken mit den fünfteiligen Blättern, doch das Überraschende sind die seltsamen Blüten, die schon im April erscheinen. Die weiblichen sind gross und braunviolett, die männlichen kleiner und blasser. Vor allem nachts duften sie herrlich nach Vanille. Die essbaren Früchte schmecken süss, aber etwas langweilig. Die Pflanzen werden oft als Kletterobst angepriesen und heissen dann Schokoladenwein oder Klettergurke. Leider werden Früchte nur in warmen Sommern gebildet.

Die Pflanze gehört zur Familie der Fingerfruchtgewächse Das lässt sich kaum nachvollziehen, denn die Früchte sind blauviolett, weich und geschwollen. Die meisten Finger sehen ganz anders aus. Aber nur, bis man mal die Hände in einen Bienenstock gesteckt hat.

 

Der Frühling ist da!

Zumindest bei den Zwiebelpflanzen kommen starke Frühlingsgefühle auf.

Nebst den Krokus-Teppichen auf verschiedenen Wiesenflächen und im Silberhang, recken auch schon die frühesten Tulpen (Tulipa kaufmanniana) ihre Köpfchen aus dem Boden. Zu sehen sind sie auf dem Farbhügel unterhalb des Pächterhauses. Die ersten Narzissen werden ebenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Am Iris-Hang blühen die Zwiebeliris (Iris reticulata in Sorten, Iris danfordiae) in kleinen bunten Gruppen oder als Einzelpflanzen.

Die Lenzrosen (Helleborus) sind zwar schon eine Zeit lang aktuell, aber im Moment blühen sie besonders üppig. Die meisten davon stehen in den Rabatten hinter der Villa Merian.

Gelbe Zwerg-Iris (Iris danfordiae)
Zweiblütiger Krokus (Crocus biflorus)
Lenzrose (Helleborus Orientalis-Hybride)
Austrieb von Iris reticulata
Seerosen-Tulpe (Tulipa kaufmanniana)

Pflanze des Monats

Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

 "Sie haben es gut, dürfen mit der Natur arbeiten…" Nun ja. Mutter Natur arbeitet zwar effizient und gründlich, ist aber eigensinnig und durchtrieben. Zudem hat sie bisweilen ganz eigene Ansichten über Gartengestaltung. Am liebsten mag sie Unkraut, Gestrüpp und schwielige Gärtnerhände; Farbkonzepte sind ihr ein Gräuel. Seit Jahren hintertreibt sie zum Beispiel erfolgreich das gelb-orange Frühlingsbild des Farbhügels. Im März, wenn die ersten Narzissen blühen, sind sie plötzlich da: trübrosa Farbkleckse, völlig unpassend und unausrottbar: Der gefingerte Lerchensporn.

Eigentlich ist er ja ein zartes Gewächs mit filigranem Laub. Er treibt aus gelblichen Knollen aus, die gut ins Farbschema passen würden, sich aber leider tief im Boden verbergen. Hummeln lieben seine frühe Blüte. Sind ihre Rüssel für die langen Blütenröhren zu kurz, beissen sie diese einfach von hinten auf und gelangen so zum Nektar.

In der Natur kommt der gefingerte Lerchensporn an Waldrändern und Krautsäumen vor. In der Schweiz ist er eher selten und aus einigen Gegenden verschwunden. Doch im Garten wächst er gut und breitet sich mit den Jahren aus, wenn man nicht hackt. Am schönsten wächst er zwischen spät austreibenden Stauden. Er füllt die Lücken und ist im Mai schon wieder verschwunden. Wenn man frische Samen ausstreut und drei Jahre wartet, kann man sich an den ersten Blüten freuen. Oder auch nicht, wenn sie zwischen goldgelben Krokussen auftauchen.

 

Winterblüte

Dieses Jahr besonders früh zeigen sich die Blüten des Alpenveilchens (Cyclamen coum) und des einheimischen Schneeglöckchens (Galanthus nivalis). Die Alpenveilchen können beim Steingarten der Irissammlung, im Rhododendrontal sowie beim Tor zur Villa Merian bewundert werden. Schneeglöckchen zeigen sich rund um das Pächterhaus. Auch einige weitere Schneeglöckchen-Arten blühen bereits in der Iris- und Clematissammlung.

Klein aber fein sind oftmals die Blüten von winterblühenden Gehölzen. Bei der Clematissammlung beweisen dies die Zaubernuss (Hamamelis mollis) und der Persische Eisenholzbaum (Parrotia persica ‘Vanessa‘). Im Irishang ist ein Exemplar der Chinesischen Winterblüte (Chimonanthus praecox) zu sehen. Etwas mehr protzt der Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus) bei der Villa Merian.

Alpenveilchen (Cyclamen coum)
Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox)
Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus)
Zaubernuss (Hamamelis mollis)
Eisenholzbaum (Parrotia persica 'Vanessa'


Die Zeit der Blätter

Zierkohl (Brassica oleracea) in Töpfen schmückt nun den Hof bei der Ökonomie in Vorder Brüglingen. Eng verwandt mit Grünkohl - man könnte ihn auch essen - begeistert er mit dicken, krausen Blättern in rotviolett bis rosa und überraschend vielfältigen Grüntönen.

Auch bei einem anderen Kohl, nämlich dem Rosenkohl im Alten Bauerngarten auf dem Brüglingerhof, sind die Blätter das Wichtigste. Die zarten, dicken Blattknospen sind jetzt bereit zum Ernten - nach dem ersten Frost schmecken sie besser.

Im Labyrinth beweisen Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus 'Niger') und Liriope (Liriope muscari) mit ihren schwarzen und grünen, grasartigen Blättern ihre Fähigkeit, den Winter zu beleben. Auch die gestreiften, drei Zentimeter breiten Blätter der eben sogenannten Breitblättrigen Segge (Carex plantaginea) passen gut in ein winterliches Beet.

Direkt daneben leuchten die roten Blätter der Eichenblättrigen Hortensie (Hydrangea quercifolia). Grosse Blätter werden von der Pflanze abgeworfen, aber in einem mildem Winter schmücken die kleineren Blätter den Garten bis in Frühling.

Auch Blüten gibt es noch: Ganz untypisch für die Jahreszeit blüht bei den Schmetterlingsblütlern der Stechginster (Ulex europaeus). Seine Hauptblütezeit ist normalerweise Mai bis Juni, die Nachblüte reicht bis meistens bis September. Und am Eingang St. Jakob verabschieden einen die Gänseblümchen und Stiefmütterchen mit leuchtenden Farben im bisher eher grauen Dezember: dunkelpurpur, weinrot, zartrosa und gelb.

Zierkohl (Brassica oleracea)
Rosenkohl
Gänseblümchen
Rotkehlchen
Stechginster (Ulex europaeus)

Pflanze des Monats


Henne mit Küken (Tolmiea menziesii)

Tiere, die ihre Jungen mit sich herumtragen, kennen wir viele. Da fallen uns vielleicht Kängurus, Skorpione, Affen, Asseln, Kugelfische, Faultiere und – zumindest zeitweise - Hühner ein. Huckepackpflanzen sind seltener, aber auch das gibt es. Eine der bekanntesten ist die “Henne mit Küken“. Ihre Kindel (die heissen wirklich so) wachsen im Herbst auf dem Blatt, drücken dieses zu Boden, schlagen Wurzeln und - zack! - haben wir eine neue Henne.

Die Rede ist von einer etwas altmodischen, aber noch immer beliebten Zimmerpflanze, die sich an schattigen, geschützten Orten auch für den Garten eignet. Ihre ursprüngliche Heimat sind kühle Nadelwälder von Kalifornien bis Alaska. Die Blüten? Hübsch, aber winzig.

Die Henne mit Küken ist ein ideales Gewächs für Kinder, weil der Wechsel von der Henne (alte Pflanze) über das Küken (Kindel auf dem Blatt) zur neuen Henne nicht lange dauert, spannend ist und sich gut beobachten lässt. Zudem ist sie völlig vegan, frei von Hühnereiweiss und –augen.

 

Der Winter kommt

Die Blütezeit der meisten Pflanzen ist vorbei, der Himmel ist die letzten Tage eher grau. Doch wer jetzt im Garten spazieren geht, kann umso mehr die leuchtenden Farben der herbstlichen Bäume bewundern. Besonders schön sind die rot leuchtenden Blätter der Azaleen im Rhododendrontal im Kontrast zum immergrünen Laub vieler Rhododendren.

Viele Samenstände bleiben über den Winter im Garten stehen und werden erst im Frühling geschnitten. Die bizarren Formen der Hüllen, Kapseln und Strukturen ziehen die Blicke auf sich und zeichnen schöne Silhouetten. Die Fruchtstände der Gräser oberhalb der Irissammlung leuchten morgens im Gegenlicht.

Apropos Iris - die Winter-Iris (Iris unguicularis) blüht, wenn es mild ist, den ganzen Winter durch, man findet sie hinter der Irissammlung nahe der Sonnenuhr.

Gräser

Pflanze des Monats

Zerr-Eiche (Quercus cerris)

Für die meisten Gärten wird sie mit bis zu vierzig Metern zu gross, doch wenn ein schnellwachsender Hausbaum gesucht wird, ist die Zerr-Eiche gut geeignet. Sie ist sturmfest, unempfindlich, stadtklimaresistent, wurzelt tief und lässt sich problemlos unterpflanzen. Innerhalb einer Generation entwickelt sie sich zu einem malerischen Baum mit knorrigen Ästen und dicker Borke. Unser Exemplar ist über fünfzig Jahre alt. Die tief gelappten Blätter sind sehr variabel und bleiben lange am Baum. Eine Besonderheit ist der mit zottigen Schuppen bedeckte Eichelbecher.

Mit Gezerre hat die Zerr-Eiche nichts zu tun. In Südost-Europa und Kleinasien, wo sie beheimatet ist, heisst sie Qarr, Tser oder Cerro, auf lateinisch Cerrus. Ein kopierter Druckfehler aus einem Buch von Dodonaeus im 16. Jahrhundert führte zum heute gültigen Artnamen cerris.

Sind Ihnen im Sommer knorpelartige Gebilde unter unseren Stein-Eichen aufgefallen? Das sind keine Eier von Ausserirdischen, sondern sogenannte Knoppern. Verursacher ist die Eichenknoppern-Gallwespe. Ihre erste Generation wächst in der Zerr-Eiche. Im Mai schlüpft sie und legt ihre Eier an die Eichelbecher der hiesigen Stein-Eiche, wo sich bald die Knoppern bilden. Da die Gallwespe beide Eichenarten benötigt, findet man sie fast nur in der Nähe botanischer Gärten oder Parks.

 

Farbenfroher Herbst

Die sonnigen Oktobertage lassen die Bäume in allen Farben aufleuchten: Der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) , der Papiermaulbeerbaum (Broussonetia papyrifera) und die Baumbestände im Englischen Garten präsentieren sich von ihrer schönsten Seite.

Besonderes gibt es jetzt bei den Schmetterlingsblütlern (Fabaceen) zu sehen, denn die Früchte dieser Pflanzen sind oft sehr aussergewöhnlich. Beim Blasenstrauch (Colutea orientalis) sind die Samenhülsen aufgebläht oder beim Zeckenklee (Desmodium canadensis) klebrig und haften wie Kletten. Der Skorpionsschwanz (Scorpiurus muricatus) wurde sogar extra wegen der Fruchtform gesät: Die Hülsen sind schmal und verdreht und sehen aus wie eine zusammengerollte Raupe.

Auf dem Farbhügel beim Pächterhaus in Vorder Brüglingen blühen die Astern immer noch in traumhafter Fülle. Auch die Fuchsien geben noch einmal alles: Zwar wandern einige Kübel bereits ins Winterquartier, aber die winterharte Sorten (Fuchsia magellanica) blühen noch so schön wie selten. In der Clematissammlung leuchten nicht nur die letzten Blüten (C. akebioides, C. ternifolia, C. viorna, und andere) sondern auch die Hagebutten der Rosen (Rosa spp.) und tiefblau der Eisenhut (Aconitum carmichaelii).

Obwohl Lavendel und Salbei bereits verblüht sind, ist der Silberhang zurzeit wunderschön mit den winzigen Blüten der Bergminze (Calamintha-Arten) übersät; dazwischen verstecken sich Herbstkrokusse (Crocus speciosus).

Blasenstrauch (Colutea orientalis)
Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua)
Eisenhut (Aconitum carmichaelii)
Bergminze (Calamintha)
Farbhügel mit Astern

Pflanze des Monats

Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica 'Rubra')

Zum Spätsommer hin leuchtet das Blutgras in feurigem Rot. Schwachwüchsig ist es, bescheiden und nicht sehr winterhart; ein harmloses Pflänzchen, so scheint es. Man sieht es ihm nicht an, dass es zu den weltweit schädlichsten invasiven Arten gehört. Seine natürliche Verbreitung liegt in Ostafrika, Indien und Südostasien. In den USA wurde es früher als Viehfutter und zur Bodenstabilisierung angepflanzt. Doch mit der Futteridee ging es ziemlich schnell bachab: Der englische Name 'swordgrass' bezieht sich auf die harten Blattkanten, welche Rindermäuler verletzen können. Nur die frisch austreibenden Halme werden gefressen, haben aber nur wenig Nährstoffe.

Ein noch grösserer Reinfall war der Erosionsschutz. Dieser funktionierte dank der kräftigen Rhizome, welche ein dichtes Geflecht bilden, recht gut. Doch dadurch und durch seine allelopathische Wirkung (eine Art chemische Kriegsführung im Pflanzenreich) verdrängt das Blutgras andere Pflanzen. In den USA hat es inzwischen mehrere tausend Hektar überwuchert und verändert die Feuerökologie. In vielen Bundesstaaten ist es verboten und wird bekämpft. Auch auf anderen Kontinenten macht es Probleme: In Teilen Afrikas gilt es als das schlimmste Ackerunkraut, in Südostasien behindert es Wiederaufforstungsprojekte.

Doch unsere Winter sind kalt, die Sorte 'Rubra' blüht nicht. Deshalb erfreuen wir uns auch weiterhin an diesem flammenden Rot, welches zusammen mit Scheinhasel, Blumenhartriegel und Eisenhut den Herbst leuchten lässt. Und das Fehlen der silberfedrigen Blüten sollte niemand bedauern.

 

Altweibersommer: späte Blüten und üppige Früchte

In den warmen Spätsommerstrahlen reifen an vielen Sträuchern die Früchte: Weissdorn und Schwarzdorn sind reich behangen, an den Rosen leuchten die Hagebutten und im Trockenbiotop ist der Sanddorn voller orangener Früchte.

Noch immer blühen die Fuchsien: einige winterharte Sorte sind dieses Jahr so schön wie selten. An der warmen Südseite des Gewächshauses duften - besonders nachts - die Engelstrompeten. Auch viele Clematisarten und -sorten blühen noch in allen Farben. Am Eingang St. Jakob und bei der Villa blühen Silberkerzen (Actaea oder veraltet, aber noch üblich: Cimicifuga) die auch toll duften.

Besonders lohnenswert ist jetzt ein Besuch beim Farbhügel: die Astern fangen an zu blühen und bedecken schon jetzt das Beet mit tausenden von blauen Blüten - eine Augenweide!

Wer genau hinschaut entdeckt auch im schattigen Rhododendrontal jetzt einige Spezialitäten: das kletternde Tränende Herz (Dactylicapnos macrocapnos), winterharte Begonien (Begonia grandis), die Traubenlilie (Liriope muscari) oder als ganz besonders Highlight die filigrane Krötenlilie (Tricyrtis Hybride).

Astern "Wunder von Stäfa" (Aster x frikartii)
Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Krötenlilie (Tricyrtis)
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Kletterndes Tränendes Herz (Dicentra scandens)

Pflanze des Monats

Japanische Berchemie, Rattanrebe

Mit der Rattanpalme, aus deren Trieben Rattan und Peddigrohr gewonnen werden, hat diese Pflanze nichts zu tun. Den irreführenden Name Rattanrebe trägt sie nur, weil einige andere Arten der Gattung zum Flechten verwendet werden. 

An einem Zaun oder Gitter kann sie bis zu vier Meter hoch klettern. Sie benötigt eher mildes Klima und einen nicht zu trockenen Platz. Ansonsten ist es eine recht anspruchslose Pflanze, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, bei genauer Betrachtung aber durchaus zu begeistern vermag. Ende Februar kann man die dünnen Triebe auf kurze Zapfen zurückschneiden, sollte aber diejenigen, die Beeren tragen, stehen lassen.

Die grünweissen Blüten erscheinen im Hochsommer. Sie verströmen duftende Wolken und werden trotz ihrer Winzigkeit von glücklichen Bienen umschwärmt. Erstaunlicherweise findet man zur gleichen Zeit reife Beeren. Diese brauchen ein Jahr, um auszureifen, dabei verfärben sie sich von rot zu schwarz. Sie scheinen auf keine grosse Begeisterung zu stossen: Sogar Gärtnereien, die am Verkauf interessiert sein sollten, bezeichnen sie als essbar, aber nicht empfehlenswert. Und die Verwendung der Blätter als Tee-Ersatz oder Gemüse reizt wohl nur die experimentierfreudigsten unter den Köchen.

 

Dahlien und co.

Besonders empfehlenswert ist zurzeit die kleine aber feine Dahlien-Sammlung mit historischen Sorten im alten Bauerngarten. Auch zwei Wildarten sind dort vertreten.

Gleich in der Nähe, im Arzneipflanzengarten, zieht bereits seit einiger Zeit ein riesiges Exemplar des Blut-Weiderichs Bienen und Hummeln in Massen an. Ein paar Schritte weiter können die wunderschönen blauen Blüten eines Mönchspfeffers bewundert werden.

In der Clematis-Sammlung blühen einige kleinblütige Arten und Sorten.

Seit Monaten blühen bereits die Fuchsien, welche aber hier auch mal besondere Erwähnung finden sollen. Am üppigsten geht es natürlich auf der Fuchsientreppe zu und her. Hier ist auch ein Exemplar unserer Eigenzüchtung Fuchsia 'Brüglingen‘ zu sehen. Unterhalb der Treppe zeigen sich diverse winterharte Fuchsien von ihrer besten Seite.

Dahlie (Dahlia 'Weiss-Rosa-Gelbe von Trubschachen')
Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)
Fuchsie (Fuchsia 'Brüglingen')
Winterharte Fuchsie (Fuchsia 'Vielliebchen')
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Pflanze des Monats

Kirengeshoma palmata

Die Wachsglocke wächst in feuchten Gebirgswäldern. Sie existiert an nur acht Standorten in Japan, China und Korea und steht unter Naturschutz. Im Garten ist sie robust und sehr langlebig, wenn ihre Bedürfnisse - feuchter, humoser, nicht zu alkalischer Boden im Halbschatten - erfüllt werden.

Als eine der wenigen Waldpflanzen blüht sie erst im Spätsommer. Diese Kugelknospen! Die wachsartigen Blütenblätter! Die Samen-kapseln ähneln dreihornigen Teufelchen. Doch allein schon das ahornartige Laub wäre ein Grund, sie zu pflanzen.

Der Name Kirengeshoma tönt kompliziert. Das ist er auch. Ki heisst “gelb“, Renge heisst “Lotosblüte“. Shoma (eigentlich shouma) besagt in diesem Fall gar nichts, die Schriftzeichen stehen nur da, um die richtige Aussprache zu bezeichnen. Das kommt uns spanisch, bei japanischen Namen aber häufig vor. Im Detail bezeichnet Shou ein Mass von etwa 1,8 Liter, ma heisst “Hanf“. Vor dem inneren Auge entsteht das Bild eines Hanfkorbs voll gelber Lotosblüten…

Die Realität aber ist, wie Realitäten das so an sich haben, viel prosaischer: Rengeshouma ist der japanische Name der Scheinanemone, einer Pflanze, die Sie im Rhododendrontal bewundern können. Ki-Rengeshoma bedeutet deshalb “gelbe scheinanemone“. Die beiden Pflanzen mögen recht verschieden sein, doch bei beiden schweben zarte Kugelknospen über dem Laub.

 

Von protzig bis zart - Für jeden Blütengeschmack etwas

In der Clematissammlung blühen viele Pflanzen aus der Viticella-Gruppe, sowie verschiedene andere Hybriden.

Die Kübelpflanzensammlung erfreut das Auge mit zahlreichen blühenden Pflanzen. So zum Beispiel viele Fuchsien-Hybriden auf der Fuchsientreppe, verschiedene Engelstrompeten hinter den Gewächshäusern und eine grosse Zahl an Hortensien (Hydrangea macrophylla) bei der Villa Merian.

Im Irishang können im Moment die bunten Blüten von vielen Hemerocallis-Hybriden und auch einiger Wildarten bewundert werden.

Blühende Schönheiten gibt es auch in Unter Brüglingen. So zum Beispiel Artischocken und Kardy beim Gemüse oder das schwarze Bilsenkraut bei den Arzneipflanzen. Die ersten Dahlien können ebenfalls bewundert werden.

Das Rhododendron-Tal wartet mit einigen schattenliebenden Blütenschönheiten auf: Scheinhortensien, Wachsglöckchen, Kletternder Fingerstrauch und viele Funkien gehören dazu.

Ein paar Gehölze blühen erst in dieser Jahreszeit: Ein schönes Exemplar einer Strauchkastanie bei der Villa Merian, Eine Blasenesche beim Irishang und Samthortensien beim Weg zu den Gewächshäusern sind besonders erwähnenswert.

 

Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Artischocke (Cynara scolymus)
Hortensien (Hydrangea macrophylla)
Scheinhortensie (Deinanthe bifida)
Dahlie 'Rote von Winkel'

Pflanze des Monats

Cichorium intybus

Sind Sie Feierabendgärtner oder schlafen Sie gerne aus? Dann sollten Sie die Wegwarte nicht in Ihren Garten pflanzen. Denn ihre hinreissenden Blüten machen vormittags Schwebfliegen, Bienen und Gärtner glücklich. Nachmittags ist dann von der ganzen Herrlichkeit nicht mehr viel übrig, bei Spätaufstehern ist sie als reizloses Gestrüpp verrufen.

Dabei ist sie als Chicorée oder Radiccio gesund und schmackhaft - zum Beispiel als bunter Sommersalat mit Blüten und Minze oder, mit Speck umwickelt, geschmort oder einfach mit einem Dip aus Joghurt, Zitrone, Salz und Knoblauch. Aus den gerösteten Wurzeln stellt man noch heute einen Kaffeeersatz her.

Die blauen Blüten der Wegwarte sollen laut einer Sage die blauen Augen einer Hofdame sein, die vergeblich am Wege auf die Rückkehr ihres untreuen Kreuzritters wartete. Damit wäre der Name der Wegwarte erklärt: Er war weg, sie wartete. Und seit damals nennt man naive Menschen blauäugig.

 

üppig und verspielt

Trotz einiger Trockenheitsprobleme gibt es viele tolle Blüten zu entdecken:

In der Clematissammlung blühen nun die unbekannten, eher unauffälligen glockenförmigen Wildarten. Z.B. C. texensis, C. glaucophylla und C. pitcheri
Auch die Staudenförmige C. integrifolia, sowie einige Hybriden davon sind jetzt schön anzusehen.

Unverzichtbare Partner der Clematis sind Kletterrosen. Ein besonders schönes Bild ergeben die Blüten von Rosa ‘Apple Blossom‘ und Clematis ‘Warszawska Nike‘.
Einige Schritte von der Clematissammlung entfernt können die Bodendeckerrosen ‘The Fairy‘ und ‘Snow Ballet‘ bewundert werden. Als ganz besonderer Leckerbissen bei der Rosenblüte präsentieren sich die alten Sorten Rosa ‘Souvenir d’Anne Frank‘ und Rosa ‘Maria Lisa‘ im alten Bauerngarten in Unter Brüglingen.

In Vorder Brüglingen zeigen sich einige Schönheiten in den Staudenrabatten. Sehr schön ist im Moment die Rabatte entlang des Weges vom Eingang St. Jakob, mit der Riesendistel (Eryngium giganteum) und der Silberhang hinter den Gewächshäusern mit verschiedensten Lavendelsorten und der weissblühenden schwarzen Königskerze.

Rose 'Apple Blossom' und Clematis 'Warszawska Nike'
Clematis texensis und C. viticella 'Betty Corning'
Verbascum nigrum 'Album'
Rose 'Souvenir d'Anne Frank'
Eryngium giganteum

kunstvolles geschenk

Seit Sommer 1984 ist das Kunstwerk ‹Kopf› von Markus Raetz in den Merian Gärten zu sehen. Dreissig Jahre nach der Ausstellung ‹Skulptur im 20. Jahrhundert› schenkt der Künstler das Werk der Christoph Merian Stiftung.

Hier geht es zur Medienmitteilung der Christoph Merian Stiftung.

 

Pflanze des Monats

Amorpha fruticosa

Auf die beliebte Fernwirkung muss man beim Bastardindigo verzichten, doch aus der Nähe betrachtet entfalten seine Blüten ihren ganz besonderen Reiz. Allein die Farbgebung! Orange Staubgefässe ragen aus violettschwarzbraunen Blüten, darunter zartes Fiederlaub. Das ganze wird umtost von glücklichen Bienen, denen es völlig egal ist, dass seine Blüten im Gegensatz zu anderen Schmetterlingsblütlern (dazu gehören zum Beispiel Wicken, Lupinen oder Glyzinien) weder Kiel noch Schiffchen, sondern nur eine winzige Fahne haben. Der Name Amorpha bezieht sich auf diese untypische Form und heisst soviel wie ungestaltet.

Der Bastardindigo stammt aus Nordamerika und wurde von den ersten Siedlern als Indigoersatz zum Färben genutzt. Er ist eine gute Bienenweide und eignet sich zur Befestigung von Böschungen. Er wird kaum über drei Meter hoch und verträgt auch mal einen radikalen Rückschnitt. Eine ideale Pflanze, könnte man meinen…

…wenn da nicht dieser gemeine Haken wäre: Der Bastardindigo hat sich in einigen Ländern Südosteuropas als invasiver Neophyt erwiesen, in der Schweiz breitet er sich bereits im Tessin aus. Er besiedelt Auenlandschaften und gestörte Standorte. Mit Hilfe von Knöllchenbakterien reichert er im Boden Stickstoff an und verändert so den natürlichen Nährstoffgehalt der Böden. Die Bekämpfung ist nicht einfach: Wird er abgesägt, schlägt er wieder aus, zudem ist er ein grosser Versamungsheld. Deshalb sollte man ihn nur dulden, wo er sich nicht verbreiten kann. Aber schön ist er doch!

 

Wonnemonat

Einige unserer beliebtesten Sammlungen zeigen sich im Moment von ihrer Schockoladeseite:


Irissammlung: Iria Barbata-Hybriden
Clematissammlung: Verschiedene Clematis montana und einige Grossblütige Clematis, sowie die ersten Kletterrosen
Pfingstrosensammlung: Verschiedene Strauch- und Staudenpfingstrosen

Ausserdem sind bei den Schmetterlingsblütlern einige schöne Blüten zu bewundern. So z.B. Lupinus Polyphyllus- Hybriden und Colutea x media. Direkt daneben steht in der Wiese ein besonders schönes altes Exemplar von einem Diptam. Das Hochplateau lohnt auch einen Abstecher wegen der vielen schönen Trockenwiesen.

Pfingstrosensammlung
Lupinus Polyphyllus-Hybride
Clematis montana 'Marjorie'
Dictamnus albus
Colutea x media

Pflanze des Monats

Sambucus nigra 'Guincho Purple'

Es gibt Pflanzen, die man eigentlich gar nicht vorstellen muss. Der Holunder gehört dazu. Seit Urzeiten werden Blüten und Beeren zu Gelee, Konfitüre, Sirup, Tee, Sekt, Wein oder Likör verarbeitet. Auch wenn die rohen Beeren oft für spontane Entschlackung sorgen, tut das der Freude keinen Abbruch.

 Leider wirken Holunder im Garten oft etwas langweilig. Dabei gibt es diverse Sorten, bei denen es sich meistens um natürliche Variationen handelt, so auch ‘Guincho Purple‘. Seine rosa überhauchten Blüten und das dunkle Laub harmonieren farblich gut mit der historischen Scheune gegenüber. Er wurde vor über sechzig Jahren von Vera Mackie in Schottland gefunden und in ihren berühmten Garten in Nordirland, Guincho, gebracht. Seilwinde heisst das auf Portugiesisch, aber zurück zum Thema…

Dieser Prachtsholunder lässt sich wie die normale Art verwenden und ist wertvoll für Vögel und Bienen. Doch das Beste kommt zum Schluss: Bei alten, schwächelnden
Sträuchern schieben sich oft eigenartige Glibbergebilde aus der Rinde. Diese heissen wahlweise Wolken-, Wald- oder Judasohren und sind nichts anderes als die berühmten
Mu-Err-Pilze, die viele chinesische Gerichte verknorpeln, ohne dabei störenden Geschmack zu entfalten.

 


Jetzt wird's üppig

Bei den Zwiebelpflanzen blüht folgendes:
Tulpen: Wildtulpen wie Tulipa tarda im Irishang, frühe Kultursorten an vielen Orten
Narzissen: Verschiedenste Arten und Sorten. Besonders schön in den Wiesen
Anemonen: Anemone nemorosa in den verrücktesten Sorten, zu finden in den Staudenrabatten bei der Villa Merian

Besondere Stauden:
Hundszahn in der Staudenrabatte hinter der Villa
Farne zeigen ihren schönen Austrieb im Rhododendron-Tal
Iris: Unter Anderem Iris bucharica, Iris magnifica, die ersten Iris aus der Barbata-Nana-Gruppe, Iris albicans
Und vieles mehr…

Besonders sehenswerte Gehölze:
Rhododendren in allen Formen und Farben
Peteria und Erbsenstrauch, beide bei den Schmetterlingsblütlern auf dem Hochplateau
Libanon Eiche auf dem Hochplateau
Judasbaum bei den Schmetterlingsblütlern
Felsenbirnen im Irishang
Weidenblättrige Birne im Silberhang hinter den Gewächshäusern
Sowie die betörend duftenden Schneebälle und Duftblüten vor der Villa Merian

Ausserdem:
Die frühesten Clematis erfreuen bereits das Auge. So z.B. C. jackmanii ‚Mme Baron-Veillard‘, C. macropetala, C. armandii, C. alpina ‘Frances Rivis’

Rhododendron-Tal
Hundszahn (Erythronium 'Pagoda')
Libanon-Eiche (Quercus libani)
Buchara-Schwertlilie (Iris bucharica)
Erbsenstrauch (Caragana arborescens)

Pflanze des Monats

Clematis 'Blue Bird'

 'Blue Bird' ist eine Kreuzung zwischen der in Europa
vorkommenden Clematis alpina und ihrem nordasiatischen
Pendant C. macrophylla. Schon vor über fünfzig Jahren
ist diese Sorte in Kanada entstanden, doch ihren jugendlichen
Charme versprüht sie noch immer.

Diese Sorte gehört - wie die anderen aus der alpinen Verwandtschaft - zu den winterhärtesten Waldreben überhaupt. Sie ist robust, anspruchslos und pflegeleicht, ein leichter Rückschnitt nach der Blüte genügt. Schädlinge oder Krankheiten sind hier kein Problem. An feuchteren Stellen sollte man sie erhöht pflanzen, um Nässeschäden zu vermeiden.

Die wunderschönen Blüten erscheinen im zeitigen Frühling und oft - etwas schwächer - im Spätsommer. Auch die Samenstände sind attraktiv, ebenso das Laub. Sie umspielt Zäune, kriecht durch Sträucher, klettert mit etwas Hilfe an Regenrinnen empor und gedeiht sogar in grossen Gefässen. Sie ist die ideale Pflanze, wenn man im Garten eigentlich gar keinen Platz mehr hat.

 


Und noch mehr Frühlingsgefühle

Zwiebelpflanzen soweit das Auge reicht!
Bereits blühen die ersten Narzissen, Tulpen und Hyazinthen, sowie Vieles mehr. Besonders erwähnenswert ist die Frühlings-Lichtblume (Bulbocodium vernum), welche unterhalb des Irishanges ihre strubbligen Blütenköpfchen knapp über dem Boden zeigt. Und natürlich immer noch die vielen Arten und Sorten von Zwiebeliris am Hang.

Auch andere frühe Stauden beginnen mit ihrer Blüte. Nebst der immer noch schönen Lenzrosen zum Beispiel das Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla ‚Betty Bowring‘) oder das Lungenkraut im Silberhang hinter den Gewächshäusern.

Das Kalk-Blaugras ist ein erster Vertreter der Gräser in Blüte. Es bedeckt einen grossen Teil des Irishanges.

Sehenswerte Gehölze in Blüte sind der grosse Tierlibaum und die Scheinhasel vor der Villa, Zaubernüsse hinter dem Nutzpflanzengarten, sowie bei den Clematis; Zierkirsche, Frühlings-Kirsche und das kleine Mandelbäumchen hinter den Gewächshäusern und natürlich die ersten Rhododendren im Rhododendron-Tal.

Scheinhasel (Corylopsis spicata)
Lärchensporn (Corydalis in Arten)
Kalk-Blaugras (Sesleria albicans)
Frühlings-Kirsche (Prunus subhirtella)
Frühlings-Lichtblume (Bulbocodium vernum)

Pflanze des Monats

Rhododendron dauricum

Auch dieses Jahr wieder hat an den Blühlympischen Spielen in Brüglingen die dahurische Azalee den Sieg in der Kategorie Rhododendron errungen. Da ihr natürliches Vorkommen u.a. in Sibirien liegt, ist sie Kälte und Schnee gewohnt und blüht schon im Spätwinter auf. Um diese Zeit freut man sich über jede Blüte, sogar über dieses Violett.

Wie alle Rhododendren benötigt die dahurische Azalee einen sauren Standort ohne Staunässe. An einem sonnigen, etwas geschützten Standort gedeiht sie am besten. Zusätzlich zu den wenigen dunklen Blättern, die den Winter über am Strauch bleiben, zeigt sie oft eine wunderschöne Herbstfärbung.

Doch jetzt möchte wohl niemand mehr von Herbst und Winter lesen. Egal, wieviel Schnee und Frost noch kommen mag – wenn der erste Rhododendron blüht, ist Frühling!

 


Frühlingsgefühle im Spätwinter

Früher als gewohnt zeigen sich bereits viele Zwiebelpflanzen. So zum Beispiel:

Iris reticulata in Sorten, Iris danfordiae, Iris histrioides in Sorten, alle im Irishang
Krokusse verteilt auf den Rasenflächen und in verschiedenen Rabatten
Schneeglöckchen in Arten und Sorten besonders bei der Irissammlung
Cyclamen coum in grossen Mengen bei der Villa Merian

Auch die kleine aber feine Sammlung von Helleborus bei der Villa Merian zeigt sich bereits von ihrer schönsten Seite.

 

Iris reticulata 'J.S.Dijt'

Pflanze des Monats

Viburnum tinus

"Immergrünes Laub? Dunkle Beeren? Aha, Lorbeer!" dachte man in der Antike, als man es mit der Pflanzensystematik noch nicht so genau nahm - denn dieser Strauch ist eigentlich ein Schneeball. Immerhin kommen beide in den mediterranen Hartlaub-Wäldern vor und haben sich mit ihren kleinen, ledrigen Blättern an die dortigen Bedingungen wie heisse Sommer und feuchte Winter angepasst. Dadurch ist der Lorbeer-Schneeball sehr gut für geschützte Plätze geeignet und somit die ideale Pflanze für Basler Innenhöfe.

Wenn er nicht zu trocken steht, ist der Lorbeer-Schneeball robust und pflegeleicht. Einzig Schneeballblattkäfer löchern ihm die Blätter, nehmen aber nur selten überhand. Schnittmassnahmen nach der Blüte werden recht gut vertragen, und sollte er nach starkem Frost zurückfrieren, treibt er in der Regel wieder aus der Basis aus. Unsere Exemplare waren im Winter 1986 bis auf den Boden abgestorben und haben sich, wie sie hier sehen, prächtig erholt. Im vorletzten Winter hat der exponierteste Strauch gelitten, blüht aber auch schon wieder.

Aber wie das so ist mit winterlichen Blüten: Man muss Glück haben, denn bei starkem Frost erfrieren die Knospen. Wenn es dann wärmer wird, blühen die Sträucher munter weiter - manchmal sogar von Juli bis Mai. Dafür nimmt man gelegentliche Erfrierungsdesaster gerne in Kauf. Falls Sie Pech haben sollten und hier nur bräunliche Unansehnlichkeiten vorfinden - kommen Sie einfach in ein paar Wochen wieder!

 


Zarte Winterblüten

Die ersten winterblühenden Sträucher erfreuen mit ihrer zarten Blütenpracht.

Hamamelis mollis bei der Clematissammlung
Prunus subhirtella ‚Autumnalis‘ hinter den Gewächshäusern
Chimonanthus praecox in der Irissammlung
Viburnum tinus bei der Villa Merian

Bei Parrotia persica werden die Blüten voraussichtlich in den nächsten Tagen aufgehen.
Nicht zu vergessen die Haselnuss, welche bereits wieder beginnt, Allergiker zu ärgern.

Bei den Stauden sei noch besonders auf die Cyclamen coum hinter dem Zugangstor zur Villa Merian hingewiesen. Hier zeigen sich die ersten Blüten und falls das milde Wetter noch einige Tage anhält wird schon bald der beliebte rosa Teppich zu sehen sein. Und gleich in der Rabatte daneben können einige Exemplare der einheimischen Helleborus foetidus angeschaut werden. Obwohl eher unauffällig, ist die Blüte von Nahem äusserst faszinierend.

Blüten von Helleborus foetidus

Pflanze des Monats

Brassica oleracea

Der Palmkohl ist eine sehr alte Kohlvarietät und wird vor allem in den Mittelmeerländern angebaut. Man erntet jeweils die unteren Blätter. Sie schmecken auch ohne Frost und werden gerne zum Einwickeln von Speisen genommen. Sie galten als gutes Viehfutter. Die Sorte 'Nero di Toscana' bleibt tendenziell eher niedriger und wird oft als Zierpflanze verwendet. Es gibt viele Rezepte zur Verwendung von Palmkohl, zwei davon finden Sie hier: 

Eine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen würfeln und in Olivenöl andünsten. 500 g kleingeschnittene mehlige Kartoffeln und ein Lorbeerblatt dazugeben, mit zwei Liter Wasser auffüllen. Zugedeckt solange köcheln lassen, bis die Kartoffeln zerfallen, eventuell mit dem Mixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Palmkohlblätter in feine Streifen schneiden, beifügen und 15 Minuten köcheln lassen. Ein paar Löffel Olivenöl und eine Chouriço (portugiesische Wurst) in dünne Scheiben schneiden und dazugeben. Nochmal kurz aufkochen und servieren. Das Ergebnis heisst Caldo verde und ist eine portugiesische Spezialität.

Man nehme einen Palmkohlsetzling und binde ihn im Frühling an eine stabile Stütze. Man lasse ihn unter regelmässiger Zugabe von Wasser und Dünger bei niedriger Hitze langsam wachsen. Zwischendurch entferne man die unteren Blätter (Verwendung siehe oben) und allfällige Seitensprosse. Im Spätwinter hänge man den Stamm an einem luftigen, kühlen Ort auf und lasse ihn mindestens ein Jahr lang trocknen. Alsdann schneide man die Wurzeln sowie die weiche Spitze ab, schleife den Stock glatt und lackiere ihn nach Belieben. Durch Zugabe einer Stahlspitze und eines Knaufs erhält man einen leichten, stabilen und seit siebzig Jahren aus der Mode geratenen Spazierstock.

Auf der Insel Jersey, wo der Palmkohl bis zu drei Meter hoch werden kann, wurden solche Spazierstöcke früher in grossem Stil hergestellt und an Touristen verkauft.


Kleiner Frühling im Vorwinter

In der Clematissammlung und gleich ausserhalb des Eingangs St. Jakob kommen bereits die ersten Frühlingsgefühle auf. Die frühesten Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) zeigen dort ihre feinen Blütenköpfchen und werden bis in den frühen Frühling ausharren.
Vereinzelt sind auch noch andere Blüten zu sehen. So zum Beispiel die vom Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis ‚Pendula‘) oder Geranium ‚Jolly Bee‘. Nach einigen Frösten werden die jedoch verschwinden.
Ein wunderschönes Bild im Schein der Wintersonne ergeben die flauschigen Samenstände der Clematis vitalba, welche die Hagenbutten an Wildrosensträuchern umspielen.

Clematis vitalba auf Rosa multiflora

Pflanze des Monats

Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Haben Sie sich diesen Baumstamm schon einmal genau angesehen? Seine Rinde platzt stückweise ab und bildet dabei Falten, Ringe und andere Strukturen, die erst nach Jahrzehnten auftreten und den Träger mit den Jahren immer markanter machen - genau wie bei uns. Berg-Ahorne können etwa 500 Jahre alt werden und kommen vor allem in Berggebieten vor, wo sie bis zur Waldgrenze wachsen. Oft sind es mächtige Charakterbäume, knorrig, flechtenbehangen und zäh.

Das wertvolle Holz des Berg-Ahorns wird im Innenausbau sowie für Möbel, Drechslerarbeiten und Musikinstrumente verwendet. Er gilt als gute Bienenweide und wird von vielen Tieren bevölkert, unter anderem von Kreaturen wie Blausieb, Hörnchengallmilbe oder keulenfüssigem Scheckenbock.

Die Samen diverser Ahorne sind giftig. Seit kurzem vermutet man, dass sie die Ursache der atypischen Myopathie bei Pferden sind, einer oft tödlichen Muskelerkrankung. Die Krankheit tritt vor allem nach Kälteeinbrüchen und bei Futterknappheit auf und lässt sich durch zusätzliches Füttern im Herbst vermeiden. Doch da auch andere Faktoren beteiligt sein könnten, gilt für den Ahorn bis auf weiteres die Unschuldsvermutung.

 


Kleiner Frühling im Vorwinter

Wer etwas genauer hinschaut, bekommt auch in dieser kalten Jahreszeit noch einige Blüten zu sehen. So etwa die Krötenlilie (Tricyrtis formosa x hirta), welche trotz ihres hässlichen Namens eine besondere Schönheit ist. Auch die Kleinstrauchrosen 'The Fairy' und und 'Snow Ballet' sind immer noch ein schöner Anblick.
Die Blumenauswahl in den Merian Gärten ist zwar nicht mehr gewaltig, dafür gibt es viele dekorative Blütenstände (z.B. im Gräserhang hinter der Irissammlung) und die zahlreichen Wildhecken mit ihrem Fruchtschmuck zu entdecken.

Rosa 'Snow Ballet'

Pflanze des Monats

Rosa multiflora

Etwa 250 Rosenarten gibt es, eine davon ist die ostasiatische Rispen-Rose. Ihre büscheligen Blütenstände stachen zwei Botanikern ins Auge, die sie – unabhängig voneinander – Rosa multiflora und Rosa polyantha nannten. Das eine ist lateinisch, das andere griechisch, aber beides heisst “viele Blüten“.  Sie wurde zur Züchtung der mehrblütigen Beetrosen verwendet, die grossblütig und farbenfroh, aber ohne den Charme und Charakter der Rispen-Rose sind.

Sie ist winterhart, robust und (fast zu) kräftig. Freiwachsend wird sie drei Meter hoch. Entert sie einen Baum, kann sie bis zu fünf Meter hoch klettern. Wenn ihre überhängenden Triebe den Boden berühren, schlagen sie Wurzeln. Sie produziert jedes Jahr viele tentakelartige Ranken, die wild in alle Richtungen hängen. Diese kann man im Zaum halten, indem man sie vor der Blüte so zurückschneidet, dass sie die Blütenknospen nicht verdecken. Wenn die Pflanzen später doch zu mächtig werden sollten, hilft ein radikaler Rückschnitt direkt nach der Blüte. Ansonsten benötigt sie kaum Pflege.

Jetzt, im Herbst, erscheinen hunderte kleiner Hagebutten. Sie werden gerne von den Vögeln gefressen, weshalb man die Rispen-Rose bisweilen auch in der freien Natur antreffen kann. Ihre weissen Blüten sind relativ klein, sehr hübsch und duften. Sie erscheinen in grosser Zahl und werden von Bienen und anderen Insekten besucht. Leider blühen Sie nur kurze Zeit. Kommen Sie deshalb Ende Mai hier vorbei!


Astern in allen Formen und Farben

In Vorder Brüglingen unterhalb des Pächterhauses blüht ein Asternmeer. Klassische Gartenastern oder Wildastern, es gibt für jede Vorliebe etwas zu sehen.
Viele Gehölze und Stauden zeigen sich schon in ihrem schönsten Herbstkleid. Auch in den abgelegenen Bereichen, wie im Trockenbiotop, leuchten Blätter und Beeren in warmen Herbstfarben.

Wunderbare Herbstfarben

Pflanze des Monats

Maclura pomifera

Der Osagedorn ist der am häufigsten angepflanzte Baum Amerikas und tief in der Geschichte verwurzelt. Die Farmer pflanzten ihn als Windschutz, um die Bodenerosion in den Great Plains aufzuhalten. Osagedornhecken waren der beste Schutz der Felder vor wandernden Viehherden, jedenfalls bis zur Erfindung des Stacheldrahtzauns. Auch für die dafür benötigten Pfähle war das harte und dauerhafte Holz des Osagedorns gut geeignet und wurde in grossem Stil angebaut. Ursprünglich wuchs er im Stammesgebiet der Osage-Indianer, die daraus ihre Bögen herstellten. Die Wurzelrinde diente zum Färben von Textilien. Die Früchte wirken auf einige Insekten abschreckend.

Und überhaupt, diese Früchte! Runzlige, marsmenschenhirnartige Klumpen, Bedrohung darunter parkender Autos (deshalb werden an Strassen und Plätzen vor allem nicht fruchtende männliche Exemplare gepflanzt) und Frustration eifriger Sammler! Sie sind ungiftig, zäh und sondern klebrigen Milchsaft ab. Der Geschmack sei chemikalienartig, heisst es, niemand würde so etwas essen wollen, alles Ketchup und Tabasco der Welt könne daran nichts ändern.

Noch nicht mal die Tiere in seiner Heimat fressen das seltsame Obst. Das ist erstaunlich, denn seine Produktion kostet den Baum viel Kraft. Es dient der Samenverbreitung über weite Strecken durch Tiere. Aber durch welche? Man nimmt an, dass es die grossen Säugetiere des Pleistozäns waren: Riesenfaultier, Mastodon und andere, die nach der letzten Eiszeit verschwanden, zeitgleich mit dem Auftauchen der ersten Menschen in Amerika. Aufgrund von Knochenfunden weiss man, dass diese Tiere bejagt wurden, was wahrscheinlich zum Aussterben geführt hat. Das hat etwas Tragisches – als ob die Pflanze seit Jahrtausenden verwitwet ist. Dieses Schicksal teilt sie mit der Avocado, doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte…

Pflanze des Monats

Colocasia Esculenta 'Black Magic'

Ursprünglich aus Südostasien stammend, dient die Taropflanze schon seit mindestens 7000 Jahren als wichtige Nahrungsquelle. Sie wurde bald nach Polynesien, Afrika und später Amerika verbreitet. Durch die lange Kultivierung haben sich viele Varianten herausgebildet.
Taropflanzen sind spektakuläre Zierpflanzen, wenn man ihre Bedürfnisse berücksichtigt: Temperaturen über 20°, einen feuchten bis nassen Standort, humosen Boden und genügend Nährstoffe.

Taro war schon den Römern bekannt. Apicius, laut Plinius d.Ä. "der grösste Prasser und zu aller Art von Luxus geboren" und Mitautor des ältesten erhaltenen Kochbuchs der Antike kocht Taro mit einer Sauce aus Pfeffer, Kümmel, Raute, Honig, Liquamen (Sauce aus vergorenem Fisch), Olivenöl und etwas Stärkemehl.
Aus gekochtem, zerstossenem Taro wird heute das wichtigste polynesische Grundnahrungsmittel hergestellt, ein grauvioletter Brei, der auf Hawaii Poi heisst. Durch Wasserbeigabe kann man seine Konsistenz verändern. Je nach Anzahl Finger, die man zum Verzehr benötigt, heisst er dann Zwei-Finger- oder Drei-Finger-Poi. Er schmeckt anfangs leicht süss, nach kurzer Zeit säuerlich und wird nach etwa fünf Tagen ungeniessbar.
Afrika ist voll von Tarorezepten. In Ghana geht eines so: Geschälte, halbierte Taro in Salzwasser mit Pfeffer 40 Minuten kochen. Absieben, zerstossen und mit Öl cremig rühren. Mit hartgekochten Eiern ergibt das ein Hauptgericht.

Trotz all dieser Kulinarik darf man nicht vergessen, dass die Taropflanze, die zu den Aronstabgewächsen gehört, roh giftig ist. Sie enthält Raphiden, Bündel aus nadelartigen Kalziumoxalatkristallen, die beim Verzehr in die Schleimhäute gelangen und gewaltige Schmerzen und Schwellungen verursachen. In Extremfällen kann das zum Erstickungstod führen. Doch wenn man Taro lange kocht, zwischendurch das Kochwasser wechselt und sie danach gut zerstösst, steht der kulinarischen Tropenreise nichts mehr im Weg.

 

Blütenspaziergang im Juli

Der Schwerpunkt des Blütenspaziergangs im Monat Juli befindet sich bei den Clematis, sowie den Taglilien im Irishang.

 In der Clematissammlung gibt es etliche Arten und Sorten zu besichtigen. So zum Beispiel: verschiedene Pflanzen aus der viticella-Gruppe, aus der patens-Gruppe, einige C. texensis, Exemplare aus der jackmanii-Gruppe, C. viticella x integrifolia 'Hanna', C. x bonstedtii 'Crépuscule', C. versicolor, C. pitcheri usw.

Über den immer wieder wunderschönen Silberhang mit blühendem Lavendel in vielen Sorten und weissen Königskerzen (Verbascum nigrum 'Album') geht's weiter. Hinter den Gewächshäusern gibt es nebst den vielen Engelstrompeten auch einige interessante Ampelpflanzen zu sehen. Köcherblümchen (Cuphea ilavea) oder Maskenblume (Alonsoa meridionalis 'Fireball') sind zwei davon.

Im Irishang befinden sich, wie bereits erwähnt, zahlreiche blühende Sorten von Taglilien (Hemerocallis). Daneben Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea), Palmlilien (Yucca filamentosa) und Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon). Neben der asiatisch anmutenden Brücke blüht eine ganze Gruppe Balkan-Akanthus (Acanthus hungaricus).
Ganz unauffällig aber sehr hübsch präsentieren sich etwas weiter entfernt, nämlich hinter dem Pächterhaus, die Blüten einer Bodendeckenden Fuchsien-Wildart (Fuchsia procumbens).

Als Abschluss lohnt sich der Abstecher zur Staudenrabatte entlang des Weges zum Eingang St. Jakob. Hier zeigen sich die Riesendisteln (Eryngium giganteum) von ihrer schönsten Seite.

 

Riesendistel (Eryngium giganteum)
Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)
Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea)
Taglilie (Hemerocallis 'Illini Jackpot')
Fuchsie (Fuchsia procumbens)