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Der Winter kommt

Kaum ist der Oktober vorbei, gibt es schon den ersten Frost! Jetzt müssen schnell noch die letzten Kübelpflanzen in ihr warmes Winterquartier gebracht werden. Die Gärtner und Gärtnerinnen arbeiten schon seit einiger Zeit daran, denn viele der Kübelpflanzen, wie die Engelstrompeten oder zahlreiche Fuchsien, vertragen keine kalten Temperaturen. Bei über 1000 Kübelpflanzen, (manche davon sind übrigens mehrere hundert Kilogramm schwer!), dauert es schon einige Wochen, bis alle weggeräumt sind. Was draussen bleiben kann wird jetzt zurückgeschnitten und so auf den kalten Winter vorbereitet.


Astern in allen Formen und Farben

In Vorder Brüglingen unterhalb des Pächterhauses blüht ein Asternmeer. Klassische Gartenastern oder Wildastern, es gibt für jede Vorliebe etwas zu sehen.
Viele Gehölze und Stauden zeigen sich schon in ihrem schönsten Herbstkleid. Auch in den abgelegenen Bereichen, wie im Trockenbiotop, leuchten Blätter und Beeren in warmen Herbstfarben.

Wunderbare Herbstfarben

Pflanze des Monats

Maclura pomifera

Der Osagedorn ist der am häufigsten angepflanzte Baum Amerikas und tief in der Geschichte verwurzelt. Die Farmer pflanzten ihn als Windschutz, um die Bodenerosion in den Great Plains aufzuhalten. Osagedornhecken waren der beste Schutz der Felder vor wandernden Viehherden, jedenfalls bis zur Erfindung des Stacheldrahtzauns. Auch für die dafür benötigten Pfähle war das harte und dauerhafte Holz des Osagedorns gut geeignet und wurde in grossem Stil angebaut. Ursprünglich wuchs er im Stammesgebiet der Osage-Indianer, die daraus ihre Bögen herstellten. Die Wurzelrinde diente zum Färben von Textilien. Die Früchte wirken auf einige Insekten abschreckend.

Und überhaupt, diese Früchte! Runzlige, marsmenschenhirnartige Klumpen, Bedrohung darunter parkender Autos (deshalb werden an Strassen und Plätzen vor allem nicht fruchtende männliche Exemplare gepflanzt) und Frustration eifriger Sammler! Sie sind ungiftig, zäh und sondern klebrigen Milchsaft ab. Der Geschmack sei chemikalienartig, heisst es, niemand würde so etwas essen wollen, alles Ketchup und Tabasco der Welt könne daran nichts ändern.

Noch nicht mal die Tiere in seiner Heimat fressen das seltsame Obst. Das ist erstaunlich, denn seine Produktion kostet den Baum viel Kraft. Es dient der Samenverbreitung über weite Strecken durch Tiere. Aber durch welche? Man nimmt an, dass es die grossen Säugetiere des Pleistozäns waren: Riesenfaultier, Mastodon und andere, die nach der letzten Eiszeit verschwanden, zeitgleich mit dem Auftauchen der ersten Menschen in Amerika. Aufgrund von Knochenfunden weiss man, dass diese Tiere bejagt wurden, was wahrscheinlich zum Aussterben geführt hat. Das hat etwas Tragisches – als ob die Pflanze seit Jahrtausenden verwitwet ist. Dieses Schicksal teilt sie mit der Avocado, doch das ist wieder eine ganz andere Geschichte…

Pflanze des Monats

Colocasia Esculenta 'Black Magic'

Ursprünglich aus Südostasien stammend, dient die Taropflanze schon seit mindestens 7000 Jahren als wichtige Nahrungsquelle. Sie wurde bald nach Polynesien, Afrika und später Amerika verbreitet. Durch die lange Kultivierung haben sich viele Varianten herausgebildet.
Taropflanzen sind spektakuläre Zierpflanzen, wenn man ihre Bedürfnisse berücksichtigt: Temperaturen über 20°, einen feuchten bis nassen Standort, humosen Boden und genügend Nährstoffe.

Taro war schon den Römern bekannt. Apicius, laut Plinius d.Ä. "der grösste Prasser und zu aller Art von Luxus geboren" und Mitautor des ältesten erhaltenen Kochbuchs der Antike kocht Taro mit einer Sauce aus Pfeffer, Kümmel, Raute, Honig, Liquamen (Sauce aus vergorenem Fisch), Olivenöl und etwas Stärkemehl.
Aus gekochtem, zerstossenem Taro wird heute das wichtigste polynesische Grundnahrungsmittel hergestellt, ein grauvioletter Brei, der auf Hawaii Poi heisst. Durch Wasserbeigabe kann man seine Konsistenz verändern. Je nach Anzahl Finger, die man zum Verzehr benötigt, heisst er dann Zwei-Finger- oder Drei-Finger-Poi. Er schmeckt anfangs leicht süss, nach kurzer Zeit säuerlich und wird nach etwa fünf Tagen ungeniessbar.
Afrika ist voll von Tarorezepten. In Ghana geht eines so: Geschälte, halbierte Taro in Salzwasser mit Pfeffer 40 Minuten kochen. Absieben, zerstossen und mit Öl cremig rühren. Mit hartgekochten Eiern ergibt das ein Hauptgericht.

Trotz all dieser Kulinarik darf man nicht vergessen, dass die Taropflanze, die zu den Aronstabgewächsen gehört, roh giftig ist. Sie enthält Raphiden, Bündel aus nadelartigen Kalziumoxalatkristallen, die beim Verzehr in die Schleimhäute gelangen und gewaltige Schmerzen und Schwellungen verursachen. In Extremfällen kann das zum Erstickungstod führen. Doch wenn man Taro lange kocht, zwischendurch das Kochwasser wechselt und sie danach gut zerstösst, steht der kulinarischen Tropenreise nichts mehr im Weg.

 

Blütenspaziergang im Juli

Der Schwerpunkt des Blütenspaziergangs im Monat Juli befindet sich bei den Clematis, sowie den Taglilien im Irishang.

 In der Clematissammlung gibt es etliche Arten und Sorten zu besichtigen. So zum Beispiel: verschiedene Pflanzen aus der viticella-Gruppe, aus der patens-Gruppe, einige C. texensis, Exemplare aus der jackmanii-Gruppe, C. viticella x integrifolia 'Hanna', C. x bonstedtii 'Crépuscule', C. versicolor, C. pitcheri usw.

Über den immer wieder wunderschönen Silberhang mit blühendem Lavendel in vielen Sorten und weissen Königskerzen (Verbascum nigrum 'Album') geht's weiter. Hinter den Gewächshäusern gibt es nebst den vielen Engelstrompeten auch einige interessante Ampelpflanzen zu sehen. Köcherblümchen (Cuphea ilavea) oder Maskenblume (Alonsoa meridionalis 'Fireball') sind zwei davon.

Im Irishang befinden sich, wie bereits erwähnt, zahlreiche blühende Sorten von Taglilien (Hemerocallis). Daneben Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea), Palmlilien (Yucca filamentosa) und Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon). Neben der asiatisch anmutenden Brücke blüht eine ganze Gruppe Balkan-Akanthus (Acanthus hungaricus).
Ganz unauffällig aber sehr hübsch präsentieren sich etwas weiter entfernt, nämlich hinter dem Pächterhaus, die Blüten einer Bodendeckenden Fuchsien-Wildart (Fuchsia procumbens).

Als Abschluss lohnt sich der Abstecher zur Staudenrabatte entlang des Weges zum Eingang St. Jakob. Hier zeigen sich die Riesendisteln (Eryngium giganteum) von ihrer schönsten Seite.

 

Riesendistel (Eryngium giganteum)
Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)
Rostfarbiger Fingerhut (Digitalis ferruginea)
Taglilie (Hemerocallis 'Illini Jackpot')
Fuchsie (Fuchsia procumbens)