Bedrohter Käfer im Götterbaum

Bei den Pflegearbeiten am beschädigten Götterbaum wurden im Stamm Käferlarven entdeckt.  Diese befanden sich auf 15 bis 18 Metern Höhe im Inneren des Stamms, in losem, bereits zersetztem Holz.

Der Stammabschnitt mitsamt Larven wurde zur Bestimmung an Lea Kamber, Käferexpertin aus Bangerten (BE) geschickt. Anhand der lebenden Larven, den Kokonhüllen und Resten von adulten Käfern, kam sie zu einem erstaunlichen Ergebnis: Es handelt sich um den Grossen Rosenkäfer,  Protaetia speciosissima (syn. aeruginosa).

Diese Käferart ist in der Schweiz ausserordentlich selten anzutreffen! Entsprechend figuriert sie auf der Roten Liste mit der Einstufung EN ("endangered", stark gefährdet).  Auf der Roten Liste Deutschlands ist die Art sogar als "vom Aussterben bedroht" eingestuft.

Momentan wird nun geprüft, wie das weitere Überleben der Käfer ermöglicht werden kann. Es wäre wichtig, den Baum selber, resp. Teile davon langfristig erhalten zu können. Die Larven selber schädigen den Baum nicht –  sie fressen lediglich den Mulm, das weiche, durch Pilze zersetzte Substrat im Innern der Höhle.

Ausserdem sollen die gefundenen Käferlarven zurück in die Merian Gärten gebracht werden damit sie hier ausschlüpfen können. Unser Gartenteam sucht momentan zusammen mit Lea Kamber nach der besten Lösung -  möglicherweise kann der Stammabschnitt wieder in den Baum gehängt werden. Wir werden berichten wenn wir mehr wissen. 

Fünf neue Säuleneichen beim Jurablick

Beim "Jurablick" auf dem Hochplateau wurden 5 Säuleneichen (Quercus robur 'Fastigiata Koster') gesetzt. Diese ersetzen die geschwächten Rosskastanien, die auch aufgrund der Sicherheit und ihrer Nähe zum Sitzplatz, im Winter gefällt wurden. Säuleneichen ertragen die an dem Standort herrschende Wärme und Trockenheit besser. Ausserdem entspricht ihre Wuchsform der historischen Gestaltung: dieser Sitzplatz ist sehr alt und war ursprünglich mit schmalwüchsig, hochwachsenden Bäumen eingefasst.

Um die neuen Eichen am richtigen Ort platzieren zu können, mussten die alten Wurzelstöcke maschinell ausgefräst und anschliessend die Pflanzlöcher von Hand ausgehoben werden. Der steinige Boden und die noch vorhandenen Wurzeln verlangten unserem Team körperlich einiges ab.

Die Bäume wurden mit LKW und Kran von der Baumschule geliefert. Um die wertvolle Wiese auf dem Hochplateau zu schonen, wurden die Bäume auf ein leichteres Fahrzeug umgeladen und zum Sitzplatz transportiert und gepflanzt.

Zu guter Letzt haben wir den Mergelbelag noch erneuert und freuen uns jetzt über den ganz neuen Jurablick.

Mit Glitzer und Regenbogen

Die Spuren verdichten sich. In letzter Zeit wurde vermehrt ein Glitzern in der Luft gesehen. Auf der Schafweide finden sich morgens eingedrückte Flächen im Gras. Und nun auch noch das: die Wildkamera löste mehrmals aus, doch auf dem Bild lassen sich bloss ein Schimmern und Wellen auf der Wasseroberfläche erkennen. Wir sind uns sicher – das kann nur ein Einhorn sein!

Über die Lebensweise von Einhörnern ist nicht viel bekannt. Ihr natürlicher Lebensraum ist das Unterholz, mit Vorliebe in der Nähe von Wasserfällen. Doch Einhörner breiten sich in den letzten Jahren stark aus und dringen auch in städtisches Gebiet vor. Bekannt ist, dass sie über Regenbogen laufen können. Da sie diese selber ausbilden, können sie sich fast überall hin bewegen. Dies würde auch erklären, wie das Einhorn vom Dreispitz in die Merian Gärten gelangen konnte.

Auf dem Bild lassen sich die Reste vom Regenbogen erkennen, bei Nacht und in Schwarzweiss natürlich nicht ganz einfach zu sehen. Doch auf Anfrage konnte uns der Verein Pro Unicornis dies bestätigen: es handelt sich um den ersten Nachweis eines Einhorns in den Merian Gärten. In Abstimmung mit der Biodiversitätsstrategie werden wir nun prüfen, mit welchen Massnahmen wir diese besonderen Lebewesen hier fördern könnten. Ob sich das gesichtete Exemplar hier niederlässt oder bloss auf der Durchreise ist, wird sich zeigen.

Frühlingsstart für die Wildbienen

Geschäftiges Gesumme hinter dem Lehmhaus! Die Wildbienen spüren den Frühling. Sie schlüpfen aus den Brutröhren welche sie in die Nisthilfen gebaut haben. Auf dem Boden sieht man die Deckelchen liegen, welche während des Winters die Röhren verschlossen hatten. Die bereits geschlüpften Männchen warten draussen und begatten gleich die Weibchen, sobald diese hinaus krabbeln.

Es handelt sich vor allem um die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Diese Wildbienen sind völlig harmlos. Wer mag kann also ganz nah ran, um die hübschen Tiere zu bestaunen!

Überraschung in 15 Metern Höhe

Unser alter Götterbaum im Englischen Garten wurde bei einem Sturm Anfang Jahr beschädigt. Ein grosser Ast brach aus. Um die Sicherheit zu gewährleisten und den Baum wieder ins Gleichgewicht zu bringen wurde nun unter fachkundiger Leitung von den Baumpflegern von Tilia ein sehr starker Rückschnitt vorgenommen.

Bei der Arbeit auf der Hebebühne erwarteten uns einige Überraschungen. Denn: die vielen Risse und Löcher in dem alten Baum sind wunderbare Höhlen und daher von Tieren bewohnt. So entdeckten wir viele Vogelnester, ein Eichhörnchennest sowie ein leeres Bienennest mit perfekten Waben, welches unsere Imkerin nun genauer anschaut. In den vielen Faulstellen fanden wir Käferlarven. Eine Käferspezialistin bestimmt jetzt die genaue Käferart. Die grösste Überraschung aber war die Nilgans, die im grossen Loch vom abgerissenen Ast auf ihrem Nest Eier ausbrütet - in 15 Metern Höhe. 

Im Moment sieht der arme Götterbaum etwas mitgenommen aus. Doch wir hoffen, dass er durch den Eingriff nun wieder zu mehr Vitalität kommt und nun einige Jahrzehnte weiterlebt! 

Neue Nisthilfen

Zum fünfzigsten Geburtstag haben die Merian Gärten von ihren Besucherinnen und Besuchern viele Geschenke von ihrer Wunschliste bekommen (zum Nachlesen: Wunschliste). Darunter waren auch diverse Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Bilche. Diese Woche konnten wir nun 10 solche Nisthilfen aufhängen: Sechs Meisennistkästen und vier Nistrinden für Baumläufer. 

Die Nisthilfen sind vom Nordgarten bis zum Südausgang in den Merian Gärten verteilt. Sie hängen in Gehölzen und sind Richtung Südosten ausgerichtet (wettergeschützt; Morgensonne). Die Meisenkäste sind zum Teil Ergänzung und zum Teil Ersatz für kaputte Kästen. Es gibt welche mit unterschiedlich grossen Öffnungen: klein für Blaumeisen, etwas grösser für Kohlmeisen. Die Baumläufernistrinden haben wir das erste Mal aufgehängt. Wir wissen, dass wir Baumläufer in den Merian Gärten haben und hoffen nun, dass sie die Nisthilfen annehmen.

Weiter Nisthilfen hatten wir bereits im Februar aufgehängt. Drei Nistkästen für Mauersegler und einer für Mehlschwalben erweitern die Nistmöglichkeiten an den Gebäuden auf dem Brüglingerhof. Sechs Kästen für Fledermäuse sollen den verschiedenen Fledermausarten die hier vorkommen neue Unterschlupfmöglichkeiten bieten.

Wir danken allen Spendern für die wunderbaren Geschenke! 

Möchten Sie auch etwas beitragen? Die Merian Gärten freuen sich immer über Unterstüzung. 

Spenden

Frisch gedruckt

Nach monatelanger, akribischer Nachbestimmungsarbeit sind nun die gesamten Ergebnisse des GEO-Tags der Natur in den Merian Gärten als wissenschaftliche Publikation erschienen. In den Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaften beider Basel fassen die Autoren Lisa Eggenschwiler (Merian Gärten) und Ambros Hänggi (Naturhistorisches Museum Basel) die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und beschreiben die besonders bemerkenswerten Funde. Ausserdem ist die gesamte Fundliste aufgeführt - mit Ausnahme der Käfer. Diese werden in einem separaten Artikel in derselben Ausgabe behandelt. www.ngbl.ch/mitteilungen

GEO-Tag der Natur 2017

Turmfalkenjunge im Nistkasten

Die Kleinen sind jetzt flügge und verlassen ihr Nest beim Lehmhaus.

Gefunden und umgesiedelt

Dieser Nashornkäfer hat Glück gehabt. Er ist wohl als Larve mit Rindenschnitzeln in den Zolli gekommen, nun als Käfer geschlüpft und gleich von den Tierpflegern entdeckt und eingefangen worden. Da er alte Bäume braucht zum überleben, wurde er heute in den Merian Gärten wieder ausgesetzt. 

Übrigens - schon im Winter hatte die Stadtgärtnerei Nashornkäferlarven in Rindenmulch entdeckt und in die Merian Gärten gebracht. Mit etwas Glück gibt es vielleicht schon bald wieder eine kleine Population hier!

Ein neues Zuhause für die Nashornkäferlarven

Als die Stadtgärtnerei bei Bauarbeiten in der Stadt Basel eine Rindenmulchschicht entfernen musste, befanden sich darin überraschenderweise unzählige Nashornkäferlarven. Diese Art ist selten und geschützt. Daraufhin haben die Merian Gärten entschieden, einen Teil des Rindenmulchmaterials mit den Nashornkäferlarven zu übernehmen und ihnen ein neues Zuhause zu geben. Während mehreren Jahren werden sie nun in den Gärten gelagert, damit sich die Larven darin zu ausgewachsenen Käfern entwickeln können.

Die Nashornkäfer haben ihren Namen vom charakteristischen Horn, das auf der Oberseite ihres Kopfes sitzt. Es ist nur beim Männchen lang und gebogen, das Weibchen trägt an gleicher Stelle nur ein kurzes Horn oder einen Höcker. Die ausgewachsenen Käfermännchen brauchen das Kopfhorn bei Kämpfen um die Weibchen. Die Larven haben Engerling-Gestalt und werden gegen 10 cm lang. Die erwachsenen Käfer werden zwischen 20-40 mm lang.

Bis die Nashornkäferlarven sich zum ausgewachsenen Käfer entwickeln dauert es jedoch mehrere Jahre. Die Larven leben in der Erde und ernähren sich von totem Holz und toten Fasern. Der Käfer hingegen hat nur eine kurze Lebensdauer von zwei bis drei Monaten.

Der neue Standort für die Larven liegt am Mühledyych im Halbschatten direkt beim Brückli, welches das Trockenbiotop mit den Äckern und Weiden verbindet. Dort haben sie Zeit, um sich die nächsten Jahre ungestört zu entwickeln.

Neuer Standort beim Mühledyych
Nashornkäferlarven
Rindenmulchschicht mit Nashornkäferlarven
Nashornkäfer

Krötenschutz

Jetzt im Frühling erwachen Erdkröten, Grasfrösche und Molche aus ihrer Winterruhe im Gehölz. Sie wandern zum Weiher um sich dort fortzupflanzen. Unterwegs müssen sie die Strasse überqueren, was oftmals tödlich enden kann.

Um sie zu schützen hilft ein einfacher Zaun, wie nun einer in Vorder Brüglingen installiert ist. Denn Kröten können nicht klettern. Also wandern sie dem Zaun entlang nach der Suche nach einem Umweg und fallen dabei in die eingegrabenen Eimer. Von dort werden sie jeden Morgen eingesammelt und über die Strasse getragen.

Für die Merian Gärten ist dies nicht nur eine Schutzmassnahme, sondern auch eine gute Gelegenheit um Daten zu sammeln. Welche Arten leben hier, wie gross sind die Populationen? Diese Informationen helfen uns, unsere einheimischen Amphibien langfristig zu schützen.

Unter Schutz der Dunkelheit

Biber auf nächtlicher Tour

Angenagte Bäume, abgebissene Äste: dass der Biber aktiv ist, wussten wir.  Jetzt hat er sich auch wieder auf der Wildkamera gezeigt - und zwar nicht nur ein Biber, sondern grad zwei Tiere!

Glücksbeobachtung

… und Glücksbild! Die scheue Ringelnatter wird in den Merian Gärten nur sehr selten gesehen. Hier sonnt sich ein besonders grosses Exemplar auf dem warmen Asphalt.

Aber keine Angst: ein Gartenbesuch ist immer noch unbedenklich. Die einheimische Schlangenart ist für Menschen ungiftig und völlig harmlos. Ringelnattern leben in der Nähe von Wasser und fressen vor allem Frösche und Kröten. Wie alle Schlangenarten sind sie in der ganzen Schweiz geschützt.

GLÜCKSBEOBACHTUNG

… und Glücksbild! Die scheue Ringelnatter wird in den Merian Gärten nur sehr selten gesehen. Hier sonnt sich ein besonders grosses Exemplar auf dem warmen Asphalt.

Aber keine Angst: ein Gartenbesuch ist immer noch unbedenklich. Die einheimische Schlangenart ist für Menschen ungiftig und völlig harmlos. Ringelnattern leben in der Nähe von Wasser und fressen vor allem Frösche und Kröten. Wie alle Schlangenarten sind sie in der ganzen Schweiz geschützt.

AST-STÜTZE FÜR DEN SCHNURBAUM

Der Japanische Schnurbaum (Styphnolobium japonicum 'Pendula') neben der Villa Merian erhält eine Stütze. Der charaktervolle Baum ist wahrscheinlich so alt wie der Englische Garten selber – also rund 180 Jahre alt. Inzwischen ist einer der grossen, verknorzten Ästen geschwächt und auf der Unterseite zum Teil abgestorben. Damit er bei Schnee und Wind nicht bricht, wird er abgestützt. Dafür montieren Baumpfleger von Tilia Baumpflege AG (Frick) zusammen mit unseren Gärtnern eine Stütze aus einem Eichenstamm. Diese wird auf die richtige Länge zugeschnitten, mit einer Gewindestange versehen und in einem Rohr im Boden fixiert. So kann der wunderschöne Ast erhalten bleiben – und die Löcher im toten Holz dienen Vögel und anderen kleinen Tieren als wertvollen Unterschlupf.

Artenreiche Wiesen in den Merian Gärten

Masterstudentin Célia Stutz hat den Sommer über in den Trockenwiesen der Merian Gärten die Artenvielfalt untersucht. Sie hatte dafür Untersuchungsflächen abgesteckt, wie wir im Juni informierten. Nun ist die Studie abgeschlossen und die Ergebnisse liegen vor.

Das Hauptziel war, ein Inventar der Pflanzenarten zu erstellen – also zu dokumentieren, welche Pflanzenarten vorkommen und wo diese wachsen. Célia Stutz konnte 106 Arten bestimmen: dabei waren 18 verschiedene Gräser, häufige Pflanzen wie Wilde Möhren (Daucus carota), Klatschnelken (Silene vulgaris) und Bunte Kronwicke (Securigera varia) aber auch einige seltenere Arten wie die Wander-Bibernelle (Pimpinella peregrina), die aus dem Mittelmeeerraum stammt.

Über die Artenzusammensetzung konnte Célia Stutz die Wiesen in verschiedene Typen kategorisieren und ihren Zustand bewerten. Insgesamt schneiden die Wiesen in den Merian Gärten relativ gut ab. Diesen Wiesen sind sehr artenreich, dennoch fehlen einige typische Arten wie Wiesenbocksbart (Tragopogon pratensis) und Golddistel (Carlina vulgaris). Ausserdem wächst an manchen Stellen zu viel Moos. Auch kommen in den Wiesen invasive Neophyten wie Armenische Brombeere (Rubus armeniacus) und Einjähriges Berufskraut (Erigeron annuus) vor, die sich stark ausbreiten und so einheimische Pflanzenarten verdrängen können.

Auch die Beobachtung von Schmetterlingen lässt eine Aussage über den Zustand der Wiesen zu. Célia Stutz konnte im Trockenbiotop den seltenen Himmelblauen Bläuling (Polyommatus bellargus) und das Gemeine Widderchen (Zygaena filipendulae) feststellen. Beide sind typisch für Trockenwiesen und ihre Anwesenheit ist ein sehr gutes Zeichen.

Die Erkenntnisse aus der Studie fliessen in den bestehenden Pflegeplan der Merian Gärten ein und helfen uns, die Pflege der geschützten Wiesen in den Gärten zu optimieren.

Was sind Trockenwiesen?

Bundesamt für Umwelt BAFU: Verordnung über den Schutz der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung

Aussergewöhnlicher Besuch

Beim Auswerten unserer nächtlichen Aufnahmen trauten wir unseren Augen kaum: was ist das für ein grosses, rundliches Tier am Wasserrand? Ist es möglich? Ein…. Biber?! Die nächsten Bilder bestätigten es: eindeutig ist der bibertypische platte Schwanz zu sehen.

Niemals hätten wir damit gerechnet. Zwar leben wieder Biber am Rhein und an der Birs, das Nagetier ist aber immer noch selten. In den Merian Gärten und der Umgebung haben wir bisher keine Spuren gesehen die einen Biber vermuten lassen, gestaute Bäche oder angenagte Bäume erst recht nicht.

Biberexpertin Astrid Schönenberger von der Biberfachstelle Baselland bestätigt, dass es sich auf den Fotos um einen Biber handelt und kam auch schnell für eine Ortsbesichtigung vorbei. Sie meint, dass es sich möglicherweise um ein junges Tier handeln könnte, welches die Gegend auskundschaftet. Junge Biber verlassen im Alter von zwei Jahren das Revier ihrer Eltern und suchen einen neuen geeigneten Lebensraum. Sie benötigen Gewässer mit genug Wassertiefe und Ufer, in denen sie graben können, ausserdem ein angemessenes Nahrungsangebot: Mädesüss, Seerose, Brennnesseln und andere Ufervegetation, im Winter Baumrinde und junge Knospen.

Ob die Merian Gärten den Ansprüchen des Bibers genügen? Es ist durchaus möglich, dass er bereits weiter gezogen ist. Aber man weiss nie – der Biber ist sehr anpassungsfähig und überrascht immer wieder!

Bis hier aber ein Revier entsteht oder sogar ein zweiter Biber auftaucht und eine Biberfamilie gründet, fliesst noch viel Wasser den Dyych runter. Wir beobachten weiter und sind gespannt, ob wir ihn nochmals sichten.

Mehr Informationen im Netz:

Biberfachstelle (Beratungs- und Koordinationsstelle für Biberfragen des Bundesamtes für Umwelt BAFU)

Biberfachstelle Baselland (Pro Natura Baselland betreibt die Biberfachstelle als Leistungsauftrag des Kantons)

Hallo Biber (Nationales Naturschutzprogramm von Pro Natura)

IN DER NACHT WIRD ES WILD

Kaum sind die Menschen am Abend verschwunden gehören die Merian Gärten den wilden Tieren. Am Tag praktisch unsichtbar, kommen sie erst im Schutz der Dunkelheit aus ihren Verstecken. Aufmerksame Spaziergänger treffen immer wieder auf Spuren von den nächtlichen Jägern: Kot, frisch gegrabene Löcher, Trampelpfade, im Winter sogar Trittsiegel im Schnee lassen uns erahnen, dass auch Fuchs und Dachs in den Merian Gärten leben. Doch die Tiere selber sieht man praktisch nie. Seit kurzem beobachten wir nachts einige ruhige Winkel des Gartens mit einer Wildkamera, und konnten endlich die scheuen Tiere auf Fotos festhalten.

Die ersten Bilder sind zwar unscharf und die Tiere zum Teil nur als Umriss zu erkennen. Doch wir sind überrascht wie viele Bilder die automatische Kamera in nur wenigen Nächten bereits gemacht hat – in den Gärten ist ganz schön was los.

Dass Füchse und Dachse auch in der Stadt leben, ist bekannt, z.B. aus Zürich. Gerade Dachse brauchen aber auch einen ruhigen Rückzugsort und sollten so wenig wie möglich gestört werden. Wir sind deshalb froh und dankbar, dass unsere Besucher mehrheitlich wirklich rücksichtsvoll sind und auch der Natur ihren Platz im Garten gönnen. So hoffen wir noch auf viele weitere Beobachtungen unsere einheimischen Säugetiere.

Haben Sie auch schon wilde Tiere in den Gärten beobachtet?

Egal ob Säugetiere, besondere Vögel oder seltene Insekten - melden Sie uns Ihre Sichtung, es interessiert uns! info@meriangaerten.notexisting@nodomain.comch

Wie können Sie helfen die wilden Tiere in den Merian Gärten zu schützen?

  • Bleiben Sie auf den Wegen oder auf gemähten Rasenflächen. Betreten Sie keine Hecken oder Waldstücke.
  • Lassen Sie keinen Abfall liegen
  • Kommen Sie immer ohne Hund in die Gärten

Seltene Schmetterlings-Sensation

Gemeiner Bläuling

Eine kleine Sensation: Nachdem der Himmelblaue Bläuling (Polyommatus bellargus) schon einige Jahre nicht mehr in den sonnigen Wiesen der Merian Gärten festgestellt wurde, konnte er nun beobachtet und sogar fotografiert werden. Bei ihrer Feldstudie zu den Pflanzengemeinschaften in den Trockenwiesen hat Masterstudentin Célia Stutz im richtigen Moment abgedrückt.

Der Himmelblaue Bläuling lebt in warmen und trockenen Wiesen. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände in Europa stark zurückgegangen, da sein Lebensraum immer seltener wird. In Deutschland steht der Himmelblaue Bläuling auf der Roten Liste gefährdeter Tiere, in der Schweiz ist er in Bergregionen noch verbreitet.

Die Raupen fressen vor allem Hufeisenklee (Hippocrepis comosa). Deshalb versuchen wir diese Pflanzenart in den Wiesen besonders zu fördern.

In den Wiesen der Merian Gärten sieht man öfters auch andere Schmetterlinge aus der Familie der Bläulinge, wie den Gemeinen Bläuling (Polyommatus icarus). Dieser ist auf der Oberseite blau mit einem violetten Ton, der Himmelblaue Bläuling hingegen leuchtet wirklich himmelblau. Die Weibchen von beiden Arten sind unauffällig braun gefärbt.enbau wurden in den letzten Tagen also die bestehenden Sträucher mitsamt Wurzeln entfernt und Kompost in den Boden eingearbeitet. Nun setzen wir Fuchsien, Schneeball und andere Blütensträucher sowie bodendeckende Stauden. Von der neuen Bepflanzung profitiert auch die uralte, riesige Kornelkirsche (Cornus mas). Möglicherweise der grösste und älteste Baum seiner Art in der Schweiz, verschwand er bisher im Gebüsch. Nun steht er fast alleine und kommt prachtvoll zur Geltung.

Frühlingsputz

Nistkästen sind ein künstlicher Ersatz für natürliche Baumhöhlen. Verschiedene Vogelarten bauen darin Nester aus Moos, Stroh, Tierhaaren und anderem Material und ziehen von April bis Juni ihre Jungen auf.

Nachdem die Vogelfamilie im Sommer ausgezogen ist, nutzen andere Tiere wie Mäuse, Siebenschläfer und verschiedene Insekten die verlassenen Nester. Sie bieten ihnen einen gut geschützten, trockenen und warmen Zufluchtsort in kalten Nächten und während den Wintermonaten.

Bevor im Frühling die neue Brutsaison beginnt, reinigen und reparieren wir die Kästen. Mit den alten Nestern werden auch Parasiten wie Vogelflöhe, Milben und Zecken aus den Kästen entfernt, sowie alte Eier, die nicht ausgeschlüpft sind. Dies schafft Platz im Nistkasten für ein neues Nest und reduziert die Ansteckungsgefahr durch lästige Blutsauger, die Jungvögel schädigen können.

KLEINES GEWEIH, GROSSE BEDEUTUNG

Er ist der grösste Käfer der Schweiz: der Hirschkäfer. Männchen werden über 8 Zentimeter lang und sehen auch sehr imposant aus. Beim "Geweih" handelt es sich um riesige Oberkiefer, mit denen die Männchen miteinander kämpfen.

Hirschkäfer ernähren sich vom Saft, der aus Rissen und Wundstellen von Eichen fliesst. Die Larven leben in Totholz. Da es immer weniger alte Eichen und in den aufgeräumten Wäldern kaum noch morsches Holz gibt, ist der Hirschkäfer in der Schweiz stark gefährdet. Auf der Alpennordseite ist er nur noch lokal in kleinen Populationen vorhanden - wie zum Beispiel in den Merian Gärten.

Doch auch hier bekommt man den Hirschkäfer trotz seiner Grösse selten zu sehen. Dieses Exemplar haben Schulkinder bei der Gartenarbeit entdeckt und sorgfältig zurück in den Wald gesetzt.

Schlangenschreck

Kurzer Schreckmoment: Mitarbeiter entdeckten heute eine fast ein Meter lange Schlange, die sich in einer kühlen Steinmauernische versteckte. Schlangespezialisten vom Zolli rückten zum Einsatz ein und konnten das Tier (welches gerade frisch gefressen hatte) einfangen. Es handelt sich um eine ungiftige Kornnatter - ein Exot, der bei uns nicht vorkommt. Die Schlange muss entweder ausgebüxt oder ausgesetzt worden sein.

NISTKASTEN FÜR DEN WALDKAUZ

Der Waldkauz ist eine Eulenart, die bei uns einheimisch ist. Er lebt dort, wo es grosse, alte Bäume gibt, denn er brütet in Baumhöhlen. Da es vor allem in den Wäldern immer weniger geeignete Bäume gibt, ist ein Nistkasten eine attraktive Alternative.

Wir haben diese Woche zwei neue Nistkästen für den Waldkauz aufgehängt. Wichtig ist, dass der Baum am Waldrand steht, und dass der Kasten wettergeschützt hängt. Die Anflugschneise muss frei von Laub und Gebüsch sein. Im Kasteninneren liegen Hobelspäne, damit die kugelrunden Eier nicht davon rollen.

Die zwei Kästen hängen etwa 200 Meter auseinander, und in 6 bis 8 Meter Höhe. Wir hoffen, dass einer von Ihnen den Waldkäuzen gefällt und dass schon bald ein Waldkauz-Päärchen darin einzieht.